Zeitplan für Umbau der Sternkreuzung steht
Noch ist der Kreisverkehr an der Sternkreuzung ein Provisorium. Das wird sich demnächst ändern, denn der Kreisel wird dauerhaft eingerichtet. Wann und wie das passieren wird.
Die Sternkreuzung ist ein wichtiger Knotenpunkt in Ludwigsburg: Vier Straßen treffen dort aufeinander. Ursprünglich wurde der Verkehr mit Ampeln geregelt – und nur übergangsweise, während der Bauarbeiten an der Abdichtung der B 27-Tunneldecke, sollte ein Kreisverkehr eingerichtet werden. Insbesondere für den Fuß- und den Radverkehr haben sich in der Bauphase deutliche Verbesserungen gezeigt – ohne gravierende Nachteile für den motorisierten Verkehr. Um die Eindrücke aus der Baustellensituation fundiert bewerten zu können, hatte die Stadt einen sechsmonatigen Verkehrsversuch eingerichtet. Das Ergebnis: Zu den meisten Zeiten des Tages lief der Verkehr im Kreisel flüssiger als in den Zeiten der ampelgeregelten Steuerung. Daraufhin gab der Gemeinderat grünes Licht für den Umbau, der nun von der Stadtverwaltung schrittweise bis Herbst 2026 vollzogen wird.
Derzeit laufen vorbereitende Maßnahmen an der Fußgängerunterführung Schorndorfer Straße. Diese war ohnehin sanierungsbedürftig und die Fläche wird für den Kreisverkehr benötigt. Bis Anfang November werden deshalb die Treppenanlagen und die Geländer zurückgebaut sowie die eigentliche Unterführung mit Flüssigboden verfüllt. Übrig bleibt nur ein Wartungszugang für weiterhin bestehende Technikräume unter der Erde, zum Beispiel eine Trafo-Station der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim.
Schlange wird abgebaut
Mitte November wird die Schlangenskulptur des niederländischen Künstlers Auke de Vries von der Sternkreuzung entfernt. In zwei aufeinander folgenden Nächten wird zunächst die Schlange selbst und dann ihre Befestigung abgebaut. Die Stadtverwaltung hat das jeweils in der Zeit von 1.30 bis 4.30 Uhr morgens geplant – in diesen drei Stunden fahren nämlich keine Busse über die Kreuzung.
Dann werden die Arbeiten zunächst für einige Wochen pausieren. „In der Adventszeit und kurz vor Weihnachten soll es in unserer Innenstadt möglichst keine Verkehrsbeeinträchtigungen durch eine große Baustelle geben“, betont Bürgermeister Sebastian Mannl. „Hier nehmen wir Rücksicht auf das Weihnachtsgeschäft der Einzelhändler und auf den Weihnachtsmarkt.“ So richtig los geht der Umbau der Kreuzung also im Januar. Das Bauunternehmen dafür hat die Stadt bereits beauftragt.
Städtebauliche Aufwertung
„Bis zur Fertigstellung des dauerhaften Kreisverkehrs wird sich die Sternkreuzung komplett verändern“, meint Bürgermeister Mannl. „Wir nutzen die Chance, an diesem zentralen Ort eine städtebauliche Aufwertung zu erreichen und die gefühlte Trennung zwischen Innenstadt und den Schlossanlagen zu reduzieren.“
Bei den Umbauten wird der Außendurchmesser des Kreisverkehrs auf 32 Meter vergrößert. Für die Zu- und Ausfahrt des Kreisels sind zusätzliche erhöhte Einengungen vorgesehen, um hier die Geschwindigkeit des Verkehrs zu reduzieren. Busse werden in den Zufahrten der Wilhelmstraße, der Schlossstraße und der Schorndorfer Straße Sonderfahrstreifen bekommen. Diese Fahrstreifen bieten Einsatzfahrzeugen außerdem die Möglichkeit, mit geringem Zeitverlust am Stau vorbei den Kreisverkehr zu durchfahren.
Zwischen Fahrbahnen und Fußwegen fungieren Grünflächen als Trennelemente. Der Radverkehr wird auf einem separaten Weg gegen den Uhrzeigersinn um den Kreisel geführt. Aufgrund neuester Erkenntnisse aus der Unfallforschung wurde der Radweg möglichst nahe an die Kreisfahrbahn gelegt, um eine ständige Sichtbeziehung zwischen Kraftfahrzeugen und Radverkehr zu ermöglichen.
Mit Landespreis ausgezeichnet
Für diese klar getrennte Radverkehrsführung wurde die Stadt beim Landespreis 2025 für Radinfrastruktur als eine der Gewinnerkommunen ausgezeichnet. Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann ehrt damit Projekte, die neue Maßstäbe für eine sichere, komfortable und alltagstaugliche Radverkehrsinfrastruktur setzen.
Insgesamt kostet der Umbau des Kreisverkehrs 1,98 Millionen Euro, inklusive der Verfüllung der Fußgängerunterführung. 90 Prozent der förderfähigen Baukosten werden dabei vom Land Baden-Württemberg und vom Bund übernommen. (Karin Brühl)