Jubiläum „20 Jahre Soziale Stadt“

Städtebauförderungsprogramm mit Erfolgsgeschichte auch in Ludwigsburg

1999 wurde das Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" ins Leben gerufen – es feiert nun sein 20-jähriges Bestehen und damit verbunden auch zahlreiche Erfolge. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Über 500 Städte und Gemeinden wurden in der Zeit in das Städtebauförderungsprogramm aufgenommen, mehr als 900 Baumaßnahmen insgesamt gefördert. Rund 5,3 Milliarden Euro wurden für alle Investitionen in den Programmgebieten in Groß-, Mittel- und Kleinstädten bereitgestellt, womit umfangreiche Aufwertungen durchgeführt werden konnten.

Eglosheim zählt zu den ersten Fördergebieten

Als eines der ersten Programmgebiete wurde im Jahr 2000 der Ludwigsburger Stadtteil Eglosheim aufgenommen und anschließend als Sanierungsgebiet „Eglosheim II Soziale Stadt“ ausgewiesen. In den neun Jahren im Programm „Soziale Stadt“ hat sich die Wohn- und Lebenssituation in Eglosheim erheblich verbessert: Bauliche Maßnahmen, die Modernisierung des Wohnungsbestands und der Neubau von hochwertigem Wohnraum sorgten für bessere Wohnverhältnisse für alle Einkommensgruppen. Für die Hirschbergsiedlung war der Bau des Wohn- und Geschäftshauses mit Supermarkt durch die städtische Wohnungsbau-Gesellschaft wichtig, der die Nahversorgung deutlich verbessert hat. Weitere wichtige Maßnahmen waren das erste Seniorenheim, das neue Sport- und Kulturzentrum mit Bürgertreff, der Ausbau des Abenteuerspielplatzes und der Neubau des Jugendhauses im Bereich Kreuzäcker.
 
Durch zahlreiche soziale Projekte konnten der Zusammenhalt und das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Gruppen innerhalb des Stadtteils gefördert werden: der Mittagstisch, das Lokale Konfliktmanagement (LOKO) oder auch die damalige Stadtteilzeitung „Wir in Eglosheim“ mit einem ehrenamtlichen Redaktionsteam. Das Stadtteilbüro hat sich seitdem zu einer zentralen Anlaufstelle weiterentwickelt und ist wie das „Café KARMA“ im neu geschaffenen Stadtteilzentrum angesiedelt.
 
Erster Bürgermeister Konrad Seigfried betont, wie wichtig es sei, die Menschen vor Ort am Entwicklungsprozess zu beteiligen: „In Eglosheim ist es gelungen Stadtentwicklung auch ausgeprägt bürgerschaftlich zu gestalten. In Beteiligungsverfahren wie den Stadtteilkonferenzen und Zukunftswerkstätten konnten sich örtliche Vereine, die Kirchengemeinden und viele andere Interessierte unmittelbar engagieren. Hier konnten Wünsche und Vorschläge für den Stadtteil eingebracht, ganz praktisch umgesetzt und die Weiterentwicklung aktiv begleitet werden.“
 
Dass daraus Strukturen und Netzwerke entstanden sind, die auch nach dem Ende des Förderprogramms „Soziale Stadt“ noch bestehen und das Image des Stadtteils zum Positiven verändert haben, freut Konrad Seigfried umso mehr.

Viel Engagement auch in Grünbühl-Sonnenberg

Von der Pionierarbeit, die in Eglosheim durch viele Engagierte geleistet wurde, konnte der Stadtteil Grünbühl-Sonnenberg profitieren, der 2006 in das Förderungsprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen wurde. Der integrierte Ansatz des Programms sowie die starke Einbindung und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zeigt auch in Grünbühl-Sonnenberg seine positive Wirkung. Durch umfangreiche Baumaßnahmen ist es der Stadt gemeinsam mit der Wohnungsbau Ludwigsburg gelungen, am Sonnenberg ein modernes und gefragtes Wohnquartier mit einer guten Sozialstruktur zu entwickeln.
 
Derzeit schreitet die Wohnbauentwicklung voran, mit dem neuen Quartier „Grünbühl.Living“ und den ehemals bundeseigenen Wohnblöcken. Herausforderung dabei: Für viele Haushalte müssen Ersatzwohnungen gefunden werden, das erfordert intensive Betreuung und Begleitung der Bewohnerinnen und Bewohner in diesem Umgestaltungsprozess. Im Gebiet Karlshöhe wurde die Infrastruktur rund um die „Bettlade“ verbessert. Mit dem Südrandweg konnte eine bessere Fuß- und Radwegverbindung nach Grünbühl-Sonnenberg geschaffen werden.
 
Neben den städtebaulichen Investitionen zielt das Förderprogramm stark auf die Verbesserung der Lebensbedingungen im Stadtteil ab. In Grünbühl-Sonnenberg wurden bis heute zahlreiche Projekte umgesetzt wie das MehrGenerationenHaus mit Kinder- und Familienzentrum. Hier finden seit der Eröffnung 2013 verschiedenste Veranstaltungen und Angebote statt, die den Zusammenhalt und das Miteinander im Stadtteil fördern und stärken. Im Rahmen von Sprach-, Computer- und Sportkursen oder Veranstaltungen wie dem Repair-Café und dem Mittagstisch der katholischen Kirche wird hier Vernetzung und Nachbarschaft im Stadtteil aktiv gelebt. Von der Karlshöhe wurde dort auch ein Projekt geschaffen, das Menschen mit Beeinträchtigung die Möglichkeit bietet, besser am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Dafür engagieren sich verschiedene Träger und Aktive, die untereinander durch den Arbeitskreis Soziales Grünbühl-Sonnenberg gut vernetzt sind. Zur stärkeren Identifikation mit dem Stadtteil trägt auch die Stadtteilzeitung „Aktiv vor Ort“ bei.
 
In Grünbühl-Sonnenberg ist das Förderprogramm „Soziale Stadt“ noch nicht abgeschlossen. Bei beiden Ludwigsburger Stadtteilen ist der Stadtentwicklungsprozess durch die Aufnahme in das Förderprogramm „Soziale Stadt“ stärker in die Öffentlichkeit gerückt: Er wird in der Bürgerschaft breiter diskutiert und im Rahmen verschiedener Beteiligungsverfahren aktiv begleitet, wodurch beide Stadtteile ein deutlich positiveres Image bekommen haben. Ein weiterer erfolgreicher Baustein sind die Stadtteilbeauftragten: Die „Stadtteilbeauftragte Sozialer Zusammenhalt“ ist vor Ort Ansprechpartnerin für Bürger, Träger, Vereine und Institutionen, sie koordiniert das haupt- und ehrenamtliche Engagement. Sie arbeitet eng im Tandem mit der „Stadtteilbeauftragten STEP“, die den Stadtteilentwicklungsprozess koordiniert und für die Vernetzung der Themen innerhalb der Verwaltung sorgt.
 
Erfolgsfaktor des Städtebauförderungsprogramms „Soziale Stadt“ ist der integrierte Ansatz, dass neben städtebaulichen Investitionen viel Wert auf zwischenmenschliche Arbeit gelegt wird. Dieser Grundgedanke findet sich auch im Ludwigsburger Modell des Stadtentwicklungskonzepts (SEK), das einen integrativen, nachhaltigen Ansatz verfolgt und auf eine hohe Bürgerbeteiligung setzt. So können sowohl durch bauliche Maßnahmen als auch durch soziale Projekte die Lebensbedingungen in den Stadtteilen insgesamt verbessert werden. Oder wie es ein Eglosheimer auf einer Veranstaltung formulierte: "Nicht nur in Steine investieren, sondern auch in Menschen!"

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