Integriertes Verkehrskonzept für Ludwigsburg

BRT-Schnellbusse und eine Stadtbahn

Die Stadt und der Landkreis Ludwigsburg sind sich einig: Sie wollen den öffentlichen Nahverkehr verbessern und Fahrverbote vermeiden. Dazu setzen sie zeitnah auf ein BRT-System („Bus Rapid Transit“, englisch für Schnellbus-System) und längerfristig auf die Einführung einer Niederflur-Stadtbahn. Die Arbeitsteilung sieht dabei wie folgt aus: Die Stadt Ludwigsburg kümmert sich um Planung und Realisierung von BRT-Bussen und separaten Busspuren. Für die Umsetzung des Projekts Niederflur-Stadtbahn ist der Landkreis Ludwigsburg verantwortlich.

Bereits im Herbst 2020 könnten die ersten BRT-Schnellbusse in Ludwigsburg fahren, zumindest auf einem Teilabschnitt. Als erste Stadt in Deutschland hat Ludwigsburg für das geplante BRT-System einen Antrag auf Programmaufnahme in das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) gestellt. Dies ist die entscheidende Vorstufe, damit das BRT-Netz durch das Land Baden-Württemberg gefördert werden kann. Dafür haben die städtischen Verkehrsplaner ein integriertes Verkehrskonzept entwickelt.

Was bringt das BRT-System für Ludwigsburg? Der Filmclip liefert die Antworten:

BRT-Trasse von Ost nach West

Das Konzept sieht zeitnahe Verbesserungen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) vor, in Kombination mit einem Ausbau der Rad-Infrastruktur. Zusammen ergibt sich ein „multimodales Mobilitätssystem“ – was bedeutet, dass den Verkehrsteilnehmenden für ihre konkreten Mobilitätsbedürfnisse mindestens zwei Verkehrsmittelalternativen zur Verfügung stehen.

Geplant ist ein elf Kilometer langes, integriertes Verkehrssystem, das auf einer Ost-West-Trasse Remseck-Neckargröningen mit der Ludwigsburger Weststadt verbindet. Es handelt sich dabei um die verkehrsstärkste Achse in Ludwigsburg: Im Osten der Stadt überwiegen die Wohngebiete, im Westen die Arbeitsplätze. Diese Trasse bildet das Rückgrat für den Aufbau eines integrierten BRT-/Bus-Netzes, welches zusätzlich schnelle Verbindungen in die Region ermöglichen soll.

Vorteile für BRT und den gesamten ÖPNV

Um am Stau vorbeizukommen, fahren BRT-Busse größtenteils auf eigenen Spuren. Barrierefrei und komfortabel sollen die Fahrgäste pünktlich ans Ziel kommen, denn die Busse werden an Ampeln konsequent bevorrechtigt. In Ludwigsburg sollen Fahrzeuge mit einem umweltschonenden Elektroantrieb, aber ohne Oberleitungen, zum Einsatz kommen.

Von den geplanten Verbesserungen – wie eigene Trassen und Bevorrechtigung an den Ampelanlagen – profitiert der gesamte Busverkehr. Außerdem wird für einen Großteil der Strecke auch eine neue Infrastruktur für Radfahrende entwickelt.

Barrierefreie Haltestellen als wesentlicher Punkt

Bei bereits bestehenden städtebaulichen Projekten in Ludwigsburg – wie „Transformation West“, ZIEL (Zentrale Innenstadtentwicklung Ludwigsburg), Fuchshof oder Sport-Kultur-Schul-Areal Oßweil – wird das BRT-System bereits mitgedacht. Ein anderer wesentlicher Punkt ist die Barrierefreiheit: Sowohl die Fahrzeuge als auch sämtliche Haltestellen sind durchweg barrierefrei zu gestalten – so dass auch Menschen mit Beeinträchtigungen sie ohne zusätzliche Hilfen nutzen können. Dazu zählt ihre konsequente Ausstattung mit digitalen Fahrgastinformations-Anzeigern, Text-to-Speech-Tastern (eine Funktion zur Sprachausgabe für Texte) und Leiteinrichtungen für Menschen mit Behinderungen.

Das BRT-System fungiert als Vorlauf- und Ergänzungssystem für die Stadtbahn. Konkret bedeutet das: Langfristig – bis im Jahr 2030 – soll in Ludwigsburg eine Niederflur-Stadtbahn fahren. Bis es soweit ist, sollen auf Trassen, auf denen später einmal die Stadtbahn fahren soll, BRT-Busse eingesetzt werden. Zusätzlich fahren BRT-Busse auf Trassen, auf denen sich ein Stadtbahn-System nicht rechnet.

Sofortprogramm "Saubere Luft 2017-2020"

Die Stadt Ludwigsburg will Schadstoffe senken und Fahrverbote vermeiden. Dazu hat sie ein Bündel an Maßnahmen geschnürt, die in einem "Green City Masterplan" bewertet werden.


 

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