Filtersäulen für bessere Luft

Land Baden-Württemberg stellt umfangreiche Fördermittel bereit

Die Luft in Ludwigsburg ist schon sauberer geworden. Aber in der Schlossstraße gibt es noch eine hohe Schadstoff-Belastung. Spezielle Filter, die beispielsweise bereits in Stuttgart im Einsatz sind, sollen Abhilfe schaffen.

An einer Straße stehen am Rand im Abstand von einigen Metern Filtersäulen. Die Filtersäulen bestehen aus schwarzen, übereinander gestapelten Würfeln.
An der Pragstraße in Stuttgart stehen die Filtersäulen bereits. Sie sollen nun auch in Ludwigsburg zum Einsatz kommen. (Foto: Mann + Hummel)

Ludwigsburg hat schon viel getan, um Schadstoffe zu reduzieren und für eine bessere Luft zu sorgen. An vielen belasteten Stellen sind die Werte für Stickstoffdioxid (NO2) bereits gesunken, das zeigen die Messdaten der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW).

Nur in der Schlossstraße wird der zulässige Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel derzeit noch überschritten. Hier plant die Stadt Abhilfe in Form von Filtersäulen, die sowohl Stickstoffdioxid als auch Feinstaub absorbieren. Der Gemeinderat hat dafür einstimmig grünes Licht gegeben, auch vom Land Baden-Württemberg kommt Unterstützung.

Gute Erfahrungen

„Die Städte Stuttgart und Heilbronn haben mit dem Einsatz von Luftfiltersäulen an hoch belasteten Straßen bereits gute Erfahrungen gesammelt“, erklärt dazu Bürgermeister Michael Ilk. „Dort konnte eine Reduzierung der Schadstoffe zwischen sieben und 15 Prozent erreicht werden.“

Zum Einsatz kommen dabei Filterwürfel des Ludwigsburger Unternehmens Mann + Hummel. Als Kombifilter verfügen die Würfel neben einer Filteranlage für Feinstaubpartikel über zusätzliche Aktivkohlelagen, die Stickstoffdioxid aufsaugen und absorbieren. Mehr als 80 Prozent des Stickstoffdioxids und des Feinstaubs werden so aus der angesaugten Luft gebunden.

Im April soll es losgehen

Jeweils drei Filterwürfel lassen sich zu einer Filtersäule stapeln. Zehn solcher Säulen wird die Stadt zunächst in der Schlossstraße aufstellen, voraussichtlich im April. Weitere fünf könnten folgen. Für die insgesamt 15 Filtersäulen ist mit Kosten in Höhe von ungefähr 1,35 Millionen Euro zu rechnen – darin enthalten sind Lieferung, Installation, Wartung und Stromverbrauch über zwei Jahre. Die Stadt selbst wird davon aber nur einen geringen Eigenanteil von 100.000 Euro übernehmen, die restliche Summe kommt aus Fördertöpfen des Landes Baden-Württemberg.

„Das Verkehrsministerium hat uns zugesagt, die Säulen umfassend zu fördern. Dafür sind wir natürlich sehr dankbar – denn allein könnten wir das nicht stemmen“, betont Bürgermeister Michael Ilk. In Abstimmung mit dem Ministerium sowie dem Regierungspräsidium Stuttgart hat Ludwigsburg auch schon andere Schritte für eine saubere Luft umgesetzt. Ein Beispiel sind eigene Busspuren, auf denen die Busse am Stau vorbeifahren. Dadurch wird der ÖPNV attraktiver. Eine weitere Maßnahme sind Tempolimits, die für einen geringeren Schadstoffausstoß sorgen. (Karin Brühl)