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Neuigkeiten aus Projekten und Hinweise zu Veranstaltungen

Tipps für Kids: Agenda-Diplom zuhause machen

Beim Agenda-Diplom bekommen Kinder auf spielerische und unterhaltsame Weise einen besonderen Bezug zu Natur und Umwelt - das Programm der Lokalen Agenda Ludwigsburg gibt es jetzt auch für zuhause! Hier auf der Seite findet ihr die Tipps, nach und nach ergänzt.


Agenda-Diplom-Tipp Nr. 14: Advent, Advent...was ihr vielleicht noch nicht kennt

Spürbar werden die Tage kürzer und wir freuen uns auf die Lichter im Advent. Mit dem Agenda-Diplom-Tipp Nr. 14 könnt ihr jeden Adventsonntag ein Fenster mit vielen Ideen und Überraschungen öffnen. Nach und nach werden auf den 4 Bildern hierzu die Verlinkungen freigegeben. Viel Spaß.

Naturgeburtstag im Casa Mellifera für Kinder bis 12 Jahre

Für Kinder bis 12 Jahre haben sich Naturpädagoginnen, Kräuterpädagogen und Imker einen bezaubernden Kindergeburtstag ausgedacht.

Die Kinder sind dabei Forscher, Entdeckerin und gestalten in und mit der Natur. Sie stellen beispielsweise nach einer spannenden Erkundungstour ein eigenes Kräutersalz her, mörsern Blütenzucker, basteln eine Nektartankstelle aus Milchtüten, erforschen die Honigbiene unter der Lupe oder lernen andere heimliche Bewohner des Hungerberges kennen und vieles mehr.

Bei sämtlichen Angeboten steht das Staunen über die Wunder der Natur im Vordergrund und nicht das spektakuläre Geburtstagsevent.

Vorausgesetzt wird die Teilnahme einer erwachsenen Begleitperson und die Begrenzung auf fünf Geburtstagsgäste, also zusammen mit dem Geburtstagskind sind es dann sieben Personen. Mehr Teilnehmer/innen sind mit dem derzeitigen Corona-Hygienekonzept des NaturInfoZentrums leider nicht zugelassen. Zudem ist die Nutzung der Teeküche im Casa Mellifera derzeit auch nicht gestattet.

Haben Sie Interesse?

Unser Agendabüro vermittelt den Kontakt zu den Pädagoginnen für die konkrete Absprache bezüglich Preis, Ablauf, Dauer und Inhalt des jeweiligen Programmes.
E-Mail: agenda@ludwigsburg.de  

Agenda-Diplom-Tipp Nr. 13:“plastikfrei – ich bin dabei!“

Foto Programmhefte Casa Mellifera

Liebe Agenda-Diplom-Kinder,

bei unseren FairDates  in der Fairen Woche: https://www.fairtrade-deutschland.de/service/presse/details/fair-statt-mehr-5235  haben wir beim Unverpacktladen PlaPla kennen gelernt, wie man sein eigenes Deo machen kann.

Schaut euch doch das mal an! :  https://www.ohneplapla.de/diy


Nun naht der Herbst und damit auch die kälteren Tage und wir alle sehnen uns nach einem heißen duftenden Bad – und das aber ohne Plastik!

Wusstet ihr, dass Mikroplastik auch in vielen Kosmetikprodukten wie z.B.: Duschgels, Sonnencremes, Gesichtscremes steckt? Falls ihr euch mal gefragt habt, was das Mikroplastik so gefährlich macht oder auch wie es in unseren Wasserkreislauf kommt, dazu ein paar Fakten:
Mikroplastik wird so genannt, da das Plastik so winzig klein ist, dass man es nur mithilfe eines Mikroskop erkennt Kosmetikartikel enthalten feine und flüssige Formen von schwer abbaubarem Mikroplastik und Kunststoffen (sogenannte synthetische Polymere) Gelangt Mikroplastik ins Abwasser, kann man es nicht mehr komplett daraus entziehen und es gelangt in unseren natürlichen Wasserkreislauf die Verwendung von Mikroplastik hat Spätfolgen für uns Menschen als auch für die Umwelt
 
Damit das Baden so richtig Spaß macht, zeigen wir euch, wie ihr eure eigenen „Badebomben“ herstellen könnt.

Für die Badebomben braucht ihr:
(ergibt ca. 3 Stück)
 
Zutaten:  200 g Natron
               100 g Zitronensäure
               30 ml Pflanzenöl/Olivenöl
               50 g Speisestärke
               5-7 Tropfen ätherisches Öl, z.B. Lavendel
               1 TL Wasser
               Lebensmittelfarbe/Pulver (optional)
               Deko wie getrocknete Blüten und Kräuter (optional)
               Formen (Badekugeln, Silikonformen z.B. für Eiswürfel)
 
Und so geht’s:
 
- Natron und Stärke in einer Schüssel mischen. Pflanzenöl/Olivenöl, ätherische Öle und Wasser hinzufügen und mit den Händen verkneten. Zitronensäure hinzugeben und nochmal kneten. 
 
- Optional: Lebensmittelfarbe hinzufügen.
- Optional: Blüten in die Form legen, dann die erste Portion (bunten) Teig hinzufügen und in die Form drücken.
- Beide Hälften bis leicht über den Rand füllen, übereinander legen und fest zusammendrücken, damit sich die Masse zu einer Kugel verbindet bzw. Masse gut in Silikonform drücken.
- Am Besten die Formen einfrieren und danach vorsichtig aus der Form lösen.

Die Badebomben mehrere Tage bei Zimmertemperatur aushärten lassen. Die fertigen Badebomben trocken und luftdicht lagern.
 
Sendet uns ein Bild von der selbstgemachten Badebombe an agenda@ludwigsburg.de
Dann bekommt ihr einen weiteren Agenda-Sticker für euren Agenda-Diplom-Pass per Post zugeschickt.
 
Gebt euren liebsten Agenda-Tipp auch gerne an eure Freunde weiter.

Übrigens, auch für die Eltern haben wir einen tollen Tipp:

Am 9.10.2020 findet ein Kongress zur Plastikverhütung statt mit spannenden Vorträgen, Workshops, interessante Begegnungen und vieles mehr!

Aufgrund der coronabedingten Planungsunsicherheiten findet der Kongress als interaktives Online-Format statt.

Mit folgendem Link gelangen Sie zur offiziellen NaturVision Seite: https://natur-vision.de/.

Hier der Link zum Kongress: https://natur-vision.de/de/veranstaltungen/kongress-plastikverhuetung/

Augen auf! - im August: Nicht jede „Biene“ macht Honig

Honigbiene oder Mistbiene, das ist hier die Frage!
GARTEN VOLLER LEBEN von Beate Steinmeyer

Schwebfliegen gehören zur Insektenordnung der Zweiflügler. Viele Naturfreunde haben schon ihren Schwirrflug beobachtet. Wie ein Hubschrauber können sie auf der Stelle fliegen, um zu entscheiden, welche Blüte sie besuchen wollen, oder um sich einen Menschen genau anzusehen.
Eine andere Schwebfliegen-Spezialität ist die Mimikry: Viele von ihnen sehen wie „jemand ganz anderes“ aus. So gibt es Hornissen-, Wespen-, Bienen- und Hummel-Schwebfliegen. Die meisten sind schwarz-gelb, was von vielen Tieren als „Vorsicht, gefährlich!“  interpretiert wird. In Wirklichkeit  sind sie alle völlig harmlos.

Eine recht unauffällige Art heißt korrekt Scheinbienen-Keilfleck-Schwebfliege. Fast jeder hat sie schon einmal mit einer Honigbiene verwechselt.  Die meisten Leute nennen sie einfach Mistbiene.
Dieser unschöne Name kommt daher, dass sich die Mistbienen-Larven zwar nicht direkt in Mist, aber meist in trüben Flüssigkeiten entwickeln, also in überdüngten Tümpeln, in Pflanzen-Jauche im Garten und überall, wo irgendwelche „Reststoffe“ im Wasser vergammeln. Da in solchen Pfützen der Sauer­stoff knapp ist, atmen sie mit einer Art Schnorchel.

Die erwachsenen Mistbienen (Abb. 2) trifft man jedoch wie Honigbienen (Abb. 1) von Februar bis November an warmen Tagen auf Blüten. Gelegentlich begegnen die beiden sich auf einer Pflanze, z.B. auf Winter­ling und Winterjasmin (Abb. 3a bzw. b), auf blühender Minze  (Abb. 4 a und b), auf Sommer­flieder (Abb. 5 a und b), auf Wegwarten (Abb. 6 a und b) auf Herbstanemonen (Abb. 7 a und b) und auf vielen anderen Pflanzen.
Sie sind wirklich leicht zu verwechseln, denn die Mistbienen sehen nicht nur bienenähnlich aus, sie verhalten sich auch so. Dies ist die beste Garantie dafür, von Mensch und Tier in Ruhe gelassen zu werden.  Dass Honigbienen stechen können, scheint sich herumgesprochen zu haben.

Wie kann man nun erkennen, ob man eine Mistbiene oder eine Honigbiene vor sich hat?

Honigbienen haben ziemlich lange Fühler (Antennen), Mistbienen dagegen sehr kurze. Die Augen der Honigbienen sind kleiner als die der Mistbienen. Die Taille der Honigbienen ist sehr schlank und beweglich: Mistbienen dagegen sind eher plump. Am Ende ihres Vorderleibs sitzt ein halbmondförmiges, behaartes Schildchen. Der Hinterleib der Honigbienen ist bei den meisten Rassen hellbraun, bei anderen trägt er gleich nach der Taille ein oder zwei durchgehende braune-orange Querstreifen. Mistbienen dagegen besitzen an der gleichen Stelle zwei braun-orange Flächen, die aber in der Mitte unterbrochen sind. Honigbienen sammeln unablässig Nektar und Pollen für ihre jüngeren Geschwister im Bienen­stock. Ihre Hinterbeine sind Sammelbeine, oft tragen sie daran jeweils einen dicken Pollen­klumpen. Die Imker sagen dazu „Höschen“. Mistbienen kümmern sich nicht um ihre Kinder (Larven) in den Dreckpfützen und benutzen die Blüten nur als Versorgungsstation für sich selbst. Mistbienen „verschwenden“ also keine Zeit für die Kinderbetreuung und haben es deshalb nicht so eilig wie die Honigbienen. Man kann sie oft in Ruhe beobachten: Dass sie in Wirklichkeit Fliegen sind, sieht man, wenn sie sich „zufrieden“ die Hände (Vorder­beine) reiben. – Typisches Fliegen-Verhalten, das man auch an jeder Stubenfliege studieren kann. 

Honigbiene oder Mistbiene, das ist hier die Frage!
Abb. 1: Honigbiene oder Mistbiene, das ist hier die Frage!   Tipp: Merkmale bei Abb. 1 und 2 vergleichen. Auflösung am Schluss!

Fotos von Beate Steinmeyer
Welches ist die Honigbiene, welches die Mistbiene?
Abb. 2: Welches ist die Honigbiene welches die Mistbiene?
3 auf Winterling / Winterjasmin  4 auf Pfefferminze  5 auf Sommerflieder  6 auf Wegwarte 7 auf Herbstanemone
Fotos von Beate Steinmeyer

Honigbiene oder Mistbiene, das war hier die Frage!
Auflösung Abb. 1: 1 Honigbiene und 2 Mistbiene im Vergleich 
Auflösung Abb. 2: Honigbiene 3a, 4a, 5b, 6a, 7b Mistbiene 3b, 4b, 5a, 6b, 7a

Agenda-Diplom-Tipp Nr. 12: Schau mal ein Igel!

Foto Programmhefte Casa Mellifera

Liebe Agenda-Diplom-Kinder,

alle die sich für das Programm 2020 ab März angemeldet haben, erhielten in dieser Woche Post mit einem kleinen Igel-Bastelset vom Agendabüro.  Natürlich lässt sich der Igel auch mit jedem alten Buch basteln. Die Anleitung (212,5 KiB) dafür hat Malina für euch zusammengestellt.


Selbstverständlich bekommt ihr dafür auch einen Sticker für euren Agenda-Pass. Ein einzelnes Foto von eurem Igel genügt, gesendet an agenda@ludwigsburg.de und ihr erhaltet einen Agenda-Diplom Sticker.

Augen auf! - im August: Huch eine Hornisse!

So kann man sich täuschen!GARTEN VOLLER LEBEN von Beate Steinmeyer

Hornissen und –schwebfliegen
Hornissen und –schwebfliegen
 
1 Eine Hornissen-Schwebfliege stärkt sich mit Nektar und Pollen auf einer blühenden Pfefferminze. Typisch: große, gelbe „Nase“.
2 Die Hornisse ist erkennbar an ihren langen Antennen, ihrer schlanken Taille und ihren etwas kleineren Augen.
3 Auf diesem Foto sieht man, dass die Hornissen-Schwebfliege viel plumper gebaut ist.
4 Das würde keine Hornisse machen: Die Hornissen-Schwebfliege „sitzt“ auf ihrem Hintern, richtet sich auf und reibt sich die „Hände“.
5 Das würde keine Schwebfliege machen:  Eine Hornisse hat eine Hummel erbeutet und zerlegt sie nun. Dabei hängt sie kopfunter und hält sich nur mit den Hinterbeinen an einer Blüte  fest.
6 Erwachsene Hornissen ernähren sich hauptsächlich von süßen Pflanzensäften.
  
Fotos von Beate Steinmeyer

Aber ist es wirklich eine? Viel langsamer, viel plumper, große braune Augen, Antennen (Fühler)  kaum sichtbar, sehr große, gelbe „Nase“ bis weit in die Stirn – und jetzt sitzt sie gemütlich da und reibt sich die Hände (Vorderbeine). – Nein, dieses Tier „tut“ nur so, als ob es eine Hornisse wäre. In Wirk­lich­keit ist es ein Zweiflügler, genau gesagt eine Hor­nis­sen-Schweb­fliege (Nr. 1, 3 und 4 im Bild), und  gar nicht verwandt mit der Hornisse.

Nicht nur wir Menschen lassen uns täuschen. Vermutlich haben auch viele Vögel, Libellen und andere mögliche Fressfeinde diese harmlose Fliege für eine wehrhafte Wespe gehalten und in Ruhe gelassen. So haben immer die Hornissen-ähnlichsten Schwebfliegen überlebt. Ohne es selbst zu ahnen, wurden diese harmlosen Tierchen den als gefährlich geltenden Hornissen immer ähnlicher.  So etwas nennt man in der Biologie Mimikry (Signaltäuschung). Man spricht von „Vorbild und Nach­ahmer“, aber die Schwebfliegen können gar nichts dafür. Es waren ihre Feinde, die sie so „gezüchtet“ haben.
Auch noch auf andere Art sind die Hornissen-Schwebfliegen von ihren „Vorbildern“ abhängig. Die Weibchen schleichen sich in deren Nester ein und legen dort ihre Eier ab. Warum sich die Hornissen dies gefallen lassen, ist nicht ganz klar. Wissen sie selbst nicht so genau, wie eine Hornisse aussehen muss? Man nimmt an, dass diese Schweb­flie­gen auch Hornissen­-mäßig riechen.  Vielleicht sind sie für diese auch nützlich, denn sie leben vom Abfall im Nest und beseitigen die Reste toter Beutetiere und Larven. Manchmal vergreifen sie sich aber wohl auch an lebenden Hornissenlarven.
Auf jeden Fall ersparen die Schwebfliegen sich selbst damit eine Menge Arbeit. Ihre „Wirtinnen“, die Hor­nis­sen, bauen ein Nest aus zerkauten Holzfasern, erweitern es ständig und kühlen es bei Hitze mit Wasser. Sie jagen andere Insekten, zerkauen sie und füttern damit die Larven in ihrem Nest. Kein Wunder, dass Hornissen ständig in Eile sind. Sie sind viel schwieriger zu fotografieren als ihre „Nach­ahmerinnen“, die Hornissen-Schwebfliegen. Nur wenn sie, kopfunter an ihren Hinterbeinen hängend, ein erbeutetes Insekt zerlegen, halten sie einige Minuten einigermaßen still.  
Wie kann man nun erkennen, ob man wirklich eine Hornisse vor sich hat? – Ist das Insekt vorne braun und hinten gelb-schwarz? Hat es lange Fühler und starke Kiefer? Ist seine Taille sehr schlank (Wespentaille)? Fliegt es unermüdlich die Pflanzen einer Wiese ab? Frisst es an Trauben und anderen Früchten? Dann ist es wahrscheinlich eine Hornisse (Nr. 2, 5 und 6 im Bild).
Panik ist aber auch in diesem Fall nicht angesagt: Als größte einheimische Wespe besitzt die Hornisse zwar etwas mehr Gift als die Deutsche und die Gemeine Wespe, die einen auf Balkon und Terrasse nerven. Sie ist aber lang nicht so stechfreudig wie diese und hält lieber Abstand zum Menschen. Ihr Gift ist etwa so stark wie andere Wespengifte.
Beobachtet man dagegen ein Hornissen-ähnliches Insekt auf den Blüten von Pfefferminze oder Sommerflieder, dann genau hinschauen: Plumper Körper, ganz kurze Antennen, große, gelbe Nase – Hornissen-Schwebfliege!

Augen auf! - im Juli: Kolibris in Ludwigsburg?

Garten voller Leben von Beate Steinmeyer

1 Das Taubenschwänzchen sieht wirklich fast wie ein Kolibri aus. Sogar eine Pupille scheint es zu haben.  
2 Im Flug kann der lange Rüssel platzsparend eingerollt werden 
3 Taubenschwänzchen Anfang März auf Winterschneeball  und 
4 im Sommer auf Phlox 
5 Sommerwiese mit gelb blühen­dem Labkraut 
6 Hummelschwärmer auf Sommerflieder
7 Raupe des Mittleren Wein­schwär­mers, eines nachtaktiven Verwandten des  Taubenschwänzchens
 
Bilder: Beate Steinmeyer

So kann man sich täuschen!
GARTEN VOLLER LEBEN                von Beate Steinmeyer

Huch, eine Hornisse!

Aber ist es wirklich eine? Viel langsamer, viel plumper, große braune Augen, Antennen (Fühler)  kaum sichtbar, sehr große, gelbe „Nase“ bis weit in die Stirn – und jetzt sitzt sie gemütlich da und reibt sich die Hände (Vorderbeine). – Nein, dieses Tier „tut“ nur so, als ob es eine Hornisse wäre. In Wirk­lich­keit ist es ein Zweiflügler, genau gesagt eine Hor­nis­sen-Schweb­fliege (Abb. 1, 3 und 4), und  gar nicht verwandt mit der Hornisse.
Nicht nur wir Menschen lassen uns täuschen. Vermutlich haben auch viele Vögel, Libellen und andere mögliche Fressfeinde diese harmlose Fliege für eine wehrhafte Wespe gehalten und in Ruhe gelassen. So haben immer die Hornissen-ähnlichsten Schwebfliegen überlebt. Ohne es selbst zu ahnen, wurden diese harmlosen Tierchen den als gefährlich geltenden Hornissen immer ähnlicher.  So etwas nennt man in der Biologie Mimikry (Signaltäuschung). Man spricht von „Vorbild und Nach­ahmer“, aber die Schwebfliegen können gar nichts dafür. Es waren ihre Feinde, die sie so „gezüchtet“ haben.
Auch noch auf andere Art sind die Hornissen-Schwebfliegen von ihren „Vorbildern“ abhängig. Die Weibchen schleichen sich in deren Nester ein und legen dort ihre Eier ab. Warum sich die Hornissen dies gefallen lassen, ist nicht ganz klar. Wissen sie selbst nicht so genau, wie eine Hornisse aussehen muss? Man nimmt an, dass diese Schweb­flie­gen auch Hornissen­-mäßig riechen.  Vielleicht sind sie für diese auch nützlich, denn sie leben vom Abfall im Nest und beseitigen die Reste toter Beutetiere und Larven. Manchmal vergreifen sie sich aber wohl auch an lebenden Hornissenlarven.
Auf jeden Fall ersparen die Schwebfliegen sich selbst damit eine Menge Arbeit. Ihre „Wirtinnen“, die Hor­nis­sen, bauen ein Nest aus zerkauten Holzfasern, erweitern es ständig und kühlen es bei Hitze mit Wasser. Sie jagen andere Insekten, zerkauen sie und füttern damit die Larven in ihrem Nest. Kein Wunder, dass Hornissen ständig in Eile sind. Sie sind viel schwieriger zu fotografieren als ihre „Nach­ahmerinnen“, die Hornissen-Schwebfliegen. Nur wenn sie, kopfunter an ihren Hinterbeinen hängend, ein erbeutetes Insekt zerlegen, halten sie einige Minuten einigermaßen still.  
Wie kann man nun erkennen, ob man wirklich eine Hornisse vor sich hat? – Ist das Insekt vorne braun und hinten gelb-schwarz? Hat es lange Fühler und starke Kiefer? Ist seine Taille sehr schlank (Wespentaille)? Fliegt es unermüdlich die Pflanzen einer Wiese ab? Frisst es an Trauben und anderen Früchten? Dann ist es wahrscheinlich eine Hornisse (Abb. 2, 5 und 6).
Panik ist aber auch in diesem Fall nicht angesagt: Als größte einheimische Wespe besitzt die Hornisse zwar etwas mehr Gift als die Deutsche und die Gemeine Wespe, die einen auf Balkon und Terrasse nerven. Sie ist aber lang nicht so stechfreudig wie diese und hält lieber Abstand zum Menschen. Ihr Gift ist etwa so stark wie andere Wespengifte.
Beobachtet man dagegen ein Hornissen-ähnliches Insekt auf den Blüten von Pfefferminze oder Sommerflieder, dann genau hinschauen: Plumper Körper, ganz kurze Antennen, große, gelbe Nase – Hornissen-Schwebfliege!

Augen auf! - im Juli: Wie kann man Blütenstaub transportieren?

Garten voller Leben von Beate Steinmeyer

1 Die winzigen Maskenbienen transportieren den Pollen im Kropf
2 Blattschneiderbiene auf einer Gartenwicke zeigt ihre Bauchbürste 
3 Zaunrüben-Sandbiene noch fast unbeladen und 
4 voll beladen 
5 Furchenbiene transportiert Wegwarten-Pollen an ihren Sammelbeinen 
6 Honigbiene hat den Wegwarten-Pollen viel kompakter „verpackt“ 
7 Von der Hummel an der Gartenwicken-Blüte sieht man nur die Höschen 
8 Bienen-Männchen (hier ein Maskenbienen-Drohn) sammeln keinen Pollen
Bilder: Beate Steinmeyer

Bienenkinder bekommen jeden Tag das gleiche Essen: Blütenstaub (Pollen) und Nektar. Manche Arten, z.B. die Zaunrüben-Sandbiene (Abbildung 3 und 4), sammeln für ihre Larven den Pollen nur von einer einzigen Art oder von wenigen verwandten Pflanzenarten. Meist „eilen“ sie hektisch von Blüte zu Blüte, um genügend Nahrung für ihre Kinder oder jüngeren Geschwister zusammenzutragen. Aber wie kann man „Staub“ im schnellen Flug ins Nest transportieren, ohne unterwegs die Hälfte zu verlieren?
Am einfachsten: Schlucken. So machen es die kleinen, fast unbehaarten Maskenbienen (Abbildung 1). Sie benützen dazu eine Art Kropf und würgen den Pollen im Nest wieder hervor.

„Bauchsammlerinnen“ besitzen eine sogenannte Bauchbürste. Schon auf der Blüte sieht man sie ständig mit zweien ihrer drei Beinpaare arbeiten, um den Pollen in die Bürste zu befördern. Besonders gut kann man die Bauchbürste bei den Blattschneiderbienen ( Abbildung 2) sehen, wenn sie z.B. auf einer Wickenblüte sitzen: Sie klappen meist ihren Hinterleib nach oben, so dass die Unterseite sichtbar wird. Im Nest wird der Pollen wieder vom Bauch abgestreift.

Voll bepackt transportieren die „Beinsammlerinnen“ große Blütenstaub-Mengen an ihren behaarten Hinterbeinen. Diese Sammeleinrichtung besitzen die Furchenbienen (Abbildung 5) und die Sandbienen (Abbildung 3 und 4). Hosenbienen haben schon unbepackt auffällig dicke, pelzige Hinterbeine.

Besonders kompakt können die Hummeln (Abbildung 7) und die Honigbienen (Abbildung 6) den Pollen unterbringen, denn sie haben an ihren Hinterbeinen Pollenkörbchen aus Chitinborsten. Schon während des Sammelns kämmen und bürsten sie ständig ihren Pelz aus und schieben den Pollen in die Körbchen. Ein bisschen Nektar draufgegeben und schon hält’s zusammen. So entsteht an jedem Hinterbein auf einem Sammelflug ein dicker Pollenklumpen, der von den Imkern als Höschen (Abbildung 7) bezeichnet wird. Bis zu einem Drittel ihres eigenen Gewichts kann eine Honigbiene so transportieren. Sehr flott geht das Entladen der Körbchen im Hummelnest oder im Bienenstock.

Manchmal schaffen es die Honigbienen mit den Pollenhöschen gar nicht bis zu den Waben, denn viele Imker möchten den Blütenpollen ernten und als „Superfood“ für Menschen verkaufen. Sie bringen am Eingang des Bienenstocks ein feinmaschiges Gitter an, die Pollenfalle. Die heimkehrenden Bienen haben es so eilig, dass sie mit ihren Höschen daran hängen bleiben und sie abstreifen. Die Biene lässt sich davon nicht beirren. Sie liefert den gesammelten Nektar ab und startet zum nächsten Sammelflug.
Männliche Bienen (Drohnen) können keinen Pollen sammeln. Man sieht sie deshalb viel seltener auf Blüten. Die Männchen der Honigbiene bedienen sich an den Vorräten ihres Volkes und werden sogar von ihren Schwestern gefüttert.

Augen auf! - im Juli: Der Marienkäfer

Garten voller Leben von Beate Steinmeyer

1 Eier
2 Larve und
3 erwachsener Vierpunkt
4 zwei Harlekin-Marienkäfer
5 die Larve und
6 die Puppe dazu
7 Vierzehnfleck-Marienkäfer in einer Blattlauskolonie
8 Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer
9 kein Marienkäfer, sondern ein Ameisen-Sackkäfer
Bilder: Beate Steinmeyer

Zwei, sieben, viele Punkte!

Wie viele Punkte hat ein Marienkäfer? „Sieben“, wäre wohl die häufigste Antwort auf diese Frage. Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist der bekannteste. Wenn es nicht zu kalt ist, sieht man ihn oft schon im Februar und auch noch im Oktober, denn er überwintert als “fertiger“ Käfer. Nach der Paarung sucht sich das Weibchen Pflanzen mit Blattläusen und legt darauf seine Eier ab. Wenn die Larve schlüpft, macht sie sich sofort über die Blattläuse her und frisst, bis ihre Haut zu eng wird und sie sich häuten muss. Danach kommen die nächsten Blattläuse dran, die nächste Häutung... Dreimal schlüpft wieder eine Larve aus der zu eng gewordenen Haut, beim vierten Mal klebt sie sich mit mehreren kurzen Fäden auf einem Blatt fest und muckst sich bis zu zwei Wochen nicht mehr. Das Innere dieser Puppe ist eine einzige große Baustelle, es entsteht praktisch ein neues Tier, das völlig anders aussieht und sich anders verhält: Es kann fliegen, sich paaren, Eier legen... Nur der Appetit bleibt gleich: Lieblingsspeise Blattläuse, Beilage bei Bedarf Spinnmilben und andere kleine Pflanzensauger. Hunderte davon verspeist ein einziger Marienkäfer. So kann man oft beobachten, wie verlauste Rosenknospen innerhalb einer Woche völlig „clean“ werden.

So ähnlich machen es die meisten Marienkäfer. Einen anderen Geschmack haben die gelben Zwei­und­zwanzig­punkt- Marienkäfer, sie leben als Larve und als erwachsenes Insekt von Mehltau, einem Pilz, der Pflanzen im Garten befällt. Auch der Luzerne-Marienkäfer ist ein reiner Veganer. Er frisst kleine Löcher in die Oberseite von krautigen Pflanzen.

Wie steht es nun mit der Punktezahl?
Wenn man nach den Artnamen geht, wäre das Minimum zwei, denn es gibt einen Zweipunkt-Marienkäfer. Allerdings wird er manchmal vom Harlekin-Marienkäfer (auch Asiatischer Marienkäfer genannt) unterboten. Der hat manchmal null Punkte, kann aber auch zwei oder vier oder ganz viele haben. Anscheinend schauen die Tiere bei der Partnerwahl nicht darauf: Rot mit vielen schwarzen Punkten, schwarz mit zwei oder vier roten, einfarbig – egal, Hauptsache Harlekin.
Zählt man beim Zweiundzwanzigpunkt nach, so kommt man auf mindestens vierundzwanzig Punkte, aber der Käfer ist winzig und Vierundzwanzigpunkt hieß damals wohl schon der Luzerne-Marienkäfer. Beim schwarz-gelben oder gelb-schwarzen Vierzehnpunkt sind es eigentlich langgezogene Vierecke, die oft ineinander übergehen.

Marienkäfer sind meist leicht zu entdecken, denn sie sind überhaupt nicht getarnt. Ihre kontrast­reiche Färbung wirkt wie ein Warnschild und das mit gutem Grund: Bei Gefahr können Marienkäfer an ihren Gelenken eine gelbe Flüssigkeit abgeben. Sie soll bitter schmecken und vor allem riecht sie sehr unangenehm. Deshalb lieber nicht anfassen! Man bekommt den Gestank  erst durch mehrmaliges gründliches Waschen wieder ab.

Einen etwas groß geratenen „Stretch-Marienkäfer“ kann man oft abends beobachten, wenn er sich für seine Nachtruhe an einem Gras oder einem Blatt festgebissen hat: Den Ameisen-Sackkäfer. Er hat aber nichts mit den Marien­käfern zu tun, denn  er gehört zur Familie der Blattkäfer. Er frisst Blätter von Bäumen. Die Weibchen legen ihre Eier in einer Hülle aus ihrem Kot am Boden ab. Die Larven entwickeln sich in Ameisennestern.
 
 

Augen auf! - im Juli: Arme Laus! - von Feinden umgeben

Eine Blattlaus ist nicht zu beneiden: Für eine große Anzahl anderer Tiere sind sie lediglich ein gefundenes Fressen. So ist es zu erklären, dass Pflanzen manchmal schwarz von Läusen sind – und dass man ein paar Wochen später nur noch ein paar kleine Blattlauskolonien unter den Blättern findet.

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Die Läuse gleichen das aus, indem sie sich unglaublich schnell vermehren. Sie haben dazu eine raffinierte Methode: Die Jungfernzeugung. Eine flügellose Blattlaus braucht keinen Partner, um sich fortzupflanzen, das kann sie ganz alleine. Also: Keine aufwendige und gefährliche Partnersuche, keine Balz, keine Paarung. Außerdem müssen sie dazu nicht erst „erwachsen“ werden, sondern können kurz nach ihrer eigenen Geburt schon wieder Junge bekommen. Sie schlüpfen auch nicht aus einem Ei, sondern werden lebend geboren und sind lebendgebärend, legen also keine Eier. „Vorne“ saugen sie mit ihrem Rüssel Pflanzensäfte, hinten scheiden sie süßen Honigtau aus und gebären pro Tag bis zu fünf Kinder. Erst ihre Urur...urenkelinnen legen nach einigen Wochen Eier, aus denen geflügelte Männchen und Weibchen schlüpfen. Diese paaren sich und die Weibchen legen Eier, aus denen ungeflügelte Weibchen schlüpfen.

Wie gesagt, viele Blattläuse werden von anderen Tieren gefressen. Darauf wollen sich aber die meisten Pflan­zen­freun­de nicht verlassen. Sobald sie ein paar Blattläuse entdecken, versuchen sie sie zu beseitigen: Absammeln, Zerdrücken, Abwaschen, Vergiften... Dann sind die Läuse erst mal weg und ihre Feinde ebenfalls zerdrückt, abgewaschen, vergiftet – oder verhungert. Ein paar Läuse haben aber überlebt und dank Jung­fern­zeu­gung produzieren sie im Nu hunderte Töchter, Enkelinnen und Urenkelinnen. Ihre Feinde mit ihrer umständlichen Fortpflanzung kommen da nicht mit – die Blattläuse haben gesiegt.

Programm Casa Mellifera von Mai 2020 bis November 2020

Mit dem neuen Programm präsentiert sich das NaturInfoZentrum Casa Mellifera bis November 2020 mit vielfältigen Angeboten verschiedener Akteure, Umweltverbände und Institutionen aus dem Bereich Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Momentan ist der Betrieb eingestellt, der Zeitpunkt der Wiederaufnahme wird über die Presse bekannt gegeben.
 
Für alle ist etwas dabei: Naturerlebnisse für Kinder, Imkerführungen und Naturpädagogik für Schulklassen, Kitas und Gruppen, Naturgeburtstage,  Aktionstage für die ganze Familie und vieles mehr
 
Das NaturInfoZentrum steht generell allen Ludwigsburger Schulen und Kitas für Unterricht, Lerngänge, Ausflüge für Bildungszwecke im Bereich Natur und Umwelt zur Verfügung. Naturerlebnisangebote können bei den erfahrenen Naturpädagoginnen von NaturNetz Ludwigsburg dazu gebucht werden. Ein Schwerpunktthema ist im Honigbienenhaus natürlich die Führung zu den Bienen mit einem Blick ins Bienenvolk durch Mitglieder des Imkervereins Ludwigsburg und des Freundeskreises Casa Mellifera.
 
Das inzwischen seit 11 Jahren bestehende Agenda-Diplom-Programm für Kinder ist in dieser umfassenden Programmbroschüre ebenso integriert. Auch diesmal verspricht das Programm jede Menge Spaß und Lehrreiches zugleich. Ganz nebenbei erfahren die Kinder viel über ihre Umwelt und über die Auswirkungen, die das eigene Handeln auf eine nachhaltige Entwicklung haben kann. Von Mai 2020 bis November 2020 gibt es viele Angebote.
 
Bei der „Schatzsuche am Hungerberg“ geht es auf spannende Entdeckungsreise rund um den ehemaligen Steinbruch. Bei „Was tun wenn’s brennt“ lernen Ludwigsburger Kinder wie sie sich im Notfall verhalten sollen. Wo genau Holz an Pflanzen wächst, erfahrt ihr bei „Rund ums Holz“. Des Weiteren erfahren die Kinder viel über Lebensmittel, sie basteln aus Naturmaterialien Masken und erfahren Interessantes über die Honigbienen, andere Insekten und das Leben in Tümpel und Teich. Für jede Teilnahme eines Agenda-Programms erhalten die Kinder einen Sticker zum Einkleben in ihren Agenda-Pass. Ebenfalls werden Sticker an einzelnen Veranstaltungen der Kinderuni, den Aktionstagen der Umweltakademie im NaturInfoZentrum Casa Mellifera und des Ferienspaßprogramms der Stadt Ludwigsburg ausgegeben. Wie gewohnt benötigt man sechs Sticker, um mit dem Agenda-Diplom ausgezeichnet zu werden.
 
Für jede Teilnahme eines Agenda-Programms erhalten die Kinder einen Sticker zum Einkleben in ihren Agenda-Pass. Ebenfalls werden Sticker an einzelnen Veranstaltungen der Kinderuni, den Aktionstagen der Umweltakademie im NaturInfoZentrum Casa Mellifera und des Ferienspaßprogramms der Stadt Ludwigsburg ausgegeben. Wie gewohnt benötigt man sechs Sticker, um mit dem Agenda-Diplom ausgezeichnet zu werden.

Das Programm finden Sie online unter www.ludwigsburg.de/agendabuero. Anmeldungen nimmt das Agendabüro ab 6. April 2020 online unter www.ludwigsburg.de/agendabuero oder per Teilnehmerkarte (im Programmheft) entgegen.
Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an das Agendabüro, Fachbereich Bürgerschaftliches Engagement, Soziales und Wohnen unter der Telefonnummer (07141) 910 2027 oder per E-Mail an agenda@ludwigsburg.de.

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Ansprechpartner

Susanne Schreiner
Telefon 07141 910-2027
Fax 07141 910-2791
Gebäude: Obere Marktstraße 1
Raum: 212
Aufgaben: Agendabüro und Umweltprojekte

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