Was bedeutet Nachhaltige Siedlungsentwicklung?

Ziele der Vereinten Nationen bei "Habitat III"

Homepage der "Habitat III"-Konferenz 2016

„Global wirken, lokal handeln und international zusammenarbeiten“ – so könnte man die Ziele der dritten UN-Weltkonferenz für Siedlungs- und Stadtentwicklung „Habitat III“ zusammenfassen. In Quito, der Hauptstadt Ecuadors, sind von 17. bis 20. Oktober 2016 Vertreter aller Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (UN) zusammengekommen. Aber um was ging es genau bei der Konferenz?

Das Ziel der Weltkonferenz war, bei der nachhaltigen Siedlungsentwicklung die Rolle der Akteure vor Ort zu stärken: Lokale Verwaltungen und Politiker, aber auch Forscher, Vereine oder Unternehmen können in ihrem direkten Umfeld schon sehr viel bewirken. Möglichst viele Gruppen in den Stadtgesellschaften sollen dabei eingebunden werden, von Jung bis Alt. Durch den direkten internationalen Austausch der Städte untereinander soll die nachhaltige Entwicklung energischer vorangetrieben werden.

„Wir müssen uns als Kommunen jetzt mit aller Kraft für den Klima- und Umweltschutz engagieren, für soziale Ausgewogenheit und die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger“, erklärt dazu Ludwigsburgs Oberbürgermeister Werner Spec. „Denn die Entscheidungen der Stadtplaner von heute werden unser Zusammenleben über Jahrzehnte hinweg maßgeblich prägen.“ Der OB hat mit einer Ludwigsburger Delegation auf Einladung des Bundesentwicklungsministeriums an der Habitat-Konferenz teilgenommen und sich mit internationalen Partnern ausgetauscht.

Der Hintergrund ist: Die Städte spielen bei der Umsetzung der international beschlossenen Klima- und Entwicklungsziele eine entscheidende Rolle. Bereits heute leben mehr als 50 Prozent der Weltbevölkerung in Städten. Bis zum Jahr 2050 werden es zwei Drittel sein. Gleichzeitig werden 75 Prozent aller CO2-Emissionen in Städten verursacht. Die Verstädterung nimmt in den Entwicklungs- und Schwellenländern besonders rasant zu: Im Jahr 2030 wird es dort mehr als 3,9 Milliarden Stadtbewohner geben, rund 60 Prozent von ihnen unter 18 Jahren. Aber was ist die Lösung?

„New Urban Agenda“ mit Zielen für nachhaltige Entwicklung

In den 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals - SDGs) der „Agenda 2030“ wurden im September 2015 zunächst allgemeine politische Bestrebungen der Vereinten Nationen für alle Staaten festgeschrieben: Es geht darum, Armut und Hunger weltweit zu beenden, gute Gesundheit und Bildung zu gewährleisten sowie ein friedliches Zusammenleben, soziale Gerechtigkeit und würdige Bedingungen für alle Menschen herzustellen. Über eine eigene „New Urban Agenda“, verabschiedet von der „Habitat III“-Konferenz im Oktober 2016, sollen sich vor allem die Städte und Siedlungen durch verstärkte globale Partnerschaft nachhaltig weiterentwickeln, das Klima und die Umwelt vor Ort schützen, faires Wirtschaften und Arbeiten ermöglichen sowie ihren Bürgerinnen und Bürgern leistungsfähige Infrastruktur und Energieversorgung zu günstigen Konditionen anbieten.

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für globale Umweltveränderungen (WBGU) empfiehlt konkret, dazu mehr auf die Entwicklung mittelgroßer Städte und Regionen zu setzen. Dezentrale Energieerzeugung, Kreislaufwirtschaft, digitale Ökonomie, kurze Wege in den Städten von der Wohnung zur Arbeit und der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sollen hierbei zu besseren Lebensbedingungen der Menschen führen.

Im Frühjahr 2016 haben sich bereits mehr als 1.000 Experten beim „Deutschen Habitat Forum“ in Berlin dafür ausgesprochen, durch neue Partnerschaften und Netzwerke mehr Know-how und Erfahrung auf kommunaler Ebene auszutauschen – und ihre „Empfehlungen von Berlin“ gleich an Dr. Joan Clos, den Generalsekretät der „Habitat III“-Konferenz, übergeben. Werner Spec hat daran ebenfalls mitgewirkt – denn der Ludwigsburger Oberbürgermeister weiß, wovon er spricht: „Unsere Stadt ist bereits seit Jahren sehr aktiv und arbeitet erfolgreich mit einem umfassenden und integrierten Stadtentwicklungskonzept. Wir stehen dabei im ständigen internationalen Austausch.“

Schon 2004 haben sich Stadtverwaltung, Gemeinderat und Bürgerschaft gemeinsam auf langfristige Ziele und Maßnahmen geeinigt, um Ludwigsburg zu einer nachhaltigen Stadt zu machen. 2014 wurde die Arbeit daran und das Engagement der Beteiligten mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte mittlerer Größe ausgezeichnet.

Empfehlungen des Wissenschaftlichen Beirats

Der Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen hat 2016 ein Gutachten für "Habitat III" herausgegeben. Die Zusammenfassung des Artikels "Der Umzug der Menschheit: Die transformative Kraft der Städte" ist auf der Homepage zu finden.


 

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