Mooskulturen binden Feinstaub

Ergebnisse des dreijährigen Forschungs- und Entwicklungsprojekts „MoosTex“ liegen vor

Feinstaub gilt als krebserregend und als Ursache für vermehrte Erkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislaufsystems. Einen wirksamen Beitrag zur Reduktion von Feinstaub können spezielle Mooskulturen leisten. Das zeigen die Ergebnisse eines dreijährigen Forschungs- und Entwicklungsprojekts, an der auch die Mooswand in Eglosheim beteiligt war.
 
Feinstaub gelangt nicht nur aus Motoren in die Luft, sondern auch durch Bremsen- und Reifenabrieb sowie Aufwirbelungen von Straßenstaub. Die kleinen Partikel mit einem Durchmesser von weniger als zehn Mikrometer können bis tief in die Lunge gelangen. Sie bergen erhebliche Gesundheitsrisiken und verringern die Lebenserwartung.

Eine Möglichkeit, die Feinstaubbelastung zu verringern, bieten Mooswände. Diesen Nachweis hat das dreijährige Forschungs- und Entwicklungsprojekt „MoosTex“ nun erbracht. Die Kooperationspartner Helix Pflanzen GmbH, Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) und Ed. Züblin AG testeten feinstaubschluckende Mooswände unter realen Umweltbedingungen an unterschiedlichen Standorten, einer davon in Eglosheim. Weitere Mooswände stehen in Stuttgart, Kornwestheim und Denkendorf.
 
Im Labor konnten die Kooperationspartner dabei den Systemnachweis erbringen, dass Moose Feinstaub binden – und zwar werden innerhalb von 26 Tagen 60 Prozent der Feinstaubpartikel abgebaut. Mit ihrer filigranen Pflanzengeometrie und Blattstruktur verfügen Moose über eine große Oberfläche, an der sich Feinstaubpartikel ablagern. Die Partikel werden daraufhin von den Pflanzen verstoffwechselt und damit eliminiert.

Das funktioniert jedoch nur, wenn die Mooskulturen die richtige gärtnerische Betreuung, zum Beispiel Bewässerung, erhalten. Zuviel direkte Sonnenbestrahlung dagegen ist schädlich. „Wir haben im Projekt gelernt, wie wir die Moose im Jahresverlauf pflegen müssen, damit es ihnen gut geht“, sagt Hans Müller von der Helix Pflanzen GmbH. Die Pflanzen in Eglosheim seien grün und vital, sie leben und arbeiten. Ein wichtiger Pluspunkt, den Moose zum Beispiel gegenüber Laubbäumen haben: Da sie ihre Blätter im Winter nicht abwerfen, bleiben sie auch in der kalten Jahreszeit aktiv.
 
Für das Projekt wurden von Helix spezielle Moosmischungen und ein Verfahren entwickelt, wie sich diese am besten auf den vom DITF realisierten textilen Strukturen kultivieren lassen. Die Idee, ein modulares Lärmschutzsystem mit Moosen zu kombinieren, um zusätzlich die Luft zu reinigen, stammte von der Ed. Züblin AG. „Durch das Projekt MoosTex sind wir nun in der Lage, Lärmschutzwände zu bauen, welche einen positiven Beitrag für die Luft- und Klimaprobleme im urbanen Raum leisten“, erklärt der dortige Projektverantwortliche Andreas Kugler. Und Christoph Riethmüller vom DITF ergänzt: „Die Nachverdichtung der Städte und die Urbanisierung im Ganzen stellt die Gesellschaft vor sehr komplexe ökologische Herausforderungen. Die Forschungsergebnisse von MoosTex werden zumindest in Teilbereichen helfen, diesen Herausforderungen zu begegnen.“
 
Ludwigsburgs Bürgermeister Michael Ilk freut sich darüber, dass die Stadt einen Beitrag zum erfolgreichen Forschungs- und Entwicklungsprojekt leisten konnte. „Die Ergebnisse zeigen, dass der Einsatz von Mooswänden sinnvoll ist. Zwar ist das Thema Feinstaub nicht unser größtes Problem in Ludwigsburg – hier halten wir den Grenzwert schon seit Jahren ein. Aber angesichts der schweren Gesundheitsschäden, die Feinstaub verursachen kann, begrüßen wir selbstverständlich jede Möglichkeit, ihn zu reduzieren. Deshalb waren wir sehr daran interessiert, dass ein Teil des Versuchs hier bei uns in Ludwigsburg stattfindet.“
 
Das Projekt MoosTex wurde im Rahmen des „Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

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