Nahversorgung in den Stadtteilen

Wir fragen nach bei Sandra Kühnle

Seit 1. März 2016 ist Sandra Kühnle Mitarbeiterin der Stabsstelle Wirtschaftsförderung der Stadt Ludwigsburg. Sie ist Gebietszuständige für Gewerbetreibende im Osten der Stadt und betreut zusätzlich das Thema Nahversorgung in allen Stadtteilen.
Ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit ist die Koordination unterschiedlichster Akteure der wohnortnahen Versorgung mit Gütern des kurzfristigen und insbesondere täglichen Bedarfs in den Stadtteilen Ludwigsburgs. Wir wollen von Sandra Kühnle wissen:

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen beim Thema Nahversorgung?

„Es gibt eine Vielzahl an Herausforderungen, die sich in den vergangenen Jahren verschärft haben. Besonders betroffen sehe ich das Lebensmittelhandwerk: Hier gibt es Fachkräftemangel, kaum Nachfolger für schließende Betriebe und so gut wie keine Neueröffnungen - selbst da nicht, wo Bedarf und Interesse seitens der BürgerInnen besteht. Dazu kommt die Konkurrenz durch Vollsortimenter, Discounter und Onlineangebote. Das Filialsterben der Banken erschwert die Lage zusätzlich."

Welche Tendenzen und Wünsche erkennen Sie in den Stadtteilen in Bezug auf den Einzelhandel und öffentliche Einrichtungen wie Kindertagesstätten?

„Häufig hören wir den Wunsch, dass Einkaufs- und Serviceangebote fußläufig zu erreichen sind und es wird ein abwechslungsreiches Angebot gewünscht. Im Widerspruch dazu steht, dass trotz fußläufiger Erreichbarkeit oft nur ein kleiner Teil des täglichen Bedarfs vor Ort gekauft, Medikamente in der günstigeren Onlineapotheke bestellt sowie Onlinebanking und Paketboxen statt Bank- und Postfilialen genutzt werden. Während des Lockdowns beobachteten wir allerdings eine Rückbesinnung auf wohnortnahe Anbieter."

Wie haben sich die einzelnen Ludwigsburger Stadtteile aus Ihrer Sicht während der Pandemiejahre entwickelt?

„Es hat ganz klar ein Wandel stattgefunden, nicht nur aufgrund von Corona, sondern auch durch altersbedingte Betriebsschließungen, wo sich trotz Corona häufig Nachfolger gefunden haben, da die Bedeutung der Nahversorgung klar erkannt wurde. Obwohl es auch dauerhafte Schließungen gab, sind die Stadtteile im großen Ganzen gut durch die zwei Jahre gekommen. Viele Akteure warten derzeit die Entwicklung ab, gerade bei Gastro-Flächen."

Kontakt zu Sandra Kühnle:
Tel.: 07141 910-3661
s.kuehnle@ludwigsburg.de

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