Auswirkungen von Armut und sozialer Benachteiligung
In Deutschland wächst etwa jedes fünfte Kind in Armut oder mit einem Armutsrisiko auf. Materielle, soziale und kulturelle Benachteiligung können sich auf die psychische und gesundheitliche Entwicklung von Kindern auswirken, was sich beispielsweise in der Sprachentwicklung, der Entwicklung von Aufmerksamkeit und anderen kognitiven Funktionen und der Regulation von Emotionen und Stress zeigt, aber auch im Selbstbild und in sozialen Beziehungen. Häufig ist nicht materieller Mangel an sich das Problem, sondern seine indirekten Effekte, etwa über Stressbelastung in Familien, eingeschränkte Anregung und das frühe Erleben von Ausgrenzung und Scham. Ebenso wichtig sind Schutzfaktoren, die erklären, warum sich viele Kinder trotz schwieriger Bedingungen gut entwickeln. Wissen über die Auswirkungen von Armut ist wichtig, um Verhalten von Kindern in Kitas und Schulen besser einschätzen zu können. Der Vortrag schließt mit konkreten pädagogischen Ansatzpunkten, um von Armut betroffenen Kindern verlässliche Beziehungen und anregende Erfahrungen zu ermöglichen.
Referent: Prof. Dr. Wolfgang Rauch, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg, Psychologie und Diagnostik im Förderschwerpunkt Lernen
Raum: Aula der Gemeinschaftsschule
