Geschichte von Neckarweihingen

Neckarweihingen

Neckarweihingen liegt an einer uralten Furt, die bereits Steinzeitbauern nutzten, um das gegenüber liegende Ufer zu erreichen. Erst in den zwanziger Jahren des 18. Jahrhunderts entstand ganz in der Nähe dieser Furt eine erste Brücke. Die Hauptstraße liegt auf der ehemaligen Poststrecke Ludwigsburg-Marbach.

Erstmals schriftlich erwähnt wird das Straßendorf 1271 als "Weihingen". Der Name hat vermutlich alemannische Wurzeln. Nach 500 nach Christus siedelte sich auf der Markung ein Alemanne namens Wiho an. Unter die nach Sippenältesten zunächst Wiho, später Wyhingen genannt wurde. Um das Dorf von anderen gleichnamigen Orten zu unterscheiden erhielt es zwischen 1500 und 1550 den Namen Neckarweihingen.

Neckarweihingen und das benachbarte Hoheneck hatten bis ins 14. Jahrhundert eine gemeinsame Markung. Bis 1529 war Hoheneck sogar kirchliche Filiale von Neckarweihingen. Noch bis ins 18. Jahrhundert bildeten die beiden Orte einen selbstständigen Gerichts- und Verwaltungsbezirk. Erst 1719 gingen sie in das Amt Ludwigsburgs ein.

Oft musste der kleine Ort über lange Zeit hinweg Soldaten und Gefolge der Herrscherhäuser beherbergen und verköstigen. Viel Leid und Elend brachte auch der Dreißigjährige Krieg und in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wütete die Pest in Neckarweihingen.

Bekannte Persönlichkeiten

Einer der berühmtesten Neckarweihinger ist der Maler Friedrich von Keller (1840-1914). Jahrzehnte lang wirkte er als Lehrer, später als Professor an der Kunstschule in Stuttgart. Höhepunkte seiner Laufbahn waren sicher zwei Auszeichnungen, die ihm der württembergische König persönlich verlieh: Das Großkreuz der Württemberger-Verdienstmedaille für Kunst und Wissenschaft. Bekannt wurde Keller vor allem durch seine Genremalerei. Eines seiner Werke hängt in der Laurentiuskirche. Infotafeln im "Rathäusle" stellen seinen Werdegang dar.

Ein weiterer Neckarweihinger dürfte vor allem Weinliebhabern ein Begriff sein: Emanuel Dornfeld (1796-1869). Der Sohn des damaligen evangelischen Pfarrers gilt nicht nur als einer der bedeutendsten Rebenpioniere des 19. Jahrhunderts. Er hat auch entscheidend zur Gründung der ältesten staatlichen Weinbauschule in Weinsberg beigetragen. Ihm zu Ehren wurde 1971 eine in Weinsberg entstandene Rebenkreuzung aus Helfensteiner und Heroldsrebe auf seinen Namen getauft. Der dunkelrote, kräftige Wein ist vor allem in Baden-Württemberg bekannt. Eine Tafel am Alten Pfarrhaus, Dornfelds Geburtshaus, erinnert an ihn.