Ein Tag bei der Instandhaltung Verkehrswege

Es ist Freitagmorgen, kurz vor 7 Uhr in der Gänsfußallee in Ludwigsburg: 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treffen sich zur Lagebesprechung. Andreas Mack, der Bereichsleiter für den Bereich Instandhaltung Verkehrswege, gibt den geplanten Tagesablauf, Neuigkeiten aus der Verwaltung und aus der Stadt sowie besondere Vorkommnisse des letzten Tages bekannt.

Danach beginnt die Arbeit auf den Straßen und Wegen Ludwigsburgs. Der erste Bereich befindet sich am heutigen Tag in der Oststadt. Halt Stopp, nicht ganz, zuvor erst einmal ein Abstecher ins Lager der Technischen Dienste: Hier werden Fahrradbügel, Beton, Werkzeuge und Eimer auf den Transporter geladen. Dann geht es los zur Oststadt und zwar in diesem Fall auf einen Schulhof. Auf diesem bringen die Mitarbeitenden neue Fahrradständer an. Die Fahrradständer werden auf ehemaligen Grünflächen ergänzt. Hierzu wurden bereits am Vortag Pflastersteine verlegt und Löcher für die Hülsen gegraben. Die Hülsen werden benötigt, um die Fahrradstangen im Boden zu verankern. Nun werden die Hülsen betoniert und Fahrradständer montiert. Im gesamten Stadtgebiet hat sich die Anzahl an Fahrradständern deutlich erhöht und regelmäßig findet bei Beschädigungen ein Austausch statt. Dies ist eine der vielen Arbeiten, die die Technischen Dienste Ludwigsburg ausführen.

Der nächste Teilbereich ist die Verkehrssicherung. Das Team der Instandhaltung Verkehrsweg ist im ganzen Stadtgebiet unterwegs. Am heutigen Freitag ist die Vorbereitung einer zukünftigen Baustelle auf der To-do-Liste. Das heißt Schilder, Absperrgitter, Fußplatten aufstellen beziehungsweise bereitstellen. Außerdem der Abbau einer abgeschlossenen Baustelle. Die Fußplatten, in denen die Verkehrszeichen bei Baustellen stehen, wiegen 30 Kilogramm! Diese müssen von den Mitarbeitenden täglich für den Aufbau und Abbau auf und vom LKW gehoben werden. Vor allem an heißen Sommertagen benötigen die Mitarbeitenden regelmäßige Pausen, um diese körperlichen Arbeiten durchführen zu können. Zu den Teilaufgaben in diesem Bereich zählen zudem die Säuberung der Leitpfosten sowie deren Instandhaltung, das Setzen von Markierungen und die regelmäßige Baustellenkontrolle, um die Verkehrssicherheit in Ludwigsburg zur jeder Zeit zu gewährleisten.

Vor der Mittagspause wird die Kanalreinigung besucht. Die Technischen Dienste besitzen zwei der großen Kanalreinigungsfahrzeuge, sogenannte Hochdruckspül- und Saugfahrzeuge. Diese Fahrzeuge sind im ganzen Stadtgebiet unterwegs. Bei der täglichen Arbeit kann es aber passieren, dass das Fahrzeug auf der Straße steht und die Mitarbeitenden Bürgerinnen und Bürger ansprechen. Der Grund hierfür ist, dass PKWs öfters auf den Schachtdeckeln stehen. Somit können die Mitarbeitenden den Deckel nicht anheben und arbeiten. Bei schmalen Straßen kann es durchaus einmal vorkommen, dass durch parkende Fahrzeuge der Weg versperrt ist und dadurch die Arbeit erschwert wird – oder auch heranfahrende Fahrzeuge sich ein paar Minuten gedulden müssen, bis die Arbeiten am Kanal abgeschlossen sind.

Zur Tätigkeit selbst: Das Kanalfahrzeug hat einen Wasserbehälter (5.000 Liter) und einen Schlammbehälter (7.000 Liter). Diese werden morgens mit Regenwasser oder Neckarwasser gefüllt. Das Wasser reicht unter normalen Umständen den ganzen Tag, da es bei der Kanalarbeit durch eine Rückgewinnungsanlage aufgefangen und gefiltert wird. Und was machen die Mitarbeitenden am Kanal? Zwei Schläuche: einen kleinen und einen großen in den Schacht führen und daneben stehen? Nein, so ist es nicht: Dies muss gesteuert und kontrolliert werden. Der kleine Schlauch ist für die Wasserzufuhr zuständig. Hier wird der Kanal von jeglichen Müllresten und Ablagerungen befreit. Der große Schlauch saugt gleichzeitig das zugefügte Wasser und die Verunreinigung wieder heraus. Feuchttücher oder andere Gegenstände, die nicht ins Abwasser gehören, verstopfen die Kanäle. Bei hartnäckiger Verstopfung hilft nichts, die Mitarbeitenden müssen selbst hinunter in den Kanal und die Verstopfung beseitigen. Die Kanalreiniger sind hier unangenehmen Gerüchen ausgesetzt.

Allerdings gibt es dort nicht nur Gerüche, sondern es können zudem giftige Gase, die lebensgefährlich sind, vorhanden sein. Somit geht hier Sicherheit vor, alleine dürfen diese Tätigkeiten nicht ausgeführt werden. Außerdem sind eine Absicherung und das Mitführen von Gaswarngeräten immer erforderlich. An guten Tagen, wenn beispielsweise kein Auto auf einem Kanalschacht steht, schaffen es die Kanalreiniger mehr als 30 Schächte zu reinigen. Ebenso gehört das regelmäßige Reinigen der Rückfangbecken zu den Arbeiten eines Kanalreinigers. Hier kommt alles zusammen, was durch Natur oder den Mensch je ins Abwasser geriet.

Es ist wohlverdiente Mittagspause. Nach einer Stärkung kommt der letzte Bereich dran, der Straßenbau - zum Arbeitsgebiet gehören auch Parkplätze und Gehwege. Hier beschäftigen sich die Mitarbeitenden unter anderem mit der Absenkung von Gehwegen und dem Verlegen sowie dem Ausbessern von Pflastersteinen. Außerdem sagen die Mitarbeitenden der Technischen Dienste Ludwigsburg Schlaglöchern den Kampf an, unter denen nicht nur Autofahrer, sondern auch Fußgänger und Radfahrer leiden. Bei der Beseitigung von Schlaglöchern kommt es häufig zu interessierten Blicken von Passanten. Vor allem für Kinder ist es sehr faszinierend, wenn der noch heiße Asphalt in die Schlaglöcher gekippt wird und schön säuberlich, wie beim Ausrollen eines Teiges, in diesen verteilt wird. Wenn dann die große Walze erscheint, die alles einebnet, und es dampft und zischt, werden die Augen immer größer und faszinierter. Diese Begegnungen mit Bürgerinnen und Bürger Ludwigsburgs zaubern auch bei harter Arbeit ein Lächeln in die Gesichter der Mitarbeitenden.

Fakten zum Bereich Instandhaltung Verkehrswege der Technischen Dienste Ludwigsburg:
15.000 bewegliche Verkehrsschilder mit 4.000 Fußplatten, 1.100 Poller und Leitpfosten, 1.200 laufende Meter Holzgeländer, 1.500 Fahrradbügel, 2.250.000 m2 Straßenflächen, 856 717 m2 Gehwegfläche, 260 km Feldwege, 12.860 Straßeneinläufe, 9.708 Kanalschächte mit Abdeckungen, Kanäle von 325 km Länge und 36 Bauwerke im Abwasserbereich.

 

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