Kommunale Wärmeplanung

Treibhausgasmissionen entstehen in Ludwigsburg zu einem Großteil durch die Bereitstellung von Heizenergie und Warmwasser. Die Wärmewende hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung ist deshalb ein entscheidender Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Mit der kommunalen Wärmeplanung wurde in Ludwigsburg das strategische Konzept für die Wärmewende aufgestellt, welches nun mit weiteren Maßnahmen umgesetzt wird. Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Planungsinstrument für die gesamte Stadt Ludwigsburg, welches im Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg verpflichtend verankert ist. Dieses soll eine Möglichkeit einer klimaneutralen Wärmeversorgung in Ludwigsburg aufzeigen. Die kommunale Wärmeplanung wurde im Jahr 2023 für Ludwigsburg erstellt und um den Jahreswechsel 2023/2024 veröffentlicht. Wichtig für Sie: Konkrete Aussagen auf der Ebene von einzelnen Gebäuden sind mit der kommunalen Wärmeplanung nicht möglich. 

Mit der kommunalen Wärmeplanung zeigt sich, auf welche Bausteine es in Zukunft ankommen wird. Zum einen muss der Wärmebedarf deutlich reduziert werden, Gebäude und Geräte müssen energieeffizient werden. Dafür müssen Gebäude wirksam saniert werden. Zum anderen muss der noch verbleibende Wärmebedarf klimaneutral durch den Einsatz Erneuerbarer Energien gedeckt werden. Dies erfolgt über Wärmenetze und Wärmepumpen.

Der massive Ausbau der Wärmenetze (Fernwärme) wird von den SWLB vorangetrieben. Aus Basis der kommunalen Wärmeplanung wurden Transformationspläne erstellt, die die nächsten Schritte abbilden. Da die Ausbauplanung verschiedenste, sich wandelnde Begebenheiten berücksichtigt, muss sie dennoch flexibel bleiben. Damit sich alle informieren können, haben die Städte Ludwigsburg, Kornwestheim und die SWLB gemeinsam eine "Wärme-Website" aufgesetzt. Eine interaktive Karte auf der Website zeigt, wie der Ausbau voran geht und wann die Fernwärme wohin kommt. Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer können sich in der Karte eintragen und werden informiert, sobald es Neuigkeiten zum Ausbau in ihrer Straße gibt. 

Info-Videos: Kommunale Wärmeplanung in Ludwigsburg

Infovideo zur Wärmeplanung für Ludwigsburg

Infovideo zur Wärmewende

Quelle: Energieagentur Kreis Ludwigsburg LEA e.V.

Kommunale Wärmeplanung Ludwigsburg – Tobias Nusser

Vortrag: Kommunale Wärmeplanung Ludwigsburg 

Referent: Tobias Nusser

Aufgenommen im Rahmen der Infoveranstaltung zur Kommunalen Wärmeplanung in Ludwigsburg am 16.1.2024 in der Musikhalle.

Transformation der Fernwärme oder Kommunale Wärmeplanung als Herausforderung – Johannes Rager

Vortrag: Transformation der Fernwärme oder Kommunale Wärmeplanung als Herausforderung

Referent: Johannes Rager

Aufgenommen im Rahmen der Infoveranstaltung zur Kommunalen Wärmeplanung in Ludwigsburg am 16.1.2024 in der Musikhalle.

Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung

Berichte zum Download

Auf einen Blick

Bestandsanalyse – aktueller Wärmebedarf

Zu Beginn wurde die aktuelle Wärmeversorgung in Ludwigsburg betrachtet.
 
Dafür wurden aufgrund der Datenerhebungsermächtigung gebäudescharfe Daten von Energieversorger und Bezirksschornsteinfegern bereitgestellt und ausgewertet und die Energieinfrastruktur analysiert. Im Anschluss wurden die Daten zusammengefasst und dadurch anonymisiert

Diese Auswertung ergibt für das Jahr 2020 einen Wärmeenergiebedarf von 904 GWh. Dadurch werden 222.660 Tonnen an Treibhausgasen ausgestoßen. Die öffentliche Bekanntmachung zur Datenerhebung für die kommunale Wärmeplanung finden Sie hier (PDF, 19 KB).

Potenzialanalyse – Einsparmöglichkeiten und erneuerbare Wärmequellen

Die Potenzialanalyse beinhaltet zum einen die Ermittlung der Potenziale zur Energieeinsparung für Raumwärme, Warmwasser und Prozesswärme. Zum anderen beinhaltet sie die Erhebung der lokal verfügbaren Potenziale erneuerbarer Energien und Abwärme.

Basierend auf einer Sanierungsrate von 2,5 % pro Jahr und der Verbesserung der Prozesseffizienzen im Bereich Gewerbe, Handel und Dienstleistungen (GHD) sowie Industrie wird eine Reduktion des Wärmebedarfs bis 2035 um 371 GWh/a bzw. 41 % angestrebt. Der verbleibende Wärmebedarf ist durch emissionsfreie Wärmequellen zu decken. Die Analyse der lokal verfügbaren Wärmequellen ergibt, dass die größten räumlich zugeordneten Potenziale im Bereich der Abwasserwärme, Flusswasserwärme, Geothermie und Solarthermie liegen.

Neben den räumlich zugeordneten Potenzialen sind für eine vollständige Bedarfsdeckung die Nutzung von räumlich unabhängigen Energieträgern wie Außenluftwärme, Biomasse und „grüne Gase“ erforderlich. Die beiden letztgenannten sind dabei vor allem im Bereich der Spitzenlastdeckung vorgesehen. 

Zielszenario

Zielszenario – klimaneutrale Wärmeversorgung 2035

Aufbauend auf den Ergebnissen der vorhergehenden Analysen wurde ein Zielszenario (so genanntes Zielfoto) für das Jahr 2035 entwickelt, das zeigt, wie die dekarbonisierte (CO2-freie) Wärmeversorgung aussehen kann. In diesem Zielszenario sind zum einen Eignungsgebiete für die Fernwärme (gelb dargestellt) und zum anderen auch Gebiete für eine gebäudeindividuelle Wärmeversorgung (grau dargestellt) – vor allem über Wärmepumpen – ausgewiesen.

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Strategie und Maßnahmenkatalog

Um das Zielszenario und damit die klimaneutrale Wärmeversorgung in Ludwigsburg zu erreichen, wurden fünf Maßnahmen benannt, deren Umsetzung innerhalb der nächsten fünf Jahre begonnen werden soll. Diese sind:

  • Ausbau und Verdichtung der bestehenden Wärmenetze
  • Machbarkeitsstudien im Rahmen des Förderprogramms „Bundesförderung für effiziente Wärmenetze“ (BEW-Studien) für das Verbundnetz Ludwigsburg, das Netz Eglosheim, das Netz Neckarweihingen, das Netz Poppenweiler und das Netz Grünbühl-Sonnenberg
  • Roadmap Grünes Gas
  • Konzept zur Erschließung des Potenzials durch Sanierung und Effizienzsteigerung
  • Konzept zur Flächensicherung
  • Begleitend hierzu werden weitere Maßnahmen geplant, wie die Verankerung der Wärmeplanung in kommunalen Planungsaufgaben und die verstärkte Kommunikation über Informations- und Beratungsangebote

Beteiligung der Öffentlichkeit

Bereits am 12. Mai und am 06. Oktober 2022 wurden die Zwischenergebnisse der kommunalen Wärmeplanung im Bauausschuss öffentlich vorgestellt. Am 26. Juli 2023 wurden die vorliegenden Ergebnisse öffentlich vor dem Gemeinderat präsentiert.

Vom 05. bis zum 26. September konnten alle Ludwigsburgerinnen und Ludwigsburger Feedback zur Planung einreichen. Die Dokumente und Pläne der kommunalen Wärmeplanung wurden online auf der städtischen Beteiligungsplattform meinlb.de veröffentlicht. Rückmeldungen gingen vor allem zur zeitlichen Planung sowie zur Einteilung der Cluster ein. Erläuterungen zu diesen Themen finden Sie nach wie vor in unseren Fragen und Antworten.
 
Die Beschlussfassung zur kommunalen Wärmeplanung erfolgte im Dezember 2023 im Gemeinderat.

Nächste Schritte – wie geht es weiter?

Die beschlossene Kommunale Wärmeplanung Ende Dezember 2023 ist der erste Schritt und bildet den zukünftigen strategischen Rahmen.

Hier können Sie den aktuellen Planungsstand für die Fernwärmeversorgung einsehen.

In Gebieten der dezentralen Versorgung empfiehlt es sich bereits frühzeitig den Heizungstausch zu planen. Für die meisten Gebäude wird eine Luft-Wärmepumpe oder Erdwärme-Wärmepumpe die beste Wahl sein. Nutzen Sie hierfür die verfügbaren Beratungsangebote.

FAQ - Fragen und Antworten zur kommunalen Wärmeplanung

Allgemeine Fragen (Stand August 2026)

Besteht durch die kommunale Wärmeplanung der Stadt Ludwigsburg eine Austauschpflicht für meine Gas- oder Ölheizung?

Weder aus der kommunalen Wärmeplanung noch aus dem Gebäudemodernisierungsgesetz heraus besteht eine Pflicht für den Tausch einer fossil betriebenen Heizung. Bitte beachten Sie jedoch die Hinweise bei der Frage „Darf ich trotz Vorliegen einer kommunalen Wärmeplanung noch eine fossil betriebene Heizung einbauen?“

Es ist sinnvoll, sich frühzeitig Gedanken zum passenden Heizungssystem zu machen. Dafür stehen Ihnen Beratungsangebote zur Verfügung. Die kommunale Wärmeplanung kann dabei eine erste Orientierung sein.

Darf ich trotz Vorliegen einer kommunalen Wärmeplanung noch eine fossil betriebene Heizung einbauen?

Der Einbau einer fossil betriebenen Heizung ist weiterhin möglich. Die bisher geltende Vorgabe, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, entfällt.

Wer eine neue Heizung einbauen möchte, kann grundsätzlich selbst entscheiden, welche Heiztechnologie für das Gebäude geeignet ist. Neben Wärmepumpen, Wärmenetzen, Biomasseheizungen und hybriden Heizsystemen können daher auch weiterhin Gas- und Ölheizungen eingesetzt werden.

Wird eine Heizungsanlage, die mit Gas, Heizöl oder Flüssiggas beschickt wird, nach dem 29. Juli 2026 in ein bestehendes Gebäude neu eingebaut, hat der Eigentümer des Gebäudes sicherzustellen, dass ab dem 1. Januar 2029 mindestens 10 Prozent, ab dem 1. Januar 2030 mindestens 15 Prozent, ab dem 1. Januar 2035 mindestens 30 Prozent und ab dem 1. Januar 2040 mindestens 60 Prozent der mit der Anlage bereitgestellten Wärme aus Biomethan, Bioöl, biogenem Flüssiggas, oder Wasserstoff erzeugt wird.

Darüber hinaus wird eine separate Grüngas- beziehungsweise Grünheizölquote eingeführt. Die Inverkehrbringer von Gas, Öl, Flüssiggas werden dadurch verpflichtet, die zur Wärmeversorgung von Gebäuden in Verkehr gebrachte Brennstoffe ab dem Jahr 2045 vollständig auf klimaneutrale Brennstoffe umzustellen.

Bei der Entscheidung für eine neue Heizung sollten neben den gesetzlichen Vorgaben auch die langfristige Wirtschaftlichkeit, die Entwicklung der Energiepreise und der CO₂-Bepreisung sowie die örtliche Wärmeversorgung berücksichtigt werden. Insbesondere die kommunale Wärmeplanung kann wichtige Hinweise darauf geben, welche Wärmeversorgung in einem Gebiet künftig vorgesehen ist.

Eine neue fossil betriebene Heizung kann daher zwar weiterhin eingebaut werden, sollte aber im Hinblick auf die langfristig steigenden Anforderungen an klimaneutrale Brennstoffe und die absehbare Entwicklung der Energiekosten sorgfältig geprüft werden.

Wir empfehlen, sich vor einem Heizungstausch frühzeitig fachkundig beraten zu lassen. Dabei kann auch geprüft werden, welche Heiztechnologien für das jeweilige Gebäude geeignet sind und welche Fördermöglichkeiten zur Verfügung stehen. Greifen Sie dafür auf entsprechende Beratungsangebote zurück.

Meine Heizung ist kaputt oder muss bald getauscht werden. Was soll ich tun?

Eine pauschale Antwort gibt es hierzu nicht. Dies hängt immer von den individuellen Parametern Ihres Gebäudes ab und von den Möglichkeiten, die es bereits direkt vor Ort gibt. Besuchen Sie gerne die zentrale Wärme-Website von der Städte Ludwigsburg und Kornwestheim und der SWLB. Dort finden Sie alle Informationen zum aktuellen Ausbaustand der Fernwärme. Bitte setzen Sie dort einen Marker, falls Sie Interesse an der Fernwärme haben und Sie werden von Seiten der SWLB kontaktiert. Möchten Sie sich allgemein zu den Möglichkeiten eine Heizungstausch informieren, nutzen Sie bitte das Beratungsangebot der Energieagentur Kreis Ludwigsburg e.V.   

Wo finde ich finanzielle Unterstützung für die Gebäudesanierung oder den Heizungstausch?

Für die Sanierung von Gebäuden und/oder den Heizungstausch finden Sie finanzielle Unterstützung bei der KfW, dem BAFA und dem Klimabonus Ludwigsburg der Stadt Ludwigburg. 

Informationen zu den jeweiligen Programmen erhalten Sie durch den Klick auf den jeweiligen Link oder im Beratungsgespräch.

Wo finde ich Beratungsangebote für meine Gebäudesanierung, meinen Heizungstausch und Erfüllungsoptionen der gesetzlichen Regelungen?

Am besten binden Sie eine*n Energieberater*in frühzeitig ein. Eine Übersicht über die Beratungsmöglichkeiten finden Sie hier. Dort finden Sie die lokalen Beratungsangebote der Energieagentur Kreis Ludwigsburg e.V. Die Expert*innen informieren Sie zum sinnvollsten Vorgehen bei Ihrem Gebäude, über Fördermöglichkeiten und Maßnahmen, die für Ihr Gebäude passen könnten. Auch weitere Energieberater*innen im Netzwerks Energieberatung oder auf der Energieeffizienz-Expertenliste des Bundes finden Sie dort.

Was passiert mit dem Gasnetz?

In einer klimaneutralen Wärmeversorgung kann Erdgas keine Rolle einnehmen. Auch grüne Gase werden nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Daher wird die Rolle des Gasnetzes im Zusammenhang mit den Ausbau- und Transformationsplänen der Fernwärme überprüft.

Eine flächendeckende Einzelversorgung mit Gas ist laut dem Zielbild der kommunalen Wärmeplanung nicht vorgesehen. In diesem werden grüne Gase vorrangig zur Spitzenlastabdeckung im Wärmenetz und im Bereich der Industrie gesehen.

Fragen zu zentral versorgten Gebieten, Fernwärme (Stand Mai 2025)

Wo liegt bereits Fernwärme in Ludwigsburg?

Auf der zentralen Wärme-Website von Stadt Ludwigsburg, Kornwestheim und der SWLB finden Sie alle Informationen zum aktuellen Ausbaustand. Wie der Ausbau voran geht und wann die Fernwärme wohin kommt, erfahren Sie auf einer interaktiven Karte.

Wenn Sie Interesse an einem Fernwärmeanschluss haben, können Sie sich auf der Karte eintragen und die SWLB werden auf Sie zukommen. 

Wann kann ich mein Gebäude an die Fernwärme anschließen?

Hier ist keine pauschale Antwort möglich und die Antwort kann nur durch die SWLB erfolgen. Auf der zentralen Wärme-Website von Stadt Ludwigsburg, Kornwestheim und der SWLB finden Sie alle Informationen. Wie der Ausbau voran geht und wann die Fernwärme wohin kommt, erfahren Sie auf einer interaktiven Karte.

Wenn Sie Interesse an einem Fernwärmeanschluss haben, können Sie sich auf der Karte eintragen und die SWLB werden auf Sie zukommen. 

Welche Vorteile bietet mir der Anschluss an das Wärmenetz?

Ein Anschluss an die Fernwärme bringt viele Vorteile mit sich. Bei einer Heizungsumrüstung erfüllen Sie mit Leichtigkeit die durch das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) festgelegten Vorgaben für den Einsatz regenerativer Energien. Auch beim Heizkostenvergleich ist die Fernwärme gegenüber Öl und Gas eine sehr gute Option. Zudem entstehen nur sehr geringe Instandhaltungskosten, da der Betrieb nahezu wartungsfrei erfolgt. Weitere Informationen finden Sie auf der lokalen Wärme-Website der Städte Ludwigsburg, Kornwestheim und der SWLB. 

Mein Gebäude steht in einem Eignungsgebiet für Fernwärme. Gibt es einen Anspruch auf den Anschluss an die Fernwärme?

Mit der Einteilung in ein Eignungsgebiet für die Fernwärme besteht kein Anspruch auf den Anschluss an die Fernwärme. Das Fernwärmenetz in Ludwigsburg muss in Zukunft weiter ausgebaut werden.

Ein grundsätzlicher Anspruch besteht nicht. Dies ist auch gar nicht möglich: Zum einen muss für viele Gebiete noch geklärt werden, welche Straßen genau ausgebaut werden. Zum anderen kann es auch in Straßen, in denen eine Fernwärmehauptleitung liegt, technische oder bauliche Hindernisse geben, die dem Anschluss einzelner Gebäude entgegenstehen. Gewissheit gibt es erst nach der straßenscharfen Gebietsplanung sowie einer Prüfung der Verhältnisse vor Ort. 

Muss mein Gebäude saniert werden, wenn ich mich an die Fernwärme anschließen möchte? Welche Anforderungen muss mein Gebäude erfüllen?

Prinzipiell können alle Gebäude an die Fernwärme angeschlossen werden. In der Regel ist dies technisch lösbar, da bei Bestandsgebäuden bereits für andere Medien (Wasser/Gas/Strom) Anschlüsse gesetzt wurden. Fernwärmeleitungen müssen aber grundsätzlich in offener Bauweise verlegt werden, was vergleichsweise aufwändiger ist.

Vor diesem Hintergrund sind im Optimalfall kurze Anschlusswege von der Straße bis zur Hauseinführung möglich. Darüber hinaus wäre es von Vorteil, wenn das Gebäude über eine zentrale Wärmeversorgung verfügt, damit der Installationsaufwand innerhalb des Gebäudes möglichst geringgehalten werden kann.

Da wir aber auch mit den uns zur Verfügung stehenden erneuerbaren Energieträgern sparsam umgehen müssen, sollten auch Gebäude, die an die Fernwärme angeschlossen werden, energetisch saniert werden. Das Gute dran? Durch die Sanierung sinkt Ihr Verbrauch und damit auch Ihre Heizkosten. Nutzen Sie dafür die verfügbaren Beratungsangebote.

Muss ich mein Haus in einem Fernwärmeeignungsgebiet an das Fernwärmenetz anschließen lassen?

Zum jetzigen Zeitpunkt besteht keine Verpflichtung zum Anschluss an die Fernwärme. Diese besteht nur, wenn dies in gesonderten Verträgen festgehalten wurde.

Fragen zu dezentral versorgten Gebieten (Stand Mai 2025)

Warum ist mein Gebiet kein Eignungsgebiet für die zentrale Versorgung (Fernwärme)? Wie wurde die Auswahl für Fernwärmegebiete getroffen?

Zur Einteilung der Gebiete in Eignungsgebiete für die Fernwärme und für dezentral versorgte Gebiete wurden mehrere Parameter berücksichtigt. Diese sind:

  • Einzelpotenziale der Energieträger zur Bedarfsdeckung
  • Erschließungsaufwand
  • THG-Einsparpotenzial
  • Wärmedichte im Cluster
  • Kühlbedarf im Cluster
  • Flächenbedarf der Infrastruktur
  • Hohe Temperatur in Gebäuden

Anhand der Bewertung der einzelnen Parameter wurde abgeleitet, ob eine zentrale oder dezentrale Versorgung für das jeweilige Gebiet vorgesehen werden soll.

Mein Gebäude steht in einem Gebiet mit dezentraler Versorgung. Was muss ich beachten?

In dezentral versorgten Gebieten wird nach dem Zielbild die klimafreundlichste Technologie zum Heizen eine Wärmepumpe sein. Der Ausbau des Fernwärmenetzes ist nach dem Zielbild der kommunalen Wärmeplanung nicht vorgesehen. Damit eine Wärmepumpe effizient arbeitet, ist eine Vorlauftemperatur im Heizkreislauf von unter 55°C notwendig. Informieren Sie sich bei einer/m Energieberater*in, ob in Ihrem Gebäude bereits jetzt die Einbindung einer Wärmepumpe möglich ist oder ob es vorbereitende Maßnahmen dazu benötigt. Dies können beispielsweise der Tausch einzelner Heizkörper oder Dämmmaßnahmen sein. 

Wo soll der Strom für den Betrieb der Wärmepumpen herkommen?

Zum einen können Sie Ihre eigenen Dachflächen als Energiefläche nutzen und den Strom mit einer PV-Anlage selbst erzeugen. Für eine Bewertung Ihres Solarpotenzials können Sie auf die Beratungsangebote zurückgreifen. Zum andern wird das Stromnetz in den nächsten Jahren überprüft und falls nötig weiter ausgebaut, sodass noch mehr erneuerbarer Strom darüber transportiert werden kann.

Welche Alternativen zur Wärmepumpe gibt es noch?

Neben Wärmepumpen können auch Biomasse-Heizungen wie Pelletsheizungen und Solarthermieanlagen zur Bereitstellung von Raumwärme und Warmwasser in Frage kommen. Welches Heizungssystem dabei für Ihr Gebäude am besten geeignet ist, können Ihnen Sie in einem Beratungsgespräch in Erfahrung bringen.

Fragen aus der Infoveranstaltung am 16.01.2024

Unter dem Gleiskörper einer Stadtbahn dürfen keine Versorgungsleitungen verlegt werden, demnach auch keine Fernwärme. Wie geht die Stadt Ludwigsburg mit dieser Problematik um?

Der Zweckverband „Stadtbahn im LK Ludwigsburg“ und die Stadt Ludwigsburg sind im engen Austausch mit den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB) zum Thema Versorgungsleitungen im zukünftigen Stadtbahnbereich. Die Vereinbarkeit beider Infrastrukturprojekte ist das oberste Ziel der Stadt Ludwigsburg sowie aller Beteiligten und wird entsprechend in der Planung berücksichtigt.

Inwieweit müssen die verlegten Fernwärmeleitungen für LUCIE wieder weichen bzw. umverlegt oder tiefer gelegt werden?

Angesichts der frühen Planungsphasen beider Projekte, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch keine genaue Aussage zu diesem Sachverhalt getroffen werden.
Ziel der Zusammenarbeit mit der SWLB ist es, vorab die Planung des Fernwärmenetzes und der Stadtbahn insoweit abzustimmen, dass es möglichst wenige Anpassungsarbeiten an bereits verlegten Versorgungsleitungen geben wird.

Wie heiß ist das Wasser bzw. die Vorlauftemperatur bei Fernwärme?

Die maximalen Vorlauftemperaturen unterscheiden sich in den vorhandenen Wärmenetzen der SWLB. Im Verbundnetz Ludwigsburg liegt diese bei 90 °C.

Wird sich das Temperaturniveau der heute verfügbaren Wärnenetze perspektivisch verringern?

Die SWLB geht davon aus, dass die maximalen Vorlauftemperaturen im Laufe des Transformationsprozesses gesenkt werden. Hierdurch ist eine Effizienzsteigerung in der Fernwärmeversorgung möglich, weswegen dies auch in den Transformationsplänen berücksichtigt werden muss. 

Aus welchen Quellen kommt das Holz für die HHK-Werke?

Der im Holzheizkraftwerk der SWLB eingesetzte Brennstoff besteht aus unbehandeltem Landschaftspflegeholz und unbehandeltem Waldrestholz. Sämtliche Holzbrennstoffe sind regionalen Ursprungs.

Werden im Rahmen des Ausbaus des Fernwärmenetzes auch die Oberleitungen zur Stromversorgung abgebaut und in die Erde verlegt?

Die SWLB prüft im Rahmen des Fernwärmeausbaus die Mitverlegung anderer Medien und berücksichtigt diese, sofern umsetzbar. 

Wer ist Eigentümer der Biogasanlage Waldäcker?

Die SWLB ist Eigentümerin der Energiezentrale Waldäcker III. Diese befindet sich aktuell im Bau. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2025 geplant. Weitere Informationen zur Energiezentrale Waldäcker III gibt es unter: www.swlb.de/waldaecker.

Lohnt sich der Anschluss an das Fernwärmenetz finanziell?

Der Anschluss an die Fernwärme und die damit verbundenen Kosten sind abhängig von verschiedenen Faktoren wie z. B. Leistungsbedarf und Länge der Hausanschlussleitung. Daher bedarf es einer individuellen Betrachtung. Die Expertinnen und Experten der SWLB beraten Sie gerne. Bei konkretem Interesse können Sie über das Kontaktformular unter www.swlb.de/versorgungsgebiete Ihre Anfrage einreichen. Die SWLB meldet sich daraufhin bei Ihnen, um die Details Ihres Anschlussobjektes individuell zu besprechen. Daneben stehen Ihnen auch die Beraterinnen und Berater der Ludwigsburger Energieagentur (LEA) zur Verfügung. Diese können Sie per E-Mail an info@lea-lb.de kontaktieren. 

Welche laufenden Kosten sind zu erwarten und mit welchen Kosten ist im Rahmen von Wartungsarbeiten zu rechnen?

Zur Ermittlung der laufenden Kosten einer Fernwärmelieferung bedarf es einer individuellen Betrachtung. Die Expertinnen und Experten der SWLB beraten Sie gerne. Senden Sie Ihre Anfrage über das Kontaktformular unter www.swlb.de/versorgungsgebiete oder wenden Sie sich per E-Mail an die Beraterinnen und Berater der Ludwigsburger Energieagentur (LEA): info@lea-lb.de

Wie groß ist der Anteil an Zuschüssen von Bund und Land im Fernwärmepreis?

Die SWLB nimmt bei ihren Fernwärmeerweiterungsmaßnahmen alle verfügbaren Investitionsförderungen und Förderungen der Betriebskosten in Anspruch. Die Förderungen werden bei der Kalkualtion der Fernwärmelieferkonditionen selbstverständlich entsprechend preisdämpfend berücksichtigt.

Sind die Zuwendungen für die Versorgungspreise gesichert, um eine Preisstabilität zu gewähren?

Eine Preisstabilität in Form von „fixierten” Festpreisen kann auch die Fernwärmelieferung nicht gewährleisten. Die Erzeugungskosten und somit auch die Fernwärmepreise unterliegen den Marktentwicklungen. Diese Kopplung geschieht jedoch nicht willkürlich, sondern wird durch vertraglich vereinbarte Preisanpassungsformeln festgelegt.

Erhalten alle Haushalte dieselbe Wärme im Sommer wie im Winter? Hat die Entfernung zum Wärmeerzeugungsstandort einen Einfluss auf die Wärmequalität?

Die Wärme in den Netzen der SWLB wird zum Teil durch mehrere Energiezentralen – wie Holzheizkraftwerk und Solarthermieanlage – erzeugt und setzt sich damit aus unterschiedlichen Erzeugungsarten und Brennstoffen zusammen. Dieser Mix variiert im Jahresverlauf, da es sogenannte Grundlasterzeuger und Spitzenlasterzeuger gibt. Formal erhalten alle Kundinnen und Kunden in einem Netz die gleiche Wärmequalität.

Kann durch den Druck am Haus durch die Wärmeleitung ein Sicherheitsproblem entstehen, ähnlich wie bei einem Gasaustritt?

Nein, durch die Fernwärmeversorgung entsteht kein zusätzliches Gefahrenpotenzial. Das Fernwärmenetz wird von der Kundenanlage durch einen in der Übergabestation befindlichen Wärmetauscher hydraulisch getrennt. Im Wärmenetz herrschen Druckzustände von maximal 16 bar und Temperaturen von maximal 90 °C. Im Heizsystem des Gebäudes bleiben die Druckzustände und Temperaturen gegenüber einer (bisherigen) Zentralheizung bei dem Anschluss an die Fernwärme unverändert.

Wurden bei der Fernwärmeplanung die örtlichen Gegebenheiten (bestehende Möglichkeiten bei Altbau usw.) berücksichtigt?

Die KWP als strategische Planung wurde in enger Zusammenarbeit mit der Kommunalverwaltung und den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim erstellt. Speziell der Bereich des Ausbaus des Verbundwärmenetzes in LB wird im Rahmen der Wärmenetzplanung von den Stadtwerken konkretisiert, um baldmöglichst Angaben zum örtlichen Ausbau und den Zeiträumen machen zu können. Der Anschluss von Gebäuden an ein Wärmenetz ist dabei grundsätzlich immer möglich, auch bei Altbauten.

Ist es sinnvoll/möglich auf eine zentrale Wärmezufuhr ins Haus umzurüsten, wenn ein Mehrfamilienhaus eine Gasetagenheizung hat?

Eine Umrüstung auf eine zentrale Wärmeversorgung ist in viele Fällen möglich und wird im Zuge eines geförderten Heizungstausches (z.B. Fernwärme oder Wärmepumpe) auch mitgefördert. Ein zentrales Heizungssystem vereinfacht die Versorgung des Gebäudes mit Erneuerbarer Wärme erheblich. Die Wirtschaftlichkeit muss gebäudeindividuell berechnet werden.

Hier geht es zu den Beratungsangeboten. 

Wie realistisch ist es, bis 2035 die Fernwärme klimaneutral zu gestalten? Gibt es genug personelle Ressourcen? Gibt es eine Kostenschätzung?

Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Instrument, das auf das Ziel der Stadt Ludwigsburg, bis 2035 klimaneutral zu sein, einzahlt. Die Herausforderungen bei der Transformation der Wärmeversorgung bezüglich der personellen und finanziellen Ressourcen sind enorm. Für die Umsetzung der Wärmewende bedarf es zusätzliches Personal. Umso wichtiger ist es, dass mit der kommunalen Wärmeplanung nun ein Zielbild vorliegt, auf welches hingearbeitet werden muss. Eine erste Kostenschätzung für den Ausbau und die Transformation der Fernwärme beläuft sich auf 650 Mio. €. Mit den nun folgenden Transformationsplänen werden die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung konkretisiert und detaillierter betrachtet.

Kontakt

waermeplanung@ludwigsburg.de 

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