Eine-Welt

Netzwerkaufbau


Um kommunale Entwicklungszusammenarbeit nachhaltig zu verankern wurden zwischenzeitlich tragende Vernetzungsstrukturen geschaffen. Das Ziel ist die Vernetzung, Begleitung und Unterstützung von lokalen Akteuren wie beispielsweise Eine-Welt-Gruppen und deren Veranstaltungen und Aktivitäten.

Um diese Ziele zu erreichen war eine sorgfältige Bestandsaufnahme zu Beginn der Arbeit der Koordinationsstelle unerlässlich. Wir führten ausführliche Gespräche mit Akteuren im Raum Ludwigsburg, um sinnvolle Ansatzpunkte und mögliche gemeinsame Umsetzungsmöglichkeiten zu identifizieren. Bereits hier konnten erste Verbindungen geschaffen werden und die Idee einer gemeinsamen Plattform der Eine-Welt-Initiativen in Ludwigsburg nahm konkrete Formen an.

Im April 2017 fand ein sogenannter Kick-Off-Workshop statt, bei dem erste Schwerpunktthemen (SDGs und Beiträge zum Ludwigsburger Stadtentwicklungskonzept) und Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit erörtert wurden. Nach dem Kick-Off gab es zwei weitere Veranstaltungen bei denen die Gruppen aktiv an der organisatorischen und inhaltlichen Gestaltung der Plattform mitwirken konnten.

In Ludwigsburg sind bis jetzt rund 25 Vereine, Initiativen, Gruppen, Schulen und weitere Akteure bekannt, die sich für eine globale gerechte Entwicklung einsetzen. Das zweite Treffen diente zur Netzwerk-Visualisierung der beteiligten Institutionen und der Festlegung auf einen Zielkatalog der Plattform. Mehr dazu lesen Sie in unserer Pressemitteilung.

Das dritte Treffen begann mit einer gemeinsamen Busfahrt mit dem Kongoussi-Express zu den Ludwigsburger Nachhaltigkeitsprojekten und wurde im Natur-Informations-Zentrum Casa Mellifera fortgesetzt. Ziel war es, sich besser kennenzulernen und erste konkrete Ansätze für die Integration der SDGs im Stadtentwicklungskonzept mit Blick auf das im Februar stattfindende Vorbereitungstreffen sowie die Zukunftskonferenz im Juni 2018 zu eruieren. Erste Erfolge der Vernetzung durch die Plattform konnten bereits im Herbst 2017 bei Aktionen wie der Fairen Woche, den Afrikatagen und gemeinsamen Film- und Kabarettabenden beobachtet werden.

Migrantinnen und Migranten beteiligen

Ein weiteres Ziel der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit ist es, die hier lebenden Migrantinnen und Migranten noch stärker in das entwicklungspolitische Engagement Ludwigsburgs mit einzubeziehen. Einige Vereine wie „Afrika hilft Afrika e.V.“, der Togoverein und der Verein APIDL sind bereits sehr aktiv. Die daraus resultierenden Begegnungen zwischen deutschen Vereinen und Migrantenselbstorganisationen führen zu einem Bildungsprozess auf beiden Seiten. Zudem kommen sowohl das wirtschaftliche, als auch das politische Wissen der Migrantinnen und Migranten und die daraus resultierenden Ideen und Praktiken den Herkunftsländern oftmals direkt zugute. Ein Beispiel hierfür ist der Togoverein. Dieser unterstützt Studierende der Universität Lomé und leistet in Kooperation mit deutschen Stiftungen politische Bildungsarbeit in Togo und im Nachbarland Benin.

Bildung und Öffentlichkeitsarbeit

Öffentlichkeitsarbeit ist essenziell für die kommunale Entwicklungszusammenarbeit. Um Standards zu etablieren und dadurch tatsächlich etwas im Denken und Handeln der Menschen zu verändern, muss zunächst die kritische Masse erreicht werden. Daher war es anfangs äußerst wichtig, die Aufgaben und Ziele der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit klar zu definieren.

Außerdem war es wichtig den Nutzen unserer Arbeit als Koordinationsstelle und als Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger sowie engagierte Initiativen bekannt zu machen. Ein in diesem Zusammenhang erstelltes Faltblatt stellt die Koordinierungsstelle und ihre Aufgabengebiete vor und zeigt die erfolgreiche Zusammenarbeit im Rahmen der Dreieckspartnerschaft zwischen Ludwigsburg, Montbéliard und Kongoussi.

Die Koordinationsstelle fördert zudem die entwicklungspolitische Bildung und globales Lernen. So konnte beispielsweise bei der jungen Generation durch den Ausbau und Aufbau von Kooperationen mit Schulen und Hochschulen ein Bewusstsein für globale Problemstellungen und die Relevanz von ökologischer & sozialer Nachhaltigkeit geschaffen, und somit die interkulturelle Kompetenz gestärkt werden. Ein Beispiel hierfür sind die im Rahmen des Projekts des „Burkinischen Dorfes“ angebotenen Führungen, die Schülerinnen und Schüler des Mörike-Gymnasiums Ludwigsburg durchführen.

Kongoussi-Express

Um die breite Bevölkerung zu erreichen wurde im Jahr 2017 mit dem Kongoussi-Express, ein besonderes Projekt durchgeführt. Die Idee des Kongoussi-Express entstand anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der trilateralen Partnerschaft zwischen Ludwigsburg, seiner französischen Partnerstadt Montbéliard und Kongoussi in Burkina Faso.

Das Projekt wurde durch die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. Die zwei Busse der Linien 421 und 427 sind inzwischen seit Juli 2017 mit bunten Bildern und prägnanten Aussagen im Stadtgebiet unterwegs. Das Programm endet am 30.05.2018. Innerhalb der Busse gab es Flyer und Plakate über die Klimapartnerschaft mit Kongoussi, die Fair-Trade Stadt Ludwigsburg, den Förderkreis Burkina Faso Ludwigsburg e.V. und den Weltladen.

Die Busse leisten wichtige Bildungs- und Informationsarbeit über entwicklungspolitische Themen. Sie machen die Entwicklungspartnerschaft zwischen den drei Partnerstädten sowie die Aktionen der Netzwerkpartner stärker sichtbar und schaffen Bewusstsein in der Bevölkerung für kommunale Entwicklungszusammenarbeit, Eine-Welt-Arbeit, Fairen Handel und die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDG). Gleichzeitig zeigen sie die vielen Möglichkeiten für eine aktive Mitwirkung oder zumindest eine passive Unterstützung (materiell oder ideell) bei städtischen- oder NGO Aktionen auf.

Die Rückmeldungen der Bürger sind durchweg positiv. Die Koordinationsstelle erreichten bislang mehrere interessierte Briefe und Emails mit Feedback oder konkreten Unterstützungsangeboten, beispielsweise durch Spenden.

Die Busse wurden zudem bei Einzelaktionen und als Aktionsbus genutzt. So stand beim Interkulturellen Fest im September 2017 ein Bus auf dem Ludwigsburger Marktplatz. Insbesondere die Kinder erkundeten den Bus neugierig, weshalb sich auch die Eltern herantrauten, Fotos machten und sich über die Aktion, die Klimapartnerschaft und die globalen Themen informierten.

Im Dezember 2017 wurde eine Bustour unternommen, mit dem Eine-Welt-Forum und anschließendem SDG Workshop im Naturinformationszentrum Casa Mellifera. Auf der Busfahrt bestand die Möglichkeit, erfolgreiche Projekte in Ludwigsburg besser kennenzulernen und damit das Netzwerk zwischen den lokalen Initiativen zu stärken. Engagement Global empfahl das Projekt an andere Städte weiter, die nun erste Ideen für ähnliche Projekte ausarbeiten.

Fairer Handel - Faire Beschaffung

Faire Beschaffung und Fairer Handel werden bei fortschreitender Globalisierung immer relevanter. Das Eine-Welt-Forum kann dabei als Plattform dienen, das Thema zu fördern und es in der Öffentlichkeit noch stärker zu etablieren. Auch innerhalb der Stadtverwaltung sollen faire Beschaffung und Handel noch stärker verankert werden, damit Ludwigsburg als „Fair Trade“ Stadt auch weiterhin eine Vorbildfunktion einnimmt.

Eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe, an der die Koordinierungsstelle punktuell beteiligt ist, hat ein Konzept für die Stadt Ludwigsburg zum Thema „Faire Beschaffung“ erarbeitet. Am 01.04.18 trat diese Dienstanweisung der Stadt Ludwigsburg zur Nachhaltigen Beschaffung in Kraft. Stufenweise soll bis zum 01.01.19 innerhalb der Stadtverwaltung die nachhaltige Beschaffung auf Basis des Cradle-to-Cradle® (C2C) Ansatzes eingeführt werden.

Veranstaltungsreihe "Meine. Deine. Eine Welt"

Unter dem abgewandelten, aktiven Motto "Ludwigsburg denkt lokal und wirkt global" veranstaltet das Eine-Welt-Forum eine bunte Vielzahl von Events. Das Programm der Veranstaltungsreihe umfasst die Faire Woche, die Afrikatage, Ausstellungen und Filmvorführungen.