Informationen zur Stadtbahn

Ein neues Verkehrsmittel für Ludwigsburg

Faltblatt zum Thema Stadtbahn erschienen

Am vergangenen Samstag ist ein Faltblatt erschienen, das Antworten gibt auf zentrale Fragen zum Bau einer Stadtbahn mit oder ohne Schiene zwischen den Städten Remseck, Ludwigsburg und Markgröningen.

Das Faltblatt in gedruckter Form ist bereits an zahlreiche Haushalte und Geschäfte in der Stadt und in den Stadtteilen verteilt worden. Es liegt auch an der Rathausinfo zum Mitnehmen aus.

Im weiteren Verlauf der Diskussion wird noch eine Visualisierung entstehen, die es ermöglicht, die Zukunft des Öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt vor Augen zu haben - und dabei zu sehen, wie sich das jeweilige System ins Bild der Barockstadt einfügt.

Diskussion zum öffentlichen Nahverkehr

Wohin geht die Reise beim öffentlichen Nahverkehr in der Stadt?

Ludwigsburg ist gut angebunden: Es gibt ein bewährtes Busnetz, es gibt S-Bahnen und Regionalzüge. Um noch mehr Menschen zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen, und damit die Straßen zu entlasten sowie einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, soll der ÖPNV in Ludwigsburg und darüber hinaus weiter ausgebaut werden. Davon sollen alle Bürger profitieren, die besser und schneller von A nach B kommen möchten.

Um was geht es in der Diskussion?

Diskutiert wird eine neue Verbindung von Remseck über Pattonville und Ludwigsburg via Möglingen bis nach Markgröningen. Dabei sind am 12. Oktober 2016 bei einer ersten Bürgerveranstaltung drei verschiedene Systeme vorgestellt worden: Die Stadt ist dabei bisher nicht auf eine der Varianten festgelegt, denkbar sind auch Kombinationen.

Wichtig ist vor allem: Es handelt sich um eine weitreichende Entscheidung, nicht nur, was die künftigen Verkehrsströme in Ludwigsburg angeht, sondern auch, was das Stadtbild betrifft. Auf dieser Seite werden deshalb zunächst die Informationen zu allen Varianten ausführlich vorgestellt

Informationen und Stellungnahmen zur Stadtbahn

Hintergrund der aktuellen Debatte

Um alle Interessierten mitzunehmen bei dem, was zur Entscheidung ansteht, informiert die Stadtverwaltung zu den momentan wichtigsten Fragen.


Städtische Stellungnahme vom 5. Dezember 2016

„Nicht nur wir bei der Stadt, auch das Landratsamt braucht noch Zeit für die Vorplanungen zur Stadtbahn“, erklärt Baubürgermeister Michael Ilk. Beide Behörden benötigten noch bis zu sechs weitere Monate für die Kostenberechnungen.


Information im Gemeinderat am 9. November 2016

Baubürgermeister Michael Ilk hat am 9. November 2016 über die weiteren Prozessschritte im Gemeinderat informiert.


Bürgerinfoveranstaltung am 12. Oktober 2016

Rund 600 Menschen kamen ins Reithaus des Film- und Medienzentrums, um sich über die Planungen einer Stadtbahn-Strecke zwischen Remseck und Markgröningen zu informieren.


Antworten von Stadt und Landkreis auf schriftlich gestellte Fragen der Bürgerinnen und Bürger

Rund 600 Menschen sind am 12. Oktober 2016 ins Reithaus des Film- und Medienzentrums gekommen, um sich über die Planungen einer Stadtbahn-Strecke zwischen Remseck am Neckar, Ludwigsburg und Markgröningen zu informieren.

Das Interesse war sehr groß, sich über die verschiedenen möglichen Systeme zu informieren. Viele nutzten die Möglichkeit, ihre Fragen zu den Stadtbahnvarianten schriftlich zu stellen. Nach und nach werden die insgesamt über 140 Fragen geklärt - die ersten Antworten sind nun hier online zu lesen.

Wie sollen die Bahnsteige an den Haltestellen gebaut werden (Stadtbild) und wie sollen Behinderte einsteigen ohne vorher Hindernisse zu überwinden (lange Rampen)? Bei Niederflur genügt der normale Gehweg.
Eine Detailplanung für die Haltestellen gibt es noch nicht. Beim Hochflursystem ist der Haltestellen-Bau etwas aufwändiger, weil – je nach Lage und Topografie – Rampen gebaut werden müssen. Hier sind städtebauliche und architektonische Lösungen gefragt. Bei Niederflur- und BRT-Systemen geht man von 18 cm hohen Bordsteinen aus.

Wieso müssen die BRT-Busse so groß sein? Sind nicht kleinere, flexiblere Busse für die Innenstädte (Verdichtung) sinnvoller?
Bei einem BRT-System ist man hinsichtlich des Fahrzeugeinsatzes flexibel. Auch so genannte Solobusse mit 12 Metern Länge, wie sie meist in Ludwigsburg zu sehen sind, könnten also die Trassen nutzen. Umgekehrt sind auch Gelenkbusse noch flexibel genug, um in vielen Teilen eine gute Erschließung der Innenstadt sicherzustellen.
Eine Stadtbahn hat jedoch eine höhere Kapazität. Um diese Fahrgastzahlen auch mit einem BRT-System abwickeln zu können, werden größere BRT-Fahrzeuge (Gelenkbusse oder Doppelgelenkbusse) empfohlen.

Warum den Tunnel unter ZOB nicht nutzen? Stadtbahn soll Autos „vermeiden“!
Der Platzbedarf würde ausreichen, um eine Stadtbahn dort hindurch zu führen. Allerdings würde dies zu einer Verdrängung des Pkw- und Busverkehrs führen. Der Innenstadtring wäre damit unterbrochen. Die rund 8.000 Fahrzeuge pro Tag müssten auf andere Straßen, zum Beispiel die Solitudestraße oder die Pflugfelder Straße ausweichen. Die gewünschte Verkehrsentlastung der Innenstadt wäre damit nicht mehr möglich. Die Stadt lehnt vor diesem Hintergrund die Nutzung eines Tunnels unter dem ZOB für die Stadtbahn ab.

Niederflur-Netz nicht stufenweise erweiterbar?
Grundsätzlich sind alle drei Systeme, also Hochflur-, Niederflur- und BRT-System, stufenweise erweiterbar. Im Einzelfall müsste dies aber noch aus technischer, verkehrlicher und wirtschaftlicher Sicht geprüft werden.

BRT: Wie funktioniert die Stromversorgung Batterie?
Sollte es zum Einsatz eines BRT-Systems kommen, ist es unser Ziel, dass die Fahrzeuge elektrisch betrieben werden. Mit welcher Fahrzeug- und Ladetechnik dies sein wird, steht heute noch nicht fest. In Frage kämen eine Schnellaufladung der Batterie tagsüber an bestimmten Haltestellen. Dies könnte mittels im Boden installierten Induktionsplatten erfolgen, oder aber auch von oben, über so genannte Pantografen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass die Batterien eine solche Kapazität haben, dass sie den ganzen Tag über fahren können und nach Schichtende im Depot laden. Von diesem technischen Szenario ging auch die BRT-Machbarkeitsstudie aus.

Wie wird die Kostenverteilung bei Realisierung der Hochflurbahn sein? 1. Abschnitt Remseck – LB; 2. LB – Möglingen – Markgröningen, evtl. Zwischenverbindung am Bahnhof. a) Investitionen; b) jährlicher Kostenanteil?
Es gibt noch keine politischen Beschlüsse, wie die Kosten verteilt werden

Wie hoch ist die Kapazität vom BRT (Sitzplätze, Stehplätze)?
Das ist letztlich davon abhängig, für welches Fahrzeugmodell man sich entscheidet. Die heutigen Fahrzeuge beim BRT-System in Straßburg, Mercedes-Benz Citaro G CNG, haben 149 Plätze, davon 49 Sitzplätze. Ein Gelenkbus Mercedes-Benz CapaCity L verfügt über 191 Plätze, darunter 45 Sitzplätze. Der batteriebetriebene Gelenkbus „Exqui.City“ der Firma Van Hool kann 107 Fahrgäste transportieren, darunter 46 auf Sitzplätzen. Der Doppelgelenkbus desselben Herstellers hat eine Kapazität von rund 180 Fahrgästen. Zum Vergleich: Ein SSB-Fahrzeug, Typ S-DT 8.12., kann eine Normalbesetzung von 258 Plätzen (darunter 94 Sitzplätze) aufweisen.

Z.B. Leonberger Straße: Alle 10 m eine Ausfahrt auf der südlichen Seite. Sind da überall Querungen? Wie wird das geregelt?
Grundsätzlich bleiben Ausfahrten auch nach dem Bau einer Stadtbahntrasse nutzbar. Es gibt jedoch noch keine Detailplanung, die zu jeder Ausfahrt eine Aussage macht.

Bekommt BRT Bundeszuschuss? Laut Dr. Haas nicht.
Schnellbussysteme bekommen nach heutiger Gesetzeslage keinen Bundeszuschuss. Zum heutigen Stand wäre dies über eine Landesförderung möglich. Im Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz sind der „Ausbau und Umbau von Verkehrswegen und diesen dienenden Infrastrukturen ... insbesondere für integrierte Schnellbussysteme oder Spurbusse“ förderfähig. Der Fördersatz beträgt bis zu 50 Prozent

Wie ist die Lebensdauer eines BRT-Fahrzeuges im Vergleich zur Stadtbahn?
Bei einem BRT-Fahrzeug hängt dies vom Modell und der Laufleistung ab. In der Regel kann man bei Busfahrzeugen eine Einsatzzeit von etwa zwölf Jahren heranziehen. Dies sind auch die üblichen Abschreibungszeiträume. Bei Schienenfahrzeugen ist von einer Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren auszugehen.

Könnte die Bahn straßenbündig durch den Tunnel unter dem Bahnhof fahren?
Was die Größenverhältnisse betrifft, könnte eine Stadtbahn durch den Tunnel fahren. Dies könnte, nach erster Einschätzung, zwar auch in Form einer gemeinsam von Bahn und Kfz genutzten Fläche, also Gleisen auf der Straße, erfolgen. Dann jedoch wäre eine unterirdische Haltestelle dort nicht möglich. Die Haltestelle müsste außerhalb des Tunnels liegen, was wiederum zu längeren Umsteigewegen führt. Eine gemischte Nutzung ist daher nicht sinnvoll.
Die Stadt Ludwigsburg lehnt zudem die reine Nutzung des Tunnels für eine Stadtbahn ab, weil der Tunnel Teil des Innenstadt-Rings ist und die Kfz auf andere (Innenstadt-) Straßen ausweichen müssten. Die gewünschte Verkehrsentlastung der Innenstadt ist nur möglich, wenn der ZOB-Tunnel für den Kfz-Verkehr nutzbar bleibt.

Um alle Fragen zu beantworten braucht es noch etwas Zeit

Bislang konnten noch nicht alle Fragen beantwortet werden, es braucht noch etwas Zeit. Manche Fragen können im Detail nur die vom Landkreis beauftragen Gutachter oder die Planer der SSB aus der laufenden Arbeit heraus beantworten. Das gilt auch für Fragen, die sich an die von der Stadt beauftragte Gutachter richten. Im Laufe ihrer Untersuchungen werden schrittweise die Fragen abgearbeitet und die Antworten veröffentlicht.

Viele Fragen können sogar erst mit Vorlage der endgültigen Untersuchungen beantwortet werden. Das betrifft z.B. alle Angelegenheiten, die sich auf die Standardisierte Bewertung für BRT beziehen. Die Gutachter arbeiten derzeit unter Hochdruck, sind dabei teilweise auch von extern einzuholenden Informationen abhängig -  etwa Erhebungen zu Kosten bei bestehenden Stadtbahn- oder Busbetreibern.

 

Kontakt

Stadt Ludwigsburg
Dezernat III - Bauen, Technik, Umwelt

Martin Scheuermann
m.scheuermann@ludwigsburg.de


Stadt Ludwigsburg
Fachbereich Stadtplanung und Vermessung

Gerhard Ressler
g.ressler@ludwigsburg.de

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