Revitalisierung des „Marstalls“

Zentraler Impuls für die Entwicklung in der „Unteren Stadt“

Die Revitalisierung des in den 1970er Jahren entstandenen Marstall-Centers sowie die städtebauliche Aufwertung des Umfelds des Gebäudekomplexes waren das zentrale Projekt des Sanierungsgebietes „Untere Stadt“. Durch die Wiederbelebung des Einkaufzentrums und die Attraktivierung der umgebenden öffentlichen Räume konnte ein starker Impuls für eine positive Weiterentwicklung der gesamten nördlichen Innenstadt gegeben werden.

Die ausführliche Projektdokumentation zur Revitalisierung des "Marstall" können Sie hier als PDF herunterladen (9,832 MiB)

Marstall Areal nach der Umgestaltung
Marstall Areal nach Umgestaltung. Foto: Stadt Ludwigsburg

NÖRDLICHES UMFELD

Die Charlottenstraße und der östliche Bereich der Bauhofstraße waren der erste Teil eines in den 1970er Jahren geplanten großen Innenstadtrings. Mit ihren überdimensionierten Straßenräumen waren sie geprägt vom Leitbild der „autogerechten Stadt“. Sie verfügten über keinerlei Aufenthaltsqualitäten. Eine lange und hohe Stützmauer in der Straßenmitte bildete für Fußgänger und Radfahrer eine Barriere zwischen der nördlichen Innenstadt und der Unteren Stadt.

Aber auch die verkehrliche Situation, insbesondere die Zufahrt zum Marstall-Center, war sehr unübersichtlich und für den auswärtigen Besucher kaum nachzuvollziehen.

Auch der bauliche Zustand der Charlottenstraße und der Bauhofstraße nördlich des Marstall-Centers sowie Bereiche war schlecht. Die Anwohner und anliegenden Geschäftsleute wünschten sich seit Jahren eine Aufwertung der verkehrlichen und stadträumlichen Situation.

Marstall Areal nördliches Umfeld vor der Stadterneuerung

Marstall Areal nördliches Umfeld vorher
Marstall Areal nördliches Umfeld vorher
Marstall Areal nördliches Umfeld vorher

Marstall Areal nördliches Umfeld nach der Stadterneuerung

Marstall Areal nördliches Umfeld nachher
Marstall Areal nördliches Umfeld nachher
Marstall Areal nördliches Umfeld nachher

SÜDLICHES UMFELD

Bei dem historischen Reithausplatz handelte es sich um einen großen und gut proportionierten Stadtraum. Dieser wurde mit dem Bau des Marstall-Centers stark beeinträchtigt und auf die Hälfte seiner ursprünglichen Größe reduziert. Die direkte Wegeverbindung vom Reithausplatz über den Reithausberg zur Bauhof- und Charlottenstraße wurde zerstört. Aufgrund vieler unterirdischer Bauwerke wurde der Platz auch stark topographisch überformt. Der Charakter als repräsentativer Platz mit einer umgebenden Bebauung ging verloren.
 
Der Gebäudekomplex des Marstall-Centers dominierte mit seiner Größe und seinen abweisenden und geschlossenen Fassaden das gesamte Umfeld und stand im Kontrast zur kleinteiligen historischen Bebauung im Süden.
 
Die Kirchstraße entsprach in ihrer stadträumlichen Struktur noch weitgehend ihrer ursprünglichen Prägung – auch wenn in den letzten Jahrzehnten viele historische Bauten durch neue Gebäude ersetzt worden sind. Kennzeichnend sind der gerade Straßenverlauf des barocken Stadtgrundrisses und das nach Norden abfallende Gelände. Die bewegte Topographie beinhaltete jedoch Probleme für die Gestaltung der öffentlichen Räume.
 
Auch die städtebauliche Gestaltung des Reithausplatzes, der Kronen- und der Kirchstraße war in die Jahre gekommen und entsprach nicht mehr heutigen Qualitätsstandards. Der bauliche Zustand war schlecht und erforderte eine vollständige Neugestaltung.

Marstall Areal südliches Umfeld vor der Stadterneuerung

AUFWERTUNG DER ÖFFENTLICHEN RÄUME

Durch eine attraktive Grüngestaltung und die Wahl hochwertiger Materialien bei der Gestaltung der angrenzenden Straßenräume konnte eine umfassende Aufwertung der öffentlichen Räume und damit eine Steigerung der Aufenthaltsqualität erreicht werden: Der Reithausplatz ist wieder ein attraktiver, urbaner Platz der nördlichen Innenstadt. In Verbindung mit der Revitalisierung des Marstall-Centers entstand eine großzügige Terrasse mit beleuchteten Sitzstufen, die für Außengastronomie genutzt wird.

Von besonderer Bedeutung für die Aufenthaltsqualität, die Atmosphäre und die ökologische Funktion des Reithausplatzes ist die Gruppe von Platanen. Sie wurde erhalten und durch neue Baumfelder bzw. -inseln mit integrierten Sitzelementen zu einem prägenden Gestaltungselement entwickelt. Ein weiteres wichtiges Gestaltungselement ist das Thema „Wasser“. Neben dem Erhalt des historischen Trog-Brunnens auf dem Reithausplatz konnte im südöstlichen Bereich des Reithausplatzes ein bodengleiches Wasser-Sprudlerfeld ausgebildet werden.

Eine wichtige Anregung aus dem Beteiligungsverfahren war die Einbeziehung des westlichen Platzrands zwischen Hermann- und Körnerstraße in die Platzgestaltung. Die Platzoberfläche wurde über die Straße hinweg bis zur Brauerei Rossknecht ausgedehnt. Die bestehende kleinteilige Terrassierung in diesem Bereich wurde zurückgebaut. Eine Belebung dieses Bereichs kann wieder früher durch die Außengastronomie der Brauerei Rossknecht erfolgen.

Die Kirchstraße knüpft an die Gestaltung der Fußgängerzone im Süden an und ist in drei Bereiche unterteilt: einen Bewegungsraum in der Mitte und zwei seitliche Zonen für Ladenauslagen.

In der Kronenstraße wurden die Ecksituationen durch kleine „Bauminseln“ gegliedert und gestaltet. In Verbindung mit einer deutlichen Aufwertung und Öffnung der Fassade des Centers entstanden wieder attraktive Stadträume, die auch eine wesentliche Aufwertung für die südlichen Bestandsgebäude darstellen.

Marstall Areal öffentliche Räume nach der Stadterneuerung 

Marstall Areal Aufwertung der öffentlichen Räume
Marstall Areal Aufwertung der öffentlichen Räume

GRÜNKONZEPT

Zu den wichtigsten Zielen des Entwurfs zählte die Entwicklung eines attraktiven Grünkonzepts verbunden mit einem möglichst weitgehenden Erhalt der Platanen. Über den gesamten Planungs- und Ausführungszeitraum wurde zum Schutz der bestehenden Platanen Fachexpertise hinzugezogen. So konnte die zentrale, raumprägende Gruppe von Platanen am Reithausplatz erhalten werden.
 
Insgesamt stellt sich das Grünkonzept wie folgt dar: Alle gefällten Bäume wurden durch neue Bäume ersetzt – am Reithausplatz durch eine Platane und in der Kronenstraße durch drei japanische Zelkoven.

 

Kontakt

Stadtplanung und Vermessung, Städtebau
Dr. Anne Mayer-Dukart
Wilhelmstraße 5
71638 Ludwigsburg
Telefon: 07141 910-2254
a.mayer-dukart@ludwigsburg.de

Wirtschaftsförderung
Frank Steinert
Stuttgarter Straße 2/1
71638 Ludwigsburg
Telefon: 07141 910-2168
f.steinert@ludwigsburg.de