Verdacht auf Kampfmittelfund

Entwarnung

Der Verdacht auf den Fund eines Kampfmittels hat sich nicht bestätigt! Eine Evakuierung ist nicht notwendig. Informationen gibt es auch für die Bürgerinnen und Bürger am Bürgertelefon unter 07141 910-2222 - am Freitag noch bis 20 Uhr und am Samstag von 8.00 bis 14.00 Uhr.

Bei einem Bauvorhaben in der Südstadt wurde ein Metallgegenstand entdeckt. Dieser lag in sechs Metern Tiefe und musste genauer untersucht werden. Es bestand der Verdacht, dass es sich um ein Kampfmittel aus dem 2. Weltkrieg handeln könnte. Eine akute Gefahr bestand nicht.

Es stellte sich heraus, dass es sich um harmlose Metallteile handelt.

Foto: Stadtwerke Ludwigsburg Kornwestheim

Die verantwortlichen Stellen der Stadtverwaltung, die Rettungskräfte, die Polizei, die Feuerwehr und weitere Spezialisten waren sehr gut vorbereitet.
Alle Haushalte im möglichen Evakuierungsradius wurden rechtzeitig informiert, über Aushänge an ihren Eingangstüren sowie Anschreiben in ihren Briefkästen.

Seit Montag, 7. Januar 2019, stand ein Bürgertelefon zur Verfügung, an dem städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Anfragen der Bürgerinnen und Bürger entgegennahmen.

Der Live-Ticker im Verlauf

Entwarnung

Nach Mitteilung des Kampfmittel-Beseitigungsdiensts kann Entwarnung gegeben werden. Es handelt sich um ein ungefährliches Metallteil. Eine Evakuierung ist nicht notwendig.

Update 13.30 Uhr - Die Bergung von Hand ist mühsam

Laut Mathias Peterle vom Kampfmittel-Beseitigungsdienst konnte sich das Bergungsteam bis auf einen Meter zum Objekt vorarbeiten. Der nasse Lehmboden erschwert die Arbeiten.

Update 13.28 Uhr - Krisenstab trifft sich

Der Kommunale Krisenstab ist in der Ludwigsburger Feuerwehr-Einsatzzentrale zusammengekommen: Erster Bürgermeister Konrad Seigfried und die Fachbereichsleiter Ben Bockemühl und Heinz Mayer koordinieren den aktuellen Einsatz.

Update 11.52 Uhr - Sicherung der Bergungsarbeiten

Als Nächstes werden Schachtringe in die Grube abgelassen. Diese Betonringe sichern die Bergungsstätte vor dem Abrutsch des Erdreichs. Im weiteren Verlauf gehen die Arbeiten von Hand weiter.

Update 11.21 Uhr - Nur noch wenige Meter

Die Bergungsarbeiten schreiten voran. Bereits vier Meter Erdreich wurden ausgehoben.

Update 9.38 Uhr - der erste Meter ist geschafft

Zum Einsatz kommt ein vibrationsreduzierter Kettenbagger. Der erste Meter Erdschicht wurde abgetragen und das Fahrzeug nun zum weiteren Einsatz neu betankt.

Update 8.00 Uhr - Start der Bergungsarbeiten

Die Thüringer Firma Zimmermann beginnt mit der Bergung des möglichen Kampfmittels. Dazu gräbt sie nach und nach in die Tiefe, bis der metallische Gegenstand näher untersucht werden kann.

Freitag, 11. Januar

Heute und morgen informieren wir Sie hier live über die Bergung des möglichen Kampfmittelfunds und über die Evakuierung des Sperrgebiets in der Ludwigsburger Südstadt. Eine akute Gefahr besteht derzeit nicht.

Häufige Fragen waren

Welcher Bereich war betroffen?

Die Bevölkerung hätte im Ernstfall in einem Umkreis von bis zu 500 Metern um eine Baugrube in der Eisenbahnstraße evakuiert werden müssen.

Wie wurde festgestellt, welcher Gegenstand es ist?

Die Begutachtung fand im Laufe des 11. Januar 2019 statt.

Die Thüringische Firma Zimmermann war zuständig für die Bergung des Objektes. Nachdem ein Bagger den Bereich bis zu vier Metern Tiefe freigelegt hatte, wurde der Bereich durch Schachtringe gesichert und von Hand weiter gegraben.

Erst dann konnte genau gesagt werden, dass es sich um einen harmlosen Gegenstand handelt.

Warum muss gegebenenfalls evakuiert und entschärft werden?

Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg stellen auch sieben Jahrzehnte nach Kriegsende noch eine erhebliche Gefahr dar. Viele liegen noch unentdeckt im Boden und werden z.B. im Rahmen von Sondierungen für Baustellen oder bei Bauarbeiten gefunden.

Die Sprengkörper von Bombenblindgängern sind immer noch intakt und daher genauso gefährlich wie zu Zeiten des Krieges. Zum Teil werden sie durch die Alterung immer empfindlicher und äußere Einflüsse wie Erschütterungen, Lageänderungen oder Temperaturschwankungen können dazu führen, dass sie explodieren. Dies ist ein Risiko, das nicht unterschätzt werden darf.

Wird ein Blindgänger gefunden, muss die Stadt umgehend den Kampfmittel-Räumdienst über den Fund informieren. Die Experten erkennen, um was für eine Art Bombe es sich handelt und wie gefährlich sie ist. Je nachdem, um was für eine Bombe es sich handelt, muss diese gesprengt oder entschärft werden.

Aufgrund des hohen Risikos, das von den Blindgängern ausgeht, ist die Stadt dazu verpflichtet entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Wie läuft eine mögliche Evakuierung im Ernstfall ab?

Im Fall einer Evakuierung würden Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und dem Technischen Hilfswerk (THW) vor Ort sein.

Ihre Wohnungen sollten Sie dann verlassen und die Sperrzone nicht mehr betreten.

Die Einsatzkräfte würden zunächst mit Lautsprecher-Durchsagen nochmals durch die betroffenen Bereiche fahren und alle Häuser kontrollieren.

Wir bitten Sie den Anweisungen Folge zu leiste, auch um Ihnen eine rasche Rückkehr in die Wohnung zu ermöglichen.

Ist das Gebiet vollständig geräumt, kann mit der Entschärfung begonnen werden.

Was kann man vorbereiten? - Checkliste Evakuierung

Für eine eventuelle Evakuierung können Sie Vorbereitungen treffen.

  • Dringend benötigte Medikamente bereithalten
  • Getränke und Essen einpacken
  • Wichtige Papiere einstecken (Ausweis, Pass, Kranken-Versichertenkarte, etc.)
  • Elektrogeräte ausschalten
  • Fenster und eventuell vorhandene Rolläden/Fensterläden schließen
  • Eingangstüren verschließen
  • Schlüssel mitnehmen

Kann man gezwungen werden, die Wohnung zu verlassen?

Ja. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ordnungsamt und Polizei haben die Pflicht, Sie vor dem Risiko eines explodierenden Kampfmittels zu schützen.

Die Evakuierung bedeutet einen Einschnitt in Ihren Alltag, das ist uns bewusst. Dennoch stellen manche Kampfmittel eine große Gefahr dar, die diese Maßnahme rechtfertigt.

Was tun mit dem Haustier?

Grundsätzlich sind Sie als Tierhalter für das Wohlergehen Ihres Tieres verantwortlich. Wir bitten Sie, sich um Ihr Tier zu kümmern. Haustiere wie Hunde, Katzen und andere Kleintiere nehmen Sie bitte mit oder bringen diese außerhalb des Evakuierungsgebietes bei Familie, Freunden oder Bekannten sicher unter.

Auch Pferde oder ähnlich große Tiere bringen Sie bitte außerhalb vom Evakuierungsbereich unter. Bei giftigen Tieren (Giftschlangen, Skorpionen, Giftspinnen) gelten besondere Bestimmungen. Bitte kümmern Sie sich frühzeitig um eine Lösung.

Wie schützt man Fenster und Glastüren?

Oma sagt, am besten die Fenster offen anbinden. Stimmt das? Tatsächlich hat man in der Kriegszeit bei Luftangriffen die Fenster in offener Stellung angebunden, um ein Platzen der Glasscheiben auf Grund der Druckwelle zu vermeiden.

In der Regel können Kampfmittel erfolgreich entschärft werden. Daher empfehlen wir Ihnen, die Fenster normal zu verschließen. Gerne können Sie zusätzlich Ihre Rollläden oder Fensterläden schließen.

Wie schützen Sie sich vor Einbrüchen?

Bitte verschließen Sie Ihre Wohnung, wie immer, wenn Sie das Haus verlassen. 

In der Sperrzeit sind zusätzlich Einsatzkräfte vor Ort. Die Polizei sperrt zudem alle Zufahrten der Evakuierungszone, damit niemand mehr hineinkommt.

Wie läuft die Entschärfung eines Kampfmittels ab?

Kampfmittel werden von einem Sprengmeister des Kampfmittel-Räumdienstes entschärft. Er stellt fest, wie groß die Gefahr durch Sprengkraft und Zünder ist. Auf dieser Grundlage entscheidet der Experte, ob die Bombe entschärft oder kontrolliert gesprengt wird.

Wann kann man zurück in die Wohnung?

Sie erfahren im Fall der Fälle über die Warn-App NINA, über unsere Webseite oder über ein Bürgertelefon, welches wir einrichten würden, ob die Evakuierung beendet ist. Die App können Sie auf der Seite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz kostenlos herunterladen. Richten Sie sich dann in einem einfachen Schritt den Standort Ludwigsburg ein.

 

Wichtige Rufnummern

Feuerwehr / Rettungsdienst
112

Polizei
110

Warn-App "NINA"

Mit der Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, kurz Warn-App NINA, können Sie Warnmeldungen erhalten. Auch gezielt für Ihren aktuellen Standort.