Eine Stadt steht zusammen - interreligiöses Solidaritätszeichen auf dem Marktplatz

Gläubige unterschiedlicher Religionen bekunden durch religiöse Zeichen und Klänge ihre Solidarität

Alle Religionsgemeinschaften stehen coronabedingt zurzeit vor großen Herausforderungen. Nicht nur das christliche Osterfest fiel in diese schwierige Zeit, aktuell ist auch der Fastenmonat Ramadan betroffen.

Dieser ist „eine sehr besinnliche Zeit, die gläubige Muslime unter normalen Umständen gerne im Freundes- und Familienkreis verbringen“, so Muhittin Soylu, sachkundiges Mitglied für Interreligiösen Dialog im Ludwigsburger Integrationsrat. Viele Muslime sind nun im engsten Kreis Zuhause – gemeinsame Gebete und das Fastenbrechen in den Gemeinden finden nicht statt.

Trotz der Lockerungen, die in dieser Woche in Kraft getreten sind, bleiben die Möglichkeiten des Zusammenkommens weiter eingeschränkt. Diese Situation hat der Dialog der Religionen Ludwigsburg zum Anlass genommen, jetzt ein interreligiöses Solidaritätszeichen zu setzen. Das wie folgt aussieht: An den kommenden drei Freitagen (8., 15. und 22. Mai) werden auf dem Ludwigsburger Marktplatz bis zum Ende des Fastenmonats Ramadan jeweils um 20.25 Uhr die Glocken der christlichen Kirchen läuten. Ab 20.30 Uhr wird es Beiträge aus dem Judentum, dem Buddhismus und dem Hinduismus geben. Abschließend werden die Imame der DITIB Gemeinde und der Islamischen Gemeinschaft Ludwigsburgs gegen 20.54 Uhr den Ezanruf zum Sonnenuntergang und somit zum Beginn des täglichen Fastenbrechens ausrufen.
 
„Rituale und Gebete sind wichtig zur Stärkung des Glaubens. Frieden beginnt im eigenen Herzen. Der Klang des Gebetes in den Ohren erfüllt das Herz mit Ruhe, Frieden und Zuversicht“, erklärt Stephan Rubel, Vertreter des Buddhistischen Vereins
 
Dem Solidaritätszeichen am Freitag, 8. Mai, kommt außerdem eine besondere Bedeutung zu: Am Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus ist so der soziale Zusammenhalt in unserer Stadt erlebbar.
 
Coronabedingt können an der Aktion vor Ort auf dem Marktplatz nicht mehr als 50 Personen teilnehmen. Damit sie dennoch für alle erlebbar wird, werden die Vertreter der beteiligten Religions- und Glaubensgemeinschaften filmen und das Video ihren Gemeinden zur Verfügung stellen. Auch hier auf der städtischen Website www.ludwigsburg.de ist die Aktion jetzt ab Samstag zu sehen.
 
Unterstützt und begleitet wird die Aktion durch das Büro für Integration und Migration der Stadt Ludwigsburg. „Der Marktplatz ist zentraler Ort und Mittelpunkt der Stadt. Ein gemeinsames Auftreten der Religionsgemeinschaften steht auch für den sozialen Zusammenhalt in Ludwigsburg. Trotz Corona-Krise herrscht große Solidarität und Flexibilität unter den Bürgerinnen und Bürgern, denen hiermit auch gedankt wird. Die Solidaritätsbekundung wird von der Stadt begrüßt und das Anliegen unterstützt“, so die Integrationsbeauftragte der Stadt, Anne Kathrin Müller.

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