Bibliothek ausgezeichnet

Die Stadtbücherei Ludwigsburg ist „Bibliothek des Jahres“ 2021. Die Auszeichnung wird von den Sparkassen und dem Bibliotheksverband in Baden-Württemberg verliehen. Was die Jury überzeugt hat.

Ein Blick in die Kinderbücherei der Stadtbibliothek. Das Bild zeigt Bücherregale, Bücherkisten und verschiedene Sitzmöglichkeiten.
Die Stadtbibliothek Ludwigsburg ist einladend gestaltet – hier die Kinderbücherei. (Foto: Stadt Ludwigsburg)

Ein ganz besonderes Geschenk zu ihrem 75. Geburtstag hat die Stadtbibliothek Ludwigsburg erhalten: Sie ist zur „Bibliothek des Jahres“ 2021 in Baden-Württemberg gekürt worden. Der Preis ist dotiert mit 10.000 Euro und wird von den Sparkassen in Baden-Württemberg und dem baden-württembergischen Bibliotheksverband am 21. Oktober vergeben. Die gute Nachricht gab es schon jetzt.

„Das ist eine wunderbare Bestätigung für die bisher geleistete Arbeit – sie zeigt, dass wir mit der Stadtbibliothek für die Zukunft auf dem richtigen Weg sind,“ freut sich Erste Bürgermeisterin Renate Schmetz, die für Bildung, Sport und Soziales zuständig ist. Sie lobt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bücherei und ihrer Zweigstellen: „Wir haben hier mehr als 30 Menschen, die sich mit Herzblut engagieren – diese Auszeichnung haben sie sich alle miteinander verdient!“

Eine Bibliothek wie eine Zehnkämpferin

In der Begründung für die Auszeichnung spricht die Jury von der Bibliothek als einer Ausnahmesportlerin – wie eine Zehnkämpferin in der Leichtathletik überzeuge sie in allen Disziplinen durch konstant hohe Leistungen. Die Bücherei im Kulturzentrum sei ein echter Ort der Stadtgesellschaft, sie setze sich mit den gesellschaftlich relevanten Themen auseinander und ermögliche neben der Wissensvermittlung auch die Teilhabe an digitalen Entwicklungen.

Die eigene Kompetenz bei digitalen Angeboten ist der Ludwigsburger „Stabi“ in der Tat sehr wichtig: Video-Tutorials, hybride Veranstaltungen, Online-Sprechstunden und das Erstellen von 3D-Trickfilmen gehören seit Jahren zum Repertoire, gefördert unter anderem durch eine Kooperation mit der Initiative „Tinkertank“, die aus der Filmakademie Baden-Württemberg entstanden ist.

An Bedürfnissen der Besucher orientiert

Bibliotheksleiter Thomas Stierle kann die Begründung der Jury nur bestätigen: „Ich denke, wir sind im Bereich Innovation weit vorne, aber wir können auf den anderen Feldern auch punkten“, so Stierle. „Um als öffentliche Bibliothek erfolgreich zu sein, muss man eben auf vielen Gebieten stark sein. Unser gesamtes Team ist sehr glücklich über die Auszeichnung zur Bibliothek des Jahres.“

Wie stark die Bücherei sich an den Bedürfnissen ihrer Besucherinnen und Besucher orientiert, hat sich besonders im Jahr 2020 gezeigt: Die Einschränkungen durch Corona wurden möglichst gering gehalten, die Aufenthaltsqualität im Gebäude erhalten, die Öffnungszeiten kaum beschnitten und online neue Nutzungsmöglichkeiten geschaffen.

Einrichtung für Meinungsbildung, Förderung und Nachhaltigkeit

Die Stadtbibliothek leistet dem Urteil der Jury zufolge aber noch viel mehr: „Sie sieht ihre Identität darin, für demokratische Werte, Weltoffenheit, digitale Teilhabe, Vielfalt und faktenbasierte Meinungsbildung einzutreten.“ Schon seit Jahrzehnten bietet die Bibliothek dazu auch vielfältige Formen der Leseförderung, ist in den Medien präsent und in der Bildungs- und Kulturlandschaft der Stadt gut vernetzt.  

Die hohe Reichweite war Anlass dafür, in der Bücherei das „Wissenszentrum Energie“ als Informationsplattform für Nachhaltigkeitsthemen anzusiedeln. Das passt auch aus anderen Gründen sehr gut: Die Flachdächer des Bibliotheksgebäudes, des Kulturzentrums, sind begrünt und mit Fotovoltaik ausgerüstet, und der Lesegarten ist für viele Bücherfreunde eine richtige „Grüne Oase“ mitten in der Innenstadt. (Clemens Flach)