Aus dem Parkplatz wird ein grüner Innenhof

Stadt präsentiert ihr Konzept für eine Landesgartenschau

Ludwigsburg bewirbt sich für die Ausrichtung einer Landesgartenschau im Zeitraum zwischen 2031 und 2036. Favorisiert für die Durchführung wird das Jahr 2034 – 80 Jahre, nachdem durch die Gartenschau 1954 das Blühende Barock entstand.


Beim heutigen (27. Juli) Besuch einer Fachkommission des Ministeriums Ländlicher Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg hat die Stadt ihr Konzept dafür präsentiert – und hatte dabei auch die eine oder andere Überraschung parat. Wie den Umbau des Ehrenhofs vom Parkplatz zur Grünanlage, siehe dazu das Zeitraffer-Video von Lautmacher und Pulsmacher sowie die Bilder-Strecke des Fotografen Benjamin Stollenberg.

„Eine Stadt wächst zusammen“ lautet das Motto der Bewerbung. Im Mittelpunkt des Konzepts steht ein „Grüner Ring“, der als eine Abfolge von Grünflächen unterschiedlichster Art in Ludwigsburg entstehen soll: Gärten, Parks, Wälder und landwirtschaftliche Flächen werden durch einen Grünen-Ring-Weg miteinander verbunden. Die Themen Klimaschutz und Klimaanpassung, Förderung und Erhalt der biologischen Vielfalt sowie nachhaltige Mobilität spielen eine wichtige Rolle.

Die Landesgartenschau wird die ganze Stadt, also Innenstadt und Stadtteile, einbeziehen. Als „klassische“ Gartenschau mit Veranstaltungsflächen, Sonderschauen, Themengärten und Blumenschauen sollen sich auf 130.000 Quadratmetern die Flächen der Bärenwiese, Teile der Königsallee, die Grüne Bettlade und der westliche Teil des Salonwalds präsentieren.

Genau zweieinhalb Stunden hatte die Stadt beim Besuch der Fachkommission Zeit, um mit ihrem Konzept zu überzeugen. Zusätzlich zum strengen Zeitplan mussten in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie auch noch Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. „Wir haben der Kommission dennoch ein attraktives und reizvolles Konzept präsentiert“, sagt Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht. „Ich bin zuversichtlich, dass wir einen sehr guten Eindruck hinterlassen haben. Unser wichtigster Partner bei der Bewerbung ist das Blühende Barock: Gemeinsam wollen wir die Landesgartenschau nach Ludwigsburg holen.“

Empfangen wurde die Kommission im Ehrenhof, der normalerweise von städtischen Mitarbeitenden als Parkplatz genutzt wird: ein Beispiel für eine versiegelte Fläche in der Stadt. Der Film zum Bewerbungskonzept im Scala-Kino wurde live von einem Klavierspieler begleitet, im Anschluss stand ein Stadtspaziergang auf dem Programm. Stationen waren der Rathausplatz, Arsenal-, Schiller- und Zeughausplatz, der Akademiehof, die B 27, Karlsplatz, Karlskaserne und der Bärenwiesenparkplatz. In der Zwischenzeit hatte sich zur Überraschung der Kommissionsmitglieder der Ehrenhof in einen grünen Innenhof verwandelt: keine parkenden Autos mehr, stattdessen gibt es eine Grünfläche mit Rollrasen, große Pflanzkübel mit Bäumen sind aufgestellt, (digitale) Vogelstimmen kommen aus den Bäumen und Palettenmöbel laden zum Verweilen ein.

Für diesen Umbau hatten Mitarbeitende des Blühenden Barock sowie der Technischen Dienste Ludwigsburg genau 80 Minuten Zeit, wofür eine genaue Choreographie entwickelt werden musste. „Damit haben wir uns selbst herausgefordert“, meint Bürgermeister Michael Ilk. „Aber mit der Neugestaltung des Ehrenhofs wollten wir der Kommission zeigen, welche Chance uns eine Landesgartenschau bietet – nämlich Ludwigsburg noch grüner und umweltfreundlicher zu machen.“ Auch an den Plänen, aus Teilen der jetzigen B 27 einen grünen Boulevard zu machen, halte die Stadt fest: „Mit den notwendigen Fördermitteln von Bund und Land wollen wir es schaffen, die Wunde zwischen Blühendem Barock und Innenstadt zu schließen.“

Die Entscheidung über den Zuschlag für eine Landesgartenschau soll im Oktober durch den Ministerrat der Landesregierung getroffen werden.

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