Wasserversorgung in Ludwigsburg: Im Verbund für den Krisenfall gerüstet

OB Knecht: Mitgliedschaft in Zweckverbänden garantiert gegenseitige Unterstützung

Deutschland zählt zu den Ländern mit dem besten Leitungswasser der Welt. Und auch für Ludwigsburg gilt: Das Wasser, das nach Betätigung des Hahns aus der Leitung fließt, können die Menschen unbedenklich trinken. Beste Qualität also auf der Grundlage strenger Vorgaben der deutschen Trinkwasserverordnung. Verantwortlich für diesen Teil der Daseinsvorsorge in Ludwigsburg ist das städtische Tochterunternehmen Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim GmbH (SWLB) mit Christian Schneider als Vorsitzendem der Geschäftsführung, mit Johannes Rager als Geschäftsführer und OB Dr. Matthias Knecht, der dem Aufsichtsrat vorsteht. 

Wie gelingt es, dieses hohe Niveau der Wasserversorgung zu halten und – mehr noch -   für die Zukunft zu sichern? Die SWLB gewinnt kein eigenes Wasser. Sie bezieht es zu gleichen Teilen von den jeweiligen Zweckverbänden Bodensee-Wasserversorgung und Landeswasserversorgung, die beide ihren Sitz in Stuttgart haben. Die Verbände verteilen Trinkwasser aus Donau und Donauries (Landeswasserversorgung) sowie aus dem Bodensee an weite Teile Baden-Württembergs. Darunter ist auch die Stadt Ludwigsburg, die als eine von zehn Städten von beiden Verbänden Wasser erhält.

„Die Mitarbeit in den Gremien der Landeswasser- und Bodenseewasserversorgung ermöglicht uns einen umfassenden kollegialen Austausch und im Krisenfall auch die Gewissheit, mit gegenseitiger Unterstützung zu rechnen“, betont OB Knecht. Er ist in seiner Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender der SWLB sowohl Mitglied im Verwaltungsrat der Landeswasserversorgung als auch im Bau- und Vergabeausschuss der Bodensee-Wasserversorgung.

„Wasser ist unsere kostbarste Ressource. In Zeiten des Klimawandels reicht es nicht mehr, es nur zu verteilen. Wir müssen es intelligent managen. Unsere Wasserstrategie setzt daher konsequent auf innovative Lösungen: Wir nutzen digitale Technologien, um die Wasserversorgung für die Zukunft zu sichern – heute und morgen“, erläutert Christian Schneider.

Für die SWLB zeigt die Prognose bis 2050, dass auch bei einem Verbandsausfall keine größeren Versorgungsprobleme zu erwarten sind. Zudem erstellt Baden-Württemberg derzeit einen weitreichenden Strategieplan, um auch langfristig die Bevölkerung gesund und ausreichend mit Wasser zu versorgen. Jeder der beiden Zweckverbände verfügt über Notfallpläne bei Krisen oder Stromausfall. Im Falle einer großflächigen Unterbrechung der Wasserversorgung stehen landesweit, auch in Ludwigsburg und Kornwestheim, Notbrunnen zur Verfügung, die in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern reaktiviert werden können.

Die SWLB ist ebenfalls auf unterschiedliche Szenarien vorbereitet. Das umfasst Punkte wie Bildung eines Krisenstabs, Notversorgung über alternative Leitungswege, Kooperation mit benachbarten Versorgern oder auch Abkochgebote. In solchen Situationen ist eine enge Abstimmung mit übergeordneten Behörden vorgesehen. Dazu zählen der Stab für Außergewöhnliche Ereignisses der Stadtverwaltung Ludwigsburg, in dem auch die Feuerwehr vertreten ist. Auch das Gesundheitsamt des Landkreises, das Regierungspräsidium und das Technische Hilfswerk gehören zu diesen Einrichtungen.

„Da sich die SWLB schon lange mit der Krisenvorsorge im Bereich Wasser auseinandersetzt, sehen wir uns hier gut aufgestellt“, erläutert Jens Nehl, Bereichsleiter Wasser bei der SWLB. Die städtische Tochter hält für diesen Fall eine umfassende Ausrüstung vor: Das sind Notstromaggregate für die Versorgung der Hochbehälter, mobile Desinfektionsanlagen, Standrohre, ortsveränderliche Pumpen und krisensichere Kommunikationswege. Auch der Einsatz von Tankfahrzeugen ist möglich. Allerdings setzt die SWLB darauf, die leitungsgebundene Versorgung so lange wie möglich aufrecht zu erhalten.

„Um die Wasserversorgung des Landes langfristig sicherzustellen, investieren beide Zweckverbände hohe Millionensummen in Projekte, die im Einzelfall sogar die Milliardengrenze überschreiten. Das ist in Zeiten, in denen sauberes Wasser immer wichtiger wird, umso bedeutender, auch für Ludwigsburg“, unterstreicht OB Knecht. Und Johannes Rager ergänzt: „Der SWLB ist die Versorgungssicherheit eine wichtige Angelegenheit. Wir werden jedoch auch die Wasserpreise für Endverbraucher immer im Blick haben und alles dafür tun, dass diese wie bisher erschwinglich bleiben.“

Mittelfristig will die SWLB auch das Thema Reaktivierung alter Wasserrechte betrachten und je nach geologischen Bedingungen die Neuerschließung von Brunnen prüfen. Weiterhin kann der Bau von Verbundleitungen zu benachbarten Versorgern, die auf eigene Quellen und Brunnen zurückgreifen, ein sinnvoller Schritt sein, um ein weiteres Standbein bei der Versorgungssicherheit zu bekommen.

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