Aktuelles

Neuigkeiten aus Projekten und Hinweise zu Veranstaltungen

Tipps für Kids: Agenda-Diplom zuhause machen

Beim Agenda-Diplom bekommen Kinder auf spielerische und unterhaltsame Weise einen besonderen Bezug zu Natur und Umwelt - das Programm der Lokalen Agenda Ludwigsburg gibt es jetzt auch für zuhause! Hier auf der Seite findet ihr die Tipps, nach und nach ergänzt.


Augen auf! - im August: Nicht jede „Biene“ macht Honig

Honigbiene oder Mistbiene, das ist hier die Frage!
GARTEN VOLLER LEBEN von Beate Steinmeyer

Schwebfliegen gehören zur Insektenordnung der Zweiflügler. Viele Naturfreunde haben schon ihren Schwirrflug beobachtet. Wie ein Hubschrauber können sie auf der Stelle fliegen, um zu entscheiden, welche Blüte sie besuchen wollen, oder um sich einen Menschen genau anzusehen.
Eine andere Schwebfliegen-Spezialität ist die Mimikry: Viele von ihnen sehen wie „jemand ganz anderes“ aus. So gibt es Hornissen-, Wespen-, Bienen- und Hummel-Schwebfliegen. Die meisten sind schwarz-gelb, was von vielen Tieren als „Vorsicht, gefährlich!“  interpretiert wird. In Wirklichkeit  sind sie alle völlig harmlos.

Eine recht unauffällige Art heißt korrekt Scheinbienen-Keilfleck-Schwebfliege. Fast jeder hat sie schon einmal mit einer Honigbiene verwechselt.  Die meisten Leute nennen sie einfach Mistbiene.
Dieser unschöne Name kommt daher, dass sich die Mistbienen-Larven zwar nicht direkt in Mist, aber meist in trüben Flüssigkeiten entwickeln, also in überdüngten Tümpeln, in Pflanzen-Jauche im Garten und überall, wo irgendwelche „Reststoffe“ im Wasser vergammeln. Da in solchen Pfützen der Sauer­stoff knapp ist, atmen sie mit einer Art Schnorchel.

Die erwachsenen Mistbienen (Abb. 2) trifft man jedoch wie Honigbienen (Abb. 1) von Februar bis November an warmen Tagen auf Blüten. Gelegentlich begegnen die beiden sich auf einer Pflanze, z.B. auf Winter­ling und Winterjasmin (Abb. 3a bzw. b), auf blühender Minze  (Abb. 4 a und b), auf Sommer­flieder (Abb. 5 a und b), auf Wegwarten (Abb. 6 a und b) auf Herbstanemonen (Abb. 7 a und b) und auf vielen anderen Pflanzen.
Sie sind wirklich leicht zu verwechseln, denn die Mistbienen sehen nicht nur bienenähnlich aus, sie verhalten sich auch so. Dies ist die beste Garantie dafür, von Mensch und Tier in Ruhe gelassen zu werden.  Dass Honigbienen stechen können, scheint sich herumgesprochen zu haben.

Wie kann man nun erkennen, ob man eine Mistbiene oder eine Honigbiene vor sich hat?

Honigbienen haben ziemlich lange Fühler (Antennen), Mistbienen dagegen sehr kurze. Die Augen der Honigbienen sind kleiner als die der Mistbienen. Die Taille der Honigbienen ist sehr schlank und beweglich: Mistbienen dagegen sind eher plump. Am Ende ihres Vorderleibs sitzt ein halbmondförmiges, behaartes Schildchen. Der Hinterleib der Honigbienen ist bei den meisten Rassen hellbraun, bei anderen trägt er gleich nach der Taille ein oder zwei durchgehende braune-orange Querstreifen. Mistbienen dagegen besitzen an der gleichen Stelle zwei braun-orange Flächen, die aber in der Mitte unterbrochen sind. Honigbienen sammeln unablässig Nektar und Pollen für ihre jüngeren Geschwister im Bienen­stock. Ihre Hinterbeine sind Sammelbeine, oft tragen sie daran jeweils einen dicken Pollen­klumpen. Die Imker sagen dazu „Höschen“. Mistbienen kümmern sich nicht um ihre Kinder (Larven) in den Dreckpfützen und benutzen die Blüten nur als Versorgungsstation für sich selbst. Mistbienen „verschwenden“ also keine Zeit für die Kinderbetreuung und haben es deshalb nicht so eilig wie die Honigbienen. Man kann sie oft in Ruhe beobachten: Dass sie in Wirklichkeit Fliegen sind, sieht man, wenn sie sich „zufrieden“ die Hände (Vorder­beine) reiben. – Typisches Fliegen-Verhalten, das man auch an jeder Stubenfliege studieren kann. 

Honigbiene oder Mistbiene, das ist hier die Frage!
Abb. 1: Honigbiene oder Mistbiene, das ist hier die Frage!   Tipp: Merkmale bei Abb. 1 und 2 vergleichen. Auflösung am Schluss!

Fotos von Beate Steinmeyer
Welches ist die Honigbiene, welches die Mistbiene?
Abb. 2: Welches ist die Honigbiene welches die Mistbiene?
3 auf Winterling / Winterjasmin  4 auf Pfefferminze  5 auf Sommerflieder  6 auf Wegwarte 7 auf Herbstanemone
Fotos von Beate Steinmeyer

Honigbiene oder Mistbiene, das war hier die Frage!
Auflösung Abb. 1: 1 Honigbiene und 2 Mistbiene im Vergleich 
Auflösung Abb. 2: Honigbiene 3a, 4a, 5b, 6a, 7b Mistbiene 3b, 4b, 5a, 6b, 7a

Agenda-Diplom-Tipp Nr. 12: Schau mal ein Igel!

Foto Programmhefte Casa Mellifera

Liebe Agenda-Diplom-Kinder,

alle die sich für das Programm 2020 ab März angemeldet haben, erhielten in dieser Woche Post mit einem kleinen Igel-Bastelset vom Agendabüro.  Natürlich lässt sich der Igel auch mit jedem alten Buch basteln. Die Anleitung (212,5 KiB) dafür hat Malina für euch zusammengestellt.


Selbstverständlich bekommt ihr dafür auch einen Sticker für euren Agenda-Pass. Ein einzelnes Foto von eurem Igel genügt, gesendet an agenda@ludwigsburg.de und ihr erhaltet einen Agenda-Diplom Sticker.

Augen auf! - im August: Huch eine Hornisse!

So kann man sich täuschen!GARTEN VOLLER LEBEN von Beate Steinmeyer

Hornissen und –schwebfliegen
Hornissen und –schwebfliegen
 
1 Eine Hornissen-Schwebfliege stärkt sich mit Nektar und Pollen auf einer blühenden Pfefferminze. Typisch: große, gelbe „Nase“.
2 Die Hornisse ist erkennbar an ihren langen Antennen, ihrer schlanken Taille und ihren etwas kleineren Augen.
3 Auf diesem Foto sieht man, dass die Hornissen-Schwebfliege viel plumper gebaut ist.
4 Das würde keine Hornisse machen: Die Hornissen-Schwebfliege „sitzt“ auf ihrem Hintern, richtet sich auf und reibt sich die „Hände“.
5 Das würde keine Schwebfliege machen:  Eine Hornisse hat eine Hummel erbeutet und zerlegt sie nun. Dabei hängt sie kopfunter und hält sich nur mit den Hinterbeinen an einer Blüte  fest.
6 Erwachsene Hornissen ernähren sich hauptsächlich von süßen Pflanzensäften.
  
Fotos von Beate Steinmeyer

Aber ist es wirklich eine? Viel langsamer, viel plumper, große braune Augen, Antennen (Fühler)  kaum sichtbar, sehr große, gelbe „Nase“ bis weit in die Stirn – und jetzt sitzt sie gemütlich da und reibt sich die Hände (Vorderbeine). – Nein, dieses Tier „tut“ nur so, als ob es eine Hornisse wäre. In Wirk­lich­keit ist es ein Zweiflügler, genau gesagt eine Hor­nis­sen-Schweb­fliege (Nr. 1, 3 und 4 im Bild), und  gar nicht verwandt mit der Hornisse.

Nicht nur wir Menschen lassen uns täuschen. Vermutlich haben auch viele Vögel, Libellen und andere mögliche Fressfeinde diese harmlose Fliege für eine wehrhafte Wespe gehalten und in Ruhe gelassen. So haben immer die Hornissen-ähnlichsten Schwebfliegen überlebt. Ohne es selbst zu ahnen, wurden diese harmlosen Tierchen den als gefährlich geltenden Hornissen immer ähnlicher.  So etwas nennt man in der Biologie Mimikry (Signaltäuschung). Man spricht von „Vorbild und Nach­ahmer“, aber die Schwebfliegen können gar nichts dafür. Es waren ihre Feinde, die sie so „gezüchtet“ haben.
Auch noch auf andere Art sind die Hornissen-Schwebfliegen von ihren „Vorbildern“ abhängig. Die Weibchen schleichen sich in deren Nester ein und legen dort ihre Eier ab. Warum sich die Hornissen dies gefallen lassen, ist nicht ganz klar. Wissen sie selbst nicht so genau, wie eine Hornisse aussehen muss? Man nimmt an, dass diese Schweb­flie­gen auch Hornissen­-mäßig riechen.  Vielleicht sind sie für diese auch nützlich, denn sie leben vom Abfall im Nest und beseitigen die Reste toter Beutetiere und Larven. Manchmal vergreifen sie sich aber wohl auch an lebenden Hornissenlarven.
Auf jeden Fall ersparen die Schwebfliegen sich selbst damit eine Menge Arbeit. Ihre „Wirtinnen“, die Hor­nis­sen, bauen ein Nest aus zerkauten Holzfasern, erweitern es ständig und kühlen es bei Hitze mit Wasser. Sie jagen andere Insekten, zerkauen sie und füttern damit die Larven in ihrem Nest. Kein Wunder, dass Hornissen ständig in Eile sind. Sie sind viel schwieriger zu fotografieren als ihre „Nach­ahmerinnen“, die Hornissen-Schwebfliegen. Nur wenn sie, kopfunter an ihren Hinterbeinen hängend, ein erbeutetes Insekt zerlegen, halten sie einige Minuten einigermaßen still.  
Wie kann man nun erkennen, ob man wirklich eine Hornisse vor sich hat? – Ist das Insekt vorne braun und hinten gelb-schwarz? Hat es lange Fühler und starke Kiefer? Ist seine Taille sehr schlank (Wespentaille)? Fliegt es unermüdlich die Pflanzen einer Wiese ab? Frisst es an Trauben und anderen Früchten? Dann ist es wahrscheinlich eine Hornisse (Nr. 2, 5 und 6 im Bild).
Panik ist aber auch in diesem Fall nicht angesagt: Als größte einheimische Wespe besitzt die Hornisse zwar etwas mehr Gift als die Deutsche und die Gemeine Wespe, die einen auf Balkon und Terrasse nerven. Sie ist aber lang nicht so stechfreudig wie diese und hält lieber Abstand zum Menschen. Ihr Gift ist etwa so stark wie andere Wespengifte.
Beobachtet man dagegen ein Hornissen-ähnliches Insekt auf den Blüten von Pfefferminze oder Sommerflieder, dann genau hinschauen: Plumper Körper, ganz kurze Antennen, große, gelbe Nase – Hornissen-Schwebfliege!

Augen auf! - im Juli: Kolibris in Ludwigsburg?

Garten voller Leben von Beate Steinmeyer

1 Das Taubenschwänzchen sieht wirklich fast wie ein Kolibri aus. Sogar eine Pupille scheint es zu haben.  
2 Im Flug kann der lange Rüssel platzsparend eingerollt werden 
3 Taubenschwänzchen Anfang März auf Winterschneeball  und 
4 im Sommer auf Phlox 
5 Sommerwiese mit gelb blühen­dem Labkraut 
6 Hummelschwärmer auf Sommerflieder
7 Raupe des Mittleren Wein­schwär­mers, eines nachtaktiven Verwandten des  Taubenschwänzchens
 
Bilder: Beate Steinmeyer

So kann man sich täuschen!
GARTEN VOLLER LEBEN                von Beate Steinmeyer

Huch, eine Hornisse!

Aber ist es wirklich eine? Viel langsamer, viel plumper, große braune Augen, Antennen (Fühler)  kaum sichtbar, sehr große, gelbe „Nase“ bis weit in die Stirn – und jetzt sitzt sie gemütlich da und reibt sich die Hände (Vorderbeine). – Nein, dieses Tier „tut“ nur so, als ob es eine Hornisse wäre. In Wirk­lich­keit ist es ein Zweiflügler, genau gesagt eine Hor­nis­sen-Schweb­fliege (Abb. 1, 3 und 4), und  gar nicht verwandt mit der Hornisse.
Nicht nur wir Menschen lassen uns täuschen. Vermutlich haben auch viele Vögel, Libellen und andere mögliche Fressfeinde diese harmlose Fliege für eine wehrhafte Wespe gehalten und in Ruhe gelassen. So haben immer die Hornissen-ähnlichsten Schwebfliegen überlebt. Ohne es selbst zu ahnen, wurden diese harmlosen Tierchen den als gefährlich geltenden Hornissen immer ähnlicher.  So etwas nennt man in der Biologie Mimikry (Signaltäuschung). Man spricht von „Vorbild und Nach­ahmer“, aber die Schwebfliegen können gar nichts dafür. Es waren ihre Feinde, die sie so „gezüchtet“ haben.
Auch noch auf andere Art sind die Hornissen-Schwebfliegen von ihren „Vorbildern“ abhängig. Die Weibchen schleichen sich in deren Nester ein und legen dort ihre Eier ab. Warum sich die Hornissen dies gefallen lassen, ist nicht ganz klar. Wissen sie selbst nicht so genau, wie eine Hornisse aussehen muss? Man nimmt an, dass diese Schweb­flie­gen auch Hornissen­-mäßig riechen.  Vielleicht sind sie für diese auch nützlich, denn sie leben vom Abfall im Nest und beseitigen die Reste toter Beutetiere und Larven. Manchmal vergreifen sie sich aber wohl auch an lebenden Hornissenlarven.
Auf jeden Fall ersparen die Schwebfliegen sich selbst damit eine Menge Arbeit. Ihre „Wirtinnen“, die Hor­nis­sen, bauen ein Nest aus zerkauten Holzfasern, erweitern es ständig und kühlen es bei Hitze mit Wasser. Sie jagen andere Insekten, zerkauen sie und füttern damit die Larven in ihrem Nest. Kein Wunder, dass Hornissen ständig in Eile sind. Sie sind viel schwieriger zu fotografieren als ihre „Nach­ahmerinnen“, die Hornissen-Schwebfliegen. Nur wenn sie, kopfunter an ihren Hinterbeinen hängend, ein erbeutetes Insekt zerlegen, halten sie einige Minuten einigermaßen still.  
Wie kann man nun erkennen, ob man wirklich eine Hornisse vor sich hat? – Ist das Insekt vorne braun und hinten gelb-schwarz? Hat es lange Fühler und starke Kiefer? Ist seine Taille sehr schlank (Wespentaille)? Fliegt es unermüdlich die Pflanzen einer Wiese ab? Frisst es an Trauben und anderen Früchten? Dann ist es wahrscheinlich eine Hornisse (Abb. 2, 5 und 6).
Panik ist aber auch in diesem Fall nicht angesagt: Als größte einheimische Wespe besitzt die Hornisse zwar etwas mehr Gift als die Deutsche und die Gemeine Wespe, die einen auf Balkon und Terrasse nerven. Sie ist aber lang nicht so stechfreudig wie diese und hält lieber Abstand zum Menschen. Ihr Gift ist etwa so stark wie andere Wespengifte.
Beobachtet man dagegen ein Hornissen-ähnliches Insekt auf den Blüten von Pfefferminze oder Sommerflieder, dann genau hinschauen: Plumper Körper, ganz kurze Antennen, große, gelbe Nase – Hornissen-Schwebfliege!

Augen auf! - im Juli: Wie kann man Blütenstaub transportieren?

Garten voller Leben von Beate Steinmeyer

1 Die winzigen Maskenbienen transportieren den Pollen im Kropf
2 Blattschneiderbiene auf einer Gartenwicke zeigt ihre Bauchbürste 
3 Zaunrüben-Sandbiene noch fast unbeladen und 
4 voll beladen 
5 Furchenbiene transportiert Wegwarten-Pollen an ihren Sammelbeinen 
6 Honigbiene hat den Wegwarten-Pollen viel kompakter „verpackt“ 
7 Von der Hummel an der Gartenwicken-Blüte sieht man nur die Höschen 
8 Bienen-Männchen (hier ein Maskenbienen-Drohn) sammeln keinen Pollen
Bilder: Beate Steinmeyer

Bienenkinder bekommen jeden Tag das gleiche Essen: Blütenstaub (Pollen) und Nektar. Manche Arten, z.B. die Zaunrüben-Sandbiene (Abbildung 3 und 4), sammeln für ihre Larven den Pollen nur von einer einzigen Art oder von wenigen verwandten Pflanzenarten. Meist „eilen“ sie hektisch von Blüte zu Blüte, um genügend Nahrung für ihre Kinder oder jüngeren Geschwister zusammenzutragen. Aber wie kann man „Staub“ im schnellen Flug ins Nest transportieren, ohne unterwegs die Hälfte zu verlieren?
Am einfachsten: Schlucken. So machen es die kleinen, fast unbehaarten Maskenbienen (Abbildung 1). Sie benützen dazu eine Art Kropf und würgen den Pollen im Nest wieder hervor.

„Bauchsammlerinnen“ besitzen eine sogenannte Bauchbürste. Schon auf der Blüte sieht man sie ständig mit zweien ihrer drei Beinpaare arbeiten, um den Pollen in die Bürste zu befördern. Besonders gut kann man die Bauchbürste bei den Blattschneiderbienen ( Abbildung 2) sehen, wenn sie z.B. auf einer Wickenblüte sitzen: Sie klappen meist ihren Hinterleib nach oben, so dass die Unterseite sichtbar wird. Im Nest wird der Pollen wieder vom Bauch abgestreift.

Voll bepackt transportieren die „Beinsammlerinnen“ große Blütenstaub-Mengen an ihren behaarten Hinterbeinen. Diese Sammeleinrichtung besitzen die Furchenbienen (Abbildung 5) und die Sandbienen (Abbildung 3 und 4). Hosenbienen haben schon unbepackt auffällig dicke, pelzige Hinterbeine.

Besonders kompakt können die Hummeln (Abbildung 7) und die Honigbienen (Abbildung 6) den Pollen unterbringen, denn sie haben an ihren Hinterbeinen Pollenkörbchen aus Chitinborsten. Schon während des Sammelns kämmen und bürsten sie ständig ihren Pelz aus und schieben den Pollen in die Körbchen. Ein bisschen Nektar draufgegeben und schon hält’s zusammen. So entsteht an jedem Hinterbein auf einem Sammelflug ein dicker Pollenklumpen, der von den Imkern als Höschen (Abbildung 7) bezeichnet wird. Bis zu einem Drittel ihres eigenen Gewichts kann eine Honigbiene so transportieren. Sehr flott geht das Entladen der Körbchen im Hummelnest oder im Bienenstock.

Manchmal schaffen es die Honigbienen mit den Pollenhöschen gar nicht bis zu den Waben, denn viele Imker möchten den Blütenpollen ernten und als „Superfood“ für Menschen verkaufen. Sie bringen am Eingang des Bienenstocks ein feinmaschiges Gitter an, die Pollenfalle. Die heimkehrenden Bienen haben es so eilig, dass sie mit ihren Höschen daran hängen bleiben und sie abstreifen. Die Biene lässt sich davon nicht beirren. Sie liefert den gesammelten Nektar ab und startet zum nächsten Sammelflug.
Männliche Bienen (Drohnen) können keinen Pollen sammeln. Man sieht sie deshalb viel seltener auf Blüten. Die Männchen der Honigbiene bedienen sich an den Vorräten ihres Volkes und werden sogar von ihren Schwestern gefüttert.

Augen auf! - im Juli: Der Marienkäfer

Garten voller Leben von Beate Steinmeyer

1 Eier
2 Larve und
3 erwachsener Vierpunkt
4 zwei Harlekin-Marienkäfer
5 die Larve und
6 die Puppe dazu
7 Vierzehnfleck-Marienkäfer in einer Blattlauskolonie
8 Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer
9 kein Marienkäfer, sondern ein Ameisen-Sackkäfer
Bilder: Beate Steinmeyer

Zwei, sieben, viele Punkte!

Wie viele Punkte hat ein Marienkäfer? „Sieben“, wäre wohl die häufigste Antwort auf diese Frage. Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist der bekannteste. Wenn es nicht zu kalt ist, sieht man ihn oft schon im Februar und auch noch im Oktober, denn er überwintert als “fertiger“ Käfer. Nach der Paarung sucht sich das Weibchen Pflanzen mit Blattläusen und legt darauf seine Eier ab. Wenn die Larve schlüpft, macht sie sich sofort über die Blattläuse her und frisst, bis ihre Haut zu eng wird und sie sich häuten muss. Danach kommen die nächsten Blattläuse dran, die nächste Häutung... Dreimal schlüpft wieder eine Larve aus der zu eng gewordenen Haut, beim vierten Mal klebt sie sich mit mehreren kurzen Fäden auf einem Blatt fest und muckst sich bis zu zwei Wochen nicht mehr. Das Innere dieser Puppe ist eine einzige große Baustelle, es entsteht praktisch ein neues Tier, das völlig anders aussieht und sich anders verhält: Es kann fliegen, sich paaren, Eier legen... Nur der Appetit bleibt gleich: Lieblingsspeise Blattläuse, Beilage bei Bedarf Spinnmilben und andere kleine Pflanzensauger. Hunderte davon verspeist ein einziger Marienkäfer. So kann man oft beobachten, wie verlauste Rosenknospen innerhalb einer Woche völlig „clean“ werden.

So ähnlich machen es die meisten Marienkäfer. Einen anderen Geschmack haben die gelben Zwei­und­zwanzig­punkt- Marienkäfer, sie leben als Larve und als erwachsenes Insekt von Mehltau, einem Pilz, der Pflanzen im Garten befällt. Auch der Luzerne-Marienkäfer ist ein reiner Veganer. Er frisst kleine Löcher in die Oberseite von krautigen Pflanzen.

Wie steht es nun mit der Punktezahl?
Wenn man nach den Artnamen geht, wäre das Minimum zwei, denn es gibt einen Zweipunkt-Marienkäfer. Allerdings wird er manchmal vom Harlekin-Marienkäfer (auch Asiatischer Marienkäfer genannt) unterboten. Der hat manchmal null Punkte, kann aber auch zwei oder vier oder ganz viele haben. Anscheinend schauen die Tiere bei der Partnerwahl nicht darauf: Rot mit vielen schwarzen Punkten, schwarz mit zwei oder vier roten, einfarbig – egal, Hauptsache Harlekin.
Zählt man beim Zweiundzwanzigpunkt nach, so kommt man auf mindestens vierundzwanzig Punkte, aber der Käfer ist winzig und Vierundzwanzigpunkt hieß damals wohl schon der Luzerne-Marienkäfer. Beim schwarz-gelben oder gelb-schwarzen Vierzehnpunkt sind es eigentlich langgezogene Vierecke, die oft ineinander übergehen.

Marienkäfer sind meist leicht zu entdecken, denn sie sind überhaupt nicht getarnt. Ihre kontrast­reiche Färbung wirkt wie ein Warnschild und das mit gutem Grund: Bei Gefahr können Marienkäfer an ihren Gelenken eine gelbe Flüssigkeit abgeben. Sie soll bitter schmecken und vor allem riecht sie sehr unangenehm. Deshalb lieber nicht anfassen! Man bekommt den Gestank  erst durch mehrmaliges gründliches Waschen wieder ab.

Einen etwas groß geratenen „Stretch-Marienkäfer“ kann man oft abends beobachten, wenn er sich für seine Nachtruhe an einem Gras oder einem Blatt festgebissen hat: Den Ameisen-Sackkäfer. Er hat aber nichts mit den Marien­käfern zu tun, denn  er gehört zur Familie der Blattkäfer. Er frisst Blätter von Bäumen. Die Weibchen legen ihre Eier in einer Hülle aus ihrem Kot am Boden ab. Die Larven entwickeln sich in Ameisennestern.
 
 

Ausstellung im Schaufenster im Casa Mellifera

Ausstellungsrundgang zu Hornissen und Wespen
 
Das „Casa Mellifera“ hat jetzt ein neues Angebot: das Ludwigsburger NaturInfoZentrum wird zum Schaufenster. Derzeit zwar noch nicht wieder drinnen geöffnet, ist draußen ein Besuch mit Abstand möglich. Bis Mitte Juli ist nun in einem Rundgang um das Gebäude die von der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg konzipierte Ausstellung "Faszinierende Welt von Hornissen und Wespen" im verglasten Gebäude von außen zu sehen. Die Ausstellung vermittelt Spannendes und Lehrreiches zur Lebensweise der Tiere.
Die Schau zeigt außerdem, wie Artenschutz im konfliktreichen Zusammenleben funktionieren kann. Ein Hornissenvolk vertilgt täglich ein halbes Kilogramm Insekten, die Nester bestehen aus zerkauten Holzfasern. Ein entdecktes Nest darf auch nicht einfach entfernt werden, denn Hornissen stehen unter Artenschutz.
 
Viele geplante Umweltbildungsangebote, auch die Aktions-Sonntage „Treffpunkt Natur“ und mehr werden im NaturInfoZentrum „Casa Mellifera“ nicht wie geplant stattfinden: „In meinem Büro türmen sich die Programmbroschüren mit vielen tollen Ideen und Angeboten von engagierten Akteuren, die wegen der Coronapandemie nicht verteilt werden konnten“, erklärt Susanne Schreiner vom Agendabüro der Stadt Ludwigsburg. Mit den Lockerungen der Beschränkungen für Veranstaltungen und Einrichtungen soll nun aber auch die Nutzung des Casa Melliferas wieder schrittweise ermöglicht werden.
 
Seit April gibt es bereits digitale Angebote für die Umweltbildung. In der Reihe „Augen auf“ zeigt Beate Steinmeyer jede Woche in einer neuen Folge, was man aktuell in der Natur beobachten kann, jeweils mit Bildern aus ihrem artenreichen Nutz- und Ziergarten. Solch ein Artenwissen ist natürlich ein unschätzbarer Reichtum für das NaturInfoZentrum. In der Reihe „Augen auf!“ soll dieser Schatz Woche für Woche mit einem weiteren Beobachtungstipp für die virtuellen Besucherinnen und Besucher des „Casa Mellifera“ gehoben werden und zum Entdecken raus in die Natur locken.
 
Weitere digitale Angebote sind die Naturbeobachtungstipps der Akademie für Natur- und Umweltschutz und die alternativen Angebote für die Agendadiplom-Kinder, die für eine aktive Teilnahme auch einen Sticker für ihren Agenda-Pass bekommen können. Das Stickersammeln geht also weiter – und alle Tipps sind regelmäßig ergänzt im Web zu finden auf www.ludwigsburg.de/agenda-tipps.

Info: Das Casa Mellifera befindet sich auf der Grünanlage am Hungerberg (Zugang über Marbacher Straße 193)
 

Augen auf! - im Juli: Arme Laus! - von Feinden umgeben

Eine Blattlaus ist nicht zu beneiden: Für eine große Anzahl anderer Tiere sind sie lediglich ein gefundenes Fressen. So ist es zu erklären, dass Pflanzen manchmal schwarz von Läusen sind – und dass man ein paar Wochen später nur noch ein paar kleine Blattlauskolonien unter den Blättern findet.

zur Bildergalerie bitte auf das Bild klicken

Die Läuse gleichen das aus, indem sie sich unglaublich schnell vermehren. Sie haben dazu eine raffinierte Methode: Die Jungfernzeugung. Eine flügellose Blattlaus braucht keinen Partner, um sich fortzupflanzen, das kann sie ganz alleine. Also: Keine aufwendige und gefährliche Partnersuche, keine Balz, keine Paarung. Außerdem müssen sie dazu nicht erst „erwachsen“ werden, sondern können kurz nach ihrer eigenen Geburt schon wieder Junge bekommen. Sie schlüpfen auch nicht aus einem Ei, sondern werden lebend geboren und sind lebendgebärend, legen also keine Eier. „Vorne“ saugen sie mit ihrem Rüssel Pflanzensäfte, hinten scheiden sie süßen Honigtau aus und gebären pro Tag bis zu fünf Kinder. Erst ihre Urur...urenkelinnen legen nach einigen Wochen Eier, aus denen geflügelte Männchen und Weibchen schlüpfen. Diese paaren sich und die Weibchen legen Eier, aus denen ungeflügelte Weibchen schlüpfen.

Wie gesagt, viele Blattläuse werden von anderen Tieren gefressen. Darauf wollen sich aber die meisten Pflan­zen­freun­de nicht verlassen. Sobald sie ein paar Blattläuse entdecken, versuchen sie sie zu beseitigen: Absammeln, Zerdrücken, Abwaschen, Vergiften... Dann sind die Läuse erst mal weg und ihre Feinde ebenfalls zerdrückt, abgewaschen, vergiftet – oder verhungert. Ein paar Läuse haben aber überlebt und dank Jung­fern­zeu­gung produzieren sie im Nu hunderte Töchter, Enkelinnen und Urenkelinnen. Ihre Feinde mit ihrer umständlichen Fortpflanzung kommen da nicht mit – die Blattläuse haben gesiegt.

Tipp der Umweltakademie Baden-Württemberg: Der Grünfink

Der Grünfink

Bildnachweis: Archiv Umweltakademie Claus König

Kleiner Samenknacker – Der Grünfink
 
Es ist Bruthochsaison bei den Vögeln.

Der Grünfink (Carduelis chloris) ist auf dem Weg zu seinem gut versteckten, napfförmigen Nest an einer bewachsenen Hausfassade. Der einstige Bewohner von lichten Baumbeständen und Waldrändern besiedelt heute die verschiedensten Siedlungsformen des Menschen. Hecken in Gärten, begrünte Hausfassaden, Streuobstwiesen und Parkanlagen in Großstädten: der Singvogel kommt dort vor, wo sich dem Brutpaar gute Verstecke für den Nistplatz bieten.

Der 14 bis 16 Zentimeter große und 23 bis 34 Gramm schwere Singvogel gehört, wie der Name Grünfink bereits vermuten lässt, zu der Familie der Finken, zu der auch der Buchfink, der Bergfink und der Gimpel zählen. Die gelbgrün bis graugrünen Männchen unter-scheiden sich anhand der Färbung etwas von den Weibchen, die insgesamt deutlich matter daher flattern. Bei beiden sind die Handschwingen auffällig gelb gefärbt und die schwarzen Flügelspitzen setzen sich vom restlichen grünen Gefieder ab. Das Gelege, in den aus Halmen und Zweigen gebauten Nestern, besteht aus fünf bis sechs weißlichen Eiern mit dunklen Punkten, die von den Grünfink-Weibchen ausgebrütet werden, während es vom Männchen mit Nahrung versorgt wird. Nach Angaben der Umweltakademie lebt die Brutvogelart fast ausschließlich vegetarisch und ernährt sich mit einem dafür bestens ausgerüsteten Schnabel von Samen, Knospen und Beeren. Zu seinen Leibspeisen zählen aber auch die Früchte der Hagebutte. Die nach dem etwa zweiwöchigen Brüten geschlüpften Jungvögel werden mit vorgeweichten Samen aufgepäppelt, bis sie das Nest verlassen.

Der Gesang des Grünfinks ähnelt dem eines Kanarienvogels und auf mehre kurze, kräftige „jüpp“ folgt oft ein gesteigertes Trällern, das am Ende in ein lang gezogenes „quäääääk“ mündet.
 
Tipp der Umweltakademie: Immer wieder werden zu dieser Jahreszeit angeblich verlassene Jungvögel gefunden. Jedoch verlassen die Jungen vieler Brutvogelarten den Brutplatz schon bevor ihr Gefieder vollständig ausgewachsen ist und sie richtig fliegen können. Beobachten Sie die Umgebung, ob weitere Grünfinken zu entdecken sind und helfen Sie lediglich Jungvögeln an Straßenrändern zur Seite. Lassen Sie die Tiere aber an Ort und Stelle, denn in den meisten Fällen werden sie durch ihre Eltern weiter versorgt.
 
Wichtig!
Es ist Brutzeit und die Zeit des Aufwuchses. Bleiben Sie daher auf den Wegen. Die Natur benötigt Ruhe und Schutz.
 
Quelle: Umweltakademie

https://umweltakademie.baden-wuerttemberg.de/

Augen auf! - im Juni: Zwei Löwen im Garten

Links oben: Das gestielte Ei der Flor­fliege. Daraus schlüpft der „Blatt­laus­löwe“ (links unten).  Oben Mitte: das erwachsene Insekt (Florfliege = Goldauge).
Rechts oben: Sechs  Fangtrichter des Ameisenlöwen, Rechts unten: ausgegrabener Ameisenlöwe
Bildnachweis: Beate Steinmeyer

Mit "Augen auf" wollen wir den Spaziergang mit aktuellen Naturbeobachtungstipps bereichern. Beate Steinmeyer aus Ludwigsburg hat folgenden Tipp für den Juni:

Zwei Löwen im Garten

Blattläuse im Garten? Kein Problem, ein Blattlauslöwe kann Hunderte davon mit seinen imposanten Zangen packen und aussaugen. Er ist die Larve einer Florfliege. Ob sich bald Blattlauslöwen auf Blüten , Blättern und Stängeln tummeln werden, kann man erkennen, wenn man die Umgebung genau absucht nach winzigen grünlich-weißen Eiern auf langen, biegsamen Stielen. Hunderte von Eiern kann ein Florfliegen-Weibchen in der Nähe von Blattlauskolonien an die Pflanzen heften.

Die erwachsenen Tiere, die auch Goldaugen genannt werden, sitzen tagsüber meist unbeweglich unter Blättern oder kleinen Zweigen. Man übersieht sie leicht, denn sie sind blassgrün gefärbt. Ihre vier durchsichtigen Flügel sind von feinen Adern durchzogen. Nachts werden die Tiere aktiv und versorgen sich an den Blüten verschiedener Pflanzen mit Pollen und Nektar. Florfliegen können anscheinend Ultraschall hören und sich damit verständigen. Wenn sie die Ortungs­laute der Fledermäuse hören, legen sie ihre Flügel zusammen und lassen sich fallen. Im Herbst werden die Florfliegen blassbeige und verkriechen sich z.B. in der Laubstreu, wo sie überwintern.

Ameisenlöwen bekommt man normalerweise nicht zu Gesicht, denn sie verbringen ihr Leben eingegraben am Grund ihres Fangtrichters. Oft findet man diese Trichter  in Gruppen an Stellen mit sehr feinem, trockenem Sand, z.B. an regengeschützten Stellen vor einer Gartenhütte. Die Trichter messen etwa fünf Zentimeter im Durchmesser und sind sehr gleichmäßig und exakt gearbeitet. Die Ameisenlöwen haben ihre Gruben selbst gebaut, indem sie Sand mit ihren kräftigen Zangen nach oben schleuderten. Diese Zangen sind das Einzige, was man mit guten Augen (oder auf einem Foto) unten in einem solchen Trichter erkennen kann. Sie sind sandfarben und perfekt getarnt.
 
Läuft nun zufällig eine Ameise durch den Trichter, dann wirft der „Löwe“ mit seinen Zangen Sand nach ihr, so dass sie ins Rutschen kommt. Gerät sie dabei auf den Boden des Trichters, dann ist sie verloren: Der Ameisenlöwe packt sie,  lähmt sie mit Gift und saugt sie aus. Wie auch der Blattlauslöwe entwickelt sich der Ameisenlöwe über ein Puppenstadium zum fertigen Insekt. Es heißt Ameisenjungfer, obwohl es keine Ameisen frisst, sondern Blattläuse und kleine Nacht­schmetter­linge. Sie sieht aus wie eine kleine Libelle mit Antennen (Fühlern). Da sie sehr versteckt leben und nachtaktiv sind, bekommt man die Ameisenjungfern nur sehr selten zu sehen. Ich habe noch nie eine gesehen!

Augen auf! - im Juni: Die Glockenblume

Links: Glockenblumen als Schlafstätte, oben zwei schlafende Bienen, unten eine um 11.14 Uhr erwachte Biene ; Rechts oben: Die seltene Braunschuppige Sandbiene;Rechts unten: Winzige Glockenblumen-Scherenbienen  - bei der Balz?Bildnachweis: Beate Steinmeyer

Mit "Augen auf" wollen wir den Spaziergang mit aktuellen Naturbeobachtungstipps bereichern. Beate Steinmeyer aus Ludwigsburg hat folgenden Tipp für den Juni:

Nachtquartier Glockenblume

Glockenblumen-Bienen lassen es meist etwas ruhiger angehen: Gegen Abend, wenn Hummeln und Honigbienen noch fleißig am Sammeln sind, krabbeln sie in eine Glockenblumen-Blüte, verankern sich am Grund der Blüte mit ihren Mundwerkzeugen und begeben sich zur Ruhe. Sie sind aus­ge­spro­chene Langschläferinnen. Noch um elf Uhr habe ich eine Glockenblumen-Scherenbiene schlafend in einer Blüte gefunden. Erst Viertel nach Elf erhob sie sich langsam und saß noch verschlafen am Blütenrand, bevor sie zu ihrem Tagewerk aufbrach.

Glockenblumen sind besonders wichtig für Wildbienen. Mindestens vier Arten sammeln den Pollen für ihre Brut ausschließlich an Glockenblumen. Auch verschiedene andere Bienenarten finden sie offenbar attraktiv.

Besonders empfehlenswert ist die Pfirsichblättrige Glockenblume. Sie braucht kaum Pflege. Man kann die feinen Samen einfach ins Blumenbeet säen und dann jahrelang Freude an den Pflanzen haben. Sie säen sich auch gern selbst aus und wandern im Garten herum. Die blauen und weißen Blüten sind groß und da die Pflanzen bis 80 cm hoch werden, kann man die Bienen an und in den Blüten besonders gut sehen. Ihre Blütezeit passt gut zur Flugzeit der seltenen und hübschen Braunschuppigen Sandbiene,  die nur Glockenblumengewächse besucht.

Glockenblumen dürfen deshalb in keinem insektenfreundlichen Garten fehlen. Mit verschiedenen Arten (Polsterglockenblume, Pfirsichblättrige, Nesselblättrige...)  und wenn man sie nach der Blüte zurückschneidet, hat man eine monatelange Blühsaison.
Auf diesen Blüten kann man Wildbienen besonders gut beobachten. Man sieht dann, wie unter­schied­lich groß Wildbienen sein können – von der Erdhummel über die Honigbiene und die Braun­schuppige Sandbiene bis zur winzigen Glockenblumen-Scherenbiene. Die Blüten der verschiedenen Arten dienen den Bienen nicht nur als Schlechtwetter-Unterstand, als Schlafzimmer und als Futterquelle.  Gerade die kleinen Arten scheinen die Blüten auch als Balzplatz zu nutzen. Es sieht ganz so aus, als ob die Biene in dem Bild unten mit dem Zaunpfahl (Hinterbein) winken würde...

Augen auf! - im Juni: Der Klatschmohn

Der Klatschmohn ist beliebt bei Groß und Klein:
 Links Blaue Holzbiene, Mitte Dunkle Erdhummel, rechts zwei kleine Furchenbienen
Bildnachweis: Beate Steinmeyer

Mit "Augen auf" wollen wir den Spaziergang mit aktuellen Naturbeobachtungstipps bereichern. Beate Steinmeyer aus Ludwigsburg hat folgenden Tipp für den Juni:

Nicht nur für Menschen attraktiv: Der Klatschmohn

Um zu sehen, was für eine interessante Pflanze da blüht, sollte man nicht zu spät aufstehen. In der Knospe sind die vier Blütenblätter zusammengeknautscht. Früh morgens fallen die beiden großen Kelchblätter ab und die vier großen Blütenblätter entfalten sich, bleiben aber etwas knittrig.
Sobald die Sonne draufscheint, beginnt das Gesumme: Die große, schwarze  Holzbiene mit ihren blau schillernden Flügeln, die Honigbiene und die Erdhummel mit ihren gelben Ringen und dem weißen Hinterende versuchen hektisch, möglichst viel Pollen zu sammeln.

Die Blüten klappen durch das Gewicht von Holzbienen und Hummeln oft nach unten, ohne dass die dünnen Stiele abknicken. Das ist ganz praktisch, denn nun brauchen die Hummeln nur mit angelegten Flügeln ihren „Flugmotor“ laufen zu lassen, man hört ein leises „Drrrr“, die Blüte vibriert und überschüttet sie mit schwarzem Pollen. Noch beim Weiterfliegen bürsten sie ihn aus ihrem Pelz, feuchten ihn an und drücken ihn in die Körbchen an ihrem dritten Beinpaar. Wie alle anderen Bienenarten versorgen sie damit ihre Brut. Das Eiweiß im Pollen liefert die Bausteine für das Wachstum der Larven.
Nektar bietet der Klatschmohn nicht. Diesen „Treibstoff“ besorgen sich Honigbienen und Hummeln gern, indem sie Akeleiblüten oben anbeißen.
Etwas später erscheinen die kleinen bis winzigen Bienenarten: Furchenbienen, Schmalbienen, Sandbienen, Blattschneider-Bienen...  Manche davon wälzen sich regelrecht im Pollen, den die „Großen“ in der Eile nicht eingesammelt haben. Auch andere Insekten, z.B. Heuschrecken, Käfer und Schwebfliegen besuchen die Klatschmohn-Blüten.
Schon nach wenigen Stunden in der Sonne sind jedoch alle Staubgefäße des Klatschmohns abgefallen und bald verliert er auch die Blütenblätter. Am nächsten Morgen öffnen sich weitere Blüten.

Der Klatschmohn kam wahrscheinlich mit den ersten Ackerbauern in der Jungsteinzeit nach Mitteleuropa. Als typisches „Ackerunkraut“ ist er einjährig und braucht bearbeiteten Boden. Im Staudenbeet oder in der Wiese kann er sich nicht behaupten. Besonders gut gedeiht er im Gemüsebeet. Wenn man im Mai die Zucchini auspflanzt, kann man einen Teil des Mohns stehen lassen, damit er sich aussät, bevor die Gemüsepflanzen den ganzen Platz für sich beanspruchen.

Augen auf! - im Mai: Der Bläuling

Drei Bläulingsarten, die man auch in naturnahen Gärten beobachten kann:
Ganz links Hauhechel-Bläuling Männchen, daneben das zugehörige Weibchen, Mitte rechts Faulbaum-Bläuling an einer Borretsch-Blüte, ganz rechts Kleiner Feuerfalter
Bildnachweis: Beate Steinmeyer

Mit "Augen auf" wollen wir in den nächsten Wochen den Spaziergang mit Naturbeobachtungstipps bereichern. Beate Steinmeyer aus Ludwigsburg hat folgenden Tipp:

Nicht alle Bläulinge sind blau

Bläulinge sind etwas kleiner als Tagpfauenauge, Admiral oder Distelfalter. Vor allem die Männchen dieser Schmetterlingsfamilie kann man bei Sonnenschein in naturnahen Gärten, auf Wiesen und auf Heiden an ihrer schönen hellblauen Flügel-Oberseite gut erkennen. Ein weiteres Merkmal sieht man normalerweise nur auf Fotos: Ihre Antennen (Fühler) sind schwarzweiß geringelt.
Wenn man sie fotografieren will, braucht man etwas Geduld. Sie fliegen meist sehr schnell und unberechenbar. So können sie Feinde "abschütteln". Haben sie sich jedoch auf einer Blüte niedergelassen, so kommt man – mit langsamen Bewegungen – auch mal nah genug heran für ein Handyfoto.
Blaue Bläulinge sind normalerweise Männchen. Die zugehörigen Weibchen sind dann in der Regel braun, manchmal mit einem blauen Schimmer. Die Außenseite der Flügel (Unterseite) verrät, um welche Art es sich handelt. Für die genaue Bestimmung der Art braucht man Erfahrung. Auch Fachleute irren sich da manchmal.
Hat der Bläuling auf der Flügel-Unterseite hell umrandete schwarze Punkte und am Flügelrand orange Flecken, kann man bei uns davon ausgehen, dass es ein Hauhechel-Bläuling ist. Dies ist hier bei weitem die häufigste Art. Sie wird deshalb auch Gemeiner Bläuling genannt. Diese Bezeichnung hat nichts mit dem Charakter des Schmetterlings zu tun, sondern bedeutet "Gewöhnlicher“, also häufigster Bläuling. Die Art ist nicht sehr anspruchsvoll und akzeptiert auch Gartenblumen als Nektarquelle. Auch der Faulbaumbläuling ist öfter im Garten zu sehen.
Etwas später im Jahr fliegt ein Bläuling ganz ohne Blau: Der Kleine Feuerfalter. Bei ihm sehen Männchen und Weibchen gleich aus.
Die meisten Bläulingsarten brauchen als Raupenfutter ganz bestimmte Pflanzen. Manche sind so selten, dass man an ihrem Vorkommen die Qualität eines Lebensraums ablesen kann, nach der Faustregel: Je mehr Bläulingsarten vorkommen, desto intakter und wertvoller ist das Gebiet. "In unserem Garten in konnte ich immerhin schon fünf Arten fotografieren.", so Beate Steinmeyer.
Für die Bestimmung von Schmetterlingen gibt es im Internet Bestimmungstafeln mit den wichtigsten Merkmalen, zum Beispiel hier: https://www.ufz.de/tagfalter-monitoring/index.php?de=41776 .

Augen auf! - im April: Die gehörnte Mauerbiene

Gehörnte Mauerbiene  Bildnachweis: Beate Steinmeyer

Mit "Augen auf" wollen wir in den nächsten Wochen den Spaziergang mit Naturbeobachtungstipps bereichern. Beate Steinmeyer aus Ludwigsburg hat folgenden Tipp:

Die Gehörnte Mauerbiene

Jetzt schwärmen sie wieder.

Wenn man bei Sonnenschein vor einem „Bienenhotel“ steht, kann man eine früh fliegende Wildbienenart in Aktion beobachten: Die Gehörnte Mauerbiene.

„Pflopp!“ die Verdeckelung eines Brutganges ist heraus gefallen. Sie besteht aus einem dicken Lehmpfropfen, mit dem die Bienenmutter vor einem Jahr die Öffnung verschlossen hat.
Der erste Weg der Männchen führt zu einem Weibchen, um sie zu begatten. Dabei kann ein richtiges Gerangel entstehen.

Für die Weibchen beginnt nun ein arbeitsreiches Leben: Zuerst müssen sie geeignete Nistgelegenheiten finden. Dies sind Bambusröhrchen, Bohrungen von Nisthilfen, alte Käfer-Bohrgänge oder verlassene Nester anderer Wildbienen.
Als nächstes wird Nektar und Pollen (Blütenstaub) gesammelt. Dabei sind die Mauerbienen nicht wählerisch: Fast alle Frühblüher sind ihnen Recht: Veilchen, Hyazinthen, Winterschneeball... Besonders ergiebig sind natürlich blühende Obstbäume. Den Pollen transportieren sie mit Hilfe ihrer Bauchbürste. Am Ende des Nestgangs deponieren sie ihn, spucken Nektar darauf und vermengen beides zu einem Futterbrei. Ist die Biene mit der Menge zufrieden, so wird ein Ei darauf gelegt und die Zelle mit einer Zwischenwand aus feuchtem Lehm verschlossen. Dann wird wieder Pollen und Nektar eingetragen, ein Ei auf den Brei gelegt, eine Zwischenwand gebaut, bis die Röhre voll ist und vorne mit Lehm verschlossen werden kann.

Die Mauerbiene kann selbst entscheiden ob sie eine Tochter oder einen Sohn bekommen möchte. Klemmt sie ihre Samentasche zusammen wird es ein Junge, öffnet sie diese, wird es  ein Mädchen.

Wie kann man den Mauerbienen helfen?

Tipps für Nisthilfen mit Anleitung zum Selbermachen findet ihr im Agenda-Diplom-Tipp Nr. 10

Agenda-Diplom-Tipp Nr. 10: „Summ, summ, summ - Nisthilfe für Bienen“

Bildnachweis: Beate Steinmeyer

Liebe Agenda-Diplom-Kinder,

da die Veranstaltung „summ, summ, summ im Lesegarten – Mein Opa ist Imker“, welche diese Woche stattgefunden hätte, ebenfalls ausfallen muss, haben wir euch hier einen weiteren Agenda-Diplom-Tipp.

Die Biene ist sehr fleißig, deshalb hat sie einen eignen Feiertag verdient, den „Weltbienentag“. Dieser wird jedes Jahr am 20.05. gefeiert.

Doch leider haben es die Wildbienen oft schwer, geeignete Futterpflanzen und Wohnungen zu finden.. Es wird also dringend Zeit, ihnen zu helfen.
Dies haben wir bereits im Agenda-Diplom-Tipp Nr. 6 mit einem Durstlöscher gemacht. Dieses Mal bauen wir ihnen ein Zuhause.

Jede Wildbienenart nistet unterschiedlich, deshalb gibt es auch unterschiedliche Arten von Nisthilfen.

Hier bekommt ihr eine Übersicht zu allen möglichen Nisthilfen und die passenden Anleitungen dazu: https://www.wildbienenwelt.de/Wildbienen-schuetzen/Nisthilfen-die-funktionieren/190584.html
Um den richtigen Platz für eure Nisthilfe zu finden und ein guter Gastgeber zu sein, schaut euch zuvor „Wo ist der richtige Standort?“, „Dos and Don‘ts“ und „Hausputz muss (manchmal) sein“ an.

Wollt ihr wissen, welche Bienenart in eurem gebauten Zuhause vermutlich einziehen wird, könnt ihr hier schauen: https://www.wildbienenwelt.de/Wildbienen-bestimmen/Wildbienen-Finder/190818.html
Wählt bei „Flugzeit“ einfach Mai und Juni, bei der „Nistweise“ die Art von Nisthilfe, die ihr verwenden möchtet.

Sendet uns ein Bild von eurer gebauten Nisthilfe an agenda@ludwigsburg.de. Dann bekommt ihr einen weiteren Agenda-Sticker für euren Agenda-Diplom-Pass per Post zugeschickt.
Gebt euren liebsten Agenda-Tipp auch gerne an eure Freunde weiter.

Viel Spaß wünscht euch
Das Agendabüro

Tipp der Umweltakademie Baden-Württemberg: Bedrohte Brummer

Bedrohte Brummer

Bildnachweis: Gerhard Dittes

Man kommt nicht herum sich zu fragen, wie diese flauschigen und dicklichen Tiere überhaupt in der Lage sind zu fliegen, doch sind Hummeln alles andere als plump. Sie verfügen über einen ausgeklügelten Flugmechanismus, können mit ihrem Körper durch Stoffwechselprozesse Wärme für ihr Nest erzeugen und leben in sozialen Staaten, betont man bei der Umweltakademie.

Bereits im März sieht man die Königinnen der dunklen Erdhummel (Bombus terrestris) auf der Suche nach zuckerhaltiger Nahrung und einer geeigneten neuen Brutstätte umherfliegen. Nachdem sie den Winter in Erdhöhlen, z.B. verlassenen Mäusenestern, verbracht hat, benötigt sie für ihre erste Aufzucht den Nektar mehrerer tausend Blüten. Sie sammelt den Nektar von vielen verschiedenen Pflanzen wie von diversen Kleearten und anderen Schmetterlingsblütlern, Distelarten und auch von Kulturpflanzen wie dem Apfel.


Auch die dunkle Erdhummel gehört wie alle Hummelarten zu den Wildbienen und verrichtet als Bestäuber vieler Pflanzenarten eine wichtige Aufgabe im Naturkreislauf. Die schwarze Hummel mit ihren charakteristischen zwei gelben Querbinden und dem weißen Hinterleib ist zwar die häufigste Hummelart in Deutschland, aber auch ihre Population geht stetig zurück. Neben dem fehlenden Nahrungsangebot und dem übermäßigen Pestizideinsatz in der modernen Landwirtschaft, setzt den pelzigen Tieren auch der Klimawandel zu. Dieser hat einen Einfluss auf den Rückgang von Hummelpopulationen, da die Populationen dort verschwinden, wo die Temperatur steigt. Mehr als die Hälfte der 30 in Deutschland beheimateten Hummelarten stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Tipp der Umweltakademie: Zum Schutz der Hummeln sollten Areale, in welchen sich natürliche Niststätten wie Böschungen, Bruchsteinmauern sowie verlassene Maus- oder Baumhöhlen befinden können, erhalten werden. Beim Fehlen natürlicher Nistmöglichkeiten kann die Natur nachgeahmt werden, indem ein künstlicher Hummelkasten im, auf oder über dem Boden bereitgestellt wird. Zusätzlich brauchen besonders die Hummelköniginnen im Frühjahr ein reiches Nahrungsangebot, welches durch eine angelegte Wildblumenwiese – mit Rotklee, Wiesensalbei und Herbstzeitlose – in der Nähe erreicht werden kann.

Wichtig!
Es ist Brutzeit und die Zeit des Aufwuchses. Bleiben Sie daher auf den Wegen. Die Natur benötigt Ruhe und Schutz. Verhalten Sie sich den Corona-Kontaktbeschränkungen entsprechend.

https://umweltakademie.baden-wuerttemberg.de/

Agenda-Diplom-Tipp Nr. 9: „Geocaching am Casa Mellifera“

Liebe Agenda-Diplom-Kinder,

vor kurzem hätte eigentlich unsere Schatzsuche am Hungerberg stattgefunden, auf die sich schon viele sehr gefreut haben. Langsam wird das „normale“ spazieren gehen etwas langweilig und wir haben Lust wieder etwas spannendes zu erleben. Doch was viele nicht wissen: Es sind immer Schätze beim Casa Mellifera versteckt!

Vielleicht habt ihr schon einmal etwas vom Geocaching gehört. Mittlerweile sind auf der ganzen Welt Schätze, sognannte Geocaches, versteckt – so auch beim Casa Mellifera. Genauere Informationen findet ihr hier: https://naturdetektive.bfn.de/lexikon/sonstiges/geocaching.html

Wo die Geocaches im Hungerberg versteckt sind, seht ihr hier:

Quelle Grundkarte: www.geocaching.com

Anleitung:

1) Ladet euch die Geocaching App kostenlos auf euer Smartphone oder Tablet herunter: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.groundspeak.geocaching.intro&hl=de
    und registriert euch

2) Geht auf das Feld „suchen“, wählt „Position“ aus und gebt hier „Casa Mellifera“ ein

3) Lasst euch den Geocache „Casa Mellifera“ anzeigen und geht auf „navigieren“

4) Habt ihr den Geocache gefunden, tragt euch ins Logbuch ein und loggt den Geocache in der App.

5) Schickt uns nun das „Lösungswort“ des Schatzes, welches sich in dem Geocache befindet an agenda@ludwigsburg.de, dann erhältst du einen Sticker von uns

Kleiner Tipp: Wer Bedenken hat, Geocaches zu heben, die auch von anderen Geocachern angefasst wurden, kann hier mal vorbeischauen: https://blog.opencaching.de/2020/03/cachen-und-corona-kontaktloses-geocachen/)

Viel Spaß wünscht euch
Das Agendabüro

Augen auf ! - im Mai: Der Rosenkäfer

links: Wenn man sich nicht einigen kann, kommt keiner in die Blüte: Goldglänzender Rosenkäfer und Trauerrosenkäfer im Vergleich.   rechts: Drei Trauerrosenkäfer auf einer blühenden Küchenzwiebel. Der Käfer links dürfte der älteste der Drei sein. Bildnachweis: Beate Steinmeyer

Mit "Augen auf" wollen wir in den nächsten Wochen den Spaziergang mit Naturbeobachtungstipps bereichern. Beate Steinmeyer aus Ludwigsburg hat folgenden Tipp:

Gemütlicher Brummer

Der Goldglänzende RosenkäferEin tiefer Brummton und dann „rrrumms!“ – das kann eigentlich nur ein Rosenkäfer sein. Wenn er geradeaus fliegen will, kriegt er vor einem Hindernis (z.B. einem Menschen) nicht immer die Kurve. Auch sonst ist er eher behäbig: Wenn er sich in einer Blüte „eingegraben“  hat, lässt er sich nicht so leicht stören. Man kann ihm vorsichtig mit einem Finger über die Deckflügel streichen und spürt dann, dass sie tatsächlich so glatt sind, wie sie aussehen. Sie haben einen wunderschönen grüngoldenen Glanz. Zusätzlich sieht man weißliche Fleckenzeichnungen auf den Flügeldecken. Es gibt auch kupferfarbene Exemplare.

Rosenkäfer können ihre Deckflügel nicht wie andere Käfer hochklappen, sondern strecken zum Fliegen die Hautflügel, also ihre Tragflächen, darunter seitlich aus. So kommen sie ganz gemütlich zur nächsten Blüte, wo sie sich mit Nektar und Pollen stärken oder an Blütenteilen knabbern. Obwohl manchmal mehrere Käfer zusammensitzen, bemerkt man eigentlich nie Schäden an den Pflanzen. Dass der Rosenkäfer ein Blatthornkäfer  ist, sieht man an seiner Larve: Sie sieht aus wie ein Maikäfer-Engerling, lebt aber im Gegensatz zu diesem von abgestorbenen Pflanzenteilen, z.B. im Kompost. Dort verpuppt er sich auch. Da er bis zu zwei Jahren als Larve lebt, findet man ihn oft beim Umsetzten des Komposts und sogar in Blumentöpfen. Tageslicht schadet ihm, deshalb sollte man die Larven  gleich wieder eingraben.

Ein kleinerer Verwandter des Goldglänzenden Rosenkäfers ist der Trauerrosenkäfer. Er wird wegen seiner schwarzen Farbe so genannt, hat aber viele weiße Flecken. Seine Lebensweise ist ganz ähnlich wie die des goldglänzenden „Vetters“, nur dass die Engerlinge an Wurzeln sitzen und nicht im Kompost.Wenn man genau hinsieht, kann man das Alter dieses Käfers schätzen: Frisch geschlüpfte Käfer sind behaart, bei einige Wochen alten Exemplaren haben sich die Haare abgenützt und die Flügeldecken wirken glatt. Eigentlich ist dies ein Käfer aus dem Mittelmeergebiet. In den letzten Jahrzehnten hat er sich aber in ganz Deutschland ausgebreitet und dieses Jahr scheint er besonders häufig zu sein.

Pflanzentauschkiste beim StadtBeet: Was reinlegen- was mitnehmen

Pflanzentauschkiste beim StadtBeet: Was reinlegen- was mitnehmen

Es tut sich was am "StadtBeet“, dem Urban Gardening Projekt der Lokalen Agenda, am Schillerplatz vor der KSK. Die Studenten Leonie Hilzinger und Simon Röttger haben schon letzte Woche die drei Hochbeete vorbereitet. Nächste Woche soll neu bepflanzt werden: Salat, Rote Beete, Mangold und Co. Eigentlich hatte die beiden vor, sich die Setzlinge auf der Pflanzentauschbörse im Casa Mellifera zu besorgen. Die Börse fiel letzte Woche leider auch Corona zum Opfer. Ersatzweise gibt es jetzt aber die Tauschkiste direkt am StadtBeet und vielleicht für Sie/Euch auch schon bald die ersten Erdbeeren in den Hochbeeten zum Naschen.

Was Reinlegen – was mitnehmen!
Seit heute finden sich in der Pflanzentauschkiste viele liebevoll gesammelten Samen für das Blumenbeet oder die insektenfreundliche wilde Ecke im eigenen Garten. Bedient Euch! Eine Samenliste mit Angabe zur Blütenfarbe, Wuchsform und zu den Insekten, die dann zu erwarten sind, liegt mit bei.

Alle am Projekt Interessierten, StadtBeet-Gärtnerinnen und Gärtner sind herzlich eingeladen beim Säen-Gießen-Ernten wieder mitzumachen!
Mehr Infos gibt es auch unter https://www.ludwigsburg.de/start/agendabuero/urban+gardening.html

Augen auf! - im Mai: Die Feuerwanze

links: Mit ihrem Rüssel sticht diese Wanze die Samenanlagen einer Malve an   rechts: Hier sonnen sich viele erwachsene Tiere zusammen Bildnachweis: Beate Steinmeyer

Mit "Augen auf" wollen wir in den nächsten Wochen den Spaziergang mit Naturbeobachtungstipps bereichern. Beate Steinmeyer aus Ludwigsburg hat folgenden Tipp:

Dieses Jahr konnte man sie schon Anfang Februar sitzen und wuseln sehen: Die lustigen rot-schwarzen "Feuerkäfer“, in Wirklichkeit Feuerwanzen. Mit dem Feuer hat ihr Name natürlich nichts zu tun, er bezieht sich auf ihre auffällige Warnfärbung. Vögel und andere Fressfeinde verstehen die als „Vorsicht, ich schmecke eklig!“ und lassen sie in Ruhe. Ob sie wirklich giftig sind ist nicht ganz klar.

Im Frühling schlüpfen winzige rote Larven (bei den Wanzen "Nymphen“ genannt), die mit viel Rot und wenig Schwarz schon Ähnlichkeit mit ihren Eltern haben, aber noch nicht das schicke Design der Erwachsenen. Mit jeder Häutung werden sie denen dann ähnlicher. Im Herbst findet man dann wie im Vorfrühling nur noch erwachsene Tiere (Imagines), die in Hohlräumen im Boden überwintern.
Wie manche anderen Wanzenarten "kuscheln“ die Feuerwanzen gern. Dabei sitzen "Kinder“ (Nymphen) und Erwachsene kreuz und quer. Man sieht sie dann an sonnigen Stellen an Mäuerchen und an Baumstämmen, wobei Linden besonders beliebt sind. Meist sitzen sie im unteren Bereich. Sie sind vorwiegend Bodenbewohner.

Auch wenn man Hunderte von Feuerwanzen im Garten hat, sind praktisch nie Schäden festzustellen. Sie saugen am liebsten an unreifen Samen von Malvengewächsen. Deshalb sitzen sie auch gern auf Stockrosen. Man kann sie auch gelegentlich beim Abtransportieren von Samen beobachten, z.B. unter dem Vogelfutter-Silo.

Agenda-Diplom-Tipp Nr. 8: "Milch ist nicht gleich Milch" - Hafermilch selbermachen

Liebe Agenda-Diplom-Kinder,

gerade ist viel Zeit um neue Dinge zu entdecken und neue Sachen auszuprobieren. Am besten noch etwas Nützliches.
Frühstücken tun wir alle, jeden Tag. Oft mit einem Müsli oder einem Kakao. Was wäre da also passender als unsere eigene, frische Milch herzustellen. Und das ganz ohne Kühe.
Wir machen zusammen eine Hafermilch, welche viele verschiedene Vorteile hat. Die Hafermilch ist besser für die Umwelt als unsere herkömmliche Milch, da für den Anbau des Hafers weniger Wasser benötigt wird als die Kühe zum Trinken brauchen. Bei der Produktion von Hafermilch werden weniger Treibhausgase ausgestoßen und es wird weniger Energie für die Herstellung benötigt.
Auch wenn man Milch nicht verträgt kann eine pflanzliche Alternative die Lösung sein.

Was ihr für eure Hafermilch (156,6 KiB) braucht:

- 1 Liter kaltes Wasser
- 100g zarte Haferflocken
- eine Prise Salz
- Optional 3-5 Datteln, Honig, Agaven-Dicksaft zum Süßen
- Standmixer oder Stabmixer
- Passiertuch, feines Sieb oder dünnes Geschirrtuch

Zubereitung:

1) Wasser, Haferflocken, Salz und eine optionale Süße in den Mixbecher geben, 5 Minuten quellen lassen
2) Mixen bis keine Stückchen mehr zu sehen sind
3) Die fertige Milch durch ein engmaschiges Sieb, ein Passiertuch o. ä. abgießen und die Reste gründlich ausdrücken.

Im Kühlschrank ist die Milch drei Tage lang haltbar.

Um das Ganze noch etwas interessanter zu machen kreiert eure eigene Geschmacksrichtung. Gut schmeckt etwas Kakao in der Milch, eine zerdrückte, reife Banane oder frische, pürierte Früchte.
Wir sind gespannt auf eure neuen Kreationen!

Sendet uns ein Bild von eurer fertigen Hafermilch an agenda@ludwigsburg.de. Dann bekommt ihr einen weiteren Agenda-Sticker für euren Agenda-Diplom-Pass per Post zugeschickt.
Gebt euren liebsten Agenda-Tipp auch gerne an eure Freunde weiter.

Viel Spaß wünscht euch
das Agendabüro

Zum Muttertag ein Tipp der Fairtrade-Agendagruppe!

Zum Muttertag eine kleine Freude mit einer sorgfältig ausgewählten Aufmerksamkeit machen– zum Beispiel mit Produkten aus dem Fairen Handel.

Mit Schokolade von höchster Qualität mit dem Fairtrade-Siegel oder einem reich gedeckten Frühstückstisch mit fair gehandelten Zutaten wie Kaffee, Tee, Orangen- oder Mangosaft, Bananen, Schokoaufstrich auch Verbundenheit mit Müttern anderer Länder zeigen.

Gerade jetzt, während der weltweiten Corona-Epidemie, mit dem Kauf von Fairtrade-Produkten Gutes tun: sich damit gegen Kinderarbeit entscheiden und dazu beitragen, dass Kleinbauernfamilien ihre Existenz halten können. Rund zwei Millionen Kinder arbeiten unter ausbeuterischen Bedingungen auf den Kakaoplantagen in Westafrika. Die Kinder müssen viel zu schwere Kakaosäcke tragen, arbeiten mit gefährlichen Werkzeugen wie Macheten, wodurch es immer wieder zu Verletzungen kommt, oder versprühen ohne Schutzkleidung giftige Pestizide. Viele Kinder können wegen der Arbeit nicht zur Schule gehen. Unsere Partner im Süden sind in besonderem Maße von der Krise betroffen: Schwache Gesundheitssysteme und einbrechende Märkte, die nicht oder nur unzureichend durch privatwirtschaftliche oder staatliche Rücklagen ausgeglichen werden können, verschärfen die Notlage in Regionen, die bereits zuvor schon auf Unterstützung angewiesen waren.
Wieso nicht zum Muttertag mit seinem Kaufverhalten Verantwortung übernehmen und so doppelt Freude bereiten?

Agenda-Diplom-Tipp Nr.7: „Wir sehen uns!"- Steinschlange am Casa

Liebe Agenda-Diplom-Kinder,

das NaturInfoZentrum Casa Mellifera bleibt noch weitere Wochen geschlossen. Wir vermissen euch alle sehr, die Agenda-Diplom-Veranstaltungen mit den Akteuren , die Aktionstage "Treffpunkt Natur", das Kuchenbüffet des Freundeskreises Casa Mellifera, die Imkerführungen und vieles mehr. Vielleicht schaut ihr doch mal bei einem Spaziergang oder bei einer Radtour am Casa vorbei. Denn wir haben ein kleines Kunstwerk für euch begonnen; eine Steinschlange mit bemalten Neckarschottersteinen. Mal sehen, ob ihr sie findet? Im Moment ist sie noch recht klein, aber sie soll mit eurer Unterstützung von Tag zu Tag länger werden und wachsen so wie unsere Zuversicht: "Wir sehen uns!"

Was braucht ihr dazu und wie geht ihr vor?
1. Ihr benötigt einen möglichst glatten, rundlichen Stein - nicht zu klein, gewaschen, bebürstet und von der Sonne getrocknet. Die Steinschlange hat auch noch viele unbemalte Steine, nehmt euch einen davon mit, wenn ihr keinen zuhause habt!
2. Acrylfarbe eignet sich sehr gut, zwei Pinsel, einer breit für die Grundierung, einer dünn für Linien oder Muster, alte Zeitung als  Malunterlage und ein Wasserglas
3. Besondere Leuchtkraft bekommen die Farben, wenn ihr den Stein an der Oberseite mit weiß oder schwarz grundiert.
4. Bemalt den Stein oder schreibt uns eine Botschaft auf den Stein. Wir sind gespannt auf eure Ideen!
5. Macht einen Ausflug zum Casa, sucht die Steinschlange und legt euren Stein einfach dazu. Das Foto für uns natürlich nicht vergessen!

Sendet uns das Foto von eurem bemalten Stein an agenda@ludwigsburg.de Dann bekommt ihr einen Sticker für euren Agenda-Pass mit der Post zugesandt!

Viel Spaß wünscht euch
euer Agendabüro

Agenda-Diplom-Tipp Nr. 6: „Durstlöscher für Bienen“

Liebe Agenda-Diplom-Kinder,

die Sonne scheint und scheint Tag für Tag - macht uns froh und heiter. Das soll so den ganzen April so weitergehen. "Des einen Freud -des anderen Leid", heißt ein bekanntes Sprichwort. Denn der fehlende Regen macht den Pflanzen, Bäumen und Tieren und auch den Bienen schwer zu schaffen.
Die Honigbiene ist enorm wichtig für uns Menschen.  Denn ohne die fleißigen Bestäuber würde unsere Obsternte sehr klein ausfallen. Gerade jetzt haben bei dieser Blütenpracht die Bienen mächtig viel Arbeit und fliegen macht durstig! Ein einziges Bienenvolk kann drei Millionen Obstblüten an einem einzigen Tag bestäuben! Auch die Brut der Bienchen benötigt Wasser. Die Imker und Imkerinnen, wie Heike Hager, müssen ihre Bienen gut pflegen und versorgen. Sie hat einen Tipp für euch:

Wir können helfen. Um den Bienen ihren Durst zu stillen, könnt ihr ganz einfache Durstlöscher-Tränken für Insekten im Garten, auf dem Balkon aufstellen. Der Gestaltung eures Durstlöschers sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur ein sicherer Landeplatz. Es genügt auch schon ein kleiner Topfuntersetzer im insektenfreundlich bepflanzeten Blumenkasten. Gefüllt mit beschwerenden kleinen Steinchen und Schwimmhilfen für die trinkenden Bienen. Imkerin Heike Hager aus der Alten Gasse schneidet dafür einfach einen Korken in kleine Scheiben, die als Schwimminseln prima funktionieren. Jeden Morgen braucht die Trinkstelle wieder frisches Wasser.

Sendet uns ein Foto von eurem Bienen-Durstlöscher an agenda@ludwigsburg.de Dann bekommt ihr einen Sticker für euren Agenda-Pass mit der Post zugesandt!


Auch das NaturVision-Team hat wieder einen neuen Film für euch eingestellt: „Rashidi und Hamisi – Leben, wo der Pfeffer wächst“. Die zwei Brüder erzählen von ihrem Leben auf der Gewürzinsel Sansibar. Unglaublich aber wahr, haben die beiden Angst, dass es zur falschen Zeit richtig viel regnet...Schaut es euch an und malt ein Bild zum Film und holt euch einen weiteren Sticker!
Malt ein Bild zum Film und holt euch einen weiteren Sticker, Schaut rein in : "Schau in die Welt": https://festival.natur-vision.de/de/Umweltbildung/schau-in-die-welt.html 

Viel Spaß wünschen euch
Imkerin Heike Hager und Susanne Schreiner aus dem Agendabüro

Agenda-Diplom-Tipp Nr.5: „Was blüht denn da? - Leckerer Frühling im Glas“

Liebe Agenda-Diplom-Kinder,
wie angekündigt nun die Erklärung zu Tipp Nr. 4: Wie funktioniert der Sonneneierkocher?: Die Sonnenstrahlen gehen durch das Glas hindurch. An der dunklen schwarzen Oberfläche werden sie in Wärme umgewandelt. Duch das Glas wird die Wärme aber zurückgehalten und kann nicht entweichen. Diese Wärmerückhaltung nutzen auch die Gewächshäuser, Wintergärten oder Thermische Solaranlagen.

Nun zum Agenda-Diplom-Tipp Nr. 5:

Katja Goll kennt ihr von den Aktionstagen im Casa Mellifera oder von den Flechtendetektiven, sie schreibt euch:

Liebe Agenda-Kinder,
diese Ferien sind alles andere als Bullerbü. Anstatt mit den Freunden draußen herum zu springen, Familienfeste zu feiern, Oma und Opa zu besuchen oder zu verreisen, sind wir angehalten meist im Haus zu bleiben und zum Spielen bleiben nur die Eltern und Geschwister. Aber, zum Glück dürfen wir ja im Rahmen der Corona-Regeln noch raus! Und draußen spielt sich gerade Wunderbares ab: Jeden Tag sprießen neue bunte Farbtupfer aus dem Boden, das Gras wird saftiger, die Bäume erblühen und entfalten ihr Laub. Zeit also für echte Spürnasen rauszugehen und zu erforschen, was da alles blüht.

Wusstet ihr, dass die Namensgebung der Pflanzen, wie wir sie heute kennen, der berühmte schwedische Naturforscher Carl von Linné erfunden hat? Nehmen wir ein Beispiel: Eine Enzianart bekam von Linné den Namen „Gentiana ciliata“. „Gentiana" bezeichnet die Gattung, „ciliata" die Art. Mit der Bezeichnung die Linné für Pflanzen einführte, der sogenannten "binären Nomenklatur", konnten die Pflanzen eindeutig und einfacher, nämlich – ganz ähnlich wie bei uns Menschen Vor- und Nachnamen – mit nur zwei Namensteilen, bestimmt werden. Vor der Einführung von Linnés binärer Nomenklatur wurde diese Enzianart wie folgt beschrieben: "Gentiana angustifolia autumnalis minor floribus at latera pilosis“. Puuh! Da können wir Carl von Linné aber dankbar sein, dass wir heute keine so langen lateinischen Namen mehr für die Blumen lernen müssen! Ist doch praktisch, oder? Diese Namensgebung ist schon seit 1758 in Gebrauch. So lange ist es her, dass Carl von Linné das System einführte. In Schweden ist der Naturforscher noch heute "lebendig". An seinem Geburtsort am Möckelnsee in Småland – ja richtig, da wo auch Bullerbü und Lönneberga liegt – kann man Wohnhaus und Gärten der Familie Linné besichtigen und auch Carl spaziert zur Sommerzeit durch die Gärten und Beete (natürlich ist das ein kostümierter Schauspieler). Genau wie damals, im 18. Jahrhundert. Was in den Beeten wächst, kann man in einem gemütlichen Öko-Café verkosten. Also, falls ihr im Sommer mal in Schweden seid, besucht auf jeden Fall auch „Linnés Råshult“ (siehe Foto). Dort erfahrt ihr auch, was Linné noch alles erforscht hat.

Aber jetzt wieder nach Ludwigsburg: Auf geht’s in die Fußstapfen der Naturforscher! Findet ihr alle Blüten, die hier abgebildet sind? (356,1 KiB)

Eure Aufgaben für den Sticker:

  • Gesucht sind die Namen der Blumenarten! Ihr könnt den deutschen und den lateinischen Namen aufschreiben. Dank Linné ist der ja nicht mehr ganz so kompliziert. - Malt oder zeichnet die Blume in ein Heft!
  • Schreibt zu jeder Blume einen kurzen Steckbrief (Name, Farbe/Anzahl der Blüttenblätter, wo habt ihr die Blume gesehen (Wald, Wiese, Bachufer etc.), Größe, Blattform und was ihr sonst noch wichtig findet)
  • Ruft eure Großeltern an und fragt sie, ob sie euch zu einer der Blumen etwas erzählen können. Zum Beispiel, ob sie weitere Namen der Blume kennen, ob sie eine Verwendung in Küche oder Medizin kennen oder gar eine Geschichte. Schreibt auf, was ihr erfahren habt.
  • Malt auf die Titelseite eure Lieblingsblume und denkt euch eine Geschichte zu ihr aus. Schreibt diese ebenfalls ins Heft.

Ihr braucht:

  • Einige Din-A4-Blätter, die ihr in der Mitte knickt und zu einem Heft zusammenlegt. Mit Heftklammern oder einem Wollfaden, könnt ihr das Heft binden.
  • Buntstifte
  • Bestimmungshilfe (Pflanzen-Lexikon oder -App)
  • ein Telefon, etwas Fantasie und Forschergeist

Löwenzahnaufstrich - "Leckerer Frühling im Glas" von Kräuterpädagogin Claudia Nafzer

  1. Zuerst müsst ihr bei sonnigem Wetter etwa 50 Löwenzahnblüten sammeln . Nehmt die, die richtig aufgegangen sind. Achtung: Die Finger werden gelb vom Blütenstaub. Die Blüten haben oft noch kleine, schwarze Käfer. Lasst diese zuhause bitte erst wegfliegen bevor ihr sie mit in die Küche nehmt. Das geht am besten mit einem Sammelkorb den man noch eine Weile im Freien stehen lässt.
  2. Das Auszupfen ist dann Fleißarbeit. Nur die gelben Blütenblätter nehmen, denn die grünen Blätter schmecken bitter. Auch bei dieser Arbeit gibt es gelbe Finger. Aber die kann man ja nachher wieder waschen. Mit den Blütenblättern solltest du etwa 1 Litermaß locker füllen.

  3. Dann geht es ans kochen. Lasst euch von einem Erwachsenen dabei helfen. 1/2 Liter Apfelsaft, 1/2 Liter Wasser mit den Blüten aufkochen. Über Nacht ausziehen lassen.
  4. In den Topf kommt noch das Geliermittel z.B. Gelierzucker. Nach der Anleitung auf der Packung müsst ihr es dann kochen. Meist dauert es nur 3-4 Minuten. Macht eine Probe mit einem Rührlöffel um zu sehen ob es fest wird. Wenn die Tropfen am Löffel beim Erkalten fest werden ist es richtig.
  5. Dann füllt ihr alles in Twistoff-Gläser ein und schraubt sie zu (z.B. alte Marmeladengläser). Stellt die Gläser etwa 30 Minuten auf den Deckel kopfüber. Dann könnt ihr noch schöne Etiketten machen und fertig ist der "Leckere Frühling im Glas"!


Sendet uns ein Foto von euren Kunstwerken, Pflanzenbuch oder "Frühling im Glas" an agenda@ludwigsburg.de .  Dann bekommt ihr einen Sticker für euren Agenda-Pass mit der Post zugesandt!

Programm Casa Mellifera von Mai 2020 bis November 2020

Mit dem neuen Programm präsentiert sich das NaturInfoZentrum Casa Mellifera bis November 2020 mit vielfältigen Angeboten verschiedener Akteure, Umweltverbände und Institutionen aus dem Bereich Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Momentan ist der Betrieb eingestellt, der Zeitpunkt der Wiederaufnahme wird über die Presse bekannt gegeben.
 
Für alle ist etwas dabei: Naturerlebnisse für Kinder, Imkerführungen und Naturpädagogik für Schulklassen, Kitas und Gruppen, Naturgeburtstage,  Aktionstage für die ganze Familie und vieles mehr
 
Das NaturInfoZentrum steht generell allen Ludwigsburger Schulen und Kitas für Unterricht, Lerngänge, Ausflüge für Bildungszwecke im Bereich Natur und Umwelt zur Verfügung. Naturerlebnisangebote können bei den erfahrenen Naturpädagoginnen von NaturNetz Ludwigsburg dazu gebucht werden. Ein Schwerpunktthema ist im Honigbienenhaus natürlich die Führung zu den Bienen mit einem Blick ins Bienenvolk durch Mitglieder des Imkervereins Ludwigsburg und des Freundeskreises Casa Mellifera.
 
Das inzwischen seit 11 Jahren bestehende Agenda-Diplom-Programm für Kinder ist in dieser umfassenden Programmbroschüre ebenso integriert. Auch diesmal verspricht das Programm jede Menge Spaß und Lehrreiches zugleich. Ganz nebenbei erfahren die Kinder viel über ihre Umwelt und über die Auswirkungen, die das eigene Handeln auf eine nachhaltige Entwicklung haben kann. Von Mai 2020 bis November 2020 gibt es viele Angebote.
 
Bei der „Schatzsuche am Hungerberg“ geht es auf spannende Entdeckungsreise rund um den ehemaligen Steinbruch. Bei „Was tun wenn’s brennt“ lernen Ludwigsburger Kinder wie sie sich im Notfall verhalten sollen. Wo genau Holz an Pflanzen wächst, erfahrt ihr bei „Rund ums Holz“. Des Weiteren erfahren die Kinder viel über Lebensmittel, sie basteln aus Naturmaterialien Masken und erfahren Interessantes über die Honigbienen, andere Insekten und das Leben in Tümpel und Teich. Für jede Teilnahme eines Agenda-Programms erhalten die Kinder einen Sticker zum Einkleben in ihren Agenda-Pass. Ebenfalls werden Sticker an einzelnen Veranstaltungen der Kinderuni, den Aktionstagen der Umweltakademie im NaturInfoZentrum Casa Mellifera und des Ferienspaßprogramms der Stadt Ludwigsburg ausgegeben. Wie gewohnt benötigt man sechs Sticker, um mit dem Agenda-Diplom ausgezeichnet zu werden.
 
Für jede Teilnahme eines Agenda-Programms erhalten die Kinder einen Sticker zum Einkleben in ihren Agenda-Pass. Ebenfalls werden Sticker an einzelnen Veranstaltungen der Kinderuni, den Aktionstagen der Umweltakademie im NaturInfoZentrum Casa Mellifera und des Ferienspaßprogramms der Stadt Ludwigsburg ausgegeben. Wie gewohnt benötigt man sechs Sticker, um mit dem Agenda-Diplom ausgezeichnet zu werden.

Das Programm finden Sie online unter www.ludwigsburg.de/agendabuero. Anmeldungen nimmt das Agendabüro ab 6. April 2020 online unter www.ludwigsburg.de/agendabuero oder per Teilnehmerkarte (im Programmheft) entgegen.
Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an das Agendabüro, Fachbereich Bürgerschaftliches Engagement, Soziales und Wohnen unter der Telefonnummer (07141) 910 2027 oder per E-Mail an agenda@ludwigsburg.de.

Archiv Agenda-Diplom-Tipps und Augen auf!

 

Ansprechpartner

Susanne Schreiner
Telefon 07141 910-2027
Fax 07141 910-2791
Gebäude: Obere Marktstraße 1
Raum: 212
Aufgaben: Agendabüro und Umweltprojekte

Ihr Agenda-Projekt