Zukunftskonferenz 2012

Ludwigsburger engagieren sich für ihre Stadt

Bei der vierten Zukunftskonferenz am 9. und 10. November 2012 haben 250 Bürger mitgemacht

„Ich bin zum ersten Mal dabei“, sagt Mark Bissinger. Der 15-jährige Schüler will seine Meinung bei der Zukunftskonferenz einbringen – wie 250 andere Ludwigsburgerinnen und Ludwigsburger auch. Im Reithaus neben der Karlskaserne zeigen Mark und 20 seiner Mitschüler vom Mörike-Gymnasium neben vielen anderen Ideen ihr Projekt. Sie erstellen eine Nachhaltige Stadtkarte für Jugendliche, wo jeder Tipps im Internet geben kann: Wo ist es grün, wo ist es besonders schön – und wo kann man noch etwas besser machen? 

Das Thema der Zukunftskonferenz ist die Nachhaltige Stadtentwicklung, und zum vierten Mal seit 2004 sind dazu engagierte Bürgerinnen und Bürger am 9. und 10. November der Einladung der Stadtverwaltung und des Gemeinderats gefolgt. In Masterplänen für 11 Themenfelder wurde damals mit dem Stadtentwicklungskonzept die breite Grundlage dafür gelegt, auf der nun alle weiteren Zukunftskonferenzen aufbauen und von der Bürgerschaft ergänzt werden können.

Schülerprojekt vorgestellt

Wie von den Schülerinnen und Schüler des Mörike-Gymnasiums: Als freiwilliges Projekt der Klassen 10 und 11 haben sie eine Umfrage über Alltag, Freizeit und Verkehr in der Stadt gemacht und Ideen für öffentliche Räume und Plätze gesammelt. Aber nicht nur sie, alle Teilnehmer der Konferenz engagieren sich dafür. An dem Wochenende im Reithaus bringen sie ihre Kenntnisse und Fähigkeiten ein, sie erarbeiten gemeinsam Projekte in angenehmer und konstruktiver Atmosphäre. In Gruppen von drei bis 30 Personen tüfteln Bürgerinnen und Bürger mit Fachleuten der Verwaltung und Stadträtinnen und Stadträten aller Fraktionen stundenlang an Plänen, wie sie ihre Vorschläge selbst in die Tat umsetzen können.

„Wir brauchen Ihr freiwilliges Engagement und Ihre Mitwirkung“, sagt Oberbürgermeister Werner Spec zu den Teilnehmenden. „Uns geht es in Ludwigsburg auch deshalb so gut, weil Sie als Bürgerinnen und Bürger schon so viel geleistet haben und selbst Verantwortung übernehmen“, erklärt er. „Die vielen ehrenamtlich Aktiven, ob beim Freizeitprogramm für Senioren, in den Stadtteilbibliotheken oder in den Vereinen und Institutionen helfen dabei, dass wir als Stadt nicht zuviel Schulden aufnehmen müssen und damit die nächsten Generationen zu sehr belasten.“

Junge Themen

Diesmal sind auf der Zukunftskonferenz die Jugendlichen besonders stark vertreten. Bei der Gruppe „Mein junges Ludwigsburg“ diskutieren 15 Werkrealschüler und Gymnasiasten mit Vertretern der Kirchen und der städtischen Jugendarbeit. Wo gibt es Räume für junge Leute, zum gemeinsamen Lernen, für Partys und Freizeitaktivitäten? Im Gespräch wird deutlich: Es fehlt an Informationen, auf beiden Seiten. Mit Hilfe der Jugendlichen sollen Angebote wie die „Villa 5“ oder das „Jugendcafé Westside“ besser bekanntgemacht und neue Räume bereitgestellt werden.

„Wenn es mehr Jugendräume gibt, hängen viele weniger nur so in der Stadt herum“, ist Anna Ritter überzeugt. Wie viele andere Jugendliche will sie sich mehr in ihrer Stadt beteiligen, dafür soll es auch mehr Möglichkeiten geben. Eine eigene Jugendkonferenz zum Beispiel, wo die Ideen junger Leute Gehör finden, bei Politikern und der Verwaltung. „Wir haben jetzt eine Gruppe im Internet gestartet und tauschen uns dort mit anderen Jugendlichen aus“, erklärt die engagierte Oberstufenschülerin. Auf der städtischen Bürgerplattform MeinLB.de hat sie dafür die Möglichkeit – die neue AG „Mein junges Ludwigsburg“ ist im Internet auf www.meinlb.de zu finden.
 
Eine weitere Gruppe ist bei der vierten Zukunftskonferenz stärker präsent als bisher: „Von den internationalen Kulturvereinen machen mittlerweile viele mit, weil sie sich hier angesprochen und ernstgenommen fühlen“, sagt der städtische Integrationsbeauftragte Saliou Gueye. „Sie sind hier nicht nur Betroffene, sondern arbeiten auf Augenhöhe mit. Wenn es darum geht, gemeinsam das Wohnumfeld in einem Stadtteil zu verbessern, rückt die Herkunft einfach in den Hintergrund“, erklärt Gueye aus der Erfahrung seiner Arbeit.

Einer der Teilnehmer aus den Migrantenvereinen fasst es so zusammen: „Wir sind Teil dieser Stadt geworden und helfen da mit, wo wir leben“, sagt er. „Besonders positiv ist hier in Ludwigsburg, dass nicht alles von oben diktiert wird, sondern dass wir uns alle einbringen können.“ Über dieses Lob freut sich Albert Geiger: „Es ist ein toller Vertrauensbeweis, dass Sie alle hier Ihre Freizeit dafür aufwenden“, sagt der Leiter des Referats für Nachhaltige Stadtentwicklung zu den Teilnehmern und erklärt: „Mit Ihrer Lebenserfahrung und Ihren Ideen geben Sie der Verwaltung und dem Gemeinderat wichtige Anregungen für die nächsten Jahre.“ Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Zukunftskonferenz organisiert, mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den Fachbereichen der Stadtverwaltung betreuen sie ständig die Bürgerbeteiligung in Ludwigsburg.
 
Die Projekte der Bürger sind so vielfältig wie das Leben in der Stadt: Einige pflegen freie Grünflächen, andere planen eine türkische Städtepartnerschaft, bereiten Nachbarschaftstreffen vor, bemühen sich um Radwege, setzen sich für soziales Wohnen ein, beraten Mitbürger beim Energiesparen, werben für fair produzierte Waren oder helfen mit, ihre Stadtteile barrierefrei zu machen. Alle Ideen und Vorschläge werden in die Dokumentation über die Zukunftskonferenz aufgenommen und den Teilnehmern sowie dem Gemeinderat zur Verfügung gestellt.

An vielen Projekten arbeiten die Bürger nun selbst weiter, unterstützt von der Verwaltung, und suchen dafür Mitstreiter über die Beteiligungsplattform im Internet auf www.meinlb.de. Das Stadtentwicklungskonzept wird um viele der Vorschläge ergänzt – darüber entscheidet der Gemeinderat im nächsten Frühjahr. In den Stadtteilentwicklungsprozessen geht es schon jetzt mit den Projekten voran, dazu treffen sich Arbeitsgruppen mit Fachleuten der Stadtverwaltung.
 
Zum Abschluss der Konferenz bedankt sich Oberbürgermeister Werner Spec herzlich bei den Teilnehmenden und fordert sie auf: „Bitte unterstützen Sie uns weiter als aktive, kritische Mitmachbürger, suchen Sie Mitstreiter und bleiben Sie dran.“

Bilder und Infos zur Zukunftskonferenz 2012

So funktioniert die Zukunftskonferenz

Etwa 250 Vertreterinnen und Vertreter von Stadtverwaltung, Lokalpolitik und insbesondere Sie als Bürgerinnen und Bürger ziehen bei der Zukunftskonferenz Bilanz über bisherige Maßnahmen. Sie sammeln Ideen für die Zukunft der Stadt und bringen eigene Erfahrungen, Ideen und Vorschläge mit ein. Die alle drei Jahre stattfindenden Zukunftskonferenzen bilden den "roten Faden" in der Bürgerbeteiligung und im Ludwigsburger Stadtentwicklungskonzept.

Zeitplan/Programm der Zukunftskonferenz (17,2 KiB)

Konferenzband zur Zukunftskonferenz 2012 (30,174 MiB)

Broschüre "Wir zetteln was an" (2,884 MiB)

Vortreffen zur Zukunftskonferenz am 14. September

Schon beim Vorbereitungstreffen im Kulturzentrum haben sich mehr als 60 Ludwigsburgerinnen und Ludwigsburger beteiligt. Das Interesse an der Zukunftskonferenz am 9. und 10. November ist jetzt schon groß: Schließlich geht es um nichts weniger, als die Zukunft der eigenen Stadt gemeinsam zu gestalten. 250 Vertreter der Bürgerschaft aus vielen verschiedenen Vereinen und gesellschaftlichen Gruppen werden in diesem Jahr bei der Veranstaltung aktiv am Start sein.

Start der Bürgerbeteiligungs-Plattform "MeinLB.de"

Am 5. Oktober startet auch das Internetportal MeinLB.de: "Jeder Bürger kann auf 'MeinLB.de' Projekte vorschlagen", erklärt Jan Gabriel, der die Plattform für die Stadt betreut. "Die Ideen werden dort online untereinander diskutiert und auch in die Fachbereiche der Verwaltung transportiert." Gabriel lädt alle Interessierten zum Mitmachen ein und ist per E-Mail an info@meinlb.de erreichbar. Als Moderator gibt er jedem gerne Tipps, wie man mit der Internet-Plattform arbeiten und eigene Ideen umsetzen kann.

Die Veranstalter sind sie froh, dass schon beim Vortreffen so viele mitmachen: "Wir nehmen die Anregungen mit und bauen sie in das Programm ein", sagt Peter Fazekas vom Referat für Nachhaltige Stadtentwicklung. "Der zweite Tag der Konferenz steht dann ganz im Zeichen der Bürger, sie bestimmen die Themen und können selbst auch Workshops leiten."

Schulprojekt am Mörike-Gymnasium zur nachhaltigen Stadtentwicklung

Vom Montag, 21. bis Mittwoch, 23. Mai 2012 haben 48 Zehntklässler des Mörike-Gymnasiums ihre Stadt der Zukunft geplant: Bei den Projekttagen zur Nachhaltigen Stadtentwicklung konnten sie eigene Vorschläge ausarbeiten - und in einer Umfrage selbst herausfinden, welche Verbesserungen sich die Ludwigsburgerinnen und Ludwigsburger wünschen.
Aus diesen Projekttagen soll nun eine erste Schülergruppe hervorgehen, die sich mit ihren jungen Ideen an der Zukunftskonferenz 2012 beteiligt.

 

Kontakt

Ihre Ansprechpartnerin rund um die Zukunftskonferenzen:

Tanja Helm
Referat Nachhaltige Stadtentwicklung
Integrierte Stadtentwicklung
Telefon: 07141/910-3274
Fax: 07141/910-2401
zukunft@ludwigsburg.de

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