Bericht von der UN-Konferenz in Quito

Ludwigsburger Delegation bei „Habitat III“ in Ecuador

Teilnehmer aus Ludwigsburg bei „Habitat III“ (von links): Christian Walker, Marie Glück, Werner Spec, Ingrid Hönlinger, Siegfried Rapp, Elke Kreiser, Elfriede Steinwand-Hebenstreit und Achim Becker. (Foto: Stadt Ludwigsburg)

Vom 17. bis 20. Oktober 2016 hat in Quito, Ecuador, die dritte Weltkonferenz der Vereinten Nationen zur nachhaltigen Siedlungsentwicklung stattgefunden. Eine Ludwigsburger Delegation um OB Werner Spec hat daran teilgenommen und sich mit internationalen Partnern ausgetauscht.

Ziel der Weltkonferenz war, die Rolle der Akteure vor Ort zu stärken: Nachhaltige lokale Entwicklungen wie in Ludwigsburg und vielen anderen Städten der Welt wollen die 45.000 Teilnehmer der Konferenz in Ecuador unterstützen und weiter verbreiten.

Ludwigsburg war in Quito durch Oberbürgermeister Werner Spec, Siegfried Rapp, den Honorarkonsul Ecuadors in Baden-Württemberg, die Stadträtinnen Elke Kreiser (CDU) und Elfriede Steinwand-Hebenstreit (Grüne) sowie die ehemalige Grünen-Bundestagsabgeordnete Ingrid Hönlinger und Professor Christian Walker von der Hochschule für öffentliche Verwaltung vertreten. Zu der Delegation gehörten auch die baden-württembergische Staatssekretärin Theresa Schopper (Grüne) und die Living-Lab-Partner Achim Becker (Siemens) und Damian Wagner (Fraunhofer IAO).

Die Ludwigsburger Delegation hat dabei ein vielfältiges Programm absolviert: Aktive Beteiligung bei zehn Veranstaltungen der Habitat-III-Konferenz, Gespräche mit den ecuadorianischen Bürgermeistern aus Ambato und Urcuquí, Besuche der Stadt Ambato, der Stadt Urcuquí, der Deutsch-Ecuadorianischen Industrie- und Handelskammer, in Schulen und der Siemensvertretung in Ecuador sowie der Wissensstadt Yachay.

Einladung des Bundesentwicklungsministeriums
Oberbürgermeister Spec war vom Bundesministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit als Mitglied der Deutschen Delegation eingeladen worden, um die Erfahrungen von Ludwigsburg als Träger des „Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2014 für mittelgroße Städte“ beispielhaft einzubringen. In dieser Funktion war er mit zehn Beiträgen und Grundsatzreden sowie auf mehreren Podiumsdiskussionen mit Bürgermeistern anderer Länder vertreten. „Die Konferenz der Vereinten Nationen hat eindrücklich vor Augen geführt, dass der Weg hin zu einer nachhaltigeren Politik im wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Bereich wirkungsvoll ausgebaut werden muss“, erklärt Spec. Für Ludwigsburg stellt er fest: „Wir liegen mit unserem bisherigen Weg auf dem völlig richtigen Kurs, was ja auch die Verleihung des deutschen Nachhaltigkeitspreises gezeigt hat. Wir haben schon einiges erreicht, aber auch wir in Ludwigsburg haben noch zahlreiche Herausforderungen zu meistern.“

Der Oberbürgermeister schildert seinen Eindruck der Konferenz: „Wir gehören aufgrund unserer langjährigen Erfahrungen im Bereich der nachhaltigen Stadtentwicklung und konsequenter bürgerschaftlicher Beteiligung zu den Vorreiterstädten. Unsere Erfahrungen sind international sehr gefragt – wir hatten viele Anfragen für eine aktive Rolle im Programm der zahlreichen Veranstaltungen“, berichtet Spec. „Der internationale Zuspruch bei den Veranstaltungen war groß, und es gab immer wieder interessierte Rückfragen und positive Rückmeldungen.“

Eine der entscheidenden Erkenntnisse für ihn sei, dass der internationale Erfahrungsaustauch weiter verstärkt werden müsse: „Falls es nicht gelingt, die Umwelt- und Klimaprobleme wirksam zu meistern, wird sich das Potential an Flüchtlingsströmen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten deutlich verstärken. Deshalb muss jetzt aktiv und verantwortungsvoll gehandelt werden“, fordert Spec. Das sei die Kernbotschaft des Generalsekretärs der Vereinten Nationen Ban Ki-Moon an die Adresse der Städte weltweit gewesen.

Intensiver Erfahrungsaustausch mit Ambato und Urcuquí geplant
„Vor diesem Hintergrund haben wir mit den beiden ecuadorianischen Städten besprochen, dass wir mit unserem Netzwerk an Unternehmen, wie Bosch, Siemens, Porsche, Daimler, Züblin und universitären Einrichtungen in einen intensiven Erfahrungsaustausch eintreten wollen“, führt der OB näher aus. „Nicht zuletzt bietet sich unseren Unternehmen mit umweltfreundlichen Zukunftstechnologien die Chance, Arbeitsplätze zu halten und weiter auszubauen.“ Die Bundesregierung und die Europäische Union brächten dazu mit Förderprogrammen ihr erhebliches Interesse am internationalen Austausch der Städte zum Ausdruck.

„Was auf großes internationales Interesse stößt, ist die Tatsache, dass wir schon vor vielen Jahren die organisatorischen Maßnahmen in der Verwaltung für eine strukturierte übergreifende Zusammenarbeit vorgenommen haben, auch notwendige Softwarelösungen für integrierte Prozesse in den Stadtverwaltungen entwickelt haben, die bislang am Markt noch nicht verfügbar waren.“ Auch die Methodik von bürgerschaftlichen Beteiligungsprozessen wie bei den Ludwigsburger Zukunftskonferenzen stoße international auf großes Interesse: „Viele Städte wollen weltweit solche Wege neu beschreiten oder ausbauen und sind deshalb sehr interessiert an erfolgreichen Umsetzungsstrategien“, erklärt OB Spec.

Bei der Konferenz hat die Ludwigsburger Hochschule für öffentliche Verwaltung außerdem einen Austausch von Lehrenden und Studierenden mit der Universidad Técnica de Ambato vereinbart. Mit mehreren Städten ist nun eine Kooperation Ludwigsburgs auf unterschiedlichen Feldern geplant.

 

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