Der Paketbote kommt jetzt auf dem Lastenrad

Franck-Areal fungiert als Mikrodepot für Logistikunternehmen

Ein Pilotprojekt macht es möglich: Anstatt per Auto werden Pakete umweltfreundlich mit dem Lastenfahrrad ausgeliefert. Eine entscheidende Rolle spielt dabei das Franck-Areal.

Drei Männer stehen draußen auf dem Franck-Areal nebeneinander jeweils vor einem Lastenrad. Die Lastenräder sind mit jeweils einem Firmenlogo beschriftet: DPD, GLS und Hermes.
Die drei Paketdienstleister starten zunächst mit jeweils einem Lastenrad. (Foto: Benjamin Stollenberg)

Zusammen mit drei Logistikunternehmen hat die Stadt Ludwigsburg ein Pilotprojekt gestartet, um das Thema nachhaltige Mobilität auch bei der Zustellung von Paketen voranzubringen. Statt mit dem Transporter kommt der Paketbote dabei mit dem elektrischen Lastenrad. Das Franck-Areal – also das ehemalige Caro-Kaffee-Werk – am Bahnhof fungiert als sogenanntes „Mikrodepot“: Dort werden die Pakete zwischengelagert.

Mikrodepots sind kleine Distributionszentren. Sie ermöglichen an einem zentralen Standort das Umlagern von Paketen auf Lastenfahrräder für die „letzte Meile“ der Zustellung. Damit kann die Auslieferung durch größere Autos und Sprinter ersetzt werden.

100 Pakete pro Tag

In Ludwigsburg werden die Betreiber – die drei Logistikunternehmen DPD, GLS und Hermes – mit jeweils einem elektrischen Lastenrad starten. Ein möglicher Ausbau der Flotte wurde bereits angekündigt. Pro Tag können mit einem Lastenrad um die 100 Pakete an private Endkunden ausgeliefert werden. Der Schwerpunkt der Paketzustellung wird auf der Weststadt und der Innenstadt liegen.

Das Konzept für dieses Pilotprojekt zur nachhaltigen Logistik haben die drei Unternehmen in Kooperation mit der Stadt Ludwigsburg erarbeitet. Es läuft bis zum Ende des Jahres als Zwischennutzung eines derzeit leerstehenden Gebäudes im Franck-Areal.

Flexibler und effizienter

„Durch die Corona-Pandemie wird der Online-Handel für viele derzeit immer mehr zum Alltag und das Paketvolumen steigt. Da gilt es zu testen, wie sich die Auslieferung von Paketen zum privaten Empfänger möglichst flüssig und nachhaltig mit weniger Emissionen abwickeln lässt“, erklärt Matthias Knobloch, Leiter des Fachbereichs nachhaltige Mobilität bei der Stadt. Auch die Logistikpartner sehen bereits aus Erfahrungen in anderen Kommunen, dass sie mit der Kombination von Mikrodepot und gelenkigen Lastenfahrrädern flexibler und effizienter im täglichen Betrieb arbeiten können.

Die Stadt Ludwigsburg möchte dieses innovative Logistikkonzept unterstützen und stellt die Räumlichkeiten im Franck-Areal kostenfrei zur Verfügung. Dazu betont Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht: „Mit diesem Pilotprojekt möchten wir die nachhaltige Logistik als Teil der nachhaltigen Mobilität und Stadtentwicklung in Ludwigsburg fördern. Die Bewohnerschaft profitiert von weniger Verkehr und Emissionen, die Unternehmen profitieren von der Möglichkeit, flexiblere, nachhaltigere und effizientere Zustellarten austesten zu können.“ Bei positiven Erfahrungen seien weitere Kooperationen in der Logistik angedacht. (Karin Brühl)