Stadt setzt erfolgreiche Klimapartnerschaft mit Kongoussi fort

Projekte werden zu 90 Prozent vom Bund gefördert

Ludwigsburg wird die Klimapartnerschaft mit Kongoussi im Nordwesten von Burkina Faso fortsetzen. Die Stadt hat sich beim Förderprogramm für Kommunale Klimaschutz- und Klimaanpassungsprojekte (FKKP) erfolgreich für eine weitere Projektperiode beworben.

Freude bei der Einweihung von neu gebauten Trinkwasserbrunnen in Kongoussi. (Foto: Stadt Ludwigsburg)

Bis im Jahr 2022 stehen zum Beispiel die Verbesserung der Trinkwasserversorgung, die Reduzierung von Kohlendioxid-Emissionen sowie Maßnahmen zur Vermeidung von Plastikmüll in den städtischen und ländlichen Kommunen von Kongoussi auf dem Programm.
 
Die erste Projektlaufzeit der Klimapartnerschaft zwischen Ludwigsburg und Kongoussi ging im Dezember 2019 zu Ende. Das erfolgreiche Fazit: In den letzten drei Jahren konnten sechs solarbetriebene Brunnenanlagen und 80 Latrinen in sechs Dörfern errichtet werden. Damit wurde die Versorgung mit sauberem Trinkwasser für mehr als 20.000 Menschen gesichert. 800 Bäuerinnen und Bauern aus den sechs Partnerdörfern haben eine Schulung zur Produktion und zum Einsatz von Biokohle erhalten; sie konnten dadurch ihre landwirtschaftlichen Erträge um circa 30 Prozent steigern.
 
Zur Information und Schulung der örtlichen Bevölkerung über die Aktivitäten und den Nutzen der Klimapartnerschaft wurde Ende 2019 in Kongoussi ein Informationszentrum gebaut und eingerichtet. Dieses soll ein Bewusstsein für das Thema nachhaltige Entwicklung schaffen und informiert unter anderem über die Nutzung von Solarenergie, den Einsatz von biologischen Düngern und energiesparende Kochstellen.
 
„Die Klimapartnerschaft zwischen Ludwigsburg und Kongoussi hat die Lebensbedingungen unserer Menschen nachhaltig verbessert“, sagt Daouda Zoromé, Bürgermeister von Kongoussi. „Das Informationszentrum ermöglicht es allen Bevölkerungsschichten unserer Gemeinde, Informationen über die Klimaanpassung und deren Folgen zu erhalten. Ich danke den Ludwigsburgern und auch der Organisation Engagement Global, die es uns ermöglichen, diese schöne Erfahrung zu machen.“
 
In der nächsten Projektperiode von 2020 bis 2022 sollen in vier weiteren Dörfern, die kein sauberes Trinkwasser haben, solarbetriebene Brunnen gebaut und dadurch die Trinkwasserversorgung verbessert werden. Es handelt sich dabei um die Dörfer Tanpouaga, Sandouré, Badinigo 1 und Darbiti mit insgesamt 3.600 Einwohnern. Zur Stromersparnis werden an wichtigen Straßen 200 Solarleuchten installiert. Denn die Versorgung mit Strom ist teuer und das Netz sehr instabil. Durch die Solarleuchten wird das Netz entlastet, die Sicherheit auf den Straßen erhöht und der Stromverbrauch nachhaltig gesenkt.
 
Zudem soll durch die Nutzung energieeffizienter einfacher Kochstellen aus Lehm, die die Familien selbst herstellen können, die Abholzung von Bäumen zur Gewinnung von Brennholz und der Ausstoß von Kohlendioxid reduziert werden. Diese neuen Lehmherde sparen bis zu zwei Drittel des sonst notwendigen Holzes. In der Umgebung von Kongoussi wurden zuletzt, auch verursacht durch die vielen Flüchtlinge, immer mehr Bäume abgeholzt, um an den notwendigen Brennstoff zu kommen.
 
In 150 Haushalten ist der Bau von „Solar-Home-Systemen“ zum Betrieb von Handys, Taschenlampen, Radios und der Beleuchtung im Haus geplant. Damit wird nicht nur die Verwendung von Einwegbatterien vermieden, sondern es entsteht eine autarke Stromversorgung in den Hütten. Ein weiteres Vorhaben sind Maßnahmen zur Vermeidung von Plastikmüll auf den Märkten von Ludwigsburg und Kongoussi. “Mit diesen Projekten unterstützen wir nicht nur die Menschen in Kongoussi, die unter dem Klimawandel bereits stark leiden, sondern wir leisten damit auch aus Deutschland einen Beitrag zur Reduzierung von Kohlendioxid. Und wir nehmen die Menschen in Kongoussi als Partner wahr“, meint Saliou Gueye, der Projektkoordinator für Entwicklungszusammenarbeit bei der Stadt Ludwigsburg.
 
Auszubildende des Berufsschulzentrums CFPK, das 2011 vom Förderkreis Burkina Faso e. V. gebaut wurde, werden beim Bau der Brunnenanlagen, der Solar-Home-Systeme sowie der kocheffiziente Herden einbezogen. Sie sollen später auch die anfallenden Wartungs- und Reparaturarbeiten übernehmen.
 
Die Kosten für die genannten Projekte liegen bei rund 480.000 Euro. 90 Prozent dieser Summe trägt der Bund, die restlichen zehn Prozent teilen sich die Stadt Ludwigsburg und der Förderkreis Burkina Faso. „Durch die Corona-Pandemie erleben wir weltweit eine globale und humanitäre Katastrophe. Umso wichtiger ist es, die grenzüberschreitende Solidarität mit den Menschen im globalen Süden zu bewahren und unsere etablierte trilaterale Kooperation zwischen Ludwigsburg, Montbéliard und Kongoussi fortzusetzen“, erklärt dazu Erster Bürgermeister Konrad Seigfried.

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