Große Drüsenameise (Tapinoma magnum)
Inzwischen ist die Ameisenart Tapinoma Magnum in Ludwigsburg angekommen. Weitreichende Informationen zur Verhaltensweise, Farbe, Größe und Körperbau sowie Vergleichsbilder der Gattung finden Sie insbesondere auf der Seite des Naturkundemuseums BW unter „Ameisen Alarm“: Ameisen-Alarm! Tapinoma magnum – wenn kleine Insekten große Probleme machen | Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart
Wichtig: Reagieren Sie frühzeitig und sprechen Sie sich mit Ihren Nachbarn und der Stadtverwaltung ab, um entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Nur gemeinsames und konsequentes Vorgehen ist erfolgsversprechend. Auf privaten Flächen sind die Eigentümer zuständig. Auf öffentlichen Flächen die Stadt Ludwigsburg.
Erkennung, Bekämpfung und Vorbeugung
Die große Drüsenameise erkennen
Geruch
Zerdrückte Exemplare der großen Drüsenameise verströmen einen chemisch-süßlichen Geruch, der an Aceton erinnert.
Körpergröße
Die Arbeiterinnen weisen unterschiedliche Größen auf. Ihre Körperlänge liegt in der Regel zwischen 2,5 und 3,5 Millimetern. Sind alle Tiere nahezu gleich groß, handelt es sich eher um eine heimische Ameisenart.
Breite der Ameisenstraße
Die heimische Schwarze Wegameise bildet meist schmale, einspurige Ameisenstraßen. Große Drüsenameisen hingegen bewegt sich häufig in breiten, mehrspurigen Kolonnen.
Erscheinungsbild der Puppen
Große Drüsenameisen entwickeln sich aus Nacktpuppen ohne Kokon. Bereits im Puppenstadium sind einzelne Körperteile wie Beine erkennbar. Eier und Puppen sind weiß bis transparent gefärbt.
Bekämpfung auf Privatgrundstücken und im Haus
Einsatz von Heißwasser
Bei gut zugänglichen Nestern kann die Anzahl der Ameisen durch den Einsatz von heißem Wasser reduziert werden. Dabei ist zu beachten, dass Pflanzen in unmittelbarer Umgebung Schaden nehmen können.
Einsatz von Kieselgur
Kieselgur ist ein natürlicher Wirkstoff aus fossilen Kieselalgen. Er entzieht den Insekten Feuchtigkeit, sodass diese austrocknen. Das Mittel sollte trocken gelagert und ausgebracht werden. Besonders geeignet ist es für Innenräume sowie überdachte Bereiche. Beim Einsatz sind die Herstellerangaben zu beachten.
Hausmittel
Natron
Ameisen meiden Natron. In Verbindung mit Puderzucker im Verhältnis 1:1 kann es als Köder verwendet werden. Diese Methode wirkt lediglich gegen Arbeiterinnen, nicht jedoch gegen die Königinnen.
Essig
Mit einer Mischung aus Essig und Wasser im Verhältnis 1:1 kann die Pheromonspur der Ameisen vorübergehend gestört werden. Die Tiere werden dadurch allenfalls vertrieben, jedoch nicht abgetötet.
Die Wirksamkeit vieler weiterer Hausmittel ist nur gering oder wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Pestizide
Handelsübliche Ameisenmittel zeigen häufig keine oder nur eine geringe Wirkung. Daher werden zur Bekämpfung von Tapinoma spezielle zuckerhaltige Ködergele eingesetzt. Mit den darin enthaltenen Wirkstoffen können zwar einzelne Kolonien beseitigt werden, die weitere Ausbreitung von Tapinoma lässt sich dadurch jedoch nicht verhindern.
Der Einsatz von Pestiziden sollte ausschließlich durch professionelle Schädlingsbekämpfungsfirmen erfolgen. Aufgrund möglicher Gesundheitsrisiken, Umweltbelastungen und fehlender Langzeitwirkung wird von einem eigenständigen Einsatz abgeraten.
Vermeidung des Ausbreitung
Pflanzen kontrollieren
Vor dem Kauf oder Erhalt von Topfpflanzen sollte geprüft werden, ob sich Ameisen im Wurzelballen befinden. Hierzu empfiehlt es sich, die Pflanze aus dem Topf zu nehmen und den Wurzelbereich sorgfältig zu untersuchen.
Keine Pflanzen verschenken
Auf das Weitergeben von Topfpflanzen aus dem eigenen Garten sollte verzichtet werden, um eine unbeabsichtigte Verbreitung der Ameisen zu vermeiden.
Gute Sichtverhältnisse schaffen
Laub und Unkraut an Wegen und Grundstücksgrenzen sollten regelmäßig entfernt werden. Dadurch lassen sich Ameisenstraßen und Nester frühzeitig erkennen.
Nahrungsquellen entziehen
Auf die Kompostierung zuckerhaltiger oder eiweißreicher Lebensmittelreste sollte verzichtet werden, da diese eine wichtige Nahrungsquelle darstellen.
Umgang mit Grünschnitt
Ameisen können sich auch über Grünschnitt verbreiten. Sie nisten bevorzugt im Wurzelbereich und legen dort ihre Eier ab. Vor der Entsorgung sollten Wurzelballen und Pflanzenreste sorgfältig kontrolliert werden. Grünschnitt sollte möglichst in den Wintermonaten (Dezember bis Februar) erfolgen, da die Ameisen dann weniger aktiv sind. Gartenabfälle sind ausschließlich über zugelassene Annahmestellen zu entsorgen. Auch Abfallbehälter sollten regelmäßig kontrolliert werden. Bei einem verstärkten Auftreten von Ameisen kann der Einsatz von Kieselgur sinnvoll sein.
Leimringe an Bäumen
Große Drüsenameisen pflegen Blattläuse, um deren süßen Honigtau als Nahrungsquelle zu nutzen. Um die Läusepopulation zu schützen, verteidigen diese Ameisen sie aktiv gegen Fressfeinde. Der Einsatz von Leimringen ist eine wirksame Methode, um den Ameisen den Weg in die Baumkronen zu versperren.
Bei Bäumen mit sehr rauer Rinde unterwandern die Ameisen oft den Ring. Hier empfiehlt es sich, den speziellen Raupenleim direkt und lückenlos auf die Rinde aufzutragen.
Kontakt
Jan-Philipp Thoma
Persönlicher Referent Dezernat III und Beauftragter für Umweltschutz
Telefon 07141 910-2659
Fax 07141 910-2804
Gebäude Wilhelmstraße 5, Westflügel
Raum 168