Feuerwehr will sich für die Zukunft rüsten

Brandschutzbedarfsplan als Grundlage für künftige Herausforderungen – 1154 Einsätze im Jahr 2021 – Erstmals Ehrenzeichen verliehen

Die Feuerwehr in Ludwigsburg stellt sich den Herausforderungen der Zukunft. Mit dem Brandschutzbedarfsplan habe man eine hervorragende Grundlage, um sich für kommende Herausforderungen zu wappnen, hieß es auf der jüngsten Hauptversammlung.

„Wir müssen flexibel auf Veränderungen und Anforderungen reagieren können“, betonte Hans-Peter Peifer, kommissarischer Kommandant nach dem Weggang von Ben Bockemühl Ende 2021. Der Fachbereich Feuerwehr und Bevölkerungsschutz in der Stadtverwaltung steht derzeit in der kommissarischen Verantwortung von Marius Volle als stellvertretender Leiter. Die freie Stelle des Kommandanten und Leiters des Fachbereichs ist derzeit ausgeschrieben. 

„Wir als komplexe Organisation befinden uns in einem ständigen Veränderungsprozess und Wandel“, so Peifer weiter. Es gelte damit umzugehen, flexibel auf die Veränderungen und Anforderungen zu reagieren und neue technologische Entwicklungen voranzubringen. „Wir müssen unsere Einsatzkräfte fördern und fordern, das gilt insbesondere für die Qualifizierung unserer Nachwuchskräfte, und das alles in einem Gleichgewicht aus Haupt- und Ehrenamt und in einem Netzwerk mit vielen Kooperationspartnern und politischen Verantwortlichen.“

Gerade bei Veränderungen gebe es Ängste, Befürchtungen, Unsicherheiten, aber auch unterschiedliche Standpunkte und Sichtweisen. Das müsse ernst genommen werden, sagte der kommissarische Kommandant Peifer weiter. „Es kommt darauf an, in einem guten Mix aus Bewährtem und Werten, kreativen Ideen und neuen Konzepten gemeinsam Lösungen zu finden, dann aber auch Entscheidungen zu treffen, die alle miteinander tragen und umsetzen.“ Da sei nicht immer einfach, aber alle seien mit viel Herzblut bei der Sache im Ringen um die beste Lösung.

Unter der Teilnahme von Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht, der Ersten Bürgermeisterin Renate Schmetz, Kreisbrandmeister Andy Dorroch, dem Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbands, Klaus Haug, Vertretern des Gemeinderats sowie zahlreichen Kameradinnen und Kameraden verwies Peifer auf die nach wie vor anhaltende Corona-Lage und den Krieg in der Ukraine. Beides stelle die Hilfs- und Rettungsorganisationen vor immer neue Herausforderungen. Doch trotz widriger Umstände habe die Feuerwehr Ludwigsburg ihre Einsatzbereitschaft stets sichergestellt. Das werde eine ständige Herausforderung bleiben, gerade wenn es darum gehe, dass der Gemeinderat in angespannter Haushaltslage entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung stelle.

„Wir sind stolz auf unsere Feuerwehr in Ludwigsburg“, lobte OB Knecht den Einsatz der haupt- und ehrenamtlichen Rettungskräfte. „Die Menschen in der Stadt fühlen sich sicherer mit der Feuerwehr an ihrer Seite. Mit Ihrem Einsatzwillen, Ihrem Mut und Ihrer Bereitschaft, Leben zu retten, leisten Sie einen unverzichtbaren Beitrag zu einem sicheren Ludwigsburg. Und dafür gebührt Ihnen unser aller Dank.“

Die Erste Bürgermeisterin Renate Schmetz versicherte den Kameradinnen und Kameraden alles zu tun, damit die Feuerwehr auch weiterhin angemessen ausgerüstet sei. „Mit dem Brandschutzbedarfsplan werden wir die Voraussetzungen schaffen, damit die Feuerwehr auch in Zukunft leistungs- und einsatzfähig bleibt.“

Corona-Pandemie beeinträchtigt Übungsbetrieb und Kameradschaftspflege

„Feuerwehr macht man mit den Händen“, unterstrich der kommissarische Kommandant Peifer in der Hauptversammlung. Umso schmerzlicher sei es gewesen, dass wegen der Corona-Pandemie der Übungsbetrieb teilweise eingestellt worden sei. Auch kameradschaftliche Treffen seien nicht möglich gewesen. Gerade ein wichtiges Standbein des Ehren- und Hauptamts – die Kameradschaftspflege – habe unter der Corona-Situation sehr gelitten. Übungen und Ausbildungen seien teilweise online angeboten worden, was die praktischen Anwendungen jedoch nur zum Teil ersetzen könnten. Sein Dank galt hier besonders Alexander Huppert, dem zweiten stellvertretenden Kommandanten, für dessen Engagement und die mehrfache Überarbeitung der „Sonderregelung Feuerwehr – Corona-Pandemie“.

Alexander Huppert berichtete der Hauptversammlung, dass die Feuerwehr Ludwigsburg 2021 insgesamt 1.154 Einsätze zu absolvieren hatte. Davon fielen 257 auf Brände und Explosionen, 437 auf technische Hilfeleistungen. Zum Vergleich: 2019 waren es 1132 Einsätze, 2020 coronabedingt 910. Huppert hob zudem den viertägigen Einsatz von sieben Ludwigsburger Kameraden im Unwettergebiet im Ahrtal hervor. „Ihr habt tolle Arbeit geleistet und vor Ort einen bleibenden Eindruck hinterlassen.“

Anteil weiblicher Kameradinnen steigt stetig

Die Feuerwehr Ludwigsburg zählte 2021 insgesamt 514 Kameradinnen und Kameraden. Davon sind 44 hauptamtliche und 289 ehrenamtliche Kräfte. 79 Kameraden gehören der Alters- und Ehrenabteilung an sowie 102 Jugendliche der Jugendfeuerwehr und davon wiederum 19 der Kinderfeuerwehr. „Dies sind beachtliche Zahlen und auch der Anteil weiblicher Kameradinnen steigt stetig“, freute sich Alexander Huppert. Denn von den 514 Personen sind 90 weiblich.

Ein weiteres, großes Projekt sei die Kampagne zur Mitgliederwerbung. „Wir haben unseren Webauftritt erneuert und ein Intranet als Wissensdatenbank für die Feuerwehr Ludwigsburg erstellt“, berichtete Huppert. Dank des großartigen Engagements von Simon Merkle seien bereits erste Erfolge zu verzeichnen. Er appellierte an die Stadtverwaltung und den Gemeinderat, die Feuerwehr hier weiter tatkräftig zu unterstützen.

1,5 Millionen Schnelltests sowie eine Million OP- und FFP2-Masken beschafft

Trotz der Corona-Pandemie sei es der Feuerwehr gelungen, zahlreiche Lehrgänge anzubieten. Unter anderem hätten 19 Kameradinnen und Kameraden das Leistungsabzeichen in Silber abgelegt. Dennoch gebe es einen Ausbildungsstau bei der Truppmannausbildung Teil 2 und in der Folge beim Truppführerlehrgang, bedauert Huppert. Er kündigte aber an, diesen Stau 2022 deutlich abzubauen.

Huppert berichtete weiter, dass die Mitarbeitenden der zentralen Werkstätten 2021 auf Grund der Corona-Pandemie die Beschaffung von 1,5 Millionen Schnelltests sowie eine Million OP- und FFP2-Masken für alle Fachbereiche der Stadt, für alle Schulen, städtische und private Kindergärten sowie Kindertageseinrichtungen koordiniert hätten.

Ehrenzeichen der Feuerwehr

Während der Hauptversammlung wurde erstmals das Ehrenzeichen der Feuerwehr Ludwigsburg verliehen. Die Träger des Ehrenzeichens haben sich über die Abteilungsgrenzen hinweg für die Feuerwehr Ludwigsburg verdient gemacht.

Ehrenzeichen in Bronze:

Andreas Diebel, Volker Mayer, Simon Merkle, Tobias Noz, Markus Reinhardt, Stefan Rottner, Kurt Zoller.

Ehrenzeichen in Silber:

Alexander Huppert.

Ehrenzeichen in Gold:

Michael Roock, Hans-Peter Peifer.

Beförderungen

Hans-Peter Peifer und Alexander Huppert nahmen zudem zahlreiche Beförderungen bei der Freiwilligen Feuerwehr vor. Im Hauptamt erfolgte dies durch die Stadtverwaltung:

Beförderung im Ehrenamt zum/zur Feuerwehrmann/-frau:

Maximilian Ackermann, Jan Altmann, Dominik Großmann, Benjamin Heid, Julian Kerst, Paul Koch, Aaron Müller, Kati Nagel, Steffen Scheyhing, Simon Schlaps, Philipp Strobl, Ruben Wetzmüller.

Beförderung im Ehrenamt zum/zur Oberfeuerwehrmann/-frau:

Birgit Gehbauer, Cinzia Puglisi, Laila Rannenberg, Japhet Ruthardt, Daniel Stilp.

Beförderung im Ehrenamt zum/zur Hauptfeuerwehrmann/-frau:

Florian Heidenwag, Stefan Käser, Jonas Klumpp, Sebastian Schmidt, Nadine Seeser, Mike Weiß.

Beförderung im Ehrenamt zum Löschmeister:

Alexander Korte, Sven Schmitt.

Beförderung im Ehrenamt zum Oberlöschmeister:

Rico Ballack, Marc Brodbeck, Matthias Hirschmann, Thorben-Lars Klein, Matthias Maser, Tobias Rogge, Uwe Weber.

Beförderung im Ehrenamt zum Brandmeister:

Mathias Bachmeir, Tobias Hild, Sascha Lang, Alexander Müller.

Beförderungen im Hauptamt zum Brandmeister

Julian Breh, Dennis Gustke, Robin Ehmann, Markus Hüglin.

Beförderungen im Hauptamt zum Oberbrandmeister:

Jens Hofäcker.

Beförderungen im Hauptamt zum Hauptbrandmeister:

Sascha Stangl.

Beförderungen im Hauptamt zum Brandoberinspektor:

Walter Beyer, Marko Horwath, Matthias Klett, Jochen Reuschle, Daniel Schlegel.

Beförderungen im Hauptamt zum Brandamtsrat:

Marius Volle.

Ehrungen der Feuerwehr und der Stadt für die Jahre 2020, 2021 und 2022 Landesehrung in Bronze für 15 Jahre Zugehörigkeit zur Feuerwehr (2022):

Marvin Abele, Nico Bihlmaier, Katrin Hild, Tim Holzwart, Nadine Seeser, Casper Steinmetz, Nils Weisseisen.

Landesehrung in Silber für 25 Jahre (2020):

Martin Pflugfelder, Marco Gleich, Matthias Klopfer.

Landesehrung in Silber für 25 Jahre (2021):

Rico Ballack, Marc Brodbeck, Andreas Geiger, Markus Kuntzi.

Landesehrung in Silber für 25 Jahre (2022):

Sven Gleich, Alexander Klett, Michael Küster, Markus Leibold, Jens Moldt, Tobias Noz, Thomas Reischmann, Falko Schmidt-Viereck.

Landesehrung in Gold für 40 Jahre (2020):

Reinhold Hild.

Landesehrung in Gold für 40 Jahre (2021):

Klaus Klinke, Thomas Krauter, Dieter Oelkers, Thomas Raff, Harald Walter.

Landesehrung in Gold für 40 Jahre (2022):

Dietmar Schöck.

Ehrungen der Stadt Ludwigsburg:

50 Jahre Zugehörigkeit zur Feuerwehr (2020):

Ulrich Krehl-Kalesse, Rolf Käß, Reinhold Klett, Rainer Noller.

50 Jahre (2021):

Wolfgang Emmenegger, Herbert Lolk, Günther Schuster.

50 Jahre (2022):

Wolfgang Oßwald, Bernd Wenninger, Wolfgang Grünert, Peter Lindgren, Harry Schöck, Günter Walter, Bernd Kirnbauer.

60 Jahre (2020):

Heinrich Öchsle.

60 Jahre (2021):

Roland Bessler, Siegfried Renz, Gerhard Häussermann.

60 Jahre (2022):

Werner Fried, Werner Munz.

70 Jahre (2022):

Reinhold Kopp.