Grundschule

Fuchshofstraße, 71638 Ludwigsburg

Neubau

Grundschule in der Oststadt

Der Gemeinderat hat im Oktober 2016 ein Raumprogramm für eine 4,5-zügige neue Grundschule mit Ganztagsbereich plus Erweiterungsoption (1 Zug) beschlossen.
Im März 2017 fiel die Entscheidung über den genauen Standort: die Schule wird in der Oststadt gegenüber der Eishalle entstehen.
Wegen der steigenden Schülerzahlen soll die Grundschule in Holzbauweise mit einem hohen Vorfertigungsgrad geplant und bereits Mitte 2019 mit dem Bau begonnen werden. Ziel ist, das neue Schulhaus im September 2020 zum Schuljahresbeginn in Betrieb zu nehmen.

Architektenwettbewerb für neue Grundschule

Am Freitag, 27. Oktober 2017, fand das Preisgereicht statt.
Eine Jury hat über die eingegangenen 23 Arbeiten beraten und drei Preise sowie zwei Anerkennungen vergeben.
Mit den Preisträgern wird die Stadt Ludwigsburg in weitere Verhandlungen treten und dem Gemeinderat im Dezember einen Vorschlag machen, welcher der Preisträger beauftragt werden soll.

Drei Preisträger und zwei Anerkennungen stehen fest

1. Preis: VON M GmbH, Stuttgart (206,8 KiB)
"Der Verfasser platziert den dreigeschossigen, längsgerichteten Baukörper geschickt auf das zur Verfügung stehende Wettbewerbs-Grundstück so, dass er die städtebaulichen Kanten des Rahmenplans der angrenzenden Wohnbebauung aufnimmt. Dabei rückt er sowohl auf der Ost- als auch auf der Westseite Teile des Erdgeschosses ein, um den mittigen, von beiden Seiten erschlossenen Eingang zu akzentuieren.
Hier entsteht im Erdgeschoss eine schöne, transparente Mitte der Grundschule, von der aus eine großzügige, einladende Treppe in die Obergeschosse führt. Die Mensa ist im nördlichen Bereich verortet, mit einem sehr schönen Bezug zum wohlproportionierten, naturnah gestalteten Schulhof, mit dem zusätzlichen Angebot einer sonnengeschützten Außenbestuhlung. Diese dient gleichzeitig an Regentagen auch als überdachte Pausenhalle.
Im ersten und zweiten Obergeschoss befinden sich die eigentlichen Jahrgangscluster mit offenen Grundrissen, die unterschiedliche Lehr- und Lernformen ermöglichen. Es entsteht eine abwechslungsreiche Lernlandschaft - aufgrund von großzügigen Lerninseln und Nischen vor den Klassenräumen: diese werden durch wohlproportionierte, begrünte Höfe belichtet. Gleichzeitig wird auch ein Außenraumbezug durch vorgelagerte grüne Klassenzimmer erlebbar gemacht und somit die Bindung zur Natur gefördert und gestärkt. Geschickt zwischen dem nördlichen und südlichen Klassen-Cluster angeordnet, befinden sich im ersten Obergeschoss die Schülerbetreuung und im zweiten Obergeschoss die Mehrzweckräume, die die Cluster auf einfache Art und Weise wachsen und schrumpfen lassen können. Damit wird ein Höchstmaß an Flexibilität an schulischer Pädagogik erreicht und zugleich eine kindgerechte Maßstäblichkeit und poetisch anmutende Ausgestaltung der Räumlichkeiten.
Die Holzkonstruktion des Schulgebäudes ist aufgrund seines stringenten Grundrisses einfach und klar gegliedert. Durch den hohen Vorfertigungsgrad ist hier ein schneller und wirtschaftlicher Bauablauf zu erwarten. Das Brandschutzkonzept ist aufgrund der auskragenden Fluchtbalkone einfach und lässt dadurch viele Spielräume für die Gestaltung und Möblierung der Innenbereiche zu.
Das Bauvolumen entspricht bereits dem Endzustand. Der letzte Bauabschnitt erfolgt lediglich durch geschicktes Nachverdichten einzelner, grüner Klassenräume.
Insgesamt handelt es sich um einen wertvollen Wettbewerbsbeitrag, nicht nur aufgrund der geschickten Grundrissanordnung, sondern auch durch den als Landschaft naturnah gestalteten Freibereich. Dadurch entsteht ein spannungsreicher Kontrast zwischen der stringenten Architektur und der modellierten Landschaft." (Auszug aus dem Preisgerichtsprotokoll)


2.Preis: AV1 Architekten, Kaiserslautern (141,2 KiB)
"Die Verfasser gliedern den dreigeschossigen Schulbau in einzeln ablesbare, gut proportionierte Lernhäuser. Durch Verschieben der Bausteine entsteht im Südwesten der Vorplatz, im Nordosten ein klar geschnittener Schulhof. Die Lage dieses Schulhofs wird im Preisgericht allerdings kontrovers diskutiert.
Der Vorplatz erscheint etwas überproportioniert und einer Grundschule nicht ganz angemessen. Wünschenswert wäre diesen Vorplatz zu verkleinern und den eher zu schmal geschnittenen Schulhof zu erweitern.
Die Lage des Haupteingangs an der Schnittstelle der ersten beiden Cluster ist innenräumlich richtig gedacht, durch das Angebot eines zweiten Eingangs am südlichen Ende der zentralen Erschliessungsachse allerdings stadträumlich uneindeutig. Durch eine Überarbeitung der Eingangszone könnte auch Flurfläche eingespart werden. Dies ist insofern wichtig, da die Arbeit unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eher im oberen Bereich anzuordnen ist.
Die Lerncluster sind gut durchdacht und erlauben die Umsetzung unterschiedlicher pädagogischer Konzepte. Durch die geschickte Anbindung aller Bereiche an die Fassade sind auch die inneren Zonen tagesbelichtet und erlauben eine durchgehend gute Orientierung.
Die Nord/Südausrichtung der Klassenzimmer ermöglicht eine optimale Tageslichtnutzung dieser Räume bei geringer solarer Aufheizung.
Die Ausbildung von identifikationsstiftenden Räumen und eine einer Grundschule angemessene Maßstäblichkeit zeichnen diesen Entwurf aus. Die Fassadenanmutung entspricht dem Gesamtbild einer Grundschule von hoher architektonischer Qualität.
Das gewählte Raster der Holzbaukonstruktion ist materialgerecht. Der Modulbau in Kombination mit vorgefertigten Fassadenelementen ist innovativ und lässt eine wirtschaftliche Umsetzung erwarten." (Auszug aus dem Preisgerichtsprotokoll)


3.Preis: Hascher Jehle Architektur, Berlin (120,6 KiB)
Der U-förmige Schulbau fasst den nach Westen offenen Pausenhof und schafft einen geschützten Aufenthaltsort für Schüler und Lehrer. Als Erweiterungsbau für den fünften Zug wird der nordwestliche Trakt auf die gleiche Länge wie der Südtrakt erweitert. Dadurch wird allerdings die Fläche des Pausenhofes erheblich reduziert. Der zweigeschossige Baukörper nimmt städtebaulich Bezug zu den großvolumigen Sportbauten auf der gegenüberliegenden Seite der Fuchshofstraße. Zu den bestehenden und künftigen Wohnbauten wird durch die Übernahme von Baulinien Bezug hergestellt.
Der Zugang erfolgt direkt von der Fuchshofstraße aus und schafft eine klare Adresse für die neue Schule. Die horizontale Erschließung der Schule weist erhebliche Längen auf – die Lage der Vertikalerschließungen und ihre Dimensionierung vermögen nicht völlig zu überzeugen.
Die Züge 1 und 4 sind mit ihren zentralen, gut belichteten Lernlandschaften hochwertig konzipiert, die Züge 2 und 3 sind dem gegenüber wesentlich benachteiligt. Die umlaufenden Laubengänge lösen die Entfluchtung im Brandfall auf einfache und effiziente Weise und schaffen nebenbei natürliche Beschattung der Verglasungen und konstruktiven Holzschutz der Fassaden.
Das Projekt ist konsequent auf einem Rastersystem aufgebaut – das für die Konstruktion in Holz gute Voraussetzungen bietet. Der vorgeschlagene „umgekehrte Holzbetonverbund“ mit Stahlbetonbalken und schubsteif verbundenen Holzdecken ist ungewöhnlich – schafft aber Vorteile bezüglich Aktivierung der Masse zu Gunsten des Raumklimas. Die Wahl der Konstruktion der Wandelemente schafft erheblichen Aufwand, was sich ungünstig auf die Kosten dieser Bauteile auswirkt. Das Projekt ist insgesamt aber eines der wirtschaftlichsten und in seinen Volumen und Flächen sehr effizient. Die Qualitäten des Entwurfes liegen in der Angemessenheit und der positiven Anmutung als Schule sowie der klaren räumlichen Disposition.

 

Projektdaten

Bauherrin
Stadt Ludwigsburg

Entwurf
Ende 2017 entscheidet der Gemeindrat über die Vergabe der Planungsleistungen

Bauzeit
Fertigstellung geplant Herbst 2020