Erklärung gegen Lebensmittelverschwendung unterzeichnet

Rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jährlich verschwendet. Würde man diese auf Laster verladen, reiche die LKW-Kolonne von Ludwigsburg bis nach Shanghai, erklärt Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch, MdL des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Umgerechnet verschwendet jede Person jährlich 350 bis 400 Euro an Lebensmitteln.

Im Ludwigsburger Rathaus haben Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch und Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht jetzt eine Erklärung gegen Lebensmittelverschwendung unterzeichnet. Ebenfalls unterzeichnet wird die Erklärung von den Oberbürgermeistern beziehungsweise Bürgermeistern der Städte Karlsruhe, Nagold und Talheim sowie Professor Frank Baasner, Direktor des Deutsch-Französischen Instituts Ludwigsburg.
 
Die Idee für die Erklärung entstand bei der Aktionswoche für Lebensmittelwertschätzung, die das Ministerium Anfang Oktober veranstaltet hat. Da der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung auch in Frankreich eine große Rolle spielt, soll auch die deutsch-französische Perspektive auf das Thema bedacht werden. Ludwigsburg, Karlsruhe, Nagold und Talheim werden ihre französischen Partnerstädte in den Austausch einbeziehen.
 
Sowohl auf Landesebene als auch in der Stadt Ludwigsburg sind verschiedene Aktionen geplant, um auf einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln aufmerksam zu machen. OB Dr. Knecht und Staatssekretärin Gurr-Hirsch betonten, dass dieser bereits mit einem bedachteren Einkauf und der richtigen Lagerung, vor allem von Obst, beginne. Schon Kindergarten- und Schulkinder könnten durch die selbständige Bearbeitung eines Hochbeets oder durch den Besuch eines Bauernhofs ermessen, wie viel Arbeit geleistet werden muss, bevor die Früchte erntereif sind und das Erntedankfest gefeiert werden kann.
 
Aber nicht nur in den privaten Haushalten sollte ein wertschätzender Umgang mit Lebensmitteln gepflegt werden, auch in den städtischen Kantinen und Schulkantinen sowie in der Gastronomie kann das Wegwerfen von Lebensmitteln reduziert werden. Die Kantine der Stadt Ludwigsburg nimmt derzeit an einem Projekt teil, das von der Universität Hohenheim wissenschaftlich betreut wird. Dort wird geprüft, wie die Kantine noch nachhaltiger werden kann. In der Gastronomie bieten sich umweltfreundliche Pappschachteln an, auch FürDaheim-Box genannt, um die Reste für einen späteren Verzehr mit nach Hause zu nehmen.
 
Friedlinde Gurr-Hirsch betonte, dass für die Produktion und den Transport weggeworfener Lebensmittel unnötig Energie und Wasser beansprucht und Treibhausgasemissionen verursacht werden. Insofern ist ein sorgsamer Umgang mit Lebensmitteln auch ein Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.
 
OB Knecht ist die gemeinsame Bearbeitung des Themas mit der französischen Partnerstadt Montbéliard ein besonderes Anliegen. So könnten die Ludwigsburger Schulen, die eine französische Partnerschule in Montbéliard haben, das Thema gemeinsam virtuell bearbeiten und so einen sinnvollen Ersatz für den ausgefallenen Schüleraustausch finden.
 
Für das Jahr 2021 ist außerdem eine gemeinsame Arbeitstagung mit der französischen Partnerstadt Montbéliard angedacht, um die Akteure in Ludwigsburg und Montbéliard zusammenzubringen, die bereits einen sinnvollen Umgang mit überflüssigen Lebensmitteln pflegen – wie in Ludwigsburg die LudwigsTafel oder Foodsharing Ludwigsburg e.V., die Lebensmittel sammeln und verteilen, die weggeworfen werden sollen. Darüber hinaus gibt es sowohl in Ludwigsburg als auch in Montbéliard zahlreiche Initiativen und Projekte, die sich engagiert und kreativ für einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln einsetzen. Hier können beide Städte durch den direkten Vergleich viel voneinander lernen.

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