Erinnerung an jüdisches Leben in Ludwigsburg

Gedenkveranstaltung, Ausstellung und Konzert am 10. November

Mit einer besonderen Veranstaltung wird am Donnerstag, 10. November, ab 18 Uhr in Ludwigsburg an das einst blühende jüdische Leben in der Stadt erinnert. An diesem Datum jährt sich die Brandstiftung in der Ludwigsburger Synagoge. Die Gedenkveranstaltung bietet dem Publikum eine große Bandbreite von Beiträgen und auch Gegenständen, die teils erstmals gezeigt werden.

Der Abend beginnt um 18 Uhr auf dem Synagogenplatz und gliedert sich in vier Programmpunkte an verschiedenen Orten der Stadt. Das Stadtarchiv Ludwigsburg und der Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz haben Beispiele zuversichtlicher Gemeinsamkeit und dramatischer Ausgrenzung und Verfolgung in den Jahren der NS-Herrschaft zusammengestellt.

Zu Beginn der Gedenkveranstaltung „Erinnerungen an jüdisches Leben in Ludwigsburg“ spricht die Erste Bürgermeisterin Renate Schmetz auf dem Synagogenplatz, Musik kommt vom Duo Aquivocae. Um 18.25 Uhr wird vor dem Stadtbad in einer kurzen Präsentation die Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung dargestellt. Kurze Zeit später folgt die Eröffnung der Ausstellung „Relikte jüdischen Lebens in Ludwigsburg“ im Stadtarchiv um 18.45 Uhr.

In Ludwigsburg gab es bis zum Holocaust eine florierende jüdische Gemeinde. Durch Rassenwahn und nationalsozialistische Verfolgung existiert seit dem Zweiten Weltkrieg kein jüdisches Leben mehr in Ludwigsburg. Die wenigen jüdischen Erinnerungsstücke, die bis heute erhalten geblieben sind, werden erstmals in der Foyerausstellung „Relikte jüdischen Lebens in Ludwigsburg“ des Stadtarchivs Ludwigsburg vom 10. November 2022 bis 28. Februar 2023 gezeigt. Darunter ist auch das Herbarium des Heinz Greilsamer (Harry Grenville), das dieser als Kind von seiner Familie in den Koffer gelegt bekam, als er nach England emigrierte. Aus der zerstörten Synagoge konnte eine Orgelpfeife der Firma Walcker geborgen werden. Auch liturgische Gefäße werden erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert. Alte Dokumente belegen den hohen Integrationsgrad der jüdischen Bürgerinnen und Bürger Ludwigsburgs. Das Stadtarchiv befindet sich in der Mathildenstraße 21 im Erdgeschoss. Die Ausstellung ist in den folgenden Wochen jeweils von Montag bis Donnerstag von 8 bis 17 Uhr sowie freitags von 8 bis 14 Uhr zugänglich. Der Eintritt ist frei.

Seinen Abschluss findet die Gedenkveranstaltung am 10. November beim „Interreligiösen Konzert für den Frieden“ um 20 Uhr in der Friedenskirche, veranstaltet von der Evangelischen City-Kirche Ludwigsburg. Dort tritt das Duo Aquivocae zusammen mit Martin Stortz auf.

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