Bürgermedaille für drei Persönlichkeiten

Auszeichnung für Dr. Eckart Bohn, Klaus Hoffmann und Roland Kromer

Bei der Verleihung der Bürgermedaillen im Ordenssaal des Residenzschlosses: Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht, Erste Bürgermeisterin Renate Schmetz, Roland Kromer, Dr. Eckart Bohn, Klaus Hoffmann und Bürgermeisterin Andrea Schwarz (von links). Foto: Stadt Ludwigsburg/Benjamin Stollenberg

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Gemeinderat beschlossen, die Bürgermedaille 2020 an drei verdiente Persönlichkeiten der Stadt zu verleihen: Dr. Eckart Bohn erhält die Auszeichnung für sein herausragendes soziales Engagement. Verdienste erworben hat sich Klaus Hoffmann durch seinen Einsatz zugunsten der Stadtgeschichte und der barocken Baukultur. Auf eine bemerkenswerte Lebensleistung kann Roland Kromer in der Sportpädagogik und im Vereinssport zurückblicken. Coronabedingt konnte der entsprechende Festakt seither leider nicht stattfindet – aber am vergangenen Freitag (10. September) war es endlich soweit: Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht, Erste Bürgermeisterin Renate Schmetz und Bürgermeisterin Andrea Schwarz verliehen die Ludwigsburger Bürgermedaillen an die drei Geehrten.

Dr. Eckart Bohn wurde am 25. April 1943 in Dornstetten, Kreis Freudenstadt, geboren. Er studierte Betriebswirtschaft an der Freien Universität Berlin sowie Verwaltungswissenschaft an der Verwaltungshochschule Speyer. Danach erlangte Bohn seine Promotion zum Dr. oec. (Doctor oeconomiae = Doktor der Wirtschaftswissenschaft) an der Universität Stuttgart-Hohenheim.

Danach hätte Eckart Bohn auch in der Wirtschaft Karriere machen können. Doch das ehrenamtliche Engagement empfand er stets als großen Gewinn. Das Thema Wohnen beschäftigte ihn nicht nur in seiner Zeit im Gemeinderat. Auch als Vorstand des Mieterbunds in Ludwigsburg, den er zusammen mit sechs anderen Mitstreitern vor drei Jahrzehnten gegründet hatte, kennt er die Probleme von Mieterinnen und Mietern hautnah. 5000 Gespräche führt der Verein an insgesamt sechs Beratungsstellen mit Betroffenen. Eckart Bohn kämpft um bezahlbaren Wohnraum.

Sein ehrenamtliches Engagement war und ist bis heute geprägt durch sein soziales Bewusstsein. Über 40 Jahre hat sich Eckart Bohn in der Stadt in zahlreichen Vereinen
und auf vielfältige Weise ehrenamtlich engagiert: darunter waren der Bürgerverein Oststadt, der Bürgerverein Untere Stadt, der Musikverein Oßweil. Zudem war er Mitglied im Beirat der Ludwigsburger Tafel. Als Kommunalpolitiker gehörte Eckart Bohn mehr als 30 Jahre dem Gemeinderat an. Er führte viele Jahre die SPD-Fraktion als Vorsitzender. Aktiv war er auch als Mitglied im Kreistag des Landkreises Ludwigsburg.

Ehrenamtliches Engagement auch im Ruhestand
 

Während seiner beruflichen Tätigkeit im Landesarbeitsamt trieb Bohn den Aufbau von Behindertenwerkstätten voran und plante deren Finanzierung. Als Chef der Sozialplanung beim Kommunalverband für Jugend und Soziales war er verantwortlich für den Aufbau von Wohnstätten für Menschen mit Behinderung und Pflegeheimen für Senioren. Auch in seinem Ruhestand engagiert er sich im Ehrenamt. Bis heute setzt er sich als ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter im Landkreis Ludwigsburg für Menschen mit Handicap ein.

Sein Engagement wurde mehrfach ausgezeichnet, genannt seien 2009 die goldene Ehrennadel des Deutschen Mieterbundes sowie 2017 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

In dankbarer Würdigung seines herausragenden Engagements für soziale Fragen sowie seines Einsatzes für benachteiligte Menschen und bezahlbaren Wohnraum beschloss der Gemeinderat, Eckart Bohn die Bürgermedaille 2020 zu verleihen.
 

Klaus Hoffmann wurde am 9. Juli 1935 in Tangermünde bei Stendal, Kreis Magdeburg, geboren. 1948 kam er in den Westen Deutschlands. Man konnte über den Wald „rüberspazieren“ schrieb er in seiner Erzählung „Epitaph“. Viele seiner Gedichte, Erzählungen und Romane handeln von seiner „neuen“ Heimat in und um Ludwigsburg.

1975 zog Klaus Hoffmann nach Hoheneck. Seither ist er dort fest verwurzelt und längst ein Alteingesessener. Als Vorsitzender der Bürgervereinigung Bad Hoheneck und Architekt machte er sich besonders stark für die städtische Baukultur. 1998 gründete er das Ludwigsburger Architekturquartett. Dessen Aufgabe: Ludwigsburgs barocken Charakter zu stärken und zu erhalten. Seine Anregungen, Entscheidungen und Ideen vereinigten den Erhalt der barocken städtischen Baugeschichte und den Umweltaspekt.

Bis heute aktiv im Stadtteilausschuss Hoheneck

Der soziale Wohnungsbau und der Ausbau der Radwege waren ihm ebenso ein Anliegen. Sein politisches Engagement brachte er in drei Amtsperioden zwischen 1989 und 2004 im Ludwigsburger Gemeinderat als Stadtrat der Grünen ein. Auch im Ruhestand ist Klaus Hoffmann ein Ruheloser, denn er ist bis heute aktiv im Stadtteilausschuss Hoheneck.

Klaus Hoffmann war und ist immer jemand, der gehört wird. Gerade seine Lyrik, die in zufälligen Erlebnissen existenzielle Erfahrungen sensibel und bildhaft beschreibt, machte ihn über Ludwigsburg hinaus bekannt und beliebt. Sein Engagement im literarischen Gesprächskreis Ludwigsburg ist außerordentlich wertvoll und bedeutend.
 

Für Erhalt des Städtischen Museums

Als Stimmen laut wurden, das Städtische Museum abzuschaffen, sammelte Hoffmann Unterschriften zu dessen Erhalt. So kam es zur Gründung des Vereins „Freunde des Städtischen Museums“. Letztendlich trug dies zur Neugestaltung des Museums bei.

2006 erhielt Hoffmann für seine zahlreichen Lesungen, Broschüren und Veröffentlichungen die Kulturehrung der Stadt Ludwigsburg. 2015 wurde Klaus Hoffmann die Ludwigsburg-Medaille überreicht.
 

In dankbarer Würdigung seines herausragenden Engagements für die Stadtgeschichte und den Erhalt der barocken Baukultur in Ludwigsburg beschloss der Gemeinderat, Klaus Hoffmann die Bürgermedaille 2020 zu verleihen.

Roland Kromer wurde am 17. März 1941 in Ludwigsburg geboren. Er studierte an der Pädagogischen Hochschule (PH) Ludwigsburg-Stuttgart. Seine berufliche Laufbahn begann er als Ausbildungslehrer für PH-Studierende. Seine Berufung galt von Anfang an der Pädagogik und dem Laufsport. Kromer selbst lief 100 Meter in 10,6 Sekunden und war mehrfacher Landesmeister.

Sein ehrenamtliches Engagement im SKV Eglosheim begann mit der Suche nach Lauf-Talenten sowie deren Unterstützung und Förderung. Als ehrenamtlicher Bundestrainer
(1981 bis 1994) des württembergischen und deutschen Leichtathletikverbandes wurde der Name Kromer bald bundesweit ein Begriff.

Zahlreiche Impulse für den Sport

Roland Kromer war nicht nur dem Spitzensport verbunden. Durch den „Lauftreff Ludwigsburg“ brachte er Bürgerinnen und Bürgern die Lust am Laufen bei. Für den Sport setzte Kromer in Ludwigsburg viele Impulse. Das reicht vom Trimm-dich-Pfad und vom größten Lauftreff im Kreisgebiet über den Schulsport und dessen Verbindung zum Vereinssport bis hin zum Ludwigsburger Modell der hauptamtlichen Jugendtrainer. Sein ehrenamtliches Engagement war und ist geprägt durch Pädagogik und Sport.

Roland Kromer war ein praxisbezogener Sportpädagoge mit einem tiefen theoretischen Hintergrundwissen. Im ehrenamtlichen Bereich war er daher ein viel gefragter Referent bei landes- und bundesweiten Kongressen. Der Sport war und ist sein Leben, in seinen Ehrenämtern waren Fairness und Ausdauer stabile Disziplinen.
 

Viele Auszeichnungen würdigen seinen ehrenamtlichen Einsatz, zwei seien genannt: 1991 Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg, 2001 Bundesverdienstkreuz am Bande.

Verfechter der Vereinsidee und der Jugendförderung

1971 griff die Politik nach dem jungen, engagierten Trainer. 43 Jahre wirkte Roland Kromer an Entscheidungen in den Gremien des Gemeinderats in Ludwigsburg mit. Die Politik kannte ihn als beherzten Verfechter der Vereinsidee und der Jugendförderung. Beides ist für Kromer untrennbar verbunden. Dabei war er keineswegs der einseitige Lobbyist, sondern immer offen für andere gangbare Wege. Stets betonte Roland Kromer, dass er alles mit Freude tat und nie mit dem Gefühl sich aufzuopfern.

In dankbarer Würdigung seiner Lebensleistung im Bereich der Sportpädagogik und Talentförderung für seine Heimatstadt Ludwigsburg beschloss der Gemeinderat, Roland Kromer die Bürgermedaille 2020 zu verleihen.