Kommunale Entwicklungszusammenarbeit

Personen von links: Abdoul Karim Zoungrana (Verwaltungsleiter aus Kongoussi), Salifou Macaire Ouedrago (Bürgermeister von Zimtanga), Oscar Sawadogo (Präsident der Association Zood Nooma/Partnerverein des Förderkreis Burkina Faso), Annick Ambert (Beigeordnete Bürgermeisterin aus Montbéliard), Oberbürgermeister Werner Spec, Barthélemy Savadogo (Programmdirektor der Association Zood Nooma), Jérémie Bambara (Berater, Programmdirektor für Projekte)

Als Kommunale Entwicklungszusammenarbeit wird die Summe aller Mittel und Maßnahmen bezeichnet, die Kommunalverwaltung und -politik einsetzen und ergreifen, um eine nachhaltige Entwicklung aktiv zu fördern. Sie umfasst sowohl Maßnahmen der Kommunen im Inland, wie etwa Informations- und Bildungsarbeit, als auch Faire Beschaffung sowie Aktivitäten im Ausland, etwa in Form von Klimapartnerschaften.

Historie

Seit 2006 engagieren sich Ludwigsburg und seine französische Partnerstadt Montbéliard für die Stadt Kongoussi im afrikanischen Burkina Faso. Anlass dafür war unter anderem die Aufforderung von Altbundespräsident Horst Köhler „Afrika im Kampf gegen Armut, Aids, Umweltzerstörung und Terrorismus nicht alleine zu lassen“.

Am 26. Juli 2006 unterzeichneten die Oberbürgermeister von Montbéliard und Ludwigsburg sowie Bürgermeister weiterer Partnerstädte in einem feierlichen Akt die sogenannte „Afrika-Deklaration“. Damit wurde der Grundstein für die trilaterale Partnerschaft zwischen Ludwigsburg, Montbéliard und Kongoussi in Burkina Faso gelegt und somit auch für die kommunale Entwicklungszusammenarbeit in Ludwigsburg.

Um die Stadt dabei zu unterstützen, wurde am 29.07.2008 der „Förderkreis Burkina Faso“ von Ludwigsburger Bürgerinnen und Bürgern gegründet. Der eingetragene Verein ist als gemeinnützig anerkannt. Seine Aktivitäten konzentrieren sich auf die Stadt Kongoussi, die etwa 120 km nördlich der Hauptstadt Ouagadougou liegt.

Koordinierungsstelle in Ludwigsburg

Als erste von nur zehn bewilligten Stellen bundesweit hat die Koordinationsstelle kommunale Entwicklungszusammenarbeit der Stadt Ludwigsburg eine Vorreiterrolle eingenommen. Sie ist damit ein Vorbild, dem sich inzwischen weitere Kommunen angeschlossen haben.

„Lokal handeln - Global wirken“

Diesem Leitmotiv liegt der Gedanke zugrunde, dass globale Probleme nicht allein auf internationaler Ebene gelöst werden können, sondern verantwortungsvolles Handeln vor Ort in den Kommunen erfordert.

Ziel ist es, als Service- und Beratungsstelle sowie als Kompetenzzentrum mit einem vielfältigen Angebot das entwicklungspolitischen Engagement der Ludwigsburgerinnen und Ludwigsburger auszubauen. Auch müssen Finanzierungsmöglichkeiten für Projekte und Maßnahmen ermittelt und entsprechende Projektanträge gestellt und umgesetzt werden.

Die Arbeit der Koordinationsstelle lässt sich dabei in zwei, stark ineinander übergreifende Bereiche unterteilen.

Aktivitäten Lokal (Inlands-Aktivitäten)

  • Informations- und Bildungsarbeit
  • Unterstützung und Vernetzung der Eine-Welt-Akteure und ihrer Aktivitäten
  • Einbindung des Engagements von Migranten- und afrikanische Diasporagemeinschaften
  • Förderung des entwicklungspolitischen Engagements
  • Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit, beispielsweise mit Projekten wie dem Kongoussi-Express oder der Gründung des Eine-Welt-Forums

Aktivitäten weltweit (Auslands-Aktivitäten)

  • Begleitung und Umsetzung des Klimaschutz- und Klimaanpassungsprojekts zwischen Kongoussi und Ludwigsburg
  • Einen Beitrag leisten zum Erreichen der globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs: Sustainable Development Goals)
  • Wissenstransfer wie beispielsweise beim Klimaprojekt zwischen Ludwigsburg und Ambato

SDGs - UN Nachhaltigkeitsziele

Seit September 2015 bilden die Nachhaltigkeitsziele der UN (SDGs) einen Orientierungsrahmen für die weltweite, nachhaltige Entwicklung.

Ludwigsburg als nachhaltigste Stadt Deutschlands mittlerer Größe im Jahr 2014, leistet ihren Beitrag zur Erreichung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele. Zudem werden den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt die UN-Ziele durch anschauliche Beispiele und Mitwirkungsmöglichkeiten nahegebracht.

  • Einsatz von 17 großen Würfeln bei Veranstaltungen, um die UN-Ziele zu veranschaulichen
  • Verteilung von Postkarten mit den Kernbotschaften der Entwicklungsziele an Bürgerinnen und Bürger, mit der Aufforderung die ganz persönliche Meinung zum Ludwigsburger Engagement und den subjektiv wichtigsten Zielen abzugeben
  • Aufnahme der Umfrageergebnisse in die ZUKO 2018