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| 18.30–20.00 Uhr

Toni Simon: ein geschlechtlich und gesellschaftlich nonkonformes Leben

Vortrag im Rahmen der Queeren Kulturwoche Ludwigsburg


Vortrag von Karl-Heinz Steinle 

Toni Simon wurde 1887 in Lengenfeld unterm Stein in Thüringen geboren und starb 1979 in Ludwigsburg. Dem männlichen Geschlecht zugeordnet war Toni Simon verheiratet, Vater von fünf Kindern und bezeichnete sich als Transvestit. Mit ihrem öffentlichen aktivistischen Auftreten war Toni Simon auch immer selbst ein Politikum - eine willensstarke Person, die mit ihrer geschlechtlich und gesellschaftlich nonkonformen Lebensweise trotz staatlicher und gesellschaftlicher Bedrohungen und größter Gefährdung im Nationalsozialismus ge- und überlebt hat.

Das Ehepaar Simon führte ab Ende der 1920er Jahre das queere Cafe 4711 in Essen, deutschlandweit bekannt wurde Toni Simon durch die 1932 erschienene Broschüre „Mann oder Frau?“. 1937 wurde Toni Simon vom Sondergericht Stuttgart wegen „Heimtücke“ verurteilt, der Antrag auf Wiedergutmachung für die Haft in der Strafanstalt Rottenburg/Neckar, sowie für die anschliessende Schutzhaft im Polizeigefängnis und KZ Welzheim wurde abgelehnt.  

1950 organisierte Toni Simon erste queere Zusammenkünfte in Stuttgart, hatte Kontakt zur „Kameradschaft die runde“ und besorgte noch im hohen Alter in Dänemark Erotik-Magazine, die in der BRD auf dem Index standen. Auf die Frage, ob die Enkel Opa oder Oma sagen, antwortete Simon: „Ha waisch, die saget halt oifach Toni“.

Eine Kooperation des Ludwigsburg Museums mit dem Verein LISBERT Queer Ludwigsburg e.V.

Karl-Heinz Steinle forscht seit vielen Jahren zur Geschichte queerer Lebenswelten in Deutschland und Europa. Sein Schwerpunkt liegt auf queeren Biografien, Räumen und Netzwerken – vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Mit zahlreichen Ausstellungen, Publikationen und Vorträgen trägt er maßgeblich dazu bei, queere Geschichte sichtbar zu machen und bislang wenig beachtete Perspektiven ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.  

Karl-Heinz Steinle hat in Heidelberg und Berlin Geschichte und Slawistik studiert. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter und später Geschäftsführer des Schwulen Museum. Seit 2013 arbeitet er überwiegend freischaffend, berät Sammlungen und Medienproduktionen und entwickelt Forschungsprojekte.  

Zur Zeit arbeitet Karl-Heinz Steinle u. a. für das Forschungsprojekt „Lebenswelten, Repression und Verfolgung von LSBTTIQ in Baden und Württemberg im Nationalsozialismus und der Bundesrepublik Deutschland“ an der Universität Stuttgart, hat die von der letzten Bundesregierung initiierten Wanderausstellung "gefährdet leben. Queere Menschen 1933-1945" der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld mit kuratiert, und ist Co-Kurator der Ausstellung „Wir sind so frei. Queere Geschichten in Esslingen“, die ab Dezember 2026 im Stadtmuseum Esslingen zu sehen ist.

Bild: Collage von Toni Simon, Bestand Schwules Museum Berlin


Eintritt:

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Veranstaltungsort

Ludwigsburg Museum im MIK

Ludwigsburg Museum im MIK
Eberhardstraße 1
71634 Ludwigsburg

Veranstalter

Ludwigsburg Museum

Ludwigsburg Museum
Eberhardstraße 1
71634 Ludwigsburg
Telefon 07141 910-2290
Fax 07141 910-2605

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