Unterkunft für Geflüchtete in der Weststadt

Gemeinderat genehmigt Wohnmodule für 60 Personen aus der Ukraine

In der Schlieffenstraße in der Weststadt schafft die Stadt Unterkünfte für Flüchtlinge aus der Ukraine. Der Gemeinderat genehmigte in seiner Sitzung am vergangenen Mittwoch die Anmietung von 20 Wohnmodulen für 60 Personen. Die Unterkünfte werden ab Mitte August zur Verfügung stehen.

Einstimmig sprach sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung dafür aus, neue Unterkünfte für Geflüchtete aus der Ukraine zu schaffen. Auf dem Parkplatz des Unternehmens Mann + Hummel in der Schlieffenstraße in der Weststadt werden 20 Wohnmodule aufgestellt, die die Stadt für zwei Jahre anmietet. 60 Personen sollen dort ab Mitte August unterkommen.  

„Wir sind froh, dass wir den in Not geratenen Menschen aus der Ukraine helfen können. Allerdings wissen wir nicht, wie sich die Zahl der Geflüchteten weiterentwickelt. Wir bereiten uns aber darauf vor, dass noch mehr Menschen aus dem Kriegsgebiet zu uns kommen werden“, sagt Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht.

Private Wohnungen und Häuser angemietet

Zur Unterbringung der geflüchteten Menschen aus der Ukraine hatte die Stadtverwaltung in der Vergangenheit bereits eine Vielzahl privater Wohnungen und Häuser angemietet. Neben den Wohnmodulen in der Schlieffenstraße wird zudem das ehemalige Hotel Krauthof in Hoheneck als Unterkunft zur Verfügung stehen, und zwar bis Ende März 2023. Die in der Zwischenzeit in Hotels untergebrachten Geflüchteten werden gegenwärtig Schritt für Schritt ebenfalls in private Unterkünfte vermittelt. 

Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die Anzahl der angemieteten Wohnungen sowie der Krauthof nicht ausreichen werden, um die benötigten Plätze anzubieten. Daher prüfte die Stadtverwaltung verschiedene Standorte in Ludwigsburg auf ihren Nutzen für Wohnmodule. Jener in der Schlieffenstraße ist aus technischen, geographischen und planungsrechtlichen Bedingungen am schnellsten und wirtschaftlichsten umsetzbar.

Wohnmodule für Kleinfamilien geeignet

Die 30 Quadratmeter großen Wohnmodule in der Schlieffenstraße sind in erster Linie für kleine Familien (eine erwachsene Person mit zwei Kindern) geeignet, da der Wohn- und Schlafbereich zum Koch- und Essbereich abgetrennt ist. Zudem ist ein separat zugänglicher Bereich mit WC und Waschbecken in jedem Wohnmodul vorhanden. Daneben werden noch Module für Duschen, Waschmaschinen und Trockner aufgestellt.

Anordnung der 20 Wohnmodule (blau) in der Schlieffenstraße. Drei Einheiten (gelb/rosa) sind für Duschen, Waschmaschinen und Trockner vorgesehen. (Bild: Stadt Ludwigsburg)

Aktuell leben in Ludwigsburg 972 Personen in kommunalen Anschlussunterbringungen.  Damit sind Unterkünfte für Geflüchtete gemeint, die der Landkreis aus seiner Betreuung in die Zuständigkeit der Stadt übergeben hat. Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass im Jahr 2022 insgesamt 1.350 Plätze für Menschen aus der Ukraine und aus anderen Ländern zur Verfügung stehen müssen.

474 neue Plätze geschaffen

Am 1. Juli 2022 verfügt die Stadt Ludwigsburg über 1.386 Plätze. Davon sind 876 in der kommunalen Anschluss- und 36 in der Obdachlosenunterbringung. 474 Plätze wurden im Rahmen der Ukrainekrise geschaffen. Diese teilen sich wie folgt auf:

  • 249 Plätze durch Anmietung von privatem Wohnraum
  • 60 Plätze im Krauthof
  • 62 Plätze durch Anmietung bei der Wohnungsbau Ludwigsburg
  • 28 Plätze im städtischen Eigentum
  • 75 Plätze in Hotels und Boardinghäusern (bis 15.09.2022)

Mit dem Containerstandort in der Schlieffenstraße ergibt sich ein Platzangebot nach Wegfall der Hotelplätze von 1.371. (Peter Spear)