Über 200.000 Menschen unterzeichnen Petition zur Rettung der Sprach-Kitas

Stadt Ludwigsburg hat Kampagne unterstützt

Die Kampagne „Sprach-Kitas retten“ kann einen wichtigen Erfolg vermelden: Bis Fristende am Dienstagabend, 20. September, wurden 203.127 Unterschriften für die von Wenke Stadach eingereichte Petition erfasst, wobei die endgültige Zahl in den kommenden Tagen durch das Ausschusssekretariat des Petitionsausschusses mitgeteilt wird. Mit der Petition wird die Fortführung und Verstetigung des Bundesprogramms „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ ab 2023 gefordert.

Die Stadt Ludwigsburg hat sich in den vergangenen Wochen intensiv an der Kampagne „Sprach-Kitas retten“ beteiligt und in ihren Kindertageseinrichtungen bei Fachkräften, Eltern, Großeltern und Familien Unterschriften für die Petition gesammelt. „Dabei wurde deutlich, dass der Rückhalt für die Sprach-Kitas gewaltig ist“, berichtet Erste Bürgermeisterin Renate Schmetz.

16 Ludwigsburger Kindertageseinrichtungen sind vom angekündigten Aus für die „Sprach-Kitas“ betroffen. Damit würden die Kitas zum Januar 2023 jeweils ihre halbe Fachkraftstelle und damit viel Kompetenz und Angebote für sprachliche Bildung, Inklusion und Zusammenarbeit mit Familien in den Kindertageseinrichtungen verlieren. Auch die so wertvolle fachliche Begleitung der Kindertageseinrichtungen durch die Projektmitarbeiterinnen würde enden.

„Es bedarf jetzt einer zügigen Übereinkunft zur Rettung der Sprach-Kitas, denn die Ungewissheit birgt die Gefahr, dass sich die Fachkräfte schon jetzt beruflich anders orientieren. Dieser Verlust geht zu Lasten der Kinder und Familien in den Kindertageseinrichtungen und muss unbedingt gestoppt werden“, so Renate Schmetz. Gemeinsam mit 13 weiteren Kommunen des Landkreises Ludwigsburg hatte sich die Erste Bürgermeisterin auch an die Ludwigsburger Bundestagsabgeordneten gewandt.

„In Zeiten des Fachkräftemangels ist es leichtsinnig, über Jahre gewachsene Strukturen ohne konkrete Folgeangebote auszuhebeln.“

Aus Sicht von Erster Bürgermeisterin Renate Schmetz ist es jetzt erforderlich, dass der Bund und die Bundesländer sehr schnell zu einer Einigung für die Fortführung der Sprach-Kitas kommen. Damit die gewachsenen Strukturen und Fachkräfte gehalten werden können, spricht sie sich für eine Verlängerung des Bundesprogramms für zwei weitere Jahre aus. In diesen zwei Jahren könnten Bund und Länder eine angemessene Übergabe der Sprach-Kitas umsetzen.

Die Petition ist mit ihren 203.127 Stimmen die erfolgreichste Petition im Jahr 2022 und ist unter den zehn erfolgreichsten Petitionen der letzten 15 Jahre. Mit dem Erreichen des Quorums von mindestens 50.000 Unterschriften wird es zeitnah – voraussichtlich am 17. Oktober – eine öffentliche Anhörung im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages geben. Die Veranstaltung wird im Parlamentsfernsehen im Internet per Stream öffentlich gezeigt, ein entsprechender Zugang ist auf der Internetseite www.bundestag.de zu finden.

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