Kommunale Entwicklungszusammenarbeit

Seit 2006 engagieren sich Ludwigsburg und seine französische Partnerstadt Montbéliard für die Stadt Kongoussi im afrikanischen Burkina Faso. Anlass dafür war unter anderem die Aufforderung von Altbundespräsident Horst Köhler „Afrika im Kampf gegen Armut, Aids, Umweltzerstörung und Terrorismus nicht alleine zu lassen“.

Am 26. Juli 2006 unterzeichneten die Oberbürgermeister von Montbéliard und Ludwigsburg sowie Bürgermeister weiterer Partnerstädte in einem feierlichen Akt die sogenannte „Afrika-Deklaration“. Damit wurde der Grundstein für die trilaterale Partnerschaft zwischen Ludwigsburg, Montbéliard und Kongoussi in Burkina Faso gelegt und somit auch für die kommunale Entwicklungszusammenarbeit in Ludwigsburg.

Koordinierungsstelle in Ludwigsburg

Als erste von nur zehn bewilligten Stellen bundesweit hat die Koordinationsstelle kommunale Entwicklungszusammenarbeit der Stadt Ludwigsburg eine Vorreiterrolle eingenommen. Sie ist damit ein Vorbild, dem sich inzwischen weitere Kommunen angeschlossen haben.

Als Kommunale Entwicklungszusammenarbeit wird die Summe aller Mittel und Maßnahmen bezeichnet, die Kommunalverwaltung und -politik einsetzen und ergreifen, um eine nachhaltige Entwicklung aktiv zu fördern. Sie umfasst sowohl Maßnahmen der Kommunen im Inland, wie etwa Informations- und Bildungsarbeit, als auch Faire Beschaffung sowie Aktivitäten im Ausland, etwa in Form von Klimapartnerschaften.

„Lokal handeln, global wirken“ ist das Leitmotiv der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit in Ludwigsburg. Diesem Leitmotiv liegt der Gedanke zugrunde, dass globale Probleme nicht allein auf internationaler Ebene gelöst werden können, sondern verantwortungsvolles Handeln vor Ort in den Kommunen erfordert.

Ziel ist es, als Service- und Beratungsstelle sowie als Kompetenzzentrum mit einem vielfältigen Angebot das entwicklungspolitischen Engagement der Ludwigsburgerinnen und Ludwigsburger auszubauen.

Die Arbeit der Koordinationsstelle lässt sich in zwei, stark ineinander übergreifende Bereiche unterteilen. Einerseits die lokalen Aktivitäten (Inlandsaktivitäten) mit den Zielen:

  • Informations- und Bildungsarbeit
  • Unterstützung und Vernetzung der Eine-Welt-Akteure und ihrer Aktivitäten
  • Förderung des entwicklungspolitischen Engagements
  • Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit, beispielsweise mit Projekten wie dem Kongoussi-Express oder der Gründung des Eine-Welt-Forums

Andererseits die Auslandsaktivitäten mit dem Fokus:

Eine weitere wichtige Aufgabe der Koordinierungsstelle ist es, Finanzierungsmöglichkeiten für Projekte und Maßnahmen zu ermitteln und entsprechende Projektanträge zu stellen und umzusetzen. 2017 konnten so über 30.000 Euro für Kleinprojekte akquiriert werden. Dank der Unterstützung aus Mitteln des Kleinprojektfonds von Engagement Global und SKEW (Servicestelle Kommune in der Einen Welt) konnten folgende interessante Projekte und Veranstaltungen der Koordinierungsstelle realisiert werden:

  • Bestandsaufnahme
  • Auftaktveranstaltung mit den Eine-Welt Akteuren
  • Kongoussi-Express
  • Afrikatage

Seit November 2016 wird die Koordinationsstelle kommunale Entwicklungszusammenarbeit der Stadt Ludwigsburg von Saliou Gueye koordiniert.

SDGs - UN Nachhaltigkeitsziele

Seit September 2015 bilden die Nachhaltigkeitsziele der UN (SDGs) einen Orientierungsrahmen für die weltweite, nachhaltige Entwicklung. Ludwigsburg als nachhaltigste Stadt Deutschlands mittlerer Größe im Jahr 2014, sieht sich in der Verantwortung, ihren Beitrag zur Erreichung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele zu leisten.

Den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Ludwigsburg sollen die UN-Ziele nahegebracht werden. Auch kleine individuelle Schritte leisten einen wesentlichen Beitrag. Bei Veranstaltungen im Jahr 2017 kamen deshalb erstmals 17 Würfel, einer für jedes UN-Ziel, bei Veranstaltungen wie dem Naturvisionsfestival oder dem interkulturellen Fest zum Einsatz. In einer Aktion gemeinsam mit dem Referat Nachhaltige Stadtentwicklung wurden zudem Postkarten mit den Kernbotschaften der 17 globalen Entwicklungsziele an Bürgerinnen und Bürger verteilt, mit der Aufforderung die ganz persönliche Meinung zum Ludwigsburger Engagement und den subjektiv wichtigsten Zielen abzugeben. Die Ergebnisse dieser Umfrage werden in die Zukunftskonferenz im Juni 2018 miteinfließen.