Koffer erinnern an Ludwigsburger Juden

Gedenkfeier auf neu gestaltetem Synagogenplatz

Von seiner Wohnung in der Mathildenstraße sah Harry Grenville Rauch in den Himmel steigen: Am 10. November 1938 brannten die Nazis die Synagoge an der Ecke zwischen Alleenstraße und Solitudestraße nieder. Damals fühlte sich der jüdische Ludwigsburger von seinen Mitmenschen ausgestoßen. „Heute, 76 Jahre später, fühle ich mich umarmt", sagte er auf der Gedenkfeier für die Opfer der Novemberpogrome, bei der auch der neu gestaltete Synagogenplatz an die Öffentlichkeit übergeben wurde.

Bei der Gedenkfeier sprach der jüdische Überlebende Harry Grenville
Bei der Gedenkfeier sprach der jüdische Überlebende Harry Grenville.

Koffer-Nachbildungen erinnern nun an die Schicksale der Ludwigsburger Juden, denen – anders als Harry Grenville – die Flucht nicht gelang: Sie mussten ihre Koffer packen, wurden deportiert und in Konzentrationslagern ermordet. Namen und Lebensdaten einiger von ihnen stehen auf den Koffern. Alle Namen der jüdischen Gemeinde sind auf der neuen elektronischen Stele zu finden. „Die Menschen erhalten", so Ehrenbürger Dr. Albert Sting, „auf diese Weise zumindest wieder eine virtuelle Heimat in Ludwigsburg".

Koffer-Skulpturen erinnern an die Opfer
Koffer-Skulpturen erinnern an die Opfer.

Nach der Neugestaltung ist die Fläche, auf der die Synagoge stand, noch deutlicher erkennbar. Die Platten, die den Grundriss nachzeichnen, wurden aufgearbeitet. Ein neuer, heller Oberflächenbelag wird im Frühjahr aufgebracht. Der Arbeitskreis „Dialog Synagogenplatz" hatte sich in zahlreichen Veranstaltungen intensiv mit der Umgestaltung des Synagogenplatzes befasst und die Ludwigsburger Bürgerschaft in den Dialog einbezogen. Arbeitskreis und Vertreterinnen und Vertreter des Gemeinderats erarbeiteten dann gemeinsam die neue Platzgestaltung. Oberbürgermeister Werner Spec bedankte sich bei der Gedenkfeier bei allen, die sich an der Finanzierung des Platzes beteiligt haben, vor allem bei Firmen und Privatleuten. „Sie haben dazu beigetragen, dass die Erinnerungskultur fortgesetzt werden kann", so Spec.

Viele Menschen kamen zur Gedenkfeier
Viele Menschen kamen zur Gedenkfeier auf dem Synagogeplatz.
 

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