Fotoausstellung zur Entwicklungspartnerschaft

Verbindung im Alltag von Ludwigsburg, Montbéliard und Kongoussi/Zimtanga

Unter dem Titel „Regardes croisés“, „Gekreuzte Blicke“, eröffneten Bürgermeisterin Marie-Noelle Biguinet und Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht am Donnerstag, 7. Juli 2022 eine Fotoausstellung in der Mediathek der Französischen Partnerstadt Montbéliard. Die Ausstellung zeigt Bildpaare von Motiven des Alltags in den durch eine trilaterale Entwicklungspartnerschaft verbundenen Städten Kongoussi/Zimtanga, Ludwigsburg und Montbéliard.

Viele der Bilder waren bereits bei einer Ausstellung in Ludwigsburg zu sehen. Jetzt wurden sie um Motive aus Montbéliard und Zimtanga, der Nachbarkommune von Kongoussi, erweitert. Jugendliche aus Montbéliard haben aus ihrem Blickwinkel neue Bilder ihrer Heimatstadt beigesteuert. Die Ausstellung ist bis 10. September 2022 dort zu sehen. Fotos der Ludwigsburger Jochen Faber und Konrad Seigfried sowie Barthélemy Sawadogo aus Kongoussi zeigen mit den neuen Motiven aus Montbéliard, wie unterschiedlich und manchmal verblüffend ähnlich sich das Leben in der Sahelzone und Mitteleuropa darstellt.

Marie-Noelle Biguinet und Oberbürgermeister Matthias Knecht, der mit einer Ludwigsburger Delegation, darunter die Stadträtinnen Elfriede Steinwand, Dr. Uschi Traub und Stadtrat Ulrich Bauer, sowie der Ersten Bürgermeisterin Renate Schmetz dabei war, konnten zahlreiche Gäste bei der Eröffnung begrüßen. Die Bürgermeisterin von Montbéliard verwies auf die gemeinsame Erklärung aus dem Jahr 2006 für Afrika durch die beiden ältesten französisch-deutschen Partnerstädte.

Seit der Zeit engagieren sich die Partnerstädte und der Förderkreis Burkina Faso e.V. in der Sahelregion in Burkina Faso. Mit vielen Projekten wurden Baumpflanzungen vorgenommen, die Situation der Frauen nachhaltig verbessert durch Getreidemühlen, eigene Felder und den Aufbau von Kooperativen, grundlegende existentielle Probleme in mittlerweile 14 Dörfern durch den Bau neuer Brunnen gelöst und die Bildung durch den Bau von Schulen, hier insbesondere die Berufsschule des Förderkreises, nachhaltig verbessert. Aktuell geht es um den Ausbau der Solartechnik und die Bewältigung der Flüchtlingskrise. Sie hob insbesondere hervor, dass beide Städte und der Förderkreis im letzten Jahr Nahrungsmittel für Geflüchtete finanziert und einen neuen Brunnen gebohrt haben.

Oberbürgermeister Dr. Knecht unterstrich: „Gerade jetzt, wenn die Sorgen und Krisen uns an anderer Stelle belasten, dürfen wir die Menschen in Afrika nicht vergessen. Zudem sollte Afrika höchste strategische Bedeutung für Europa haben. Dieses Bewusstsein fehlt momentan bei vielen in der europäischen Politik.“ Für den OB ist es keine Frage, dass das bisherige Engagement der beiden Partnerstädte und des Förderkreises mit nicht nachlassender Energie fortgesetzt werden. Ludwigsburg bereitet gerade die nächste Phase der kommunalen Klimapartnerschaft vor und geht von einer weiteren Unterstützung des Bundes durch Engagement Global aus.

Konrad Seigfried dankte im Namen des Förderkreises und schilderte eindringlich aus eigenem Erleben, mit welchem geringen Aufwand die Folgen des Klimawandels gemeinsam bekämpft werden können: „In einem Dorf mit mehr als 1.000 Bewohnern gab es nur ein einziges Wasserloch für Mensch und Tier, dort haben wir jetzt einen Tiefbrunnen mit Wasserturm und Wasserhahn, der mit einer Solarpumpe angetrieben wird. Die Partnerschaft und der gemeinsame Kampf gegen den Klimawandel und dessen dramatische Folgen macht die gemeinsame Verantwortung für unsere Welt deutlich.“