Impulse für die Zukunft von Ludwigsburg

Bei der Zukunftskonferenz arbeiteten 380 Ludwigsburger an der nachhaltigen Entwicklung ihrer Stadt

Gleich zwei Tage lang haben 380 Teilnehmer der sechsten Zukunftskonferenz gemeinsam über die wichtigsten Themen in der Stadt gesprochen. Und sie haben deutlich gemacht, wie sie sich ihr Ludwigsburg von morgen vorstellen.

Die Teilnehmer der Zukunftskonferenz diskutierten konzentriert. (Foto: Reiner Pfisterer)

„Wir werden endlich die langersehnte Aufgabe angehen: die Tieferlegung der B27 – und dadurch das Schloss und die Stadt wieder näher zusammenbringen“, erklärte Oberbürgermeister Werner Spec gleich zu Beginn der Zukunftskonferenz am 22. und 23. Juni 2018 in der MHPArena. Damit stellte der OB eines der wichtigsten Ziele vor, das die Stadt mit der Landesgartenschau-Bewerbung für die Jahre ab 2026 verbindet. Auf der Konferenz war der Landesgartenschau eine von vier Arbeitsphasen gewidmet.

Die Zukunftskonferenz, das Herzstück der Bürgerbeteiligung in Ludwigsburg, findet alle drei Jahre statt, 2018 war es bereits das sechste Mal. Die Treffen bilden den roten Faden für das Stadtentwicklungskonzept „Chancen für Ludwigsburg“, das 2005 mit breiter Beteiligung der Bürgerschaft entworfen wurde. Dabei wirken die Bürgerinnen und Bürger in elf Themenfeldern an der Gestaltung ihrer Stadt mit. Im Mai 2018 konnten sich alle Interessierten bewerben, und Anfang Juni standen die Teilnehmenden fest. Rund 380 Ludwigsburger aus allen Bereichen der Stadtgesellschaft haben daran teilgenommen, zwei Drittel davon waren zum ersten Mal dabei.

Bedeutende Themen von großer Tragweite

Los ging es mit den „Globalen Nachhaltigkeitszielen“: Die Teilnehmenden diskutierten in der ersten Arbeitsphase in kleineren Gruppen, wie sich die 17 Ziele der Vereinten Nationen auf das Handeln vor Ort auswirken. Zum Beispiel ging es in einer Arbeitsgruppe um die Aktivitäten des „Eine-Welt-Forums“ im Bereich Bildung und um internationale Partnerschafts-Projekte.

Besondere Aufmerksamkeit bekam ein Projekt zur Inklusion in Ludwigsburg: Die „Brenz-Band“ war 2017 als Teil der Ludwigsburger Delegation bei der UN-Konferenz in Ecuador gewesen. Um ihre Reise mit Sponsoren zu finanzieren, hatte die Band von Menschen mit und ohne Behinderungen die VfB-Hymne neu aufgenommen – das Musik-Video dazu wurde an diesem Abend noch einmal im großen Rahmen präsentiert.


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Eindrücke von der Zukunftskonferenz. (Fotos: Reiner Pfisterer)

Erfolgreiche Projekte zu „Nachhaltiger Mobilität“

Bei der Zukunftskonferenz drehte sich vieles um Initiativen, die von Bürgerinnen und Bürgern ausgegangen waren. Stadtplaner Martin Kurt stellte zu Beginn des Arbeitsschwerpunkts „Nachhaltige Mobilität“ Projekte wie die Radschnellwege vor: „Wir arbeiten beim Pendler-Radweg am Neckar mit mehreren Landkreisen und Kommunen gemeinsam an Verbesserungen“, so Kurt. „Und der autofreie Teil der Alleenstraße ist jetzt schon ein Beispiel dafür, wie gut eine Fahrradstraße mitten in der Stadt von den Schülern auf dem Weg zum Innenstadt-Campus angenommen wird.“

Zu nachhaltiger Fortbewegung zählt auch der öffentliche Nahverkehr: Die Gruppen debattierten über neue Möglichkeiten wie die Reaktivierung der Eisenbahnlinie nach Markgröningen oder die elektrischen BRT-Schnellbusse genauso wie über eine mögliche Stadtbahn durch Ludwigsburg. In der Diskussion ging es teilweise um ganz einfache Lösungen wie Duschen für Fahrrad-Pendler in den Betrieben – aber auch um besonders fortschrittliche Modellversuche wie einen automatisiert fahrenden Shuttlebus durch ein Gewerbegebiet, der noch dieses Jahr in der Weststadt starten soll.

Arena für Ideen zur Digitalisierung

Der vierte der Schwerpunkte, die Digitalisierung, bildete den Rahmen der Zukunftskonferenz: Am Anfang hatte Ludwigsburgs erster Serviceroboter „L2B2“ die Veranstaltung besucht, in der letzten Arbeitsphase ging es nun um die Chancen und Risiken der neuen Daten-Welt. Besonders freute sich der Oberbürgermeister dabei über die vielen jungen Teilnehmer, die zum ersten Mal mit dabei waren – darunter mehrere Mitglieder des Jugendgemeinderats, die eine Straßen-Umfrage in Ludwigsburg zur Digitalisierung vorstellten.

Die Teilnehmer der Zukunftskonferenz äußerten vielfach Bedenken, wie sicher die Daten in einer Cloud seien. Sie sprachen dabei offen über die Vorteile und Nachteile, die zum Beispiel ein digitales Bürger-Konto mit sich bringt. Dazu kamen viele neue Anwendungsmöglichkeiten, die den stetig stärker digitalisierten Alltag verändern: Von der Suche mit dem Smartphone nach dem nächsten Leih-Fahrrad oder Parkplatz in der Stadt bis zum interaktiven Online-Formular beim Einwohnermeldeamt.

So geht es weiter mit den Vorschlägen der Zukunftskonferenz

„Wir haben dieses Wochenende gemeinsam an guten Lösungen für die Zukunft unserer Stadt gearbeitet“, fand Oberbürgermeister Spec am Ende der Konferenz und sagte anerkennend: „Sie haben hochkonzentriert mitgewirkt, gleich an vier Schwerpunkten in allen elf Themenfeldern unseres Stadtentwicklungskonzepts! Durch so ein vorbildliches Engagement können wir auch künftig eine Spaltung unserer digitalen Gesellschaft vermeiden und den sozialen Zusammenhalt bewahren.“

Die vielen Ergebnisse, Anregungen und Ideen von Bürgern, Gemeinderat und Verwaltung bilden die Grundlage für die fortlaufend aktualisierten Leitsätze und Ziele der künftigen Ludwigsburger Stadtentwicklung. Die Verwaltung bereitet die Inhalte der Konferenz auf, und der Gemeinderat beschließt danach erneut über die Fortschreibung der Maßnahmen und Aufgaben des Stadtentwicklungskonzepts.

Projekte von Stadtverwaltung und Bürgern

Aus den Vorschlägen werden so Projekte in der Stadt, immer wieder auch mit persönlichem Einsatz und viel Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger. Zu den erfolgreich umgesetzten Ideen zählen etwa das Projekt Regio-Rad, der Bürger-Wettbewerb „Nachhaltigkeit barockt!“, Projekte zur Klimaanpassung, die Internet-Plattform „Mein-L.de“, Baugruppen und Mehrgenerationen-Wohnprojekte in der Hartenecker Höhe und vieles, vieles mehr – allein die kleine Auswahl zeigt, wie Vorschläge das Leben in Ludwigsburg mitprägen.

Bald kann jeder Interessierte die Vorschläge der Zukunftskonferenz auf einer eigenen Plattform im Internet nachvollziehen, dort werden die Projektbeschreibungen weiter aktualisiert. (Clemens Flach)

Interview mit Theo Rombach

Theo Rombach hat bereits zum dritten Mal die Ludwigsburger Zukunftskonferenz moderiert. In einem kurzen Interview gibt der langjährige Kommunikations- und Bürgerbeteiligungs-Fachmann aus Esslingen seine Sicht der "Zuko" wieder.


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