"Ich zettel was an!" bei der Zuko

Engagiert mitmachen - ja gerne!

Bürgerbeteiligung wird bei uns in Ludwigsburg großgeschrieben: Einwohner, Gemeinderat und Verwaltung arbeiten gemeinsam an der Entwicklung ihrer Stadt – und das schon seit mehr als zehn Jahren unter dem Motto „Chancen für Ludwigsburg“. Ob Schüler oder Arbeitnehmer, Einzelhändler oder Auszubildende, Alt oder Jung: Alle können gerne dabei mitmachen, wie die beiden Porträts von ehrenamtliche Aktiven als Beispiele zeigen.

Mirella Demir (Foto: Reiner Pfisterer)

Mirella Demir aus Pflugfelden​

Für die 16-jährige Schülerin an der Justinus-Kerner-Schule ist die Sache ganz einfach: "Ich bringe mich ein, weil ich eine Meinung habe und nicht nur auf andere hören, sondern selbst gestalten will."

Gemeinsam mit fünf Mitschülern hat Mirella Demir nicht nur dem Arsenalparkplatz, sondern auch dem Schillerplatz ein neues Gesicht gegeben hat – zumindest im Kleinen. Die Werkrealschüler haben sich 2013 eine Woche lang mit den beiden Plätzen beschäftigt und ihre Vision von der lebendigen Stadt in ein Modell gefasst, wie man es von Miniatureisenbahnen kennt.

Boule-Bahn, Wasserspiele, Grünflächen – so sieht es im Herzen der Stadt nach den Plänen der sechs Schüler vielleicht eines Tages aus. Mit ihrer Arbeit haben sich die Jugendlichen eingebracht in den von der Stadt ausgerufenen Prozess der Bürgerbeteiligung zur geplanten Umgestaltung der beiden stadtbildprägenden Plätze.

Warum tun das Teenager, die kurz vor der Mittleren Reife stehen und eigentlich ganz andere Dinge im Kopf haben? "Uns interessiert, was in der Stadt passiert", sagt Mirella. "Deshalb haben wir uns Gedanken über diese Plätze gemacht und sie so geplant, wie sie uns gefallen würden." Ihre Ideen fließen jetzt mit vielen anderen in die Abwägung des Gemeinderats ein.

Mirella konzentriert sich derweil auf ihre berufliche Laufbahn. Nach der Mittleren Reife will sie eine Ausbildung zur Industriekauffrau machen. Die ersten Bewerbungen sind geschrieben. Auch in Zukunft will sich Mirella Demir in die Stadtgesellschaft einbringen, wenn ihr danach ist. „Man kann gemeinsam etwas verändern“, sagt die 16-jährige Schülerin, deren Familie aus Bosnien stammt.

Sami Ercan (Foto: Reiner Pfisterer)

Sami Ercan aus der Weststadt

"Ich engagiere mich, weil ich davon überzeugt bin, dass Menschen unterschiedlicher Prägung friedlich zusammenleben können." Daran glaubt er fest: Wenn Integration in Ludwigsburg ein Gesicht hat, dann gehört es Sami Ercan. 1970 kam er als junger Mensch aus der Türkei in die für ihn gänzlich fremde Barockstadt, wo ein Onkel von ihm wohnte.

Er sagt: "Ich habe hier eine Heimat gefunden." Und nicht nur das, auf der Carl-Schäfer-Schule ist ihm damals die Frau fürs Leben begegnet. Lange her - heute ist Sami Ercan 59 Jahre, hat mit seiner Memnune drei erwachsene Kinder und jede Menge Freunde, die ihn schätzen, weil er Spuren des Miteinanders hinterlässt, wo immer er auch hinkommt.

Das geht schon länger so bei ihm. Genau genommen seit 30 Jahren. Als er 1985 in der Zeitung las, dass in Ludwigsburg ein Ausländerbeirat gegründet werden soll, zögerte er nicht lange, besorgte sich 50 Unterschriften von Unterstützern - und wurde gewählt. Heute heißt der Ausländerbeirat politisch korrekt Integrationsbeirat, geblieben aber ist Sami Ercan, der eine schlichte Losung hat, die ihn noch immer trägt: "Luft, Sonne und Erde reichen für uns alle!"

Sagen und tun sind bei ihm eins, weshalb der Kaufmann nicht nur Integrationsbeirat der ersten Stunde ist, sondern auch im Stadtseniorenrat aktiv ist, obendrein als ehrenamtlicher Übersetzer, als Notfallseelsorger und als Brückenbauer zwischen den Kulturen in der DITIB Mosche, durch die er als Gründungsmitglied immer wieder Besuchergruppen führt.

Für einen wie ihn ist es Ehrensache, sich auch in der Zukunftskonferenz einer Stadt einzubringen, die ihm ans Herz gewachsen ist. "Die Ludwigsburger machen keinen Unterschied", sagt er. "Sie sind zugänglich und offen." Und Sami Ercan redet gerne mit den Leuten, weil er darin das beste Mittel sieht, Vorurteile abzubauen.

 

Kontakt

Ihre Ansprechpartnerin rund um die Zukunftskonferenzen:

Hannah Seyfang
Referat Steuerungsunterstützung und Grundsatzthemen
Nachhaltige Stadtentwicklung
Telefon: 07141/910-4401
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