Tipps und Tricks rund ums Sanieren
Tipps für den Ablauf einer Sanierung
Wichtige Gesetze
Seit 2013 gibt es in Deutschland den Handel mit CO2-Zertifikaten (Kohlenstoffdioxid-Zertifikaten), seit 2021 unter anderem auch auf Erdgas und Heizöl. Dabei zahlen Unternehmen einen Preis für das Ausstoßen von Kohlenstoffdioxid. Diese Kosten geben die Unternehmen an die Endverbraucher*innen weiter. In den nächsten Jahren wird der Preis auf die Energieträger voraussichtlich weiter steigen. Weitere Informationen finden Sie hier. Keine CO2-Bepreisung fällt dagegen auf nachhaltige Energie wie Holzbrennstoffe, Solarwärme, Strom für beispielsweise Wärmepumpen und nachhaltiges Biogas an. Mit einer klimaneutralen Heizung können Sie die CO2-Bepreisung vermeiden und Geld sparen.
Seit dem 01. Mai 2022 besteht in Baden-Württemberg die Pflicht, beim Bau neuer Gebäude eine Photovoltaik-Anlage zu installieren. Seit Januar 2023 gilt diese Regelung auch bei allen grundlegenden Dachsanierungen von Bestandsgebäuden. Nähere Informationen finden Sie auf der Seite des Umweltministeriums Baden-Württemberg.
Am 10. Juli 2026 wurde das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) beschlossen. Es ersetzt das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) und schafft neue Rahmenbedingungen für die Modernisierung von Gebäuden und die Wärmeversorgung.
Ein wesentlicher Bestandteil des Gesetzes ist die größere Technologieoffenheit bei der Wahl der Heizungsart. Die bisherige Vorgabe, dass neue Heizungen grundsätzlich zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, entfällt. Damit können Eigentümerinnen und Eigentümer künftig selbst entscheiden, welche Heiztechnik für ihr Gebäude geeignet ist. Neben Wärmepumpen, Wärmenetzen und Biomasseheizungen bleiben grundsätzlich auch Gas- und Ölheizungen zulässig. Gleichzeitig gelten für fossile Heizungen künftig steigende Anforderungen an den Einsatz klimafreundlicher Brennstoffe. Die Förderung für klimafreundliche Heizungen und energetische Sanierungen wird fortgeführt.
Hier finden Sie den gesamten Gesetzestext.
Technologien und Wissen
Hier finden Sie Informationen zu den relevantesten Versorgungstechnologien für erneuerbare Energien und Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs.
Dämmung und Fenstertausch
Über ungedämmte Dächer, Wände und Fenster geht ein beachtlicher Teil der Heizenergie an die Umgebung verloren.
Daher hat die Dämmung entscheidenden Einfluss auf den Energieverbrauch und die Energiekosten. Auch im Sommer heizen sich ungedämmte Gebäude viel schneller auf und sorgen so für ein unangenehme Hitze. Das Experiment Eisblockwette führte dies 2021 vor Augen.
Wenn Sie ihr Gebäude gut einpacken, steigern Sie den Wohnkomfort durch eine gleichmäßigere Temperaturverteilung und die Räume bleiben im Winter angenehm warm und im Sommer angenehm kühl. Die Dämmung des Gebäudes und der Fenstertausch sollten gut aufeinander abgestimmt sein, das gelingt zum Bespiel mit einem individuellen Sanierungsfahrplan. Durch die Reduktion des Energieverbrauchs kann zudem die Heizungs-Vorlauftemperatur reduziert werden und das Gebäude wird EE-fit (PDF, 254 KB) für zukunftsfähige Heiztechnologien wie Wärmepumpen. Weitere Vorteile finden Sie hier.
Informationen über den energetischen Zustand ihres Gebäudes erhalten Eigentümerinnen und Eigentümern im Stadtgebiet bald schnell und unkompliziert über das Tool CLIMAP. Zur Unterstützung bei der energetischen Gebäudesanierung bietet die Stadt Ludwigsburg in Zusammenarbeit mit CLIMAP bald kostenlos Wärmebildaufnahmen und einen Energiebericht für die, die ein Gebäude besitzen. So werden Schwachstellen und das Potenzial zum Energiesparen einfach und unkompliziert sichtbar. Die Stadtverwaltung verstärkt so weiter ihre Bemühungen, als Stadt klimaneutral zu werden.
Kommunale Wärmeplanung
Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Planungsinstrument für die gesamte Stadt Ludwigsburg, welches im Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg verpflichtend verankert ist. Dieses soll eine Möglichkeit einer klimaneutralen Wärmeversorgung in Ludwigsburg im Jahr 2035 aufzeigen.
Wichtig für Sie: Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Instrument, welches den Rahmen für eine klimaneutrale Wärmeversorgung auf dem gesamten Stadtgebiet aufzeigt. Konkrete Aussagen auf der Ebene von einzelnen Gebäuden sind zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich. Es handelt sich nicht um eine Detailplanung. Nachfolgend zur kommunalen Wärmeplanung werden beispielsweise durch die SWLB Machbarkeitsstudien und Transformationspläne für die Fernwärme erstellt.
Aktuelle Informationen und Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung finden Sie hier.
Heizungstausch
Das Heizen mit fossilen Brennstoffen wie Erdöl oder Erdgas führt zu einem erheblichen Ausstoß von klimaschädlichem CO2. Wer jetzt in eine neue Heizung investiert, sollte eine nachhaltige und langfristig wirtschaftliche Lösung wählen.
Mit dem seit dem 29. Juli 2026 geltenden Gebäudemodernisierungsgesetz wurde die bisherige pauschale Vorgabe aufgehoben, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Eigentümerinnen und Eigentümer können nun grundsätzlich selbst entscheiden, welche Heiztechnik für ihr Gebäude geeignet ist. Neben Wärmepumpen, Wärmenetzen und Biomasseheizungen können daher weiterhin auch Gas- und Ölheizungen eingebaut werden.
Wer sich für eine neue Gas- oder Ölheizung entscheidet, muss künftig einen steigenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe einsetzen. Ab 2029 müssen zunächst mindestens 10 Prozent der eingesetzten Brennstoffe klimafreundlich sein. Dieser Anteil steigt ab 2030 auf 15 Prozent, ab 2035 auf 30 Prozent und ab 2040 auf 60 Prozent
Bei der Entscheidung für eine neue Heizung sollten daher neben den gesetzlichen Anforderungen auch die zu erwartenden Kosten für Energie und CO₂ sowie die Perspektiven der örtlichen Wärmeversorgung berücksichtigt werden. Auch die kommunale Wärmeplanung kann dabei eine wichtige Orientierung geben.
Die wichtigsten Informationen zur Wärmeversorgung in Ludwigsburg sowie häufig gestellte Fragen finden Sie auf der Seite der Kommunalen Wärmeplanung.
Anschluss an ein Wärmenetz
Durch den Anschluss an ein Wärmenetz kann ein Gebäude mit Fern- oder Nahwärme versorgt werden. Wärmenetze transportieren Wärme, die in einer oder mehreren zentralen Energieerzeugungsanlagen produziert werden. In den Gebäuden selbst sind sogenannte Übergabestationen installiert. Mögliche Energieerzeugungsanlagen sind zum Beispiel Groß-Wärmepumpen, Freiflächen-Solarthermie-Anlagen, Blockheizkraftwerke und Holzhackschnitzelheizungen. In Ludwigsburg werden von der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim GmbH mehrere Wärmenetze betrieben. Aufgrund der Möglichkeit verschiedene Energieerzeugungsanlagen zu nutzen, sind Wärmnetze besonders flexibel.
Hier finden Sie eine Übersicht über den aktuellen Planungsstand der Fernwärme.
Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH hat für Eigentümer*innen von Gebäuden eine Entscheidungshilfe mit den Vorteilen eines Fernwärmeanschlusses zusammengestellt.
Wärmepumpe
Wärmepumpen werden zum Heizen und zur Trinkwassererwärmung eingesetzt. Das besondere an der Wärmepumpe ist, dass der Großteil der erzeugten Energie aus der Umwelt stammt. Als Umweltwärmequelle können zum Beispiel das Erdreich, das Grundwasser oder die Außenluft genutzt werden. Zur Umwandlung der Umweltwärme in ausreichend hohe Temperaturen wird noch ein Anteil Strom benötigt. Mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage kann der benötigte Strom zum Teil vor Ort selbst erzeugt werden. Mit einer Wärmepumpe entstehen vor Ort keine Emissionen. Im Vergleich zu herkömmlichen Heizungen arbeiten Wärmepumpen bei geringeren Heizungs-Vorlauftemperaturen effizienter. Die Effizienz wird dabei über die Jahresarbeitszahl (JAZ) wiedergegeben. So beutet eine JAZ von 4, dass aus einem Teil Strom vier Teile Wärme erzeugt werden. Oder aber aus einer kWh Strom vier kWh Wärme. Beim Einbau von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden ist es deshalb sinnvoll die Vorlauftemperatur zu verringern. Das kann mit einem hydraulischen Abgleich, größeren Heizkörperflächen oder einem insgesamt geringeren Wärmebedarf zum Beispiel durch Dämmmaßnahmen erreicht werden.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Eine Stellungnahme zu den größten Mythen gegenüber Wärmepumpen von Zukunft Altbau Stellung finden Sie hier.
Hydraulischer Abgleich
Ein mögliches Erkennungsmerkmal für ein unausgeglichenes Heizsystem sind unterschiedlich warme Heizkörper, auch wenn sie alle auf die gleiche Temperatur eingestellt sind. Grund hierfür ist, dass die warmen Heizkörper viel warmes Wasser erhalten, wohingegen bei den kalten Heizkörpern nur noch wenig warmes Wasser ankommt. Mithilfe eines hydraulischen Abgleichs kann dieses Problem beseitigt und zusätzlich wertvolle Energie eingespart werden. Ein hydraulischer Abgleich ermöglicht, dass alle Heizkörper innerhalb eines Heizsystems mit genau so viel warmem Heizungswasser versorgt werden, dass jeder einzelne Heizkörper die eingestellte Raumtemperatur erreichen kann. Hierbei wird der nötige Wärmebedarf errechnet und mit Hilfe dessen das Heizungssystem abgestimmt. Dabei werden verschiedene Einflussfaktoren berücksichtigt wie z.B. die Dämmung oder die Qualität der Fenster. Daher ist ein hydraulischer Abgleich eine sinnvolle Maßnahme, um aktiv Energie einzusparen und um auch damit verbundenen Kosten zu senken. Weitere Informationen finden Sie hier.
Solarthermie
Mit einer Solarthermie-Anlage oder auch thermischen Solaranlage wird Flüssigkeit mit Hilfe der Sonne erhitzt. Die erzeugte Wärme kann einen Teil zur Warmwasserversorgung oder Heizung beitragen. Über das Jahr lassen sich bis zu zwei Drittel der Warmwasserbereitung solar erzeugen. Als Heizungsunterstützung kann die Anlage bei Gebäuden mit sehr geringem Energieverbrauch über 50 Prozent beisteuern. Weitere Informationen finden Sie hier.
Holzpellets
Holz ist im Gegensatz zu Öl und Erdgas ein nachwachsender Rohstoff. Beim Verbrennen wird nur das CO2 verbrannt, das der Baum vorher beim Wachstum aufgenommen hat. In modernen Holzöfen ist auch die Feinstaubentwicklung sehr gering und liegt weit unter der eines Kachel- oder Kaminofens. Da Holz aber auch ein begrenzter Rohstoff ist, sollte dieser sorgsam und zielgerichtet eingesetzt werden. Weitere Informationen finden Sie hier.
Photovoltaik
Mit einer Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) können Sie direkt auf Ihrem Hausdach mit Sonnenenergie geräuschlos und ohne Schadstoffe auszustoßen Strom erzeugen. Je nach Ausrichtung des Dachs sind acht bis zehn Quadratmeter Dachfläche ausreichend, um den Jahresverbrauch einer Person zu decken. Der selbsterzeugte Strom kann selbst verbraucht oder in das Stromnetz eingespeist werden. Weitere Informationen rund um Photovoltaik, wie z.B. Förderungen, dem kostenlosen Solar-Check der Stadt Ludwigsburg oder einer Datenbank zu Installationsbetrieben für PV in Baden-Württemberg finden Sie hier.