Flüchtlingsarbeit - Geflüchtete in Ludwigsburg

Integration als Aufgabe der gesamten Gesellschaft

Jeder und jede kann etwas dazu beitragen, dass die Integration der Geflüchteten gelingt.

In der Stadt Ludwigsburg lebten zum 15.2.2021 928 Geflüchtete, davon

  • 93 in der vorläufigen Unterbringung
  • 790 in der Anschlussunterbringung
  • 45 unbegleitete minderjährige Ausländerinnen und Ausländer

Alle diese Menschen haben entweder selbst eine Unterkunft gefunden oder werden vom Landratsamt beziehungsweise der Stadt untergebracht.
Minderjährige, alleinstehende Flüchtlinge leben in Jugendhilfeeinrichtungen des Landkreises oder in Pflegefamilien.

Für die Integration von Geflüchteten braucht es viele helfende Hände.

  • Bürgerinnen und Bürger, welche den Menschen offen begegnen und sie teilhaben lassen
  • Ehrenamtliche, welche die Geflüchteten begleiten, ihre Fähigkeiten einbringen und Kontakte herstellen
  • Integrationsmanagerinnen und Integrationsmanager, welche die Integrationsprozesse strukturiert begleiten, die Geflüchteten beraten und sie auf ihrem Weg unterstützen
  • Ein gutes Netzwerk an Kooperationspartnern, wie Kirchengemeinden, Freie Träger, Beratungsstellen, Behörden (Agentur für Arbeit, Jobcenter, Ausländerbehörde), Bildungseinrichtungen (Kindertageseinrichtungen, Schulen, Hochschulen, Volkshochschulen, Stadtbibliothek), Kammern (IHK und HK) und weitere Institutionen
  • Unterstützung durch Vereine
  • Einen Gemeinderat, der gemeinsam mit der Stadtverwaltung die Herausforderungen angeht
  • Unternehmer und Unternehmerinnen, die bereit sind Geflüchtete auszubilden, ihnen eine berufliche Perspektive zu bieten oder Partnerinnen und Partner im Rahmen unterschiedlicher Qualifizierungsmaßnahmen zu werden

Was tut die Stadt?

  • Rahmenbedingungen schaffen, damit Integration gelingen kann
  • Für Transparenz gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern sorgen
  • Voraussetzung für die bedarfsorientierte Unterbringung im Rahmen der Anschlussunterbringung schaffen, zum Beispiel durch den Bau und die Anmietung von Unterkünften
  • Erforderliches Personal einstellen und dafür sorgen, dass das Wissen unterschiedlicher Fachleute zusammen kommt
  • Rergelmäßigen Austausch von Akteuren und Akteurinnen der Flüchtlingsarbeit sowie Behörden und Institutionen sicherstellen

Kontakt

Stadt Ludwigsburg
Fachbereich Bürgerschaftliches Engagement, Soziales und Wohnen
Stabsstelle Flüchtlingsarbeit
Mandy Dietz
Telefon 07141 910-3693
m.dietz@ludwigsburg.de

Unterbringung

Die menschliche, sozialverträgliche und sichere Unterbringung von Geflüchteten ist eine große, gemeinsame Aufgabe. So hat die Stadt Ludwigsburg den Landkreis dabei unterstützt ausreichend Kapazitäten für die vorläufige Unterbringung von Geflüchteten im Stadtgebiet bereitzustellen.

Während der Landkreis als untere Aufnahmebehörde die Verantwortung für die Unterbringung der Geflüchteten in der vorläufigen Unterbringung hat, trägt die Stadt Ludwigsburg die Verantwortung für die Anschlussunterbringung.

Wenn die Asylverfahren abgeschlossen sind oder aber die Geflüchteten bereits länger als 24 Monate in der vorläufigen Unterbringung des Landkreises lebten, wechseln diese in die Anschlussunterbringung. Die Unterbringung in der kommunalen Anschlussunterbringung ist als Überbrückung gedacht, bis die Geflüchteten ein privatrechtliches Mietverhältnis eingehen.

Sofern die Geflüchteten nach der vorläufigen Unterbringung des Landkreises keine Wohnung auf dem privaten Wohnungsmarkt finden, werden sie zur Vermeidung von Obdachlosigkeit von der Stadt Ludwigsburg in Notunterkünften untergebracht.

Um auf den Zuzug gut reagieren zu können, hatte der Gemeinderat bereits am 25. November 2015 ein Konzept für bis zu acht temporäre Bauten mit einer Gesamtkapazität von 600 Plätzen an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet beschlossen. Nicht alle Standorte konnten realisiert werden, so dass teilweise alternative Standorte beschlossen wurden. Bisher wurden vier Standorte in Betrieb genommen.

  • Eine Unterkunft im Schlösslesfeld zur vorläufigen Unterbringung des Landkreises
  • Vier Unterkünfte für die Anschlussunterbringung, in der Oststadt, in Pflugfelden und in der Weststadt

Die Unterbringung in kleineren Einheiten ist für die Integration sehr förderlich. Aufgrund der hohen Anzahl Geflüchteter, die untergebracht werden müssen, gelingt dies aber nicht in allen Fällen, sondern es müssen darüber hinaus größere Unterkünfte gebaut oder angemietet werden.

Dezentrales Unterbringungskonzept

Der Unterbringung liegt ein vom Gemeinderat beschlossenes Konzept zugrunde, bei dem alle Stadtteile einbezogen werden. Das Unterbringungskonzept beinhaltet unterschiedliche Maßnahmen zur Deckung des Platzbedarfs. Zu den Maßnahmen gehören:

  • Neubau von Unterkünften
  • Übernahme von Unterkünften des Landkreises
  • Nutzung von städtischen Wohnungen
  • Anmietung von Wohnungen durch die Stadt

Da diese Maßnahmen allein nicht ausreichen um den Bedarf zu decken, werden temporär Wohnungen der Wohnungsbau Ludwigsburg (WBL) aus dem Segment „Abwohnen“ zur Unterbringung von Geflüchteten genutzt.

Zahlen (Stand 15.02.2021)

  • 1.125 Geflüchtete wurden der Stadt Ludwigsburg zugewiesen. 790 davon leben in Ludwigsburg (632 in der kommunalen Anschlussunterbringung, 158 haben privaten Wohnraum in Ludwigsburg gefunden).
  • Insgesamt 362 Menschen sind ausgezogen oder zurückgekehrt.
  • In den Unterkünften leben zudem weitere 47 Personen, die nicht als zugewiesen zählen, aber untergebracht werden müssen. Hierzu gehören beispielsweise Kinder, die während der Anschlussunterbringung geboren wurden.

Kontakt

Stadt Ludwigsburg
Fachbereich Bürgerschaftliches Engagement, Soziales und Wohnen
Ramona Klenk
Telefon 07141 910-4412
r.klenk@ludwigsburg.de

Begleitung und Unterstützung durch Ehrenamtliche

Für die Stadtverwaltung sind Ehrenamtliche sehr wichtig. Sie wirken wesentlich daran mit, dass die Integration der Geflüchteten gelingen kann. Ehrenamtliche stellen den Kontakt in die Bürgerschaft her. Sie bieten Deutschkurse an, organisieren Ausflüge, übernehmen Patenschaften, machen Sportangebote, begleiten zu Ämtern und vieles mehr. Ihre Angebote sind eine wundervolle Ergänzung.

Beratung durch Integrationsmanager und Integrationsmanagerinnen

junge Menschen aus verschiedenen Nationen stehen gemeinsam auf einer Wiese
Fotolia/william87

Die Stadtverwaltung hatte bereits 2016 das Team Flüchtlingsarbeit gebildet, in dem Sozialarbeiterinnen, Sozialarbeiter und eine Arbeitsmarktkoordinatorin die Integration der Geflüchteten in der Anschlussunterbringung begleitet haben.

Die Ehrenamtskoordinatorin hat den Aufbau ehrenamtlicher Strukturen und Arbeitskreise bezogen auf die vorläufige Unterbringung und die Anschlussunterbringung unterstützt und die Prozesse koordiniert.

Mit der Förderung des Landes kann ein Teil der Personalkosten für die Integrationsmanager und Integrationsmanagerinnen (Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen) gedeckt werden.

Pakt für Integration

Im Juli 2017 hat das Ministerium für Soziales und Integration das Startsignal für die Umsetzung des Paktes für Integration mit den Kommunen gegeben. Ein wesentliches Element des Paktes ist die Förderung eines flächendeckenden Integrationsmanagements in den Kommunen, welche sich am Bedarf der Geflüchteten in der Anschlussunterbringung orientiert.

Näheres zum Pakt für Integration finden Sie im Internetangebot des Ministeriums für Soziales und Integration.

Zahlen (Stand 15.02.2021)

  • 8,8 Stellen, verteilt auf 12 Integrationsmanagerinnen
  • Davon werden 4,22 Stellen vom Land bis Ende 2022 gefördert.
  • Hinzu kommt eine weitere Stelle bei der AWO, welche die Betreuung der Geflüchteten einer Gemeinschaftsunterkunft übernommen hat.

Arbeit der Integrationsmanager und Integrationsmanagerinnen

Die Integrationsmanager und Integrationsmanagerinnen beraten Geflüchtete in der kommunalen Anschlussunterbringung und Geflüchtete, welche bereits privaten Wohnraum gefunden haben und über eine Gestattung oder Duldung verfügen. 

Geflüchtete die privat wohnen und eine Aufenthaltserlaubnis haben können sich an das Migrationszentrum Ludwigsburg wenden.

Aufgaben

  • Stadtteilorientierte Arbeit
  • Beratung in großen Unterkünften ab 20 Personen an einzelnen Tagen vor Ort, aber auch in der Oberen Marktstraße 1
  • Individuelle Beratung, die sich am Bedarf und den Ressourcen der Menschen orientiert
  • Einzelfallhilfe
  • Information über zivilgesellschaftliche Strukturen, wie beispielsweise Vereine
  • Einbindung Ehrenamtlicher sowie Netzwerkpartnerinnen und Netzwerkpartner
  • Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Akteurinnen und Akteuren
  • Unterstützung durch den ehrenamtlichen Dolmetscherdienst
  • Dokumentation der Integrationsprozesse

Ziele

  • Stärkung der Selbständigkeit und -verantwortung der Menschen
  • Geflüchtete in die Gesellschaft integrieren und Kontakte aufbauen

Kontakt

Stadt Ludwigsburg
Fachbereich Bürgerschaftliches Engagement, Soziales und Wohnen
Teamleitung Team Flüchtlingsarbeit
Miriam Menzel-Krämer
Telefon: 07141 910-4041
m.menzel-kraemer@ludwigsburg.de

Hilfe bei der Integration in den Arbeitsmarkt

Foto von Yazan Al Rojouleh und Tabea Bürkle

Der Einstieg in den Arbeitsmarkt ist ein wichtiger Schritt bei der Integration. Das Team Flüchtlingsarbeit hilft dabei und steht den Beteiligten beratend zur Seite. Bei der Stadt Ludwigsburg sind auch mehrere Flüchtlinge beschäftigt.

Das Projekt: "Geflüchtete in grünen Berufen - Stärken.Lernen.Integrieren" wurde von März 2016 bis Februar 2017 bei den Technischen Diensten Ludwigsburg und in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Bürgerschaftliches Engagement, Soziales und Wohnen durchgeführt. Das Integrationsprojekt der Stiftung für Mensch und Umwelt wurde von der Allianz-Umweltstiftung gefördert. 

Sachspenden und Hilfsportal

Sachspenden

In Ludwigsburg gibt es einige Läden für den schmalen Geldbeutel, bei denen Sie Sachspenden abgeben können.

Kontakt

Stadt Ludwigsburg
Fachbereich Bürgerschaftliches 
Engagement, Soziales und Wohnen
Assistenz Abteilung Integration
Kathrin Schickedanz
Telefon 07141 910-4042
k.schickedanz@ludwigsburg.de

Flüchtlingshilfe-Portal "HelpTo"

"HelpTo" bietet Vereinen, Initiativen, engagierten Bürgerinnen und Bürgern, aber auch Unternehmen und Flüchtlingen die Möglichkeit, Angebote und Gesuche schnell und unkompliziert auszutauschen.

HelpTo ist kostenlos und bietet unter anderem viele allgemeine Informationen zu Flüchtlingsfragen. Wer Angebote oder Gesuche einstellen möchte, kann sich registrieren und anonym Anzeigen aufgeben. Durch verschiedene Kategorien wird das Angebot übersichtlich strukturiert.

Der gemeinnützige Verein "Neues Potsdamer Toleranzedikt" ist der Träger und Organisator von HelpTo. Er wurde 2008 im Rahmen einer stadtweiten Diskussion um Toleranz, Weltoffenheit und Demokratie gegründet. Der Name des Vereins beruft sich auf das historische Edikt von Potsdam, auf dessen Grundlage vor 330 Jahren zehntausende verfolgter Hugenotten in der Mark Brandenburg aufgenommen wurden und sich hier niederlassen und wirtschaftlich entwickeln konnten. HelpTo ist kostenlos und bietet unter anderem viele allgemeine Informationen zu Flüchtlingsfragen.

Bürgerinformation

Die Stadtverwaltung hat Verständnis für die Sorgen und Ängste im Zusammenhang mit der Unterbringung und Integration der Geflüchteten. Aber es müssen alle mithelfen, dass daraus keine Ressentiments oder gar Hass gegenüber Fremdem in unserer Gemeinschaft entstehen, sondern Mut und Kraft, sich der Aufgabe zu stellen.

Die Stadt informiert die Bürgerinnen und Bürger im Rahmen von Bürgerinformationen oder Informationsveranstaltungen. Darüber hinaus haben die Anwohnerinnen und Anwohner die Möglichkeit neue Einrichtungen vor der Inbetriebnahme zu besichtigen, um sich selbst ein Bild von der Unterbringung der Geflüchteten zu machen.

Seit 2015 haben 20 Veranstaltungen in unterschiedlichen Stadtteilen stattgefunden. Darüber hinaus fand am 18.01.2016 ein großes Forum statt, an dem 1.000 Interessierte teilgenommen haben.

Kontakt

Dezernat II - Bildung, Sport, Soziales
Wilhelmstraße 1171638 Ludwigsburg

Susanne Karstedt

Persönliche Referentin

Telefon (0 71 41) 9 10-30 41
Fax (0 71 41) 9 10-27 83
Gebäude: Wilhelmstraße 11
Raum: A102

Kontakt und weitere Informationen