Haus-Dämmung im Stresstest - das Ergebnis der Eisblockwette

Bürgermeisterin Andrea Scharz und Steffen Märkle vor einem Eisblock
Bürgermeisterin Andrea Schwarz und Steffen Märkle von der städtischen Stabsstelle Klima und Energie mit dem übriggebliebenen Eis aus dem gedämmten Haus

Wieviel Eis der eingebrachten 176 Kilogramm sind nach zwei Wochen im KfW-Effizienzhaus 55 übrig? Am Aktionstag der Nachhaltigkeitstage wurde diese Preisfrage aufgelöst.

Zwei Wochen lang lagen jeweils 176 Kilogramm Eis in zwei fast baugleichen Häuschen, die das Sanierungsmanagement der Stadt Ludwigsburg auf dem Rathausplatz aufgestellt hatten. Das „Null-gedämmt-Haus“ wurde vollkommen ohne Dämmung nur aus Holzwänden gebaut, das „Prima-Klima-Haus“ dagegen wurde durch entsprechende Dämmung mit Holzweichfasern auf den Standard eines KfW-Effizienzhaus 55 gebracht. Wie viel Eis bleibt am Ende übrig? Diese Frage stellte die Stadt daraufhin ihren Bürgerinnen und Bürgern. Am Aktionstag im Rahmen der landesweiten Nachhaltigkeitstage wurde das Rätsel gelöst: Sage und schreibe 105,5 Kilogramm Eis waren im gedämmten Haus noch vorhanden. Im ungedämmten Modell lief hingegen bereits nach fünf Tagen kein Schmelzwasser mehr – zu diesem Zeitpunkt war das Eis bereits gänzlich abgetaut.

Mit diesem Experiment zeigt die Stadt, wie effektiv eine energetische Sanierung tatsächlich ist und dass sich eine Modernisierung mit Energieeffizienz-Maßnahmen in jedem Fall für Winter- wie Sommertage lohnt. Aktuell hat die Stadt vier Sanierungsgebiete ausgewiesen, die in besonderem Maße von Beratungsangeboten und Informationsveranstaltungen profitieren. Die Eisblock-Wette steht im Rahmen dieser „Wir Energiewender“-Kampagne, mit der sich die Stadt für die energetische Sanierung von Gebäuden stark macht. Auch um das Ziel zu erreichen, so schnell wie möglich klimaneutral zu werden. Die Auflösung der Preisfrage fand am Samstag, 18. September, im Zuge der Nachhaltigkeitstage 2021 statt, die mit einem Aktionstag zu diesem und weiteren Themen rund um alle Bereiche der Nachhaltigkeit informierten.

Bei diesem Aktionstag auf dem Rathausplatz konnten sich die Besucherinnen und Besucher bei warmem Wetter und reichlich Sonnenschein zu den Möglichkeiten der Energiegewinnung durch die Sonne beraten lassen, beim Trinkwasserwagen der Landewasserversorgung ein erfrischendes Glas frischen Wassers genießen oder beim Stand des Unverpacktladens „ohne PlaPla“ Samenbomben basteln. Von 10 bis 16 Uhr gab es zahlreiche Angebote rund um die Themen Klima und Gesundheit sowie energetisches Bauen und Sanieren. Die Verbindung der Themen Klima und Gesundheit wurde an dem sommerlichen Tag sehr deutlich. Beim Stand der AOK gab es daher direkt Informationen zur gesunden Ernährung und dem richtigen Verhalten für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt, auch an heißen Tagen. Die Stabsstelle Klima und Energie und der Fachbereich Sport und Gesundheit der Stadt Ludwigsburg zeigten die Zusammenhänge von Klimawandel und gesundheitlichen Folgen auf und auch, was jeder selbst zum Klimaschutz beitragen kann. Ein Baustein zum aktiven Klimaschutz ist der Themenbereich Bauen und Sanieren: Zum Energiesparen im Alltag und der energetischen Sanierung informierten die Ludwigsburger Energieagentur und die „EnergieWender“ – ein Projekt der Stadt Ludwigsburg zur Erhöhung der Sanierungsrate in aktuell vier ausgewählten Sanierungsmanagement-Gebieten. Die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim informierten rund um Photovoltaik und E-Mobilität. Auch die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung wurden am Aktionstag erlebbar gemacht, es wurde deutlich, wie wichtig alle drei Säulen der Nachhaltigkeit für unsere Entwicklung sind.

Unter dem Motto „Jede Tat zählt!“ laden verschiedene Akteurinnen und Akteure in Ludwigsburg noch einige Tage zu den jährlich stattfindenden landesweiten Nachhaltigkeitstagen ein. Noch bis zum 2. Oktober gibt es vielfältige Aktionen, Ausstellungen, Filmvorführungen und Beratungen. Das ganze Programm gibt es im Internet unter www.nachhaltigkeitsstrategie.de .