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Tag des offenen Denkmals in Ludwigsburg

Am Sonntag, 13. September 2026, öffnen in Ludwigsburg wieder einige Baudenkmale ihre Pforten. Darunter sind auch die Ludwigsburger Torhäuser. 

In der Ludwigsburger Innenstadt wird es einen kostenlosen Shuttle-Bus geben, der die einzelnen Stationen stündlich anfährt. Der Bus ist von 10 bis 17 Uhr auf der Rundtour unterwegs. Man kann also gemütlich von einer Sehenswürdigkeit zur anderen fahren. Weitere Infos zu Haltestellen und Abfahrtszeiten:

Denkmalstationen in Ludwigsburg

Die Eröffnungsveranstaltung in Ludwigsburg findet dieses Jahr in der Vorstadtvilla an der Abelstraße 11 statt: Baubürgermeisterin Andrea Schwarz begrüßt dort um 12 Uhr die Besucher*innen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, das besondere Haus zu entdecken und die Arbeit des Vereins Frauen für Frauen e.V. kennenzulernen.

Vorstadtvilla, Abelstraße 11

In der Abelstraße 11 kann die Vorstadtvilla von 11.30 bis 15 Uhr besichtigt werden. Es gibt dazu Informationen zum Verein Frauen für Frauen, Kaffee und Kuchen sowie Musik. Um 12 Uhr wird Baubürgermeisterin Andrea Schwarz dort die Besucher*innen begrüßen.

Der Verein nutzt den Tag bewusst, um drei Dinge miteinander zu verbinden: den Blick auf die Geschichte, die Bedeutung des Gebäudes und den Blick auf das, was heute darin geschieht. Denn in diesem historischen Gebäude befindet sich heute ein besonderer Ort der Unterstützung. Frauen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind, finden hier Beratung, Begleitung und Unterstützung auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben. Es ist ein Ort, an dem sie mit ihren Erfahrungen nicht allein bleiben und neue Perspektiven entstehen können.

Mehrgeschossiger Backsteinbau in Renaissanceformen im Stil des Späthistorismus. Vom Apotheker Julius Keller 1894 unter dem Architekten Albert Bauder errichtet, der auch die Musikhalle am Bahnhof entwarf. 1913 wurde die Villa vom Ulanen-Regiment erworben, in den 1920er-Jahren beherbergte sie eine jüdische Textilhändlerfamilie. Heute ist sie Sitz des Vereins Frauen für Frauen.

Ev. Gemeindezentrum Ludwigsburg-Schlösslesfeld

Das Gemeindezentrum im Brahmsweg 31 hat von 11 bis 17.30 Uhr geöffnet. Um 11 Uhr wird die Ausstellung „Kirchenbauten von Heinz Rall“ in der Kreuzkirche eröffnet. Enrico De Gennaro und Rose Hajdu widmen sich darin den Sakralbauten des Architekten Heinz Rall und werfen mit Fotografien und begleitenden Texten einen Blick auf Architektur und Lichtwirkung seiner Kirchen. Eine seiner bekanntesten Arbeiten ist die Kreuzkirche in Ludwigsburg.

Die Kreuzkirche ist Teil eines denkmalgeschützten Ensembles aus Kirche, Gemeindehaus, Kindergarten und Pfarrhaus, das um einen zentralen Kirchplatz angeordnet ist. Sie wurde 1965 erbaut. Im fünfeckigen Kirchenraum treffen hinter dem Altar schräggestellte Sichtbetonplatten aufeinander. Zusammen mit den im Dach angelegten Belichtungsbändern entstehen charakteristische Licht- und Schattenwirkungen. Die Sichtbetonwände und die drei großflächigen Dachelemente, die teils bis fast zum Boden reichen, überspannen den Raum zeltartig. Auch Taufstein, Altar und Kanzel sind aus Beton und Holz gestaltet. Zur originalen Ausstattung gehört zudem die Rohlf-Orgel von 1968.

Akademie für Darstellende Kunst / Jommelli-Haus, Akademiehof 1

Die Akademie für Darstellende Kunst (ADK) öffnet die Tore zum Jommelli-Haus von 11 bis 15.30 Uhr. Der italienische Opernkomponist Niccolo Jommelli, Herzog Carl Eugens Hofkomponist, wohnte hier von 1763 bis 1769. Bei der Sanierung entdeckte man im Jahr 2005 interessante Farbbefunde. Seit 2008 befinden sich in diesen Räumen die Verwaltung der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg (ADK).

Hinweis: Die Räume der Verwaltung der ADK/Jommelli-Haus sind nicht stufenlos begehbar, es kann aber individuell geholfen werden.

Forum am Schlosspark, Stuttgarter Straße 33

Der Forum am Schlosspark an der Stuttgarter Straße 33 ist von 11 bis 17 Uhr für den Besuch geöffnet. Von 11 bis 16 Uhr können interessierte Besucher*innen zu jeder vollen Stunde das Gebäude im Rahmen von Führungen für sich entdecken. Unter dem Motto „Ein Blick hinter die Kulissen“, ermöglicht die technische Leitung der Spielstätten Ludwigsburg Einblicke in Bereiche des jungen Denkmals, die sonst verborgen bleiben. Die Führungen werden jeweils eine knappe Stunde dauern und sind leider auf Grund der räumlichen Gegebenheiten nicht barrierefrei.  

Theater-, Konzert- und Veranstaltungszentrum aus dem Jahr 1988. Bedeutende Spielstätte und Veranstaltungszentrum in Baden-Württemberg. Seit 2024 in die Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg aufgenommen. Gebäude als in der Höhe gestaffelter Baukörper mit geschwungener Fassade zur vorgelagerten und gestalteten Freifläche, mit skulpturalem Schmuck. Fassaden Stahlbeton mit Travertin- bzw. heller Klinkerverkleidung, mit Ausstattung. Entwurf und Umsetzung durch Ulrich Kohlleppel (und Mitarbeiter), Künstlerische Gestaltung Eiserner Vorhang, Freiflächen und Skulptur von Ernst Günter Herrmann.

Aus architekturgeschichtlicher und kulturpolitischer Perspektive nimmt das Bauwerk einen bedeutenden Stellenwert in der jüngeren Geschichte von Veranstaltungs- und Theaterbauten in Baden-Württemberg ein. Das Haus bietet zu kulturellen, gesellschaftlichen und Firmenveranstaltungen Platz für bis zu 3.000 Personen.

Seeschloss Monrepos, Domäne Monrepos 19

Im Rahmen von Führungen besteht am Tag des offenen Denkmals ab 10 Uhr bis 16 Uhr (letzte Führung) die Möglichkeit, die in großen Teilen noch vorhandene Originalsubstanz zu besichtigen. Die kostenlosen Führungen dauern jeweils 40 Minuten. Sie können hier online buchen: https://buchung.erlebnis-monrepos.de
 

Das Seeschloss Monrepos diente den herrschenden württembergischen Herzögen als Jagd- und Lustschloss und ist noch heute im Eigentum des Herzogs von Württemberg. 1760-65 nach Plänen des französischen Baumeisters La Guepiere erbaut. Seine jetzige Gestalt erhielt das Schloss zwischen 1801 und 1804 unter Herzog Friedrich II. und durch dessen Hofbaumeister Friedrich Nikolaus Thouret.

Altes Rathaus in Eglosheim, Katharinenstraße 46

Das Rathaus Eglosheim an der Katharinenstraße 46 kann von 11 bis 18 Uhr besucht werden. Besichtigt werden kann die Ausstellung „Weggschmissa wird nix“. Führungen und Erläuterungen werden nach Bedarf angeboten. Im Museumscafé gibt es frischen Kaffee mit selbstgebackenem Kuchen.

Das freistehende, giebelständige Haus im Ortskern ist erstmals 1566 urkundlich belegt. Im 17. Jahrhundert wurde es über dem alten Sockel neu errichtet, 1873/74 umgebaut und mit einem Glockenturm versehen. Bei der Sanierung wurden die Besonderheiten mit Geschichtsfenstern hervorgehoben, die Bohlenbalkentreppe und Floßaugen an den Balkenkonstruktionen sind sichtbar. Nach umfangreicher Renovierung wird es heute als Heimatmuseum genutzt.

Haus der Freimaurer, Asperger Straße 37

In der Asperger Straße 37 steht das Haus der Freimaurer. Besichtigungen des Denkmals sind nur im Rahmen der angebotenen Führungen um 10 Uhr, 11 Uhr, 12 Uhr, 13 Uhr und 14 Uhr möglich. Sie dauern jeweils 45 Minuten. Nach einer kurzen Einführung in die Baugeschichte des Hauses und die Geschichte der Ludwigsburger Loge erfolgt eine interaktive Führung durch das Logenhaus mit Erklärungen zur Funktion der Räumlichkeiten und Ablauf der freimaurerischen Treffen. Im Erdgeschoss befindet sich eine kleine Ausstellung zur Baugeschichte des Hauses und der Geschichte der Loge.

1887 wurde das Haus im neugotischen Stil von der Freimaurerloge Johannes zum Wiedererbauten Tempel für den Zweck der freimaurerischen Arbeit erbaut. Im ersten Obergeschoss befindet sich der sogenannte Tempel für die rituellen Treffen der Freimaurer, die sich dort heute noch regelmäßig versammeln und sich für Brüderlichkeit, Humanität und Toleranz einsetzten. Die Loge ist der zweitälteste Verein in der Stadt.

Friedenskirche, Stuttgarter Straße 42

Die Evangelische Friedenskirche an der Stuttgarter Straße 42 ist von 11 bis 16.30 Uhr offen. Es gibt Orgelführungen, kurze Konzerte und die Möglichkeit eine kleine Orgel selbst zusammenbauen. Außerdem können Besucher*innen den Turm besteigen und mit der dort tätigen Künstlerin ins Gespräch, sich bei Kaffee und Kuchen stärken und Orgelwein kaufen.

Von der Garnisons- zur Friedenskirche Ludwigsburg – wohl kein anderer Kirchenbau in Württemberg ist so eng mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verbunden wie die Ludwigsburger Friedenskirche, die 1903 als Garnisonskirche begann, nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1947 zur Friedenskirche umbenannt wurde und heute als vielfach genutzter Raum dem spirituellen, gemeindlichen und kulturellen Leben dient.

Hinweis: rollstuhlgerecht

Stadtkirche, Stadtkirchenplatz 6

Die Evangelische Stadtkirche am Stadtkirchenplatz 6 ist von 14 bis 17.30 Uhr geöffnet und bietet um 14, 15 und 16 Uhr Kirchenführungen zum Thema "Die Stadtkirche als protestantische Barockkirche" an, Dauer jeweils 30 Minuten. Ab 14 Uhr bis 17.30 Uhr wird es alle halbe Stunde Turmbesteigungen für jeweils bis zu sieben Personen geben. Hinweis: Trittsicherheit hierfür unbedingt erforderlich

Die evangelische Stadtkirche wurde 1726 eingeweiht und gilt als einziger barocker Kirchenbau in Alt-Württemberg, der von Beginn an evangelisch war. Bereits 1718, im Jahr der Stadterhebung Ludwigsburgs, wurde der Grundstein gelegt. Nach anfänglich stockendem Bauverlauf wurde die Kirche ab 1723 zügig errichtet und am Marktplatz fertiggestellt. Der schlichte, zugleich repräsentative Bau entstand im Auftrag Herzog Eberhard Ludwigs und spiegelt die frühe Entwicklung der Residenzstadt wider.

Hinweis: rollstuhlgerecht (bis auf die Turmführung)

Katharinenkirche Eglosheim, Hirschbergstraße 2

Die Katharinenkirche Eglosheim in der Hirschbergstraße 2 öffnet von 14 bis 18 Uhr, eine Kirchenführung gibt es um 16 Uhr. Im spätgotischen Stil 1440 bis 1498 erbaut, ist sie die älteste Kirche der Kernstadt, früher eine Wallfahrtskirche.

Das Netzrippengewölbe mit Apostelzyklus, Prophetenhalbfiguren als Gewölbeträger im Schiff, Glasgemälde und herausgearbeitete Figuren sind hier genauso zu besichtigen wie an der Kanzel die Maria mit dem Kinde und die vier wichtigsten Kirchenlehrer des Abendlandes.

Heilbronner Torhaus, Schlossstraße 52

An der Schlossstraße 52 ist das Heilbronner Torhaus von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Dort können Besucher*innen die Ausstellung „Das Gold der kleinen Dinge – Nach Hause, vorwärts.“ von Sigrid Artmann entdecken. Bei Kaffee und Kuchen bleibt Zeit für Gespräche und Begegnungen in besonderer Atmosphäre. Passend zum Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ wird das historische Torhaus selbst zum Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Einst Teil der städtischen Infrastruktur, verbindet es heute Geschichte, Kultur und Menschen. Die Ausstellung greift diese Verbindungen auf und lädt dazu ein, Erinnerungen, Heimat und neue Perspektiven miteinander zu verknüpfen.

Das Heilbronner Torhaus ist eines der sechs erhaltenen historischen Torhäuser Ludwigsburgs und wurde 1802 als Teil der ehemaligen Stadtbefestigung erbaut. Ursprünglich diente es als Wach- und Zollhaus und markierte den nördlichen Zugang zur Residenzstadt. Seit 2004 wird das denkmalgeschützte Gebäude vom Bürgerverein der Unteren Stadt Ludwigsburg 1893 e. V. betreut.

Pflugfelder Torhaus, Pflugfelder Straße 38

Im Pflugfelder Torhaus an der Pflugfelder Straße 38 öffnet der Bürgerverein Weststadt und Pflugfelden e.V. wieder von 11 Uhr bis 17 Uhr. Im Torhaus wird die Industriegeschichte der Ludwigsburger Weststadt gezeigt. In der Ausstellung befinden sich viele Exponate von Firmen, die hier ansässig waren oder dies auch heute noch sind. Die Vielfalt der Produkte angefangen bei Textilien, Porzellan, Küchengeräten, Kaffeeersatz bis zu Automobilzubehör ist immer wieder verblüffend. Führungen durch die Ausstellung werden nach Bedarf angeboten. Es gibt eine Bewirtung mit Kaffee, Kuchen und Erfrischungsgetränken.

Als eines von sechs erhaltenen Tor- und Zollhäusern der ehemaligen Stadtbefestigung wurde es 1760 durch Herzog Carl Eugen erbaut und war ursprünglich als Wach- und Zollstation konzipiert. Das Torhaus wurde 2004 saniert und wird seit 2009 vom Bürgerverein Weststadt und Pflugfelden e.V. genutzt. 

Schorndorfer Torhaus, Schorndorfer Straße 60

Das Schorndorfer Torhaus an der Schorndorfer Straße 60 ist von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Um 10 wird die Fotoausstellung „Gegen das Vergessen“, auf dem Platz in der Schorndorfer Straße 58 eröffnet. Der deutsch-italienische Künstler Luigi Toscano gibt eine Einführung in sein Werk und zeigt 20 seiner über 600 überlebensgroßen Fotografien von Überlebenden des Holocaust. Unter den Portraitierten ist auch die 2019 verstorbene Germanistin und Historikerin Prof. Dr. Susan Cernyak-Spatz, die über viele Jahre hinweg Ludwigsburg als Zeitzeugin besuchte. Als Betroffene und Gelehrte hatte sie Einblick in die dort erstellten Unterlagen genommen.

Außerdem kann im Schorndorfer Torhaus, die Ausstellung „Die Ermittler von Ludwigsburg“ besichtigt werden. Im Mittelpunkt steht die Tätigkeit der 1958 in Ludwigsburg eingerichteten Zentralen Stelle, welche für die Strafverfolgung von NS-Verbrechen durch die bundesdeutsche Justiz eine herausragende Bedeutung hat. Zum Abschluss des liest der Gemmrigheimer Autor Manfred Henne aus seinem Buch „Die Wahrheit darf nicht schweigen“ vor. Zur Einleitung bringt der Autor einige Gedichte mit kritischem Unterton zu Gehör. Die Lesung findet um 15 Uhr im Schorndorfer Torhaus statt.
 
Die Zentrale Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen befindet sich seit 1958 in Ludwigsburg. Die Ermittler und Ermittlerinnen sichten weltweit Material, sammeln es und werten die Unterlagen aus. Das Ziel dieser deutschlandweit einzigartigen Stelle ist es, auch heute noch lebende Täter und Gehilfen der massenhaften Morde ausfindig zu machen.

Das Schorndorfer Torhaus ist eines von sechs erhaltenen Tor- und Zollhäusern der ehemaligen Stadtbefestigung. 1760 durch Herzog Carl Eugen erbaut, ursprünglich als Wach- und Zollstation konzipiert. Seit der Sanierung 2004 vom Bundesarchiv, Außenstelle Ludwigsburg für die Ausstellung „Die Ermittler von Ludwigsburg“ genutzt, die einen Einblick in die Aufklärung von nationalsozialistischen Verbrechen gibt.

Tag des offenen Denkmals

Der von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bundesweit koordinierte Tag des offenen Denkmals ist die größte Kulturveranstaltung in Deutschland und findet seit mehr als 30 Jahren statt. Tausende Denkmale öffnen an diesem Aktionstag und laden Interessierte ein, den ganzen Tag über unser kulturelles Erbe zu erleben.

Weitere Informationen zu bundesweiten Veranstaltungen am Tag des offenen Denkmals gibt es unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.

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