Stellungnahme der Stadtverwaltung Ludwigsburg zum Artikel „Schlamperei bei Schüler-Schnelltests?“ vom 25.03.2021 in der Ludwigsburger Kreiszeitung

Zum Sachverhalt

Die Ludwigsburger Kreiszeitung (LKZ) berichtet in der Ausgabe vom 25.03.2021 von einer „Schlamperei“, die die Stadtverwaltung als Schulträger bei der Organisation der Schnelltestungen bei Schülerinnen und Schülern an Ludwigsburger Schulen an den Tag gelegt habe. Da die Berichterstattung wesentliche Informationen zum Sachverhalt nicht berücksichtigte, sollen mit dieser Stellungnahme in Abstimmung mit dem beauftragten medizintechnischen Unternehmen KME – Kern Medical Engineering die entscheidenden Punkte des Artikels klargestellt werden.

Was sind die großen Unregelmäßigkeiten, die am Wochenende passiert sind?

Es sind keine Unregelmäßigkeiten bekannt. Vielmehr ist deutlich geworden, dass Schnelltests – wie hinlänglich bekannt - eine gewisse Fehlerquote aufweisen.

Sind positive Testergebnisse nicht an das Gesundheitsamt weitergeleitet worden?

Vereinbart war mit allen Beteiligten zunächst, dass die Schulen den Kontakt zum Gesundheitsamt halten und positive Testergebnisse übermitteln, nicht die Firma KME. Im Laufe der Testungen hat man sich gemeinsam mit dem Gesundheitsamt darauf verständigt, dass alle positiven Tests von KME parallel an die Schule und das Gesundheitsamt weitergeleitet werden. In allen der Stadt bekannten Fällen ist das auch so passiert.

Warum kann es zu falsch positiven Tests kommen?

Für falsch positive Tests kann es viele Gründe geben. Die falsch positiven Tests waren allesamt nur sehr leicht positiv auf den Testkarten. Sie sind in unterschiedlichen Testchargen bei unterschiedlichen Mitarbeitenden und unterschiedlichen Umgebungsbedingungen aufgetreten. Um sicherzugehen, keine falsch negativen Ergebnisse zu produzieren, hat KME auch kleinste Verfärbungen als positiv gewertet. Der Schaden eines falsch positiven Tests (Abklärung durch einen PCR) ist erheblich geringer als ein falsch negativ gewerteter Test, der zu einem Ausbruch der Pandemie im Setting führen kann. KME hat sich daher entschieden, den sichereren Weg zu gehen und alle Fälle über einen PCR abzuklären.

Ulrike Rangwich-Fellendorf, stellvertretende Leitung des Gesundheitsamts Ludwigsburg, sagt hierzu: „Die Anzahl von falsch positiven Antigenschnelltestungen ist abhängig von der Spezifität des jeweiligen Testes und von der Inzidenz der Erkrankung. Bei einer geringen Inzidenzzahl erwarten wir mehr falsch positive Testergebnisse. Im Umkehrschluss erwarten wir weniger falsch positive Testergebnisse bei einer hohen Inzidenzzahl.“

Fehlender Hinweis darauf, dass über 3.000 Tests korrekt negativ waren

Was in der Berichterstattung keine Erwähnung fand ist, dass im selben Zeitraum über 3.000 Tests durchgeführt wurden, die zum korrekten Ergebnis geführt haben. Im Übrigen wären falsch negative Tests für die Pandemiebekämpfung deutlich schlimmer als falsch positive.

In exakten Zahlen: Bis zur letzten Woche - aktuellere Zahlen liegen nicht vor - wurden 3723 Tests durchgeführt, davon waren 29 Tests positiv (Positivquote 0,77). Im Nachhinein haben sich von diesen 29 Tests in der Tat 50 bis 70 Prozent als falsch positiv herausgestellt. Das ist aber normal bei dieser Art von Tests.

Zu niedrige Temperaturen

In Ludwigsburg wurde nur in den Schulgebäuden getestet, ein Temperaturproblem hat es weder bei der Durchführung noch bei der Lagerung der Tests gegeben.

Nachlässigkeit, Schlamperei, Hinterfragen der Personalschulungen

Die Unterstellung der Nachlässigkeit oder Schlamperei beziehungsweise das Hinterfragen der Intensität der Personalschulungen ist durch keinerlei Fakten belegt.

Teststrategie nach Ostern

Bislang hat die Fachfirma KME im Auftrag der Stadtverwaltung die Schnelltests an Schulen durchgeführt. Doch das Land Baden-Württemberg hat die Finanzierung der dadurch entstehenden Kosten nur bis Ende März zugesagt. Das Land hat deutlich gemacht, dass es künftig Selbst-Tests, wie sie in den meisten Kommunen bereits praktiziert werden, favorisiert. Darum hat die Stadtverwaltung jetzt eine große Menge an Selbsttests beim Land bestellt und wird diese an die Schulen verteilen. Der Wechsel der Test-Strategie hat also nichts mit einer Unzufriedenheit der Stadtverwaltung mit der Firma KME zu tun – im Gegenteil: die Stadt Ludwigsburg ist mit der Arbeit der Firma überaus zufrieden und bedauert es sehr, dass sie durch die Berichterstattung in ein negatives Licht gerückt wurde.