Bitkom-Studie

Digitalisierung der Arbeitswelt

Neue Arbeitswelt
Fotonachweis: pixabay

Die Krise als Innovationsbeschleuniger – seit März vergangenen Jahres verändert sich die Arbeitswelt rasant. Ob Homeoffice, kontaktloser Einkauf oder Zoom-Meeting statt Geschäftsreise: Der notgedrungene, flächendeckende Switch zum virtuellen Arbeitsplatz wirkt wie die Initialzündung für eine intensivere, flächendeckende Digitalisierung in allen Branchen.

Laut einer Bitkom-Studie zur Digitalisierung der Arbeitswelt spricht sich die Mehrheit der Erwerbstätigen für eine stärkere Nutzung des Homeoffice aus. Auch Unternehmer erkennen verstärkt die Vorteile von New Work, von flexiblerem, ortsunabhängigem Arbeiten. Um den Arbeitsalltag in Deutschland innovativer und digitaler gestalten zu können, braucht es eine leistungsfähige IT-Branche.

Allerdings: Derzeit sind mehr als 85.000 Stellen für IT-Experten unbesetzt. Deshalb sollen in Deutschland so schnell wie möglich beste Voraussetzungen für IT-Fachkräfte geschaffen werden, „egal welchen Geschlechts, ob selbstständig oder angestellt, ob aus dem Inland oder Ausland“, fordert der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) „Außerdem müssen New-Work-Konzepte noch stärker in Unternehmen und Verwaltung ankommen. „Um so genannte hybride Arbeitsmodelle zu fördern, soll es unter anderem steuerliche Vereinfachungen geben. Ob für die Arbeit ein co-working-space oder ein privates Arbeitszimmer genutzt wird, dürfe beim Werbungskostenabzug keine Rolle mehr spielen.

Ebenso müssten rechtliche Grundlagen, beispielsweise beim Thema Scheinselbstständigkeit, angepasst und nicht zuletzt die Einwanderung für IT-Fachkräfte nach Deutschland schneller, digitaler und unbürokratischer gestaltet werden. Der New Work-Arbeitsplatz setzt Vertrauen des Arbeitgebers und selbstständiges Handeln des Arbeitnehmers voraus, denn Arbeits- und Ruhezeiten werden im Homeoffice eigenverantwortlich geregelt. „In Übereinstimmung mit der EU-Arbeitszeit-Richtlinie sollte das deutsche Arbeitszeitgesetz künftig auch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit vorsehen, statt wie bisher nur auf einzelne Tage zu rekurrieren“, so der Bundesverband. Auch Betriebsräte arbeiten übrigens zunehmend mit digitalen Tools, was einer Überprüfung und Reform des Betriebsverfassungsgesetzes bedarf.

Aus dem Bitcom-Positionspapier zur Bundestagswahl 2021; www.bitkom.org