Schutzranzen-App auf der IAA vorgestellt: Mehr Sicherheit für Kinder im Straßenverkehr

Vom 14. bis 24. September 2017 öffnet die 67. Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main ihre Pforten und zeigt Besuchern aus aller Welt die neuesten Trends rund um die Themen Automobil und Mobilität. Mit dabei an einem eigenen Info-Stand ist auch die „Schutzranzen-App“: Ausgezeichnet mit dem Sicherheitspreis für Mobilität von AutoMotorSport und HUK macht diese App Kinder für Autofahrer frühzeitig digital sichtbar, auch wenn sie sich hinter geparkten Autos oder einer Häuserecke befinden – und hilft so, Unfälle zu vermeiden.

Die Stadt Ludwigsburg unterstützt dieses Projekt, sie hat als erste deutsche Kommune flächendeckend digitale Schutzzonen um die Grundschulen eingerichtet. Sie begleitet es über drei Jahre und wirbt bei Gewerbetreibenden, Unternehmen und Privatpersonen dafür, Patenschaften für die Schutzzonen zu übernehmen. Das Projekt trägt nicht nur zur Verkehrs- und Schulwegsicherheit bei: Damit wird die digitale Umfelderkennung, eine der großen Herausforderungen beim autonomen Fahren, weiterentwickelt – diese spielt auch im Ludwigsburger Testfeld für neue Mobilität eine wichtige Rolle.

„Die Schutzranzen-App leistet einen entscheidenden Beitrag zum sicheren Schulweg der Kinder“, erklärt Oberbürgermeister Werner Spec beim Besuch auf der IAA. „Unter Wahrung aller Regelungen des Datenschutzes und werbefrei werden Autofahrer gewarnt, wenn sich Kinder, Schülerlotsen oder Schulgebäude in der Nähe befinden.“ Der OB beschreibt das Ziel für Ludwigsburg: „Wir wollen zusammen mit den Eltern als erste Stadt in Deutschland eine flächendeckende Verbreitung der Schutzranzen-App erreichen. Aus diesem Grund unterstützen wir nachdrücklich die Einführung und haben auch die erste Patenschaft für eine unserer Schulen im Stadtgebiet übernommen.“

So funktioniert die Schutzranzen-App
Kinder handeln oft impulsiv und können Gefahren im Straßenverkehr noch nicht richtig einschätzen. Viele Autofahrerinnen und Autofahrer fahren zwar routiniert, lassen sich aber oftmals ablenken oder sind unkonzentriert. Beides sind häufige Unfallursachen mit Kindern. Die neu entwickelte Schutzranzen-App macht Kinder für Autofahrer digital sichtbar, auch wenn sie sich hinter geparkten Autos oder einer Häuserecke befinden. Die frühzeitige Wahrnehmung der Kinder soll helfen, Unfälle zu vermeiden.

Um Grundschulen herum oder an verkehrsgefährdeten Punkten in der näheren Umgebung von Grundschulen können diese digitale Schutzzonen eingerichtet werden, die Autofahrer informieren, sobald sie in die Nähe einer Schule kommen. Schülerlotsen können ebenfalls mit der digitalen Schutzweste ausgestattet werden. Damit werden die Straßenübergänge frühzeitig von den Autofahrern wahrgenommen. Schulkinder, die über ein Smartphone verfügen, können sich die Schutzranzen-App als „Sender“ herunterladen. Sobald Autofahrer auf ihren Smartphones oder zukünftig in den Navigationsgeräten einiger Automobilhersteller diese App als „Signalempfänger“ installiert haben, werden sie bei einer Geschwindigkeit über 20 km/h wahlweise akustisch oder optisch gewarnt, sobald sie in die Nähe von Schulkindern, Schülerlotsen oder einer digitalen Schutzzone im Bereich einer Grundschule kommen. Für Kinder ohne Smartphone kann ein GPS-Tracker ausgeliehen werden, der im Schulranzen Platz findet und die Funktion der App als „Sender“ übernimmt.

Außerdem können mittels der Eltern-Funktion die registrierten Vertrauenspersonen einen Notruf des Kindes empfangen oder aktiv die Position des Kindes abfragen. Der Datenschutz ist jederzeit gewährleistet. Die Position des Kindes wird anonymisiert in die Schutzranzen-Cloud gesendet und kann nicht nachverfolgt werden. Die Kinder sind nur individuell und personalisiert von den Eltern auffindbar.  

Für alle Autofahrer, die den Stand an der IAA nicht besuchen können, gibt es die Möglichkeit, sich auf der Homepage von Schutzranzen unter www.schutzranzen.de zu informieren. Dort können sie die Autofahrer-App auch kostenlos herunterladen und ausprobieren.

Datenschutz und weitere Funktionen der Schutzranzen-App
Mittlerweile sind in der App für alle rund 16.000 Grundschulen in Deutschland solche digitalen Schülerlotsen bzw. Schutzzonen eingerichtet worden. Autofahrer erhalten dabei aber niemals die genauen Positionsdaten eines Kindes, sondern nur die Warnung, dass ein Kind bzw. Kinder mit einem geringen Sicherheitsabstand im Umfeld anwesend sind. Außerdem senden die Kinder anonym in die Schutzranzen-Cloud, d.h. es kann weder erkannt werden, um welches Kind es sich handelt, noch ob es eines oder ganz viele sind, die gemeinsam unterwegs sind. Die Kinderdaten werden sofort nach dem Abgleich mit der Autoposition gelöscht. Ist das Auto z.B. aus dem 1,5-Kilometer-Sektor wieder herausgefahren, sind die Daten in diesem Sektor schon wieder gelöscht. Darüber hinaus gibt es weitere technische Feineinstellungen der App, die einen Missbrauch der App verhindern.

Mehr Freiraum für Kinder – Beruhigung für die Eltern
Sowohl Freiraum für Kinder als auch Beruhigung für Eltern bietet eine integrierte Lokalisierungsfunktion, damit auch besorgte Eltern aufhören ihre Kinder zur Schule zufahren: Falls das Kind mal nicht zur vereinbarten Zeit nach Hause kommt, weil es z.B. auf dem Weg nach Hause mit Freunden trödelt, können Eltern den Ortungsknopf drücken und erhalten Sekunden später eine Nachricht mit dem Aufenthaltsort ihres Kindes. Damit sind die Eltern beruhigt, und dem Kind gibt es den nötigen Freiraum, sich selbstständig zu entwickeln. Für das Kind gibt es eine Notfall-Funktion: Durch Drücken des SOS-Knopfes sendet die Kinder-App gesichert und verschlüsselt die personalisierten Positionsdaten des Kindes über die Familien-Funktion nur an autorisierte Personen, meist Eltern und Aufsichtspersonen. Die Schutzranzen-App läuft zudem standardmäßig automatisch im Hintergrund und muss deshalb nicht aktiv gestartet werden.

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