Unterbringung von Geflüchteten

Die Stadt hat die menschliche, sozialverträgliche und sichere Unterbringung von Geflüchteten von Anfang an als eine große, gemeinsame Aufgabe begriffen. So hat die Stadt Ludwigsburg den Landkreis dabei unterstützt ausreichend Kapazitäten für die vorläufige Unterbringung von Geflüchteten im Stadtgebiet bereitzustellen.

Während der Landkreis als untere Aufnahmebehörde die Verantwortung für die Unterbringung der Geflüchteten in der vorläufigen Unterbringung hat, trägt die Stadt Ludwigsburg die Verantwortung für die Anschlussunterbringung, das heißt, dann wenn die Asylverfahren abgeschlossen sind oder aber die Geflüchteten bereits länger als 24 Monate in der vorläufigen Unterbringung des Landkreises lebten. Sofern die Geflüchteten nach der vorläufigen Unterbringung des Landkreises keine Wohnung auf dem privaten Wohnungsmarkt finden können, werden sie zur Vermeidung ihrer sonst entstehenden Obdachlosigkeit von der Stadt Ludwigsburg in Notunterkünften untergebracht. Die Unterbringung in der kommunalen Anschlussunterbringung ist als Überbrückung gedacht, bis die Geflüchteten ein privatrechtliches Mietverhältnis eingehen.

Um auf den Zuzug gut reagieren zu können, hat der Gemeinderat am 25. November 2015 ein Konzept für bis zu acht temporäre Bauten mit einer Gesamtkapazität von 600 Plätzen an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet beschlossen. Nicht alle Standorte konnten realisiert werden, so dass teilweise alternative Standorte beschlossen wurden. Bisher wurden drei Standorte in Betrieb genommen; eine Unterkunft im Schlösslesfeld zur vorläufigen Unterbringung des Landkreises, und zwei Unterkünfte für die Anschlussunterbringung in der Oststadt und in Pflugfelden. Im Sommer 2020 wird eine weitere Unterkunft mit 80 Plätzen in der Weststadt in Betrieb gehen.

Anschlussunterbringung von Geflüchteten

Der Unterbringung liegt ein vom Gemeinderat beschlossenes, dezentrales Unterbringungskonzept zugrunde bei dem alle Stadtteile einbezogen werden. Das Unterbringungskonzept beinhaltet unterschiedliche Maßnahmen zur Deckung des Platzbedarfs. Zu den Maßnahmen gehören neben dem Neubau von Unterkünften, die Übernahme von Unterkünften des Landkreises, Nutzung von städtischen Wohnungen und die Anmietung von Wohnungen durch die Stadt. Da diese Maßnahmen allein nicht ausreichen um den Bedarf zu decken, werden temporär Wohnungen der Wohnungsbau Ludwigsburg (WBL) aus dem Segment „Abwohnen“ zur Unterbringung von Geflüchteten genutzt.

Bisher (Stand 17.06.2020) wurden 1.060 Geflüchtete der Stadt Ludwigsburg zugewiesen. Davon leben noch 782 in Ludwigsburg; allein 618 Geflüchtete in der kommunalen Anschlussunterbringung. Weitere 164 Geflüchtete haben nach der vorläufigen Unterbringung privaten Wohnraum in Ludwigsburg gefunden. Insgesamt 278 Menschen sind ausgezogen bzw. zurückgekehrt. Neben den 618 Menschen in der kommunalen Anschlussunterbringung leben weitere 39 Personen in den Unterkünften, die nicht als Zugewiesen zählen, aber untergebracht werden müssen. Hierzu gehören beispielsweise Kinder, die während der Anschlussunterbringung geboren wurden. Somit lebten am 17.06.2020 657 Menschen in der kommunalen Anschlussunterbringung.

Die Unterbringung in kleineren Einheiten ist für die Integration sehr förderlich. Aufgrund der hohen Anzahl Geflüchteter, die untergebracht werden müssen, gelingt dies aber nicht in allen Fällen, sondern es müssen darüber hinaus größere Unterkünfte gebaut oder angemietet werden.

 

Ansprechpartnerinnen

Stadt Ludwigsburg
Fachbereich Bürgerschaftliches Engagement, Soziales und Wohnen
Ramona Klenk
Telefon 07141 910-4412
r.klenk@ludwigsburg.de