Kleinbus alleine unterwegs

Projekt „Automatisiertes Fahren“ startet im November in Ludwigsburg

Ein automatisierter Kleinbus wird auf ausgewählten Strecken in Ludwigsburg pilothaft zum Einsatz kommen. Start ist im November 2018. Bereits ab kommenden Montag werden dazu die ausgewählten Strecken digital erfasst.

Startet ab November zum Test in der Ludwigsburger Weststadt: der Kleinbus ohne Fahrer. (Foto: Stadt Ludwigsburg)

In Ludwigsburg nähert sich das Projekt DiaMANT (Dialog für automatisierte, vernetzte und elektrische Mobilität: Anwendungen – Nutzerinteressen – Technik) seiner Realisierung. Ein automatisierter Kleinbus mit Sicherheitsfahrer wird im November 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt und auf ausgewählten Strecken pilothaft zum Einsatz kommen. Diese müssen vorher digital erfasst werden. Daher ist ab kommenden Montag, 13. August 2018, eine Firma aus Hamburg im Einsatz.

Ludwigsburg ist Teil eines Projektkonsortiums, dem unter anderem Stuttgart, die e-mobil BW GmbH, das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen der Universität Stuttgart, das Forschungszentrum für Informatik Karlsruhe, die Daimler AG und die EvoBus GmbH angehören. Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg fördert das Projekt DiaMANT mit einer Million Euro. Das Projektkonsortium arbeitet mit dem ebenfalls vom Ministerium geförderten „Testfeld autonomes Fahren Baden-Württemberg“ in Karlsruhe zusammen.

Bewertung durch die Fahrgäste ausdrücklich erwünscht

Bürgerinnen und Bürger sowie künftige Fahrgäste sind eingeladen, in den Dialog zu treten. Erstmals wird in Ludwigsburg im öffentlichen Raum für eine Testzeit ein Pendelverkehr im Gewerbegebiet westlich des Bahnhofs als Pilotprojekt betrieben. Im Rahmen einer Begleitforschung soll die Akzeptanz der Fahrgäste im Hinblick auf Fahrkomfort, Sicherheitsgefühl und Ticketpreise ermittelt und bewertet werden.

Das automatisierte Fahren des Busses findet auf vorgegebenen Strecken innerhalb eines nach links und rechts begrenzten Fahrweges, des so genannten Fahrschlauches, statt. Im Fahrbetrieb erkennt die Sensorik des Fahrzeugs Hindernisse innerhalb des Fahrschlauches wie parkende Autos oder Mülltonnen und kann diese selbständig umfahren. Sollte für dieses Ausweichmanöver die vorgegebene Grenze des Fahrschlauches überfahren werden müssen, bleibt das Fahrzeug stehen und ein Eingreifen des Sicherheitsfahrers ist erforderlich. Das automatisierte Fahrzeug wird dann manuell gesteuert und in den Fahrschlauch zurückgeführt. Die automatisierte Fahrt kann dann fortgesetzt werden.

Ausgewählte Fahrwege in Ludwigsburg werden digital vermessen

Um diese Fahrschläuche auf den vorgesehenen Strecken in Ludwigsburg datentechnisch definieren zu können, werden Geodaten-Experten des Unternehmens Topcon Deutschland Positioning GmbH aus Hamburg mit ihrer mobilen Aufnahmetechnik ab kommenden Montag die ausgewählten Fahrwege digital vermessen.

Die möglichen Fahrwege erstrecken sich auf drei Abschnitte: Strecke 1 verläuft in der Weststadt über die Schlachthofstraße, Gottlob-Molt-Straße, Mörikestraße, Schlieffenstraße, Grönerstraße, Hoferstraße, Martin-Luther-Straße, Brenzstraße und Pflugfelder Straße zurück in die Schlachthofstraße. Diese wird wahrscheinlich schon ab November befahren werden.

Pilotfahrzeug in der Weststadt im Einsatz

Strecke 2 führt über die Marbacher Straße, die Gemsenbergstraße und die Neckarstraße. Für die Überlandstrecke 3 zwischen Neckarweihingen und Poppenweiler ist dagegen ein Fahrzeug mit einer Mindestgeschwindigkeit von 70 km/h erforderlich.

Daher wird das Pilotfahrzeug zunächst nur auf den Strecken 1 in der Weststadt und eventuell auf der Strecke 2 zum Einsatz kommen. Denn derzeit sind lediglich automatisierte Fahrzeuge bis zu einer maximalen Geschwindigkeit von 25 km/h für den Shuttlebetrieb im städtischen Raum verfügbar. Daher ist die Entwicklung eines schnelleren Fahrzeugs für die Überlandstrecke 3 erst im Rahmen eines Folgeprojekts vorgesehen.

Durch die digitale Vermessung der Fahrwege auf allen drei Strecken ab kommenden Montag wird eine kolorierte maßgetreue 3D-Punktwolke errechnet. Dieses Bild entsteht, indem alle aufgenommenen Bild- und Laserdaten in der Auswertesoftware rechnerisch miteinander verschnitten werden. In den Punktwolken sind weder Personen noch Kfz-Kennzeichen identifizierbar, die sich zum Zeitpunkt der Aufnahmen dort befinden.

Die Punktwolken werden von Topcon an die Universität Stuttgart auf einem externen Speichermedium (USB-Festplatte) übergeben. Die Universität ist als Konsortialpartner im Projekt DiaMANT für dieses Arbeitspaket verantwortlich. Von den Experten der Universität werden dann die Fahrschläuche anhand der gewonnenen Geodaten berechnet und festgelegt. Nach Beendigung der Auswertung durch die Firma Topcon werden alle Daten vom Arbeitsrechner gelöscht und auf einer externen Festplatte gespeichert. Diese verbleibt gesichert bei Topcon. (Peter Spear)

LB kompakt

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Meike Wätjen
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