Ausgezeichnete Energieprojekte

Ludwigsburger Energieaktivitäten mehrfach ausgezeichnet

2. Platz unter Kommunen bis 100.000 Einwohner beim Wettbewerb „Bundeshauptstadt im Klimaschutz 2010“

Erstmals hat sich die Stadt Ludwigsburg 2010 am Wettbewerb "Bundeshauptstadt im Klimaschutz der Deutschen Umwelthilfe e.V. beteiligt. Der Wettbewerb bewertet nach einem Punktesystem die Leistungen deutscher Kommunen im Klimaschutz. Groß war die Freude über das Ergebnis: Ludwigsburg belegte in der Kategorie "Kommunen bis 100.000 Einwohner" den 2. Platz und darf sich künftig mit dem Titel "Klimaschutzkommune 2010" schmücken.

Besonders hervorgehoben wurden zum einen das Holzheizkraftwerk der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim, zum anderen das Neubaugebiet Hartenecker Höhe mit seinem Energiekonzept. Insgesamt hatten sich 73 Kommunen um den Titel „Bundeshauptstadt im Klimaschutz 2010“ beworben.

Luftbild Hartenecker Höhe (33,8 KiB)

Solardach Eglosheim (18,1 KiB)

Holzheizkraftwerk Ludwigsburg Kornwestheim (11,1 KiB)

Wettbewerb Klimaneutrale Kommune

Neun Kommunen sind im Dezember 2010 als Sieger eines Wettbewerbs des Umweltministeriums aus 21 Kommunen ausgewählt worden, Ludwigsburg, Freiburg und Karlsruhe waren die Gewinner bei den Städten über 50.000 Einwohnern. Mit Machbarkeitsstudien und Modellprojekten sollen Wege aufgezeigt werden, wie Städte und Gemeinden den CO2-Ausstoß langfristig auf ein bis zwei Tonnen pro Jahr und Einwohner senken können.

Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller hat das Engagement der Stadt Ludwigsburg für den kommunalen Klimaschutz bereits ausgezeichnet. Oberbürgermeister Werner Spec erhielt am 12. März 2012 in Stuttgart zusammen mit acht anderen Städten und Gemeinden die Preise aus dem Wettbewerb „Klimaneutrale Kommune“.

Ludwigsburg bekommt dabei mit bis zu 375.000 Euro den höchsten Zuschuss. Insgesamt unterstützt das Land die neun Preisträger bei ihren innovativen Maßnahmen für den Klimaschutz mit 2,4 Millionen Euro.

In Ludwigsburg wurde zuvor in einem ersten Schritt eine Machbarkeitsstudie erstellt, wie bis 2050 die "Klimaneutralität" erreicht werden könnte. Als Fortschreibung des Gesamtenergiekonzeptes übernahmen dies das Institut für Erneuerbare Energien und Rationelle Energieanwendung der Uni Stuttgart sowie die Hochschule für Technik, die ebenfalls bei vielen Projekten mit der Stadt zusammenarbeitet. Die Schwerpunkte der Studie lagen bei folgenden Arbeitspaketen:

  • Klima-Stadtentwicklungplan, der die langfristige räumliche Entwicklung steuert und in dem verschiedene Teilkonzepte z.B. zur Energie oder zum Verkehr koordiniert werden. Basis dafür sind das Stadtentwicklungskonzept und  das Gesamtenergiekonzept.
  • Solar City: hier werden Modellprojekte zum Ausbau der Nutzung von Photovoltaik, von Solarthermie und der Geothermie untersucht. Für diese könnten – falls ökologisch sinnvoll und wirtschaftlich darstellbar – in einem zweiten Schritt Fördermittel des Landes beantragt werden.
  • Denkmalgeschützte öffentliche Gebäude: Die EU fordert immer höhere Energiestandards für öffentliche Gebäude. Dies stellt die öffentlichen Verwaltungen vor große Herausforderungen, insbesondere wenn es sich – wie häufig in Ludwigsburg – um denkmalgeschützte Gebäude handelt. Daher werden im Rahmen des Projekts beispielhaft drei Gebäude vertieft untersucht und energetische Sanierungskonzepte für sie erstellt. Auch hier könnten ggf. Fördermittel des Landes zur späteren Umsetzung beantragt werden.
  • CO²-frei mobil: in diesem Arbeitspaket werden die Potentiale von alternativen Kraftstoffen und Antrieben betrachtet. Ziel soll z.B. ein elektromobiles Gesamtkonzept sein.
  • Green production: Aufbauend auf den Erkenntnisse aus dem Modellprojekt Weststadt mit zwölf teilnehmenden Unternehmen werden Wege aufgezeigt, wie die Produktion in Industrie und Gewerbe klimaneutral erfolgen kann. Schwerpunkte können dabei die Nutzung von Solarthermie, Abwärme oder der Biotechnologie sein. Das zu entwickelnde Konzept könnte ebenfalls in der zweiten Projektphase umgesetzt werden.
  • Stadtumbaustrategien und 3D-Stadtmodell: Die Gebäudesanierungen in Bestandsgebieten müssen in eine übergeordnete Strategie eingebunden werden. Wichtig sind dabei auch soziale Folgen und der demographische Wandel. Ein 3D-Stadtmodell kann dabei bei der Wärmebedarfsprognose helfen und die Planungen für die künftigen Energieversorgungsstrategie unterstützen. Die von den beiden Hochschulen zu erstellende Studie zu den genannten sechs Punkten lag Ende 2011 vor. Entsprechend der Ergebnisse wurden dann im zweiten Schritt Fördergelder für die verschiedenen Maßnahmen beim Land beantragt.
european energy award

Im Januar 2011 schließlich wurde die Stadt Ludwigsburg von der damaligen Umweltministerin Tanja Gönner mit dem "european energy award" ausgezeichnet, einem europaweiten Zertifizierungsverfahren zum Thema Energie. Dabei wurden die bisherigen Maßnahmen in den Bereichen Städteplanung / Raumordnung, Kommunale Gebäude und Anlagen, Ver- und Entsorgung, Mobilität, Interne Organisation sowie Kommunikation / Kooperation bewertet. Ludwigsburg erzielte hier mit 68,4% der erreichbaren Gesamtpunktzahl ein sehr gutes Ergebnis. Besonders gut schnitt Ludwigsburg in den Bereichen "Ver- und Entsorgung sowie Kommunikation / Kooperation ab. Die Auszeichnung gilt für drei Jahre, spätestens dann muss das Zertifizierungsverfahren wiederholt werden.


Oberbürgermeister Spec mit der damaligen Umweltministerin Tanja Gönner bei der Übergabe des European Energy Awards